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Lawrow trifft Trump: Verwirrung um Fotos aus dem Oval Office: Hat der Kreml gemogelt?

Hat der Kreml ungenehmigt Fotos von dem Treffen zwischen Donald Trump und Sergej Lawrow im Oval Office verbreitet? Ja, heißt es aus dem Weißen Haus. In Moskau sieht man das natürlich anders.

US-Präsident Donald Trump und Russlands Außenminister Sergej Lawrow bei ihrem Treffen im Weißen Haus

US-Präsident Donald Trump und Russlands Außenminister Sergej Lawrow bei ihrem Treffen im Weißen Haus

Donald Trump grinst breit in die Kamera und begrüßt freudestrahlend seine russischen Gäste: den Außenminister Sergej Lawrow und den Botschafter Sergej Kisljak. Man versteht sich prächtig. Diesen Eindruck vermitteln zumindest die Bilder, die das Treffen im Oval Office festhielten. Am Mittwoch gingen sie um die Welt. Doch dafür waren sie gar nicht vorgesehen, heißt es nun aus dem Weißen Haus.

"Sie haben uns betrogen", sagte eine anonyme Quelle dem Sender CNN. "Das ist das Problem mit den Russen – sie lügen." 

Zu dem Treffen waren nur zwei offizielle Fotografen zugelassen: einer vom Weißen Haus und einer von der russischen Seite. Die Presse war nicht eingeladen. Daher sei das Weiße Haus davon ausgegangen, dass die Fotos nur für die Archive und nicht für die Publikation bestimmt gewesen seien, sagte ein Regierungsvertreter der "Washington Post". Die Russen hätten aber verschwiegen, dass ihr Fotograf auch für die Nachrichtenagentur Tass arbeitet. 

Der Kreml dementiert die Existenz einer Absprache

Und so hätte das Weiße Haus nicht schlecht gestaunt, als am Mittwoch zunächst das russische Außenministerium die Bilder über den Internetdienst Flickr veröffentlichte und Tass dann nachzog.

Der Kreml dementiert jedoch, dass es eine solche Absprache gegeben hat. Die Sprecherin des Außenministeriums, Maria Sacharowa, erklärte dazu, die US-Seite habe im Vorfeld "nicht verlangt, die Fotos nicht zu veröffentlichen".

Donald Trump veröffentlicht ebenfalls Fotos

Und so steht es Aussage gegen Aussage. Offiziell äußerte sich das Weiße Haus nicht zu dem Fall. Um wen es sich bei den Quellen von CNN und "Washington Post" handelt, ist nicht bekannt. Ob die Aussagen von zwei verschiedenen Personen oder ein und demselben Mitarbeiter stammen, lässt sich ebenfalls nicht beurteilen. 

Trump reagierte unterdessen auf die Berichte auf seine ganz eigene Art und Weise. Via Twitter veröffentlichte er zwei Bilder, die ihn in seinem Büro im Weißen Haus zeigen - einmal mit Lawrow und einmal mit dessen ukrainischen Kollegen Pawlo Klimkin. Er habe sich mit Lawrow und Klimkin "gestern am selben Tag getroffen", schrieb er dazu. "LASST UNS FRIEDEN MACHEN!", fügte Trump in Großbuchstaben hinzu.

Das Weiße Haus zog ebenfalls nach und veröffentlichte am Donnerstag Fotos von dem Treffen hinter verschlossenen Türen des Oval Office.

Grund, das Treffen vor der Aufmerksamkeit der Öffentlichkeit zu schützen, hätte die US-Regierung allerdings genug gehabt. Nur 16 Stunden zuvor war die Entlassung von James Comey bekannt geworden. Eine unglückliche Terminplanung. Wird doch dem US-Präsidenten nachgesagt, den FBI-Chef gefeuert zu haben, weil dieser mit zu viel Eifer die Ermittlungen zu möglichen Russland-Kontakten des Trump-Teams vorangetrieben hat.

ivi