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Trump-Putin-Gipfel: Putin: "Die russische Regierung hat sich nie in den US-Wahlkampf eingemischt"

In Helsinki haben sich Donald Trump und Wladimir Putin erstmals zum bilateralen Gipfel getroffen. Beide Seiten waren am Ende zufrieden mit ihren Verhandlungen - das war der Gipfeltag.

US-Präsident Donald Trump und sein russischer Amtskollege Wladimir Putin auf einer Pressekonferenz in Helsinki

US-Präsident Donald Trump und sein russischer Amtskollege Wladimir Putin auf einer Pressekonferenz in Helsinki

AFP

Die große Putin-Show geht weiter: Keine 24 Stunden nach Ende der umjubelten Fußballweltmeisterschaft steht der russische Staatschef wieder im Fokus der Öffentlichkeit – wenn auch unter anderen Umständen. In Helsinki, wo sich schon häufiger Vertreter der USA und Russlands zum Gipfel getroffen haben, wird Putin zum ersten Mal Donald Trump in kleiner Runde sprechen.

Der Gipfel wird mit großer Spannung erwartet. Zum einen hängt die Einmischung Russlands in den US-Wahlkampf über den beiden, dann wird Trump vorgeworfen, er habe eine zu große Nähe zu dem Präsidenten Russlands, andererseits hat der Chef des Weißen Hauses in den vergangenen Monaten Russland oft schwer kritisiert. Was bei dem Trump-Putin-Gipfel herauskommt ist völlig ungewiss.

Verfolgen Sie hier die wichtigsten Ereignisse rund um das Spitzentreffen im stern-Ticker:

Das war es vom lang erwarteten Treffen des US-Präsidenten mit seinen Kremlkollegen Wladimir Putin. Das hier sind die wichtigsten Punkte: 

  • Donald Trump und Wladimir Putin sprechen von Erfolg und "produktivem Treffen"
  • Beide Seiten hoffen auf bessere Zusammenarbeit im Syrien-Krieg
  • Russland beharrt darauf, kein kompromittierendes Material über Trump zu haben
  • Trump und Putin beharren darauf, dass es gab keine Zusammenarbeit bei US-Wahl gegeben habe
  • Trump nennt Putin "guten Wettbewerber"

+++ Putin: "Wir haben kein kompromittierendes Material über Trump +++

Die Frage an musste kommen: Ob Russland kompromittierendes Material über Trump besitze? Natürlich nicht, so die Antwort des Präsidenten, der die Beschuldigung als "Unsinn" bezeichnet. Und Donald Trump springt ihm bei: "Selbst wenn es das gäbe, wäre es schon längst bekannt."

+++ Putin schenkt Trump WM-Ball +++

In Anspielung auf eine Bemerkung eines Reporters, auf wessen Seite der Ball in Sachen Syrien nun sei, zaubert einen WM-Ball hervor und schenkt ihn Donald Trump. Der sagt, er werde ihn den Ball geben und wirft ihn seiner Frau Melania zu.

+++ Trump und Putin: Hoffnung auf bessere Zusammenarbeit in Syrien +++ 

Donald Trump hat nach seinem Treffen mit Wladimir Putin die Hoffnung auf eine bessere Zusammenarbeit in Syrien zum Ausdruck gebracht. Beide haben das Potenzial, Tausende von Menschenleben in dem Bürgerkriegsland zu retten, sagte Trump. Es dürfe nicht erlaubt werden, dass der Iran von der erfolgreichen Kampagne gegen das Terrornetzwerk Islamischer Staat profitiere. Trump hatte noch vor kurzer Zeit erklärt, die wollten sich bald aus Syrien zurückziehen.

+++ Trump und Putin: Es gab keine Zusammenarbeit mit den Russen +++

Donald Trump ist wieder bei seinem Lieblingsthema: Der gewonnenen US-Wahl. Erneut besteht er darauf, dass es keine Zusammenarbeit seines Teams mit gegeben habe. "Wie jeder weiß", so Trump. Auch Wladimir Putin weist jede Einmischung in die US-Wahl zurück. "Haben sie irgendwelche Beweise dafür", fragt der russische Präsident rhetorisch. 

+++ Trump nennt Putin einen "guten Wettbewerber" +++

Nach den Ansprachen können nun Journalistn ihre Fragen stellen. Ein russischer Reporter möchte wissen, was Donald Trump damit meinte, dass Deutschland energietechnisch von Russland abhängig sei. Als Antwort sagte Trump, er betrachte Russland und Putin als guten Wettbewerber auf dem Energiemarkt.

+++ Donald Trump spricht von "sehr produktivem Treffen" +++

Donald Trump hebt die Bedeutung von amerikanischer Diplomatie hervor und betont, was passiert, "wenn Diplomatie auf der Strecke bliebt". Die Beziehungen zwischen den USA und Russland seien so schlecht wie nie zuvor, aber das habe sich "vor vier Stunden begonnen sich zu ändern".

+++ Putin: Treffen war ein Erfolg +++

Wladimir Putin bezeichnet die Verhandlungen mit Donald Trump als Erfolg. Es sei gelungen verloren gegangenes Vertrauen wieder herzustellen, so der russische Präsident. Angesichts der aktuellen Bedrohungen sei Zusammenarbeit notwendig. "Es gibt keinen Grund, warum die russisch-amerikanischen Beziehungen weiter verkompliziert werden sollten." Putin lobte ausdrücklich die Rolle Trumps in Korea und sein Treffen mit Kim Jong Un. Erneut wies er daraufhin, dass Russland sich nicht in die US-Wahl eingemischt habe.

+++ Protest vor Trump-Putin-Pressekonferenz +++

Kurz bevor Donald Trump und Wladimir Putin in Helsinki vor die Presse treten, wollte ein Protestler im Saal eine Art kleines Transparent zeigen. Der ältere Mann wurde vom Sicherheitskräften abgeführt. Über die Hintergründe ist bislang nichts bekannt.

+++ Trump und Putin treten in diesen Minuten vor die Presse +++

Lesen Sie mehr hier im stern-Ticker

+++ Trump-Putin-Gipfel in Helsinki sorgt für mehr Touristen in Tallinn +++

Des einen Leid, des anderen Freud: Das Treffen von Donald Trump und Wladimir Putin in Helsinki hat der estnischen Hauptstadt Tallinn zusätzliche Touristen beschert. Wegen des Ausnahmezustand in der finnischen Hauptstadt legten zwei Kreuzfahrtschiffe am Montag in Helsinki ausnahmsweise auf der anderen Seite der Ostsee im rund 90 Kilometer entfernten Tallinn an. Nach einem Bericht der Agentur BNS kamen durch das Einlaufen der  beiden Schiffe weitere 4500 Kreuzfahrer im Hafen der Hauptstadt des baltischen Landes an. Damit seien insgesamt etwa 9700 Touristen an diesem Tag mit dem Schiff in Tallinn eingetroffen. 

+++ Trump nennt Putin-Treffen "einen guten Start" +++

Rund zwei Stunden haben Trump und Putin zusammengesessen. Ohne vor die Presse zu treten, haben sich beide Staatschef unverzüglich in großer Runde zusammengefunden. Bei dem Arbeitsessen werden auch Berater der Präsidenten anwesend sein. Über den Inhalt des ersten Gesprächs ist bislang nichts bekannt. Nur kurz wandte sich Trump an die im Festsaal anwesenden Kameraleute und sagte, das Treffen sei "ein guter Start" gewesen.

+++ Handelskonflikt mit Trump: Europäer und Chinesen rücken zusammen +++

Während sich Helsinki US-Präsident Donald Trump und der russische Staatschef Wladimir Putin treffen, lässt der Handelskonflikt die Europäische Union und China wieder zusammenrücken. Auf ihrem 20. EU-China-Gipfel in Peking machten beide Seiten selbst in festgefahrenen Handelsfragen wieder Fortschritte. Erstmals seit drei Jahren gab es auch Einigkeit über eine gemeinsame Erklärung am Ende des Treffens, die die "strategische Partnerschaft" bekräftigte. "In der heutigen Welt ist diese Partnerschaft wichtiger als je zuvor", sagte EU-Kommissionspräsident Jean-Claude Juncker. "Die EU und China sind zwei Kräfte der Stabilität", sagte Chinas Premier Li Keqiang nach den Gesprächen mit Juncker und EU-Ratspräsident Donald Tusk in der Großen Halle des Volkes. Chinas Staats- und Parteichef Xi Jinping empfing Tusk und Juncker.

+++ Außenexperte: Große Gefahr, dass sich Trump über den Tisch ziehen lässt +++

In einem Interview mit der "Bild"-Zeitung äußert der Außenpolitik-Experte Jonathan Cristol vom World Policy Institute Befürchtungen, dass sich US-Präsident Donald Trump von Kremlchef Wladimir Putin "über den Tisch ziehen lässt." Das größte Ziel des Kremls sei die Aufhebung der Sanktionen. "Ein Signal in diese Richtung wäre ein riesiger Triumph für Putin. Trump kann ihm das natürlich nicht persönlich garantieren. Aber wenn er nach dem Treffen vor die Weltpresse tritt und ein Überdenken der Sanktionen in den Raum stellt, wäre das ein riesiger Sieg für Putin. Und die Gefahr ist tatsächlich groß, dass sich Trump hier über den Tisch ziehen lässt", so Cristol.

+++ Mini-Gipfel am Rande: Pompeo und Lawrow reden miteinander +++

Parallel zum Gipfeltreffen ihrer Staatschefs sind auch US-Außenminister Mike Pompeo und sein russischer Kollege Sergej Lawrow in Helsinki zusammengekommen. Das meldete die staatliche russische Agentur Tass. Angaben zum Inhalt wurden nicht gemacht. Für die Minister sei es die erste persönliche Begegnung. Sie haben bislang nur miteinander telefoniert. Pompeo ist seit April im Amt.

+++ Putin: "Zeit, detailliert über bilaterale Beziehungen zu sprechen" +++

Der russische Präsident will mit seinem US-Kollegen Donald Trump ausführlich über die Beziehungen zwischen Russland und den USA sprechen. Sie stünden regelmäßig telefonisch in Kontakt und hätten sich auch bei internationalen Konferenzen getroffen, sagte Putin zu Beginn des Gipfels in Helsinki. "Es ist an der Zeit, detailliert über unsere bilateralen Beziehungen zu sprechen und über die schmerzhaften Punkte auf der Welt. Davon gibt es sehr viele", sagte Putin.

+++ Ex-Außenminister Fischer warnt vor europäischem Zerfall +++

Angesichts des Treffens von Donald Trump mit Wladimir Putin in Helsinki warnt Joschka Fischer, ehemaliger deutscher Außenminister und Mitglied der Partei  Bündnis90/Die Grünen, vor dem Zerfall Europas. Auf Radioeins sagte er: "US-Präsident Donald Trump greift im Wesentlichen an, was  die Stabilität und den Wohlstand Europas in den vergangenen  Jahrzehnten ausgemacht hat. Und im Zentrum steht Deutschland." Ein möglicher Deal zwischen Russland und den USA zulasten Europas sollte  den Menschen in Europa Sorge bereiten, so Fischer weiter: "Es ist  offensichtlich was passiert: Auf der einen Seite der Aufstieg Chinas, auf der anderen Seite die Verabschiedung der USA vom nordatlantischen Bündnis, Russland nach wie vor ein mehr als unsicherer Kantonist auf  dem europäischen Kontinent. Wenn wir so schwach und gespalten bleiben, dann war's das im 21. Jahrhundert für die Zukunft Europas."

+++ Trump und Putin starten Gipfel +++

Die beiden Staatschefs der USA und Russlands sind zu ihrem Gipfeltreffen zusammengekommen und richten ein paar Worte an die Journalisten. Trump dankt Putin noch einmal für die gut organisierte Fußball-WM und listet die Themen des Gipfels auf: darunter Handel und Atomwaffen. "Ich freue mich auf die Gespräche mit Wladimir Putin. Dass wir hier sitzen ist eine gute Sache, keine schlechte." Trump hoffe darauf, dass er eine "außerordentliche Beziehung" zu Putin aufbauen könne, sagte er bei der Begrüßung. Kurz vor dem Treffen hatte der US-Präsident erklärt, das Verhältnis zu Russland sei so schlecht wie nie zuvor - er machte dafür allerdings sein eigenes Land verantwortlich. Bis kurz vor 15 Uhr werden die beiden Präsidenten unter vier Augen sprechen - nur die Dolmetscher höre zu. Danach werden die Begleiter und Berater der beiden dazustoßen.

+++ Russische Pressestimmen zum Gipfel +++

  • "Iswestija": "Seit dem Ende des Kalten Krieges wurde kein Treffen der Präsidenten Russlands und der USA mit solchen Gefühlen erwartet wie dieser Gipfel von Wladimir Putin und Donald Trump in Helsinki. Ein erstaunliches Merkmal des Gipfels ist, dass der amerikanische Anführer nicht das gesamte US-Establishment vertritt und im Prinzip nicht frei ist in seinen Entscheidungen. Erstmals wirkt der US-Präsident auch nicht wie der "Anführer der freien Welt", sondern ist eher dessen Paria."
  • "RBK": "Dem US-Präsidenten sind die Hände gebunden was die russische Regierung betrifft. Deshalb braucht man zumindest einen sichtbaren Erfolg beim Gipfel in Helsinki. Doch auch hier wird man es nicht schaffen, sich bei den für beide Länder wirklich wichtigen Fragen von diesen Voraussetzungen zu lösen."
  • "Moskowski Komsomolez": "Trump und Putin: Erzfreunde oder beste Feinde? Das Treffen in Helsinki wird wohl kaum historisch. Bei seinem geschäftsmännischen Biss ist Trump ein politischer Idealist und Romantiker. Aber Putin ist nicht nur der Meister der politischen Intrige und der überraschenden taktischen Züge, sondern auch ein Kreml-Träumer." 
  • "Nesawissimaja Gaseta": "Der russische Präsident hat wahrscheinlich nichts vom Gipfel zu erwarten: Trump braucht ihn für innenpolitische Zwecke. Er will zeigen: Er verhandelt sowohl mit Kim Jong Un als auch mit Putin."

+++ Putin ist in Helsinki gelandet - Treffen verspätet sich +++

Der russische Präsident ist in Helsinki gelandet. Wie so oft, verspätet sich Wladimir Putin. Das Treffen mit Trump wird deshalb wohl 20 Minuten später als geplant beginnen. Also gegen 13 Uhr

Helsinki Gipfel Putin Limosine

So sieht es aus, wenn der russische Präsident anreist: Wladimir Putins Konvoi in Helsinki 

DPA

+++ Treffen der Präsidenten - so läuft der Tag in Helsinki +++

Wenige Stunden vor seinem Gipfel mit Kremlchef Wladimir Putin ist US-Präsident Donald Trump vom finnischen Präsidenten Sauli Niinistö empfangen worden. Niinistö begrüßte Trump und First Lady Melania an seinem Wohnsitz. Anschließend haben die beiden Staatschefs bei einem Frühstück ein bilaterales Gespräch geführt.

Der zeitliche Ablauf in Helsinki:

  • 8.40 Uhr (deutscher Zeit/ 09.40 Uhr Ortszeit): Treffen zwischen Trump und dem finnischen Präsidenten Sauli Niinistö auf dem Wohnsitz des Gastgebers
  • 12.20 Uhr: Beginn Gipfel Trump und Putin mit Vier-Augen-Gespräch im finnischen Präsidentenpalast
  • 13.50 Uhr: Arbeitsessen mit den Delegationen im finnischen Präsidentenpalast
  • 15.50 Uhr: Gemeinsame Pressekonferenz im finnischen Präsidentenpalast
  • Anschließend Treffen zwischen Putin und dem finnischen Präsidenten Sauli Niinistö

+++ Asselborn zur Berechenbarkeit von Trump und Putin +++

Der luxemburgische Außenminister Jean Asselborn hat sich in Brüssel zum Treffen zwischen US-Präsident Donald Trump und Kremlchef Wladimir geäußert: "Putin ist berechenbar. Vielleicht bei Präsident Trump ist das nicht immer so der Fall."

+++ Kreml sieht gutes Verhältnis zwischen Putin und Trump +++

Der Kreml sieht ein gutes Verhältnis zwischen den Präsidenten Wladimir Putin und Donald Trump und rechnet deshalb mit einem erfolgreichen russisch-amerikanischen Gipfel in Helsinki. "Sie achten einander. Und sie können ziemlich gut miteinander reden", sagte Putins Sprecher Dmitri Peskow dem Staatssender RT. Deshalb sei am Montag auf ein "vollwertiges Gespräch" zu hoffen, das "wenigstens ein kleines Schrittchen" von den derzeit schlechten Beziehungen fortführe. Russland habe keine Probleme damit, dass Trump politisch Amerika an die erste Stelle setze, sagte Peskow. "Jeder Staatschef sollte in seinen internationalen Kontakten in erster Linie die Interessen des eigenen Landes vertreten. In diesem Sinn ist auch unser Präsident sehr pragmatisch und gradlinig. Auch er sagt, dass für ihn die Interessen Russlands und des russischen Volkes über alles gehen."

+++ Trump von finnischem Präsidenten empfangen +++

Wenige Stunden vor seinem Gipfel mit Kremlchef Putin ist Donald Trump vom finnischen Präsidenten Sauli Niinistö empfangen worden. Niinistö begrüßte Trump und First Lady Melania an seinem Wohnsitz. Trump bedankte sich bei ihm für die "fantastische Gastfreundschaft". Finnland sei ein "großartiges Land".  Auf die Frage eines Journalisten nach seinem Treffen mit Putin sagte Trump, das Gespräch werde gut laufen.

+++ Trump: "Dummheit" der USA schuld an schlechtem Verhältnis zu Russland +++

Wenige Stunden vor seinem Treffen mit Wladimir Putin hat US-Präsident Donald Trump seinem eigenen Land die Schuld für das angespannte Verhältnis mit Moskau zugewiesen. "Unsere Beziehungen mit Russland waren NIEMALS schlechter wegen der vielen Jahre der Torheit und Dummheit der USA", schrieb er auf Twitter. Zudem sei nun die "Hexenjagd" des US-Sonderermittlers Robert Mueller verantwortlich für die schlechten Beziehungen.

+++ Trump lobt Putin für WM-Ausrichtung +++

Auch an Donald Trump ist die Fußball-Weltmeisterschaft nicht vorbei gegangen. Frankreich habe "außergewöhnlichen Fußball" bei der Weltmeisterschaft gespielt, schrieb der US-Präsident Trump auf Twitter. Lob gab es für Gastgeber Russland und besonders Staatschef Wladimir Putin wegen der Organisation "eines wahrhaft großartigen Weltmeisterschaftsurniers - eines der besten überhaupt".

+++ Presse zum Gipfel: Europa könnten Leidtragende sein +++

"Mittelbayerische Zeitung": Ein Putin-Trump-Pakt scheint in Helsinki durchaus denkbar. Leidtragende wären die europäischen Staaten, denen Trump in Brüssel damit drohte, das Bündnis zu verlassen. Ein Ziel, das vor Putin schon alle anderen sowjetischen und russischen Führer verfolgt hatten. Eine Schnittmenge besteht auch bei dem Versuch, die Europäische Union zu spalten. Moskau treibt das aktiv durch die Förderung rechts-nationalistischer Bewegungen und Parteien voran.

+++ Menschenrechtler protestieren in Helsinki +++

Näher konnten sie kaum rankommen: Aktivisten haben ihren Protest vor dem Gipfel von und dem Kremlchef direkt an die Außenwand des finnischen Präsidentenpalasts projiziert. "Trump und Putin: Stoppt die Verbrechen gegen die Menschlichkeit in Tschetschenien" warf die US-Menschenrechtsorganisation Human Rights Campaign in Großbuchstaben an die Wand. Sie kämpft gegen die Verfolgung Homosexueller. "Die ganze Welt schaut zu", "Schweigen ist tödlich", schrieben die Aktivisten. Die Botschaft in der Nacht zum Montag kam allerdings ein paar Stunden zu früh: Trump und Putin kommen in der finnischen Hauptstadt erst am Mittag zu ihrem Gipfel zusammen.

+++ Trump reklamiert Nato-Treffen als Erfolg für sich +++

Nach dem Eklat beim Nato-Gipfel hat Donald Trump das Treffen als Erfolg für sich reklamiert. Er habe viele Telefonate mit anderen Staats- und Regierungschefs der Nato geführt, die sich bei ihm bedankt hätten, dass er das Bündnis zusammengebracht habe, schrieb er wenige Stunden vor seinem mit Spannung erwarteten Treffen mit dem russischen Präsidenten Wladimir Putin auf Twitter. "Wir hatten einen wirklich großartigen Gipfel, der von den Medien falsch dargestellt wurde. Nato ist jetzt stark und reich!", fügte er hinzu. Trump hatte die anderen Staats- und Regierungschefs bei dem Treffen in Brüssel mit Druck und Drohungen massiv bedrängt, rasch mehr in Verteidigung zu investieren. Von neuen Zusagen wurde aber nichts bekannt.

+++ Tusk appelliert an Trump und Putin: Globale Ordnung nicht zerstören +++

EU-Ratspräsident Donald Tusk hat an die Präsidenten der USA und Russland, Donald Trump und Wladimir Putin, appelliert, mit den Europäern und Chinesen zusammenzuarbeiten, um Chaos zu verhindern. Die globale Weltordnung dürfe nicht zerstört werden, sagte Tusk in Peking. Einen Tag nachdem Trump die Europäer als "Feinde" beschrieben hatte, verwies Tusk auf den Gipfel in Helsinki und das ebenfalls stattfindende EU-China-Treffen in der chinesischen Hauptstadt: "Wir sind uns alle der Tatsache bewusst, dass sich die Architektur der Welt vor unseren Augen ändert." "Es ist noch Zeit, um Konflikt und Chaos zu verhindern."

+++ Presse zum Gipfel: Putin ist in Helsinki das Poker-Ass  +++

"Guardian": "Putin bringt Erfahrung, Vorbereitung, schonungslose Disziplin und reale Ziele mit. Er ist das Poker-Ass, das auf einen Mann trifft, der lediglich die Methode Beggar-my-Neighbour beherrscht (sinngemäß: Politik auf Kosten seiner Partner zu betreiben). Ihre gemeinsame Feindseligkeit gegenüber der Nato, der EU und anderen etablierten Bündnissen der USA ist alarmierend. Und wir wissen nicht, warum Trump dieses Treffen will, abgesehen davon, dass er es genießt, im Scheinwerferlicht zu stehen." 

+++ Russland-Beauftragter erwartet kontroverse Begegnung zwischen Trump und Putin +++

Der Russland-Beauftragte der Bundesregierung, Dirk Wiese (SPD), rechnet mit einer kontroversen Begegnung zwischen US-Präsident Donald Trump und Russlands Staatschef Wladimir Putin in Helsinki. "Die grundlegenden Differenzen zwischen Washington und Moskau werden sich aus meiner Sicht nicht durch ein Treffen vom Tisch wischen lassen", sagte Wiese der "Saarbrücker Zeitung".  Als Beispiele nannte der SPD-Politiker die russische Annexion der Krim-Halbinsel, Fragen der Abrüstung und die mangelnden Fortschritte im Minsker Prozess zur friedlichen Beilegung des Konflikts in der Ostukraine. "Insofern haben Moskau und Washington auch klar unterschiedliche Interessen, die bei dem Treffen in Helsinki offen zutage treten könnten", sagte Wiese.

nik/DPA/AFP