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Drohnen-Angriff auf Öl-Anlagen: Trump will keinen Krieg – droht aber mit "einem viel, viel größeren Angriff"

Nach den Drohnenangriffen in Saudi-Arabien hat sich Donald Trump zurückhaltend in der Schuldfrage  geäußert. Dennoch drohte er dem Iran mit massiven Konsequenzen für den Fall, dass das Mullah-Regime hinter dem Angriff stecke.

Saudi-Arabien: Huthi-Milizen greifen Ölraffinerien an – Trump droht mit Vergeltung

US-Präsident Donald Trump hat nach den Angriffen auf Ölanlagen in Saudi-Arabien den Iran als möglichen Verantwortlichen ins Visier genommen. "Es sieht danach aus", dass der Iran hinter den Angriffen stecke, sagte Trump am Montag im Weißen Haus in Washington. Trump betonte zugleich, dass die USA keinen Krieg mit Teheran wollten. 

Die Angriffe am Samstag hatten die Sorge vor einer militärischen Eskalation im Nahen Osten befeuert und den Ölpreis in die Höhe getrieben. Deutschland, Russland und China riefen alle Beteiligten am Montag zu Besonnenheit auf. Die Lage ist ohnehin angespannt: Seit der einseitigen Aufkündigung des Atomabkommens mit dem Iran durch die US-Regierung vor gut einem Jahr hat sich der Konflikt zwischen Washington und Teheran immer weiter verschärft. 

Donald Trump: "Er könnte von unserem Land sehr leicht mit einem viel, viel größeren Angriff erwidert werden."

Donald Trump: "Er könnte von unserem Land sehr leicht mit einem viel, viel größeren Angriff erwidert werden."

AFP

Mike Pompeo sieht im Iran eindeutig den Schuldigen 

Einige Mitglieder der US-Regierung hatten den Iran für die Drohnenangriffe direkt verantwortlich gemacht - zum Beispiel Außenminister Mike Pompeo. So deutlich wurde Trump am Montag nicht. "Wir müssen definitiv herausfinden, wer es getan hat", sagte er. Die Untersuchungen dauerten an. "Ich will mit niemandem Krieg." Die Vereinigten Staaten seien aber auf einen Konflikt vorbereitet. "Das war ein sehr großer Angriff. Er könnte von unserem Land sehr leicht mit einem viel, viel größeren Angriff erwidert werden." 

Wie ernst die Lage war, zeigte am Montag auch ein Treffen im Weißen Haus: Dort wurde Trump von führenden Mitarbeitern aus dem Pentagon über die Situation unterrichtet, wie Verteidigungsminister Mark T. Esper auf Twitter erklärte. Esper warf dem Iran vor, die internationale auf Regeln basierende Ordnung zu "untergraben". 

Der iranische Präsident Hassan Ruhani verteidigte die Angriffe aus dem Jemen gegen Ziele in Saudi-Arabien. Zu Vorwürfen der USA, dass der Iran an den Drohnenangriffen auf die größte Ölraffinerie in Saudi-Arabien beteiligt gewesen sei, äußerte sich Ruhani nicht. Schon zuvor hatte das Außenministerium in Teheran die Vorwürfe als absurd zurückgewiesen.

Iran: Politik des maximalen Drucks ist gescheitert

"Weil die US-Politik des maximalen Drucks auf den Iran gescheitert ist, sind die Amerikaner nun auf die der maximalen Lügen umgestiegen", sagte Außenamtssprecher Abbas Mussawi. Was im Jemen passiere, sei einfach nur der Widerstand der Jemeniten "gegen die Kriegsverbrechen der von den Saudis angeführten Militärkoalition" - und die Jemeniten hätten ein Recht darauf, "sich gegen die Vernichtung ihres Landes zu wehren". 

Am Wochenende hatten sich die Huthi-Rebellen im Jemen zu den Angriffen bekannt. Saudi-Arabien führt ein Militärbündnis an, das die Huthis im Jemen unter anderem mit Luftangriffen bekämpft. Das sunnitische Königreich sieht in den Rebellen einen engen Verbündeten seines schiitischen Erzrivalen Iran. Die Huthis greifen Saudi-Arabien regelmäßig mit Drohnen und Raketen an. Vertreter der US-Regierung erklärten Medienberichten zufolge, die Angriffe vom Wochenende seien so komplex gewesen, dass die Huthis sie nicht alleine hätten ausführen können.

Saudi-Arabien kündigte an, die Vereinten Nationen und internationale Experten einladen zu wollen, sich an den Ermittlungen zu beteiligen. Das Außenministerium in Riad erklärte - wie auch zuvor ein saudischer Militärsprecher - bei den Bombardierungen am Samstag seien iranische Waffen benutzt worden. Ziel der Angriffe sei in erster Linie die internationale Energieversorgung gewesen. Der saudische Ölkonzern Aramco habe rund die Hälfte der Produktion stoppen müssen.

Seit den Angriffen am Samstag ist der Ölmarkt im Ausnahmezustand. Die Ölpreise stiegen am Montag so stark wie seit Jahrzehnten nicht. Sie schnellten zunächst um fast 20 Prozent nach oben. Später schwächte sich der Anstieg etwas ab.

tis / DPA