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Grenzkonflikt Türkischer Jet fängt syrischen Hubschrauber ab


Ein türkisches Kampfflugzeug hat einen syrischen Hubschrauber davon abgehalten, eine syrische Stadt zu bombardieren. Zudem verlegt die Türkei offenbar immer mehr Panzer an die Grenze.

Ein neuer feindseliger Zwischenfall an der Grenze hat die Spannungen zwischen der Türkei und Syrien weiter verschärft. Die türkische Luftwaffe setzte nach Angaben eines Offiziellen ein Kampfflugzeug ein, um einen syrischen Hubschrauber abzudrängen. Der syrische Hubschrauber habe sich der Grenze genähert, um die von Rebellen kontrollierte syrische Stadt Asmarin zu bombardieren, sagte der türkische Offizielle, der namentlich nicht genannt werden wollte, der Nachrichtenagentur AFP in Ankara. Daraufhin sei das türkische Kampfflugzeug vom Stützpunkt im südöstlichen Diyarbakir gestartet und habe den Hubschrauber abgedrängt.

In der vergangenen Woche war der Konflikt an der Grenze eskaliert, nachdem syrische Artilleriegeschosse in dem türkischen Ort Akcakale einschlugen und fünf Zivilisten töteten. Das Parlament in Ankara hatte daraufhin grundsätzlich grünes Licht für einen Militäreinsatz im Nachbarland gegeben.

Medien berichten über mögliche Intervention

Nach Informationen der Zeitung "Hürriyet" verlegte die türkische Armee inzwischen mindestens 250 Panzer an die Grenze zu Syrien. Unter Berufung auf Militärkreise berichtet das Blatt, die Planungen für eine mögliche Intervention liefen auf Hochtouren. Demnach sind die Planer zu dem Schluss gekommen, dass sich die relativ flache Gegend um Akcakale gut für einen Panzerangriff eignen würde. Dem Bericht zufolge sehen die Überlegungen vor, einen Panzereinsatz durch Luftangriffe auf syrische Stellungen vorzubereiten.

Der Syrien-Sondergesandte Lakhdar Brahimi reist am Samstag zu einem Treffen mit dem türkischen Außenminister Ahmet Davutoglu nach Istanbul. Bei dem Gespräch werde es um "alle Aspekte" des syrischen Konflikts gehen, sagte ein Diplomat. Auch Bundesaußenminister Guido Westerwelle (FDP) ist am Samstag in Istanbul, um Davutoglu zu treffen.

Erdogan fordert Assads Rücktritt

Seit dem Beginn der Revolte gegen den syrischen Staatschef Baschar al Assad im März 2011 haben sich die früher verbündeten Nachbarstaaten entzweit. Der türkische Regierungschef Recep Tayyip Erdogan fordert angesichts der blutigen Niederschlagung der Proteste den Rücktritt Assads.

Am Mittwoch hatte die Türkei ein aus Moskau kommendes syrisches Passagierflugzeug mit Kampfflugzeugen zur Landung in Ankara gezwungen und einen Teil der Ladung beschlagnahmt. Erdogan zufolge enthielt die beschlagnahmte Fracht des Flugzeugs "Munition" und militärische Ausrüstung eines russischen Herstellers für Damaskus.

Die USA stärkten ihrem NATO-Partner dabei den Rücken. "Wir unterstützen die Entscheidung der türkischen Regierung, das Flugzeug zu untersuchen", sagte US-Außenamtssprecherin Victoria Nuland in Washington.

tkr/AFP/DPA DPA

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