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Porträt Nicolas Sarkozy: Glück in der Politik, Krise in der Liebe

Ehrgeizig, eitel und machtbesessen - Nicolas Sarkozy ist der neue französische Präsident. Der Emigrantensohn hat eine rasante Karriere hingelegt. Doch nicht alles ist perfekt im Leben des Wahlsiegers: In seiner Ehe kriselt es gewaltig.

Von Marcus Rothe, Paris

Braungebrannt und mit staatstragender Miene tritt Nicolas Sarkozy in der Pariser Salle Gaveau nach seinem klaren Sieg ans Mikrofon, um seine erste Rede als künftiger Präsident zu halten. Im Wahlkampf noch hatte er mit seinen Hardliner-Parolen selbst dem rechtsradikalen Schreckgespenst Jean-Marie Le Pen das Wasser abgegraben.

Aber jetzt, am Ziel seiner Träume, gibt er sich plötzlich vereinnahmend: "Ich respektiere Ségolène Royal und ihre Ideen, in denen sich viele Franzosen wiedergefunden haben. Ich denke an alle Franzosen, die nicht für mich gestimmt haben. Es gibt nur ein Frankreich und ich will der Präsident aller Franzosen sein ", sagt das politische Chamäleon. Er ruft zu Einheit auf, als wolle er sozialen Unruhen vorbeugen, die seine Wahl nicht nur in der "heißen" Banlieue auslösen könnten. Die Verwandlung vom brutalen Saulus zum friedliebenden Paulus ist die jüngste Volte des fintenreichen Polit-Schauspielers Sarkozys.

Nach seiner betont staatsmännischen Rede lässt er sich im hollywoodreifen Stil zum Diner im Luxusrestaurant " Fouquet's " auf den Champs-Elysées chauffieren. Gegen 23 Uhr dann besteigt er vor 30.000 jubelnden Anhängern die Bühne auf der Place de la Concorde, um mit Mireille Mathieu die " Marseillaise " zu schmettern. Neben ihm steht auch seine Frau Cécilia und wischt sich Tränen aus den Augen. Aber das eheliche Glück wirkt inszeniert. Da Cécilia in den letzten Wochen nur noch in Ausnahmefällen an der Seite Sarkozys gesehen wurde, sind Gerüchte über die Trennung des Power-Paares immer stärker geworden.

Wer aber ist der kleinwüchsige Marseillaise-Sänger, der das Land mit seinen Ideen und Methoden spaltet wie kein anderer und jetzt in der Rolle des Landesvaters die Geschicke der Nation in die Hand nehmen wird?

Bis zuletzt hatte er sich als Innenminister der noch amtierenden bürgerlichen Regierung Dominique de Villepins für ein hartes Durchgreifen stark gemacht: Er verstand sich als "erster Polizist Frankreichs" und hinterließ eine umstrittene Bilanz. "Weniger Kriminalität, weniger Drogen, weniger Unfalltote" - so lautet dennoch sein selbst zufriedenes Urteil, als er den Ministersessel vor einigen Wochen räumte, um sich auf die Wahl zum Präsidenten zu konzentrieren. Die Pariser Banlieue, die vor über einem Jahr nicht zuletzt wegen seiner verbalen Ausfälle gegen das "Gesindel" in Flammen aufging, ließ er während des Wahlkampfs lieber unerwähnt.

Sein Aufstieg, seit Jahren generalstabsmäßig geplant, wirkte unaufhaltsam. Als Sarkozy sich im Januar 2007 in einem pompösen Spektakel vor 70.000 Parteimitgliedern der konservativen UMP zum Präsidentschaftskandidaten küren ließ, hatte er die gewichtigen Konkurrenten im eigenen Lager ausgeschaltet, die sich gegen seinen skrupellosen Machtwillen stemmten.

Sowohl der frühere Chef der UMP, Alain Juppé, der jetzige Premier Dominique de Villepin, als auch die Verteidigungsministerin Michèle Alliot-Marie mussten ihre Präsidentschaftsambitionen begraben. Letztlich hatte auch der beim französischen Volk in Ungnade gefallene Chirac darauf verzichtet, sich noch einmal zur Wahl zu stellen, um seinem einstigen Vertrauten und jetzigen Rivalen Sarkozy den Weg in den Elyséepalast zu versperren.

Trotz aller Hindernisse und Querschüsse ist Sarkozy im Laufe der Jahre zum populärsten Politiker seines rechten Lagers aufgestiegen. Vom höchsten Staatsamt träumt Sarkozy seit der Wiederwahl Chiracs zum Präsidenten im Jahr 2002 ganz öffentlich. "An die Präsidentschaft denke ich nicht nur, wenn ich mich morgens rasiere", gab er schon vor Jahren zur Protokoll. Sein blanker Ehrgeiz verblüffte. Sarkozys innerer Zwang, die Macht zu erobern, verfolgt nur ein Ziel: Der Erste zu sein.

Auf dem Weg dorthin musste er das lange vorausgesagte Duell gegen die sozialistische Präsidentschaftskandidatin Ségolène Royal gewinnen. Obwohl Royal zeitweilig in Umfragen dicht auf Sarkozy heranrückte und ihn auch noch letzte Woche im lang erwarteten Fernsehduell in die Defensive trieb, galt der einstige Innenminister immer als Favorit für den Einzug in den Elysée-Palast.

Seilschaften mit einflussreichen Unternehmern

Denn "Sarko" - wie ihn Freund und Feinde nennen - hat sich in dreißig Jahren politischer Kämpfe auch ohne das Diplom der Eliteschule ENA in Paris das Zentrum der Macht erobert. Mittlerweile finden sich seine einflussreichen Seilschaften in der der Industrie, der Hochfinanz und den Medien. Freunde wie der Bau- und Fernseh-Tycoon Martin Bouygues, der Chef der Luxus-Gruppe LVMH Bernard Arnault, oder der Rüstungs- und Zeitschriften-König Arnaud Lagardère sorgen für die nötige finanzielle Rückendeckung und eine überwältigende Medienpräsenz.

Sarkozy, 1955 als Sohn eines ungarischen Aristokraten und einer griechisch-jüdischen Arztochter geboren, steht in Konkurrenz zu seinem älteren Bruder Guillaume. Früh fühlte er sich von seinem Vater vernachlässigt, der die Familie verließ und sich nicht für ihren Unterhalt verantwortlich fühlte. Von Anfang an musste er lernen, so seine Biographin Catherine Nay in "Un pouvoir nommé désir", dass ihm nichts geschenkt wird und dass er sich allein gegen alle durchsetzen muss. Anfang der Siebziger Jahre trägt er lange Haare, einen Schal und Jeans, aber mit den Ideen der 68er hat er nichts gemein. Sein erklärtes Vorbild ist der Gaullist Jacques Chirac.

Entschlossen, listig und ehrgeizig

"Er hat Jura nur studiert, um finanziell unabhängig zu sein und sich seiner Leidenschaft für die Politik zu widmen", erinnert sich sein Jugendfreund Jean-Marie Chausssonière. "Entschlossen, listig, ehrgeizig", so beschreiben ihn seine frühen Weggenossen. Schnell wird der Anwalt Sarkozy zum Jugendvertreter von Chiracs gaullistischer Partei RPR im Reichen-Vorort Neuilly. Dort bootet er den alten Platzhirsch Charles Pasqua aus und wird mit 28 Jahren durch einen Handstreich zu einem der jüngsten Bürgermeister Frankreichs. Auch innerhalb der Partei "Rassemblement pour la République" (RPR) macht der Emigrantensohn eine rasante Karriere.

Die nationale Bühne betritt der enge Vertraute Chiracs 1993 als Haushaltsminister und Regierungssprecher des Premiers Edouard Balladur. Nachdem er Balladur im Wahlkampf unterstützt, schickt ihn der Gewinner Chirac in die Wüste. Erst 2002 holt ihn Chirac wieder in die Regierung Jean-Pierre Raffarins, wo er als Innenminister "Null Toleranz" predigt. Auch als Chirac den unbequemen Ehrgeizling mit dem "Superministerium" für Wirtschaft, Finanzen und Industrie aufreiben will, entgeht Sarkozy allen Fallstricken.

Der Machtkampf Chirac-Sarkozy dominiert: Nach Chiracs Debakel beim französischen Nein zur Europäischen Verfassung zieht Sarkozy 2005 wieder ins Innenministerium ein. Seiner harten Linie in Sicherheitsfragen und Ausländerpolitik blieb er treu. Als der Populist tönt, den "Abschaum" in den Einwanderervierteln mit dem "Kärcher" (einem Hochdruckreinigungsgeräts) säubern zu wollen, löst er Gewaltausbrüche in den Vororten und eine wochenlange Staatskrise aus. Bei einem grossen Teil der Jugendlichen wird er zur Hassfigur.

Opferte Privatleben beruflichen Interessen

Nachdem er sein Familienglück jahrelang in den Medien vermarktet hat, kommt sein perfekt inszeniertes Privatleben ins Trudeln, als ihn seine zweite Frau und enge politische Mitarbeiterin Cécilia verlässt. Sarkozy wirkte reizbar, aggressiv und agierte keineswegs staatsmännisch. Den Chefredakteur Alain Genestar von "Paris-Match", der Fotos vom neuen Glück seiner Frau veröffentlichte, lässt er feuern - ein Beispiel für Sarkozys skrupellose Machtgier.

Ein Jahr später kehrte Cécilia dann wieder zu ihm zurück. Rechtzeitig genug, um ihn bei seinem Endkampf um die Präsidentschaft zu unterstützen. Denn auch wenn er daheim als jähzorniger Gatte gilt, war die Schlacht um die Gunst der Franzosen gegenüber seiner weiblichen Gegnerin nicht mit Macho-Methoden zu gewinnen. Lange feilte Cécilia Sarkozy an einer hollywoodreifen Kommunikationstragie für ihren kleinwüchsigen "Napoleon".

"Sarko-Overdose" auf allen Kanälen

Der Personenkult erreicht erschreckende Ausmaße: Sarkozy prangte schon im Vorfeld seines Triumphs immer wieder auf den Titelseiten der französischen Nachrichtenmagazine, die Zeitungen widmen ihm zehn- bis zwanzigseitige Dossiers, über zwanzig Bücher wurden über ihn veröffentlicht und im Fernsehen ist kein Politiker öfter im Bild als er.

Wenn er bei Fernsehdebatten nicht gebührend empfangen wurde, drohte er den öffentlich-rechtlichen Journalisten mit Rausschmiss. Nicht nur seine politische Konkurrenten wie der liberale Präsidentschaftskandidat François Bayrou, der im ersten Wahlgang überraschend auf den dritten Platz kam, protestierten gegen die "Sarko-Overdose".

Nach der gewonnen (Medien-)schlacht will sich der oft hektisch agierende Konservative ein paar Tage in ein Kloster zurückziehen und dort an seiner Verwandlung vom "speedy sarko" in den besonnenen Staatsmann werkeln. Erst dann wird er am 16. Mai seine Regierungsmannschaft vorstellen und Jacques Chirac als Bewohner des Elysée-Palastes ablösen. Ob seine Frau Cécilia ihn dabei begleitet, ist fraglich. Ob der Verwandlungskünstler die viel beschworene Einheit Frankreichs verkörpern kann, erst recht.

kann man sich gegen eine maßnahme vom jobcenter wehren?
hallo. ich bin quasi arbeitsunfähig seit meinem 18ten lebensjahr. ich wiege 200 kg und habe eine betreuung weil ich sonst gar nichts schaffen würde. sie bringt mich zu terminen und begleitet mich zu arzt besuchen. das einzige was ich noch alleine kann ist einkaufen und das auch nur weil es nunmal lebensnotwendig ist ,jedoch bin ich danach total erschöpft und fertig.ich kann keine 200 meter mehr laufen.und mal ganz abgesehen von meiner körperlich verfassung leide ich seit meiner kindheit an starken depressionen,borderline,panikattacken,einer traumatischen belastungsstörung und angstzuständen. ich bin demnach körperlich sowie auch psychisch ziemlich fertig. gestern war ich beim amtsarzt zur begutachtung sowie auch einmal vor 2 jahren. und die ärztin sagt mir ernsthaft,das es zumindest köperlich nicht ausreichen würde das ich weiterhin krank geschrieben werden kann und sagte,das eine maßnahme sicherlich gut sein kann.und das obwohl ich bereits sagte,das ich körperlich unfähig bin irgendwas alleine zu schaffen und ,meine betreuerin mich überallhin begleiten muss.(ich habe kein auto)ich bin vollkommen entsesetzt und habe nun angst das sie mich in eine maßnahme stecvken welche ich einfach nicht schaffe und sie mir dann das minum an geld nehmen welches ich bekomme und ich dann verhungernd und auf der starße leben muss,eben weil es ein ding der unmöglichkeit für mich darstellt.kann man sich da irgendwie wehren?sie sagt sie findet ich sei zu jung um berentet zu werden (28).ich habe gerade wirklich angst.kann man einen menschen zwingen etwas für ihn unmögliches zu tun?ich hab das gefühl die wollen irgendeine quote erfüllen und solange man die arme bewegen kann,ist man arbeitsfähig...hilfe :(