HOME

Ukraine-Konflikt: Merkel und Putin fordern direkte Gespräche

Im Vorfeld des WM-Endspiels in Rio de Janeiro kamen Bundeskanzlerin Angela Merkel und Wladimir Putin zusammen. Beide fordern im Ukraine-Konflikt einen Dialog zwischen Kiew und den Separatisten.

Bundeskanzlerin Angela Merkel und Russlands Präsident Wladimir Putin kamen vor dem Finale der Fußball-Weltmeisterschaft im Brasilianischen Rio de Janeiro noch einmal zusammen, um über die Ukraine zu sprechen

Bundeskanzlerin Angela Merkel und Russlands Präsident Wladimir Putin kamen vor dem Finale der Fußball-Weltmeisterschaft im Brasilianischen Rio de Janeiro noch einmal zusammen, um über die Ukraine zu sprechen

Kremlchef Wladimir Putin traf Bundeskanzlerin Angela Merkel am Rande des Finals der Fußball-Weltmeisterschaft und beklagte dabei eine "deutliche Verschlechterung" der Lage.

Die beiden Politiker waren sich dennoch einig, dass möglichst bald direkte Gespräche zwischen der Regierung in Kiew und den Separatisten in Form einer Videokonferenz aufgenommen werden sollen, wie Regierungssprecher Steffen Seibert und Kremlsprecher Dmitri Peskow übereinstimmend mitteilten. Seibert erklärte, eine wirkungsvolle Kontrolle der ukrainisch-russischen Grenze sowie ein Austausch von Gefangenen seien wichtige Voraussetzungen für das Ziel einer baldigen beiderseitigen Waffenruhe.

Der Westen fordert von Putin eine stärkere Einflussnahme auf die Separatisten, damit diese die Waffen niederlegen und sich an Friedensverhandlungen beteiligen. Friedensbemühungen - auch unter Vermittlung Deutschlands - hatten bisher zu keinem greifbaren Ergebnis geführt.

Erstes Opfer in Russland

Bei Luftschlägen und schwerem Artilleriebeschuss durch das ukrainische Militär kommen im Konfliktgebiet Donezk und Lugansk immer mehr Menschen zu Tode. Erstmals starb nach Moskauer Behördenangaben am Sonntag auch ein Mann auf russischem Gebiet durch ein Geschoss von ukrainischer Seite. Das Außenministerium protestierte gegen die Verletzung seines Territoriums und drohte der Regierung in Kiew mit einer scharfen Reaktion. Das ukrainische Militär wies eine Schuld zurück.

Dutzende Tote in Donezk und Lugansk

Die Kämpfe in der Ostukraine dauern seit Mitte April an. Die ukrainische Führung will mit dem militärischen Vorgehen verhindern, dass sich die nicht anerkannten "Volksrepubliken" Donezk und Lugansk komplett von der Ukraine abspalten. Die russisch geprägte Region Donbass erkennt die proeuropäische Führung in Kiew nicht an.

Die ukrainische Luftwaffe sowie Panzerkolonnen setzten ihre Offensive gegen Separatistenstellungen in Lugansk und Donezk fort. Die offiziellen Militärangaben aus Kiew schwankten stark - zwischen Dutzenden und bis zu 1000 getöteten Aufständischen. Die Zahl der getöteten Soldaten wurde mit sieben angegeben. Behörden in Donezk und Lugansk sprachen außerdem von zahlreichen getöteten Zivilisten. Unabhängige Zahlen gab es nicht.

Der Sprecher der von Kiew geführten "Anti-Terror-Operation", Wladislaw Selesnjow, hatte am Samstag behauptet, bei den Luftschlägen in den Regionen Donezk und Lugansk seien rund 1000 Separatisten getötet worden, davon allein 500 in Dserschinsk nahe Donezk. Auch andere Militärsprecher wiederholten die Zahl. Die Separatisten wiesen dies als falsch zurück.

fme/DPA / DPA