HOME

Die Morgenlage: Polizei stoppt Massenschlägerei von 40 Jugendlichen

Merkel und Länderchefs ringen um Lockerungen +++ Italien legt Rettungsschiff "Alan Kurdi" an die Kette +++ Schmerzensgeldprozess um Germanwings-Absturz beginnt +++ Die Nachrichtenlage am Mittwochmorgen.

Streifenwagen und Zivilfahrzeuge der Polizei stehen auf dem Platz vor dem Hauptbahnhof in Nürnberg

Zahlreiche Streifenwagen und Zivilfahrzeuge der Polizei stehen auf dem Platz vor dem Hauptbahnhof in Nürnberg. Dort hatten sich Jugendliche offenbar für eine Massenschlägerei verabredet.

DPA

Guten Morgen liebe Leserinnen und Leser,

in Nürnberg haben sich Dutzende Teenager offenbar gezielt getroffen, um sich miteinander zu prügeln. Zeugen riefen die Polizei. Die Einsatzkärfte konnten die Auseinandersetzung stoppen, doch die Jungendlichen erwiesen sich als ziemlich renitent.

Die Schlagzeilen zum Start in den Tag:

"Invasion" in Venezuela? USA bestreiten Verwicklung

Die US-Regierung hat jegliche Verwicklung in eine angeblich versuchte "Invasion" in Venezuela bestritten. "Es hat nichts mit unserer Regierung zu tun", sagte Präsident Donald Trump. Das US-Außenministerium warf der venezolanischen Regierung vor, eine "großangelegte Desinformationskampagne" zu fahren, um von den internen Problemen des Landes abzulenken. Venezuelas linksgerichteter Staatschef Nicolás Maduro hatte zuvor gesagt, es seien zwei US-Bürger festgenommen worden, die an einer versuchten Invasion seines Landes beteiligt gewesen seien. Die Männer im Alter von 34 und 41 Jahren gehörten zu Trumps Sicherheitspersonal, führte Maduro ins Feld.

Polizei in Utah stoppt fünfjährigen Fahrer auf Autobahn

Die Polizei im US-Bundesstaat Utah hat auf einer Autobahn einen fünfjährigen Fahrer gestoppt, der im Wagen seiner Eltern nach Kalifornien fahren wollte. Der Junge habe angegeben, sich zuvor mit seiner Mutter gestritten zu haben, weil sie ihm keinen Sportwagen der Marke Lamborghini habe kaufen wollen, teilte die Autobahnpolizei mit. "Möglicherweise fehlte ihm aber die Kaufsumme, da er nur drei Dollar in seiner Geldbörse hatte." Die Polizei schätze, dass der Junge etwa drei bis fünf Kilometer weit gekommen sei.

Italien legt Rettungsschiff "Alan Kurdi" an die Kette

Die italienischen Behörden haben das in Palermo liegende deutsche Rettungsschiff "Alan Kurdi" festgesetzt. Grund seien "mehrere Unregelmäßigkeiten", die nicht nur die Besatzung, sondern auch andere Menschen an Bord gefährden könnten, berichtete die Agentur Ansa. Details zu den beanstandeten Unregelmäßigkeiten wurden nicht genannt. Das Schiff bleibe bis zur Beseitigung der Fehler an der Kette. Die "Alan Kurdi" hatte Anfang April vor der Küste Libyens 146 Migranten aufgenommen und zur italienischen Küste gebracht.

40 Jugendliche treffen sich zu Massenschlägerei

In Nürnberg haben sich 40 Jugendliche offenbar gezielt für eine Massenschlägerei verabredet. Die Polizei nahm zehn Beteiligte im Alter zwischen 14 und 17 Jahren in Gewahrsam. Ein Beamter sei bei dem Einsatz leicht verletzt worden, hieß es in einer Mitteilung. Zeugen hatten demnach berichtet, dass die Jugendlichen unter anderem mit Eisenstangen aufeinander einprügelten. Als die Polizei ankam, seien einige Beteiligte geflüchtet. Gut zwei Stunden später wollten sich Jugendliche derselben Gruppe am Hauptbahnhof prügeln. Die Polizei schritt ein und verhinderte eine Massenschlägerei. 

Als sich die Jugendlichen ausweisen sollten, habe ein 16-Jähriger einem Beamten mit der Faust gegen den Kopf geschlagen. Der 29-Jährige sei leicht verletzt worden, sei aber weiter dienstfähig gewesen. Zudem hätten andere Jugendliche versucht, die Festgenommenen zu befreien. Die Polizei leitete mehrere Ermittlungsverfahren ein.

Wolkenkratzer im Emirat Schardscha geht in Flammen auf

In den Vereinigten Arabischen Emiraten (VAE) ist ein fast 200 Meter hoher Wolkenkratzer abgebrannt. Bei dem Feuer im Abbco Tower in der unweit von Dubai gelegenen Stadt Schardscha seien neun Menschen leicht verletzt worden, meldete die "Gulf News". Der Feuerwehr sei es gelungen, den Brand unter Kontrolle zu bringen. Mit einer Drohne überprüften die Rettungsdienste, ob eventuell noch Menschen in dem Gebäude eingeschlossen waren. Nach Angaben von "Gulf News" befinden sich in den meisten Stockwerken Wohnungen.
Das wird heute wichtig:

Bund und Länder beraten Lockerungsschritte in Corona-Krise

Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) und die Ministerpräsidenten der Länder wollen erneut über mögliche Lockerungen der Corona-Beschränkungen sprechen. Dabei soll es unter anderem darum gehen, wann Schulen und Kitas wieder öffnen und Vereinssport wieder zugelassen wird. Merkel hatte zuletzt betont, dass sich die Auswirkungen der bisherigen Lockerungen erst in dieser Woche beurteilen ließen. Daher könne man vorher nicht über neue Lockerungen entscheiden. Am 20. April hatten Bund und Länder unter anderem entschieden, kleine und mittelgroße Läden wieder zu öffnen. Außerdem wurden Schutzmasken zur Pflicht.

Schmerzensgeldprozess um Germanwings-Absturz beginnt

Am Essener Landgericht beginnt am frühen Nachmittag ein erster Schmerzensgeldprozess nach dem Absturz einer Germanwings-Maschine am 24. März 2015. Der unter Depressionen leidende Co-Pilot soll das Flugzeug absichtlich gegen einen Berg in den französischen Alpen gesteuert haben. Alle 150 Insassen kamen ums Leben, darunter auch 16 Schüler und zwei Lehrer eines Gymnasiums aus Haltern am See im Kreis Recklinghausen. Verhandelt werden die Klagen von acht Hinterbliebenen. Sie fordern von der Lufthansa AG und der Lufthansa Aviation Training USA Inc., einer Flugschule in den USA, höhere Schmerzensgeldzahlungen als bereits geleistet.

Bundestag debattiert über "Upskirting" und Online-Regeln

Das heimliche Fotografieren unter den Rock oder in den Ausschnitt soll künftig eine Straftat sein. Gleiches gilt, wenn man Unfalltote fotografiert oder filmt. Diese Strafrechtsverschärfung ist einer von mehreren Gesetzentwürfen, über die der Bundestag ab Mittag in erster Lesung debattiert. Ein anderer Gesetzentwurf der großen Koalition sieht zusätzliche Rechte für Internet-Nutzer vor, wenn sie online massiv attackiert werden. Unter anderem sollen die sozialen Netzwerke ihre Meldewege für Beschwerden vereinfachen. Außerdem befassen sich die Parlamentarier mit der Förderung der E-Mobilität. So sollen Mieter und Wohnungseigentümer nach dem Willen von Union und SPD einen Rechtsanspruch auf den Einbau einer Ladestation für Elektroautos bekommen.

EU-Kommission legt ihre Frühjahrs-Konjunkturprognose vor

Mitten in der schweren Corona-Wirtschaftskrise legt die EU-Kommission am Vormittag ihre Konjunkturprognose vor. Erwartet werden Annahmen zum Bruttoinlandsprodukt, zur Inflation und zur Arbeitslosigkeit in der Eurozone und der gesamten Europäischen Union. Kommissionsvizepräsident Valdis Dombrovskis hatte vor einigen Tagen erklärt, zu rechnen sei für dieses Jahr mit einem Wirtschaftseinbruch um fünf bis zehn Prozent in der EU. Wegen der Unsicherheit zum Verlauf der Pandemie will die Kommission nach Dombrovskis Worten verschiedene Szenarien vorlegen. Sozialkommissar Nicolas Schmit sagte am Dienstag, es sei auch mit einem drastischen Anstieg der Arbeitslosigkeit zu rechnen. Die Bundesregierung geht in ihrer Prognose für 2020 von einem Rückgang des Bruttoinlandsprodukts um 6,3 Prozent in Deutschland aus - ein noch stärkerer Absturz als während der Wirtschafts- und Finanzkrise 2009.

Weitere Nachrichten lesen Sie hier bei stern.de. 

Wir wünschen Ihnen einen guten Start in den Tag, bleiben Sie gesund.

Ihre stern-Redaktion

DPA / AFP