VG-Wort Pixel

Die Morgenlage USA lehnen Teilnahme an weltweiter Initiative für Corona-Impfstoff ab

Corona-Impfstoff-Studie in Binghampton - Nadel in der Hand vor Bildschirm
Corona-Impfstoff-Studie in Binghampton, USA: Die US-Regierung lehnt es ab, sich am Programm der weltweiten Suche nach einem Mittel gegen das Sars-CoV-2-Virus zu beteiligen.
© Hans Pennink / AP / dpa
Trump nennt Proteste "inländischen Terror" +++ Union will Verfassungsschutz stärken +++ Jeder dritte Homosexuelle am Arbeitsplatz diskriminiert +++ "Charlie Hebdo"-Prozess beginnt +++ Die Nachrichtenlage am Mittwochmorgen.
<br/>

Guten Morgen, liebe Leserin, lieber Leser,

die Welt wartet händeringend auf ein Mittel, mit dem man das Coronavirus wirksam in den Griff bekommen kann. Was läge näher, als alle Kräfte zu bündeln, um dieses Ziel zu erreichen? Doch mit Donald Trump ist das nicht möglich. So lehnt die US-Regierung eine Teilnahme an der internationalen Initiative Covax ab, die einen fairen weltweiten Zugang zu Covid-19-Impfstoffen garantieren soll. Die USA ließen sich nicht durch multilaterale Projekte einschränken, die unter dem Einfluss "der korrupten Weltgesundheitsorganisation und Chinas" stünden, hieß es am Dienstag (Ortszeit) in einer Erklärung aus dem Weißen Haus. Covax wird federführend von den Impfallianzen Gavi und Cepi und von der WHO getragen. Trump hält die WHO für eine von China ferngesteuerte Organisation, weshalb die USA ausgetreten sind. Außerdem macht er China für die Verbreitung des Virus verantwortlich, spricht stets vom "China-Virus". Natürlich wird auch in den USA intensiv an einem Impfstoff gearbeitet. Dem "Dealmaker" geht es offenbar eher ums dicke Geschäft als um den Kampf gegen die weltweite Geißel Corona.

Die Schlagzeilen zum Start in den Tag:

Trump nennt Ausschreitungen in Kenosha inländischen Terrorismus 

US-Präsident Donald Trump hat die Ausschreitungen nach Polizei-Schüssen in den Rücken eines Schwarzen in Kenoscha als anti-amerikanische Krawalle und inländischen Terrorismus verurteilt. Zugleich bestritt Trump bei einem Besuch in der Stadt im Bundesstaat Wisconsin, dass es bei der US-Polizei systematischen Rassismus gebe. In den Straßen wurde der Konvoi des Präsidenten von Demonstranten gegen Rassismus und Polizeigewalt, aber auch von seinen Anhängern empfangen. Trump sah sich unter massiven Sicherheitsvorkehrungen ein abgebranntes Geschäft an und traf sich mit Vertretern von Sicherheitskräften und einigen örtlichen Unternehmern.

Union will Verfassungsschutz und BKA stärken

CDU und CSU im Bundestag wollen im Kampf gegen den Extremismus dem Verfassungsschutz weitere Befugnisse einräumen. Das geht aus einem Beschlussentwurf für die Klausurtagung des Vorstands der CDU/CSU-Bundestagsfraktion hervor, der der "Rhein-Neckar-Zeitung" vorliegt. "Extremisten wollen unsere freiheitliche Grundordnung beseitigen, sie schrecken vor Gewalt nicht zurück. Die volle Härte unseres Rechtsstaates wollen wir einsetzen, um sie frühzeitig zu enttarnen", heißt es in dem Papier. Wenn sie Straftaten begehen würden, müsse der Staat auch konsequent betrafen. Die Bundesregierung müsse jetzt zügig den geplanten neuen Gesetzentwurf zur Stärkung des Verfassungsschutzes vorlegen, fordert die Unionsfraktion.

Studie: Fast jeder dritte Homosexuelle im Arbeitsleben diskriminiert

30 Prozent der Homosexuellen werden in Deutschland im Arbeitsleben diskriminiert, unter den Trans-Menschen sind es sogar mehr als 40 Prozent. Dies ergab eine gemeinsame Studie des Deutschen Instituts für Wirtschaftsforschung (DIW) und der Universität Bielefeld, die den Zeitungen der Funke Mediengruppe vorliegt. Fast ein Drittel dieser Menschen geht vor Kollegen immer noch nicht offen mit seiner Sexualität um.

Querdenken 711: Vorerst keine weitere große Demonstration in Berlin

Die Stuttgarter Initiative Querdenken 711 will zunächst keine weitere große Demonstration gegen die Corona-Politik in Berlin organisieren. Das sagte der Organisator Michael Ballweg in einem Interview mit dem Sender SWR, das in dem Messenger-Kanal des Vereins gepostet wurde. "Wir haben jetzt zwei große Demos gemacht in Berlin, sind aber eigentlich Querdenken 711, also die Organisatoren für Stuttgart, und haben jetzt beschlossen, dass wir keine Demo in Berlin machen, sondern in die Heimat zurückgehen." Der für Berlin zuständige Ableger Querdenken 30 werde nun Demonstrationen in der Hauptstadt organisieren.

Proteste gegen Polizeigewalt in Los Angeles

Ehemaliger Folterchef der Roten Khmer gestorben

Der einstige Folterchef der menschenverachtenden Roten Khmer in Kambodscha, Kaing Guek Eav, alias Duch, ist tot. Er starb im Alter von 77 Jahren in einem Krankenhaus in der Hauptstadt Phnom Penh, wie der Sprecher des Rote-Khmer-Tribunals, Neth Peaktra, der Deutschen Presse-Agentur sagte. Die genaue Todesursache war zunächst nicht bekannt. Duch war 2010 als erster der ranghohen Vertreter des ultrakommunistischen Regimes wegen Verbrechen gegen die Menschlichkeit verurteilt worden. Nachdem das Tribunal eine Berufung abgelehnt hatte, erhielt er 2012 eine lebenslange Haftstrafe. Als Leiter des Gefängnisses S-21 war er für Folter und Tod Tausender Gefangener verantwortlich.

Was heute wichtig wird: 

"Charlie-Hebdo"-Terroranschlag: Prozess beginnt in Paris

Rund fünfeinhalb Jahre nach dem verheerenden islamistischen Terroranschlag auf das französische Satiremagazin "Charlie Hebdo" beginnt heute in Paris der Strafprozess gegen mutmaßliche Helfer. Vor einem Schwurgericht wird eine mehrtägige Anschlagsserie aufgerollt werden, bei der im Januar 2015 zusammen 17 Menschen getötet wurden. Es geht überwiegend um Mitgliedschaft in einer terroristischen Vereinigung.

Kabinett will Lockerungen im Insolvenzrecht verlängern

Das Bundeskabinett will heute im Insolvenzrecht beschließen, krisenbedingte Lockerungen zu verlängern. Die Pflicht zur Stellung eines Insolvenzantrags soll bis Jahresende ausgesetzt bleiben - falls Zahlungsunfähigkeit oder Überschuldung eines Unternehmens Folge der Coronakrise sind. Diese Regelung war im März zunächst bis September eingeführt worden, um eine Pleitewelle in der Pandemie zu verhindern. Das Kabinett verlängert sie nun, wie jüngst im Koalitionsausschuss vereinbart.

Kindesmissbrauch: Polizei informiert über Durchsuchungen

In Köln wollen Polizei und Staatsanwaltschaft um 11 Uhr Einzelheiten zu den jüngsten Razzien im Missbrauchskomplex Bergisch Gladbach mitteilen. Bundesweit waren gestern die Wohnungen von 50 Tatverdächtigen durchsucht worden. Es gehe um den Verdacht des Besitzes und der Verbreitung von Aufnahmen des sexuellen Missbrauchs von Kindern, teilte die Kölner Staatsanwaltschaft mit.

Filmfestspiele Venedig werden mit italienischem Drama eröffnet

Die 77. Internationalen Filmfestspiele Venedig werden heute eröffnet. Zur Premiere am Abend wird das italienische Ehedrama "Lacci" mit Alba Rohrwacher zu sehen sein. Das Festival in der Lagunenstadt ist das erste der weltweit großen, das seit Beginn der Corona-Pandemie wie geplant stattfindet, allerdings unter strengen Hygieneauflagen. Das Filmfest im französischen Cannes war im Mai ausgefallen.

Wir wünschen Ihnen einen schönen Tag, Ihre stern-Redaktion!

DPA AFP

Mehr zum Thema


Wissenscommunity


Newsticker