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TV-Duell vor Hessenwahl Schäfer-Gümbel vs. Bouffier: Wer konnte im Kampf um die hessische Staatskanzlei punkten?

Volker Bouffier (CDU), hessischer Ministerpräsident (l.), und sein Herausforderer Thorsten Schäfer-Gümbel (SPD) stehen vor Beginn eines TV-Duells im Hessischen Rundfunk an ihren Pulten
Volker Bouffier (CDU), hessischer Ministerpräsident (l.), und sein Herausforderer Thorsten Schäfer-Gümbel (SPD) stehen vor Beginn eines TV-Duells im Hessischen Rundfunk an ihren Pulten
© Frank Rumpenhorst / DPA
Es ist ein lebhafter Schlagabtausch mit vielen Argumenten - aber auch einigen Spitzen. SPD-Herausforderer Schäfer-Gümbel gibt sich kämpferisch, Ministerpräsident Bouffier kontert routiniert. 

Hessens SPD-Herausforderer Thorsten Schäfer-Gümbel attackiert - inhaltlich, mit Zwischenrufen und süffisanten Bemerkungen. Das TV-Duell mit Ministerpräsident Volker Bouffier ist eine seiner letzten großen Chancen, Boden gutzumachen: Der Amtsinhaber liegt laut Umfragen vorn, muss aber wie sein Gegenspieler von der SPD mit Verlusten rechnen. Der CDU-Chef bleibt in dem sechzigminütigen Frage-und Antwort-Spiel im Hessischen Rundfunk seiner staatstragenden Linie treu, kontert die Attacken meist ruhig und sachlich. Persönliche Verletzungen gibt es zwischen den beiden Spitzenpolitiker nicht.

"Sie wissen ganz genau, dass das nicht stimmt"

Schon bevor das rote Licht der Kameras am Mittwoch im Frankfurter Sendestudio angeht, ist beiden Bewerbern um das Amt des hessischen Regierungschefs die Anspannung deutlich anzumerken. Für ein gemeinsames Bild stehen sie erst etwas distanziert nebeneinander, dann gibt es doch noch den Extra-Händedruck für die Fotografen; das persönliche Verhältnis der beiden politischen Kontrahenten gilt nicht gerade als freundschaftlich.

Nach einer kurzen Warmlaufphase prallen bei dem Thema, wie man mit der rechtspopulistischen AfD umgehen sollte, erstmals die Meinungen aufeinander. Schäfer-Gümbel, ohne Krawatte und in blau-grauem Anzug, kritisiert den 17 Jahre älteren Bouffier mehrmals direkt. Mit Sätzen wie: "Auch das kann ich Ihnen nicht ersparen", läutet der 49-Jährige etwa seine verbalen Angriffe ein oder ruft während der Ausführungen Bouffiers einfach mal ein "falsch" in den Raum.

Der hessische CDU-Chef, der einen weinroten Schlips zum grauen Anzug trägt, lässt Kritik an seiner Politik aber nicht auf sich sitzen: "Sie wissen ganz genau, dass das nicht stimmt" oder "Das erzählen Sie jedes Mal" wirft er seinem Herausforderer vor. Auch Bouffier spricht seinen Herausforderer mehrmals persönlich an und wirft ihm etwa vor, bei seinen Vorschlägen die Finanzierung aus dem Blick zu verlieren.

Kampf um Hessen, Schweigen zu Bayern

So wortreich sich beide Spitzenpolitiker bei den Topthemen im hessischen Landtagswahlkampf - Bildung, Wohnen und Dieselfahrverbot - duellieren, so schmallippig werden Bouffier und Schäfer-Gümbel bei Koalitionsaussagen oder den Auswirkungen der Landtagswahl auf die Machtverhältnisse im Bund. Keine greifbaren Antworten kommen etwa zu der Frage nach der Bedeutung des CDU-Ergebnisses für die Zukunft von Bundeskanzlerin Angela Merkel oder zu einem möglichen rot-grün-roten Bündnis.

CDU und SPD müssen nach den jüngsten Umfragen mit deutlichen Verlusten im Vergleich zur vorigen Landtagswahl 2013 rechnen. Die Christdemokraten lagen als weiter stärkste Kraft im Land zuletzt bei 29 Prozent (2013: 38,3 Prozent), die Sozialdemokraten verbuchten 23 Prozent (30,7 Prozent) Zustimmung. Die Landtagswahl hat auch bundespolitisch große Bedeutung, vor allem nach dem Debakel für CSU und SPD bei der Bayernwahl. Je schlechter CDU und SPD in Hessen abschneiden, desto mehr dürften die beiden Bundesvorsitzenden Merkel (CDU) und Angela Nahles (SPD) unter Druck geraten.

In Hessen regiert derzeit eine Koalition von CDU und Grünen. Das 2013 geschmiedete Bündnis war die erste Landesregierung dieser Art in einem Flächenland. Nach den jüngsten Umfragen reicht es wegen der sinkenden Zustimmung für die CDU nicht mehr für eine Neuauflage.

Bernd Glebe und Andrea Löbbecke / fs DPA

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