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Die Morgenlage Trump wütet im Weißen Haus gegen "Betrug", sein Sohn ruft zum "totalen Krieg" um die Wahl auf


Trump beansprucht erneut Wahlsieg für sich, TV-Sender stellen Falschaussagen des Präsidenten richtig +++ Erstmals mehr als 20.000 Corona-Neuinfektionen in Deutschland  +++ Die Nachrichtenlage am Freitagmorgen.

Guten Morgen, liebe Leserin, lieber Leser,

Man wolle ihm die Wahl "stehlen" – so sieht es Donald Trump. Und diese Vorwürfe wiederholte der US-Präsident am Donnerstagabend auch bei einem von Vielen als skandalös empfundenen Auftritt im Weißen Haus. Sogar in der eigenen Partei herrscht inzwischen teils Entsetzen über sein Verhalten. Trumps Rivale Joe Biden führt aktuell im Rennen um die Präsidentschaft.

Die Schlagzeilen zum Start in den Tag:

Trump beansprucht erneut Wahlsieg für sich und spricht von "illegalen" Stimmen

US-Präsident Donald Trump hat erneut den Sieg bei der Präsidentschaftswahl für sich beansprucht und versucht, mit Betrugsvorwürfen Zweifel am Wahlprozess zu schüren. Der Republikaner warf den oppositionellen Demokraten bei einer Rede im Weißen Haus am Donnerstagabend (Ortszeit) erneut vor, ihm die Wahl "stehlen" zu wollen: "Wenn man die legalen Stimmen zählt, gewinne ich mit Leichtigkeit. Wenn man die illegalen Stimmen zählt, können sie versuchen, uns die Wahl zu stehlen."

Bei seinem Auftritt im Presseraum des Weißen Hauses legte Trump keinerlei Belege für seine Betrugsvorwürfe vor. Mehrere Fernsehsender stoppten die Live-Unterbrechung nach kurzer Zeit, als erstes der Sender MSNBC, der die Notwendigkeit anführte, Falschaussagen des Präsidenten richtigzustellen. Trump selbst verließ den Raum nach etwas über einer Viertelstunde, ohne Fragen von Journalisten zu beantworten.

Nach der Pressekonferenz im Weißen Haus kam deutliche Kritik auch aus seiner eigenen Partei. "Es gibt keine Rechtfertigung für die Äußerungen des Präsidenten heute Abend, die unseren demokratischen Prozess untergraben", schrieb der republikanische Gouverneur von Maryland, Larry Hogan auf Twitter.   

Trump-Sohn: Präsident sollte "totalen Krieg" um Wahl erklären

Präsidentensohn Donald Trump Jr. hat seinen Vater aufgerufen, einen "totalen Krieg" rund um die Wahl zu eröffnen. Donald Trump müsse "all den Betrug und Schummeleien offenlegen", schrieb sein Trump Jr. Sohn am Donnerstag bei Twitter. Dazu gehörten die Stimmen von Wählern, die tot seien oder nicht mehr im jeweiligen Bundesstaat lebten, behauptete der Trump-Sohn. "Es ist an der Zeit, dieses Schlamassel zu bereinigen und nicht mehr wie eine Bananenrepublik auszusehen. 

Biden in Pennsylvania nur noch 50.000 Stimmen hinter Trump

Im Kampf um den Schlüsselstaat Pennsylvania hat US-Präsidentschaftskandidat Joe Biden den Vorsprung von Amtsinhaber Donald Trump bei der Auszählung der Stimmen weiter verkleinert. Biden lag am Donnerstagabend (Ortszeit) nur noch etwa 50.000 Stimmen hinter Trump, der am Mittwochmorgen noch mit mehr als 600.000 geführt hatte. Es sind etwa 94 Prozent der Stimmzettel ausgezählt. 

Insgesamt sieht es derzeit schlecht aus für Trump: Er hat derzeit nur 214 der 270 für einen Sieg notwendigen Wahlleute beisammen. Sein Herausforderer Joe Biden kommt nach jetzigem Stand auf mindestens 253 Wahlleute. Wird der Bundesstaat Arizona hinzugerechnet, in dem einige Medien Biden bereits zum Sieger ausgerufen haben, sind es 264.

Zahl der Corona-Neuinfektionen in Deutschland erstmals über 20.000

Die Zahl der täglich verzeichneten Neuinfektionen mit dem Coronavirus in Deutschland hat erstmals die Schwelle von 20.000 Fällen überschritten. Wie das Robert-Koch-Institut (RKI) am Freitagmorgen unter Berufung auf Angaben der Gesundheitsämter mitteilte, wurden 21.506 neue Ansteckungsfälle innerhalb eines Tages erfasst. Damit wurde der erst am Vortag bekanntgegebene Rekordwert von 19.059 Fällen übertroffen.

Vermisstes Kleinkind tot aus Fluss in Niedersachsen geborgen

Ein vermisstes Kleinkind ist in Niedersachsen tot aus einem Fluss geborgen worden. Es sei zuvor mehrere Stunden gesucht worden, sagte heute früh ein Sprecher der Polizei. Bei der Suche waren den Angaben zufolge unter anderem Boote auf dem Fluss Wümme im Einsatz. In der Nacht fanden die Einsatzkräfte das Kind letztlich am Ortsrand von Rotenburg (Wümme) im Wasser. Die Hintergründe waren zunächst unklar. Auch zu dem genauen Alter des Kindes machte die Polizei zunächst keine Angaben.

Nach Anschlag in Wien - Durchsuchungen in Deutschland

Sicherheitskräfte haben heute früh in Deutschland mit Durchsuchungen im Zusammenhang mit dem islamistischen Anschlag von Wien begonnen. Es würden Wohnungen und Geschäftsräume von vier Personen in Niedersachsen, Hessen und Schleswig-Holstein durchsucht, teilte das Bundeskriminalamt bei Twitter mit. Die vier Personen seien nicht tatverdächtig, es solle aber Verbindungen zu dem mutmaßlichen Attentäter gegeben haben.

Ausgangssperre und Teil-Lockdown starten in Italien

In Italien gilt von heute an eine nächtliche Ausgangssperre für die 60 Millionen Bürger und Bürgerinnen. Damit will die Regierung die steigenden Corona-Zahlen in den Griff bekommen. In mehreren Regionen tritt zudem ein Teil-Lockdown mit Ausgangsbeschränkungen rund um die Uhr in Kraft. Die landesweite nächtliche Sperre gilt von 22 Uhr abends bis 5 Uhr morgens, wie die Regierung ankündigte. Für den Weg zur Arbeit oder aus medizinischen Gründen sind Ausnahmen erlaubt.

Was heute außerdem wichtig wird:

Schwere Zeiten für die Branche: "Luftverkehrsgipfel" mit Scheuer

Bei einem digitalen Treffen diskutieren Politiker und Vertreter der Luftverkehrsunternehmer um 10 Uhr über die Probleme der von der Coronakrise hart getroffenen Branche. Neben Bundesverkehrsminister Andreas Scheuer (CSU) nehmen weitere Bundesminister teil, dazu EU-Verkehrskommissarin Adina Valean, Länderverkehrsminister sowie Spitzenvertreter der Branche. Weil das Passagieraufkommen in der Krise massiv gesunken ist, strebt Scheuer ein milliardenschweres Rettungspaket etwa für Flughäfen an. 

Bundestag berät über weitere Corona-Krisenmaßnahmen

Der Bundestag berät ab 9 Uhr über weitere Schritte im Kampf gegen die Coronakrise. Die Gesetzespläne von Gesundheitsminister Jens Spahn (CDU) sehen unter anderem neue Regeln bei Verdienstausfällen vor. So sollen Entschädigungsansprüche für Eltern verlängert und erweitert werden, die wegen einer Kinderbetreuung nicht arbeiten können. 

Bundesrat berät Wahlrecht, Kurzarbeitergeld und Corona-Maßnahmen 

Der Bundesrat befasst sich heute (9.30 Uhr) mit der Wahlrechtsreform, mit der das weitere Anwachsen des Bundestages gebremst werden soll. In verkürzter Frist befasst sich der Bundesrat parallel zum Bundestag mit dem Regierungsentwurf zum Bevölkerungsschutz in der Corona-Pandemie, den das Bundeskabinett am Mittwoch vergangener Woche beschlossen hatte. 

Lindner stellt programmatisches Merz-Buch vor

FDP-Chef Christian Lindner stellt um 10 Uhr das Buch "Neue Zeit. Neue Verantwortung" von Friedrich Merz vor. In fünf Kapiteln befasst sich der Ex-Unionsfraktionschef und Kandidat für den CDU-Vorsitz mit den Handlungsmöglichkeiten von Politik und Wirtschaft in der Corona-Pandemie, der ökologischen Erneuerung der Sozialen Marktwirtschaft, Reformen in zahlreichen Politikfeldern sowie dem Thema Europa und der Weltpolitik. 

US-Regierung veröffentlicht Arbeitsmarktbericht für Oktober

Nur wenige Tage nach den Präsidentschaftswahlen steht in den USA am Freitag (14.30 Uhr MEZ) der Arbeitsmarktbericht für Oktober an. Experten gehen davon aus, dass sich die Erholung nach dem historischen Einbruch zu Beginn der Coronakrise fortgesetzt, aber weiter an Schwung verloren hat. Analysten rechnen im Schnitt mit einem Rückgang der Erwerbslosenquote von 7,9 auf 7,7 Prozent. 

Untersuchungsausschuss zu Cum-Ex-Skandal konstituiert sich

Anderthalb Wochen nach seiner Einsetzung kommt der Parlamentarische Untersuchungsausschuss der Hamburgischen Bürgerschaft zum Cum-Ex-Skandal um 17 Uhr zu seiner ersten Sitzung zusammen. Der Ausschuss soll den Vorwurf der möglichen Einflussnahme führender SPD-Politiker auf die steuerliche Behandlung der in den Skandal verwickelten Hamburger Warburg-Bank klären. 

Löw nominiert Kader für Nations-League-Spiele

Joachim Löw nominiert heute den Kader für den letzten Dreierpack im komplizierten Länderspiel-Jahr 2020. Der Bundestrainer bekommt im Test gegen Tschechien am kommenden Mittwoch in Leipzig und bei den abschließenden Partien der Nations League gegen die Ukraine (14.11.) und in Spanien (17.11.) auch die Auswirkungen der Coronakrise zu spüren. Abwehrchef Niklas Süle und Kai Havertz stehen nach ihren positiven Corona-Tests nicht zur Verfügung. Zudem fehlen Lukas Klostermann und Julian Draxler verletzt. 

dho / anb DPA AFP

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