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1900: Zeittafel

1930

12. März: Der Führer des Allindischen Kongresses, Mahatma Gandhi, zieht mit Weggefährten ans Meer, wo er symbolisch eine Handvoll Salz aufhebt und damit das Salzmonopol der Regierung bricht. Er wird verhaftet, aber nach diesem »Salzmarsch« breitet sich die gewaltfreie Protestbewegung im ganzen Land aus.

28. März: Reichspräsident Paul von Hindenburg beauftragt den Führer der Zentrumsfraktion Heinrich Brüning mit der Bildung eines neuen Kabinetts.

13. Juli: Fußballnationalmannschaften aus 13 Ländern treffen sich in Uruguay, um erstmals die Weltmeisterschaft auszuspielen. Die Gastgeberelf besiegt Argentinien im Finale mit 4:2.

16. Juli: Gemäß Artikel 48 der Reichsverfassung erläßt Reichspräsident von Hindenburg eine erste große Notverordnung »zur Sicherung von Wirtschaft und Finanzen«.

1931

15. April: Mit der Abreise des abgedankten Königs Alfons XIII. aus Cartagena endet in Spanien die Monarchie - Folge der Gemeindewahlen vom 12. April, bei denen die Republikaner einen überwältigenden Erfolg errangen und die Wahl mit einer Volksabstimmung über die Monarchie gleichsetzen.

10. Oktober: Reichspräsident von Hindenburg empfängt erstmals Adolf Hitler und Hermann Göring zu politischen Gesprächen.

12. November: Im belgischen Industriezentrum des Maastal gibt es einen spektakulären Fall von Luftverschmutzung, der mehrere Todesopfer fordert und später das Wort »Smog« prägt.

1932

31. Juli: Die Wahlen zum 6. Reichstag bringen der NSDAP einen überwältigenden Erfolg. Sie wird mit 37,7% der Stimmen und 230 Reichstagssitzen stärkste politische Kraft im Lande.

21. August: In Venedig geht das erste internationale Filmfestival der Welt zu Ende, das parallel zu einer Kunstaustellung veranstaltet wird. Preise werden noch nicht vergeben.

30. Mai: Reichskanzler Brüning tritt mit seiner Regierung zurück. Hintergrund waren Intrigen General von Schleichers, der Brüning zu einer Rechtswende unter Einbeziehung der NSDAP zwingen wollte. Franz von Papen bildet einen Tag später ein »Kabinett der nationalen Konzentration«.

2. Dezember: General Kurt von Schleicher wird nach Rücktritt der Regierung Papen neuer Reichskanzler.

1933

30. Januar: Adolf Hitler wird vom Reichspräsidenten Paul von Hindenburg zum Reichskanzler ernannt. Die »Machtergreifung« markiert den Beginn des »Dritten Reiches«.

27. Februar: Eine Notverordnung setzt sieben Artikel der Verfassung außer Kraft, die die persönlichen und bürgerlichen Freiheiten garantieren. Anlass der Notverordnung »Zum Schutz von Volk und Staat« ist der Brand des Reichstagsgebäudes, den die Nationalsozialisten mit großem Propagandaaufwand der KPD anlasten.

23. März: Das Ermächtigungsgesetz setzt die Weimarer Verfassung faktisch außer Kraft und erteilt der Reichsregierung auf vier Jahre das Recht, Gesetze ohne Zustimmung von Reichstag, Reichsrat und Reichspräsident zu erlassen. In Dachau und Oranienburg werden die ersten Konzentrationslager errichtet.

14. Oktober: Deutschland verlässt die Abrüstungskonferenz in Genf und tritt aus dem Völkerbund aus.

1934

26. Januar: Deutschland und Polen unterzeichnen ein Verständigungsabkommen mit Gewaltverzichtserklärung

30. Juni: Der »Röhm-Putsch« wird niedergeschlagen, angeblich, um einem Umsturz durch die SA zuvorzukommen. Mit der politischen Ausschaltung der SA beginnt der Aufstieg der SS (Schutzstaffel).

19. August: Eine Volksabstimmung befürwortet die Zusammenlegung der Ämter des Reichspräsidenten und Reichskanzlers. Das hatte die Regierung bereits einen Tag vor dem Tod Hindenburgs am 1. August durch Gesetz bestimmt.

9. Oktober: Bei einem Staatsbesuch in Frankreich wird König Alexander I. von Jugoslawien in Marseille von kroatischen Extremisten erschossen. Auch der französische Außenminister Louis Barthou stirbt bei dem Attentat.

1935

13. Januar: Die Saarbevölkerung entscheidet sich in einer Volksabstimmung mit der überwältigenden Mehrheit von über 90 Prozent für die Zugehörigkeit zu Deutschland.

16. März: Deutschland hebt die Rüstungsbeschränkungen des Versailler Vertrages auf und führt die allgemeine Wehpflicht ein.

15. September: Auf dem Reichsparteitag werden die »Nürnberger Gesetze« verabschiedet. Sie legalisieren die Verfolgung der jüdischen Bevölkerung, die vom politischen und gesellschaftlichen Leben ausgeschlossen werden soll. Gleichzeitig wird die Hakenkreuzfahne zur alleinigen Staatsflagge in Deutschland.

1936

7. März: Adolf Hitler erklärt die Locarno-Verträge für nichtig und befiehlt der deutschen Wehrmacht den Einmarsch in das entmilitarisierte Rheinland.

18. Juli: Die Ermordung des Monarchistenführers Calvo Sotelo am 13. Juli löst in Spanien einen Militärputsch aus. Unter Führung des Generals Francisco Franco erheben sich am große Teile der spanischen Armee in Marokko und Barcelona gegen die amtierende Regierung.

1. Oktober: Im Lager der aufständischen Spanier wird Francisco Franco in Burgos zum »Generalissimus« und Chef der nationalspanischen Regierung (Caudillo) erklärt.

25. Oktober: Der deutsch-italienische Freundschaftsvertrag begründet die »Achse Berlin-Rom«. Einen Monat später versprechen sich Deutschland und Japan im »Anti-Komintern-Pakt« ein gemeinsames Vorgehen gegen den Kommunismus.

1937

23. März: Papst Pius XI. kündigt in seiner Enzyklika »Mit brennender Sorge« dem Reich den entschlossenen Widerstand der Kirche gegen künftige Verletzungen verbürgter Rechte an und rechnet scharf mit der nationalsozialistischen Weltanschauung ab.

6. Mai: Das Luftschiff »Hindenburg« geht im Landeanflug auf Lake Hurst bei New York in Flammen auf. In dem Feuer kommen 34 Menschen ums Leben.

2. September: Pierre Baron de Coubertin, französischer Begründer der Olympischen Spiele der Neuzeit, stirbt 74-jährig in Genf.

19. Juli: Im Haus der Deutschen Kunst in München wird die Ausstellung »Entartete Kunst« eröffnet. Künftig dürfen zahlreiche missliebige Maler, u. a. Max Beckmann, Emil Nolde oder Lovis Corinth nicht mehr ausgestellt werden.

1938

12. März: Die deutsche Wehrmacht marschiert in Österreich ein und erzwingt unter militärischem Druck die Annexion, die von der Propaganda verharmlosend als »Anschluss« bezeichnet wird. Das »Großdeutsche Reich« wird konstituiert und die Verfolgung der Juden auf die »Ostmark« ausgedehnt.

29. September: England, Frankreich, Italien und Deutschland unterzeichnen das »Münchner Abkommen«, um den Konflikt des Reiches mit der Tschechoslowakei um die Abtretung der Sudetengebiete friedlich beizulegen.

9. November: In der »Reichskristallnacht«, so der offizielle Jargon der NS-Propaganda, löst Hitler mit einer Hetzrede als Antwort auf die Ermordung einen deutschen Diplomaten in Paris einen reichsweiten Pogrom gegen Juden aus.

1939

15. März: Nach der Sezession der Slowakei verkündet Hitler in der Rumpf-CSR die Errichtung des »Reichsprotektorats Böhmen und Mähren«.

23. August: Der deutsche Außenminister Joachim von Ribbentrop und sein Amtskollege Wjatscheslaw Molotow unterzeichnen in Moskau den deutsch-sowjetischen Nichtangriffspakt, um die Interessensphären beider Länder abzugrenzen.

1. September: Truppen der deutschen Wehrmacht marschieren in Polen ein. Mit der Kriegserklärung Englands und Frankreichs an das Reich beginnt offiziell der Zweite Weltkrieg.