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1900: Zeittafel

1980

13. Januar: In Karlsruhe wird auf dem Bundeskongress der Grünen der Beschluss über die Formierung einer Bundespartei gefasst.

4. Mai: Im Alter von 87 Jahren stirbt Josip Broz, genannt Tito. Der Parteichef und Staatspräsident auf Lebenszeit verfolgte in Jugoslawien seit dem Bruch mit Stalin 1948 einen eigenständigen Weg zum Sozialismus und war einer der Wortführer der »Blockfreien Staaten«.

22. September: Nach Grenzzwischenfällen kommt es zu einem Krieg des Irak gegen den Iran, in dem auch Giftgase eingesetzt und zivile Ziele angegriffen werden.

26. September: Beim Münchner Oktoberfest werden bei einem Bombenanschlag 13 Menschen getötet und 219 verletzt.

24. Oktober: Die Streiks in Polen gegen die angespannte Versorgungslage weiten sich aus. Erstmals seit dem Krieg werden freie Gewerkschaften gegründet. Nach langwierigen Verhandlungen mit der Staatsführung wird der unabhängige Gewerkschaftsverband »Solidarnosc« offiziell anerkannt.

1981

28. Februar: Die bisher größte Demonstration gegen Kernkraft in der BRD findet bei Brokdorf statt, wo etwa 80.000 Menschen gegen den Bau des dort geplanten Kernkraftwerkes protestieren.

13. Mai: Papst Johannes Paul II. wird bei einer Audienz auf dem Petersplatz in Rom durch ein Attentat schwer verletzt.

6. Oktober: Ägyptens Staatspräsident Anwar el-Sadat fällt während einer Militärparade einem Attentat zum Opfer. Sein Nachfolger wird Vize-Präsident Husni Mubarak.

13. Dezember: Polens Staats- und Parteichef, General Wojciech Jaruzelski, verhängt das Kriegsrecht über das Land. Ein Militärrat übernimmt die Regierung, löst die Gewerkschaft »Solidarität« auf und stellt ihren Vorsitzenden Lech Walesa unter Hausarrest.

1982

2. April: Argentinische Soldaten landen auf den 1833 von Großbritannien in Besitz genommenen Falkland-Inseln im Südatlantik und zwingen die britischen Infanteristen zur Kapitulation. Großbritannien entsendet daraufhin einen Flottenverband zur Rückeroberung des Archipels.

25. April: Israel gibt die im Sechs-Tage-Krieg von 1967 eroberte Sinai-Halbinsel an Ägypten zurück.

17. September: Durch den Rücktritt der vier FDP-Minister zerbricht nach 13-jähriger Regierungszeit die Bonner sozial-liberale Koalition.

1. Oktober: Im ersten erfolgreichen konstruktiven Misstrauensvotum gegen den bisherigen Bundeskanzler Helmut Schmidt wird Helmut Kohl (CDU) vom Bundestag zum sechsten Regierungschef der BRD gewählt.

1983

6. März: Bei der Wahl zum zehnten Deutschen Bundestag zieht die Partei der Grünen erstmals mit einem Ergebnis von 5,6 Prozent in das Parlament ein.

25. April: Der »größte journalistische Coup der Nachkriegszeit«, Hitlers vermeintliche Tagebücher, entpuppen sich als dreiste Fälschungen. Konrad Kujau hatte insgesamt 67 Kladden an den Stern-Reporter Gerd Heidemann geliefert.

9. September: Die Folgekonferenz über Sicherheit und Zusammenarbeit in Europa (KSZE) endet in Madrid. Das Schlussdokument regelt u.a. die Erleichterung der Ausreise aus osteuropäischen Ländern.

5. Oktober: Der polnische Gewerkschaftsführer Lech Walesa erhält den Friedensnobelpreis.

25. Oktober: Auf Anordnung von US-Präsident Ronald Reagan besetzen die Amerikaner Grenada, nachdem der Regierungschef der Karibikinsel bei Unruhen erschossen worden ist.

1984

14. Mai: Nachdem die NATO Mittelstreckenraketen vom Typ »Pershing II« gegen den heftigen Protest von Rüstungsgegnern vor allem in der BRD aufgestellt hat, antwortet die UDSSR mit der Stationierung von »SS 20«-Raketen in der DDR.

23. Mai: Der CDU-Politiker Richard von Weizsäcker wird von der Bundesversammlung in Bonn zum sechsten Bundespräsidenten gewählt.

31. Oktober: Indira Gandhi, Ministerpräsidentin von Indien, wird von Angehörigen ihrer Leibwache in New Delhi erschossen. Nachfolger wird ihr Sohn Rajiv Gandhi.

3. Dezember: Bei einem Chemieunfall in der indischen Stadt Bhopal werden mindestens 2800 Menschen getötet und etwa 200.000 verletzt.

1985

11. März: Michail Gorbatschow, Mitglied des Politbüros der KPDSU, wird nach dem Tod von Staats- und Parteichef Konstantin Tschernenko zum neuen Generalsekretär der Partei gewählt. Er erklärt, die Entspannungspolitik fortsetzen zu wollen.

12. Juni: Die Verträge über den Beitritt Portugals und Spaniens zur Europäischen Gemeinschaft werden in Madrid und Lissabon unterzeichnet. Die Mitgliedschaft tritt zum 1. Januar 1986 in Kraft.

7. Juli: Boris Becker besiegt im Wimbledon-Finale den Südafrikaner Kevin Curren in vier Sätzen. Er ist damit der erste deutsche, der erste ungesetzte und zugleich auch der jüngste Wimbledon-Sieger seit Bestehen des Traditionsturniers.

19. August: Der Leiter der Spionageabwehr des Bundesamtes für Verfassungsschutz, Hans-Joachim Tiedge, setzt sich in die DDR ab.

12. Dezember: Joschka Fischer wird in Jeans und Turnschuhen als erstes grünes Regierungsmitglied zum Umweltminister in Hessen vereidigt.

1986

28. Januar: 73 Sekunden nach dem Start auf Cape Canaveral explodiert die amerikanische Raumfähre »Challenger«. Alle sieben Astronauten sterben bei dem Unglück.

28. Februar: Der schwedische Ministerpräsident Olof Palme wird in Stockholm auf offener Straße erschossen. Die Fahndung nach dem Mörder bleibt erfolglos.

26. April: In Block Vier des Kernkraftwerkes von Tschernobyl in der Ukraine kommt es zum bisher schwersten Unfall in der Geschichte der friedlichen Nutzung von Kernenergie. Der Reaktor fängt nach mehreren Bedienungsfehlern Feuer und setzt ungeheure Mengen radioaktiver Strahlung frei, die sich über weite Teile Mitteleuropas ausbreitet.

9. Juli: Karl Heinz Beckurts, Siemens-Vorstandsmitglied, wird bei einem Bombenanschlag der RAF getötet.

10. Oktober: Gerold von Braunmühl, Ministerialdirektor im Auswärtigen Amt, wird von der RAF ermordet.

1987

27. Januar: Der sowjetische Parteichef Michail Gorbatschow fordert in einer Rede die Demokratisierung von Partei und Gesellschaft. Mit ihren Leitwörtern »Glasnost« (Offenheit) und »Perestrojka« (Umgestaltung) markiert sie den Beginn des Reformprozesses im Land.

23. März: Nach 23-jähriger Amtszeit erklärt Willy Brandt seinen Rücktritt als SPD-Vorsitzender.

17. August: Rudolf Heß, der letzte im Berlin-Spandauer Kriegsverbrechergefängnis einsitzende Häftling, begeht 93-jährig Selbstmord. Heß war 1946 im Nürnberger Kriegsverbrecherprozess zu lebenslanger Haft verurteilt worden.

7. September: Erich Honecker trifft als erster Staatsratsvorsitzender der DDR zu einem Besuch in der Bundesrepublik ein. Beide Seiten äußern den Wunsch nach einem weiteren Ausbau der Beziehungen.

11. Oktober: Der ehemalige Ministerpräsident von Schleswig-Holstein, Uwe Barschel, wird in einem Genfer Hotelzimmer tot in der Badewanne gefunden. Er war zuvor wegen der so genannten Barschel-Affäre zurückgetreten.

1988

14. April: Die Außenminister Afghanistans und Pakistans sowie die Garantiemächte UdSSR und USA unterzeichnen in Genf ein Abkommen zur Beendigung des Afghanistan-Konflikts. Der Abzug der sowjetischen Truppen soll am 15. Mai beginnen.

20. August: Nach acht Jahren Krieg am Golf vereinbaren der Irak und der Iran einen Waffenstillstand. Beide Seiten konnten ihr Kriegsziel nicht erreichen, die Zahl der Kriegsopfer bleibt unbekannt.

28. August: Bei einer Flugschau auf dem US-Luftwaffenstützpunkt Ramstein in der Pfalz stoßen drei Maschinen zusammen. Insgesamt werden 70 Menschen getötet.

15. November: In Algier proklamiert der Palästinensische Nationalrat einen unabhängigen Staat mit der Hauptstadt Jerusalem in den von Israel besetzten Gebieten. PLO-Chef Jassir Arafat wird mit der vorläufigen Führung der »Regierungsgeschäfte« beauftragt.

1989

11. Januar: Das ungarische Parlament verabschiedet ein Versammlungs- und Vereinsgesetz, das die Gründung von Parteien regelt. Der osteuropäische Demokratisierungsprozess beginnt.

3. Juni: Ayatollah Khomeini, iranischer Revolutionsführer, stirbt 89-jährig in Teheran.

4. Juni: Auf dem Tienanmen-Platz in Peking schlägt die chinesische Armee einen überwiegend von Studenten getragene Demokratiebewegung blutig nieder. Inoffiziellen Angaben zur Folöge verlieren an die 3.600 Menschen ihr Leben bei diesem Massaker.

9. September: In der DDR gründen Regimekritiker die Reformbewegung »Neues Forum«. Es ist die erste landesweite Oppositionsgruppe

18. Oktober: SED-Generalsekretär und Staatsratsvorsitzender der DDR, Erich Honecker, tritt aus »gesundheitlichen Gründen« von seinen Ämtern zurück.

9. November: Unter dem Jubel von Tausenden von Menschen aus Ost und West fällt das Symbol der Spaltung Europas, die Berliner Mauer. Hintergrund war eine Fernsehrede des Politbüro-Mitgliedes Günter Schabowski, in der er die Entscheidung des Ministerrates über eine neue Reiseregelung verkündete.

30. November: Alfred Herrhausen, Vorstandssprecher der Deutschen Bank, wird bei einem Bombenattentat getötet. In der Nähe des Tatorts in Bad Homburg wird ein Bekennerschreiben der RAF gefunden.

25. Dezember: Nicolae Ceausescu, rumänischer Staats- und Parteichef, wird drei Tage nach seinem Sturz gemeinsam mit seiner Frau im Anschluss an einem Geheimprozess hingerichtet.