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1900: Zeittafel

1960

4. Januar: In Kopenhagen wird eine Konvention über die Errichtung einer »kleinen Freihandelszone« unterzeichnet. Mit der EFTA reagieren die Länder auf Zollsenkungen innerhalb der EWG-Länder.

7. Mai: Der Oberste Sowjet der UdSSR nominiert den 53-jährigen Leonid Breschnew zum neuen Staatsoberhaupt.

30. Juni: Nach Abschluss eines Freundschaftsvertrages mit der früheren Kolonialmacht Belgien wird der Kongo in die Unabhängigkeit entlassen. Es ist der Startschuss zur Souveränität für eine Reihe europäischer Treuhandgebiete in Afrika.

8. November: Mit dem knappsten Stimmenvorsprung, der seit 1884 ausgezählt wurde, wird der Demokrat John F. Kennedy zum ersten katholischen Präsidenten der USA gewählt. Der Senator siegte über Vize-Präsident Richard Nixon.

1961

10. April: Eine aus Exil-Kubanern bestehende invasionsgruppe landet in der kubanischen Schweinebucht. Das Unternehmen wird zu einem militärischen Debakel für die USA.

12. April: Der sowjetische Luftwaffenmajor Jurij Gagarin umkreist als erster Mensch im Weltall mit dem Raumschiff »Wostok I« die Erde.

2. Mai: Fidel Castro erklärt Kuba zum sozialistischen Staat. Von diesem Zeitpunkt an finden auf der Karibikinsel keine freien Wahlen mehr statt.

13. August: Die DDR-Regierung veranlasst Truppeneinheiten der Volksarmee und Volkspolizei, den Ostsektor von Berlin mit Stacheldraht und Sperrzäunen vom alliierten Sektor der Stadt abzuriegeln.

1962

17. Februar: Bei einer Flutkatastrophe an der norddeutschen Küste sterben 337 Menschen, davon allein 312 in Hamburg.

28. Mai: Ein Kurssturz an der Wallstreet-Börse in New York verursacht die schwersten Verluste bei Industrieaktien seit dem Schwarzen Freitag vom Oktober 1929.

31. Mai: Adolf Eichmann, ehemaliger SS-Obersturmbannführer und Exekutor der »Endlösung der Judenfrage«, wird in Israel hingerichtet.

17. August: Ein Jahr nach dem Bau der Mauer wird der 23-jährige Peter Fechter bei einem Fluchtversuch nach West-Berlin getötet. Er ist der erste »Mauertote«.

1963

22. Januar: Adenauer und de Gaulle unterzeichnen in Paris den Elysee-Vertrag über die deutsch-französische Zusammenarbeit.

16. Juni: Die sowjetische Kosmonautin Valentina Tereschkowa startet als erste Frau mit dem Raumschiff »Wostok VI« in den Weltraum.

26. Juni: US-Präsident John F. Kennedy besichtigt am Checkpoint Charly die Berliner Mauer. Vor dem Schönefelder Rathaus spricht er den Satz: »Ich bin ein Berliner«.

19. August: Die Bundesrepublik tritt dem Moskauer Atomteststopp-Abkommen bei, das Kernwaffenversuche in der Atmosphäre, im Weltraum und unter Wasser verbietet.

15. Oktober: Adenauer tritt als Bundeskanzler zurück. Sein Nachfolger wird Ludwig Erhard (CDU).

22. November: US-Präsident John F. Kennedy wird in der texanischen Stadt Dallas erschossen. Als Attentäter wird der ehemalige Armee-Angehörige Lee H. Oswald verhaftet. Er wird zwei Tage später vom Gastwirt Jack Ruby erschossen.

1964 4. Januar: Als erster Papst in der Geschichte bricht Paul VI. zu einer Reise in das Heilige Land auf. Sie soll dem Frieden und der Versöhnung in Kirche und Welt dienen.

16. Februar: Ein außerordentlicher Parteitag wählt Willy Brandt zum Nachfolger Erich Ollenhauers als Parteivorsitzenden der SPD.

14. März: Angesichts eines drohenden Bürgerkriegs zwischen türkischen und griechischen Bewohnern der Inselrepublik Zypern stimmt Staatspräsident Erzbischof Makarios der Stationierung einer internationalen Friedenstruppe zu.

2. August: Im Golf von Nanking kommt es zu einer ersten militärischen Konfrontation zwischen Nordvietnam und USA. Der Angriff der Patrouillenboote auf einen US-Zerstörer hat massive Vergeltungsschläge amerikanischer Flugzeuge auf verschiedene Küstenstädte zur Folge.

1965

7. Februar: US-Präsident Lyndon B. Johnson ordnet wegen der gestiegen Zahl amerikanischer Toter erstmals massive Flächenbombardements in Vietnam an. Ende März kommen auch Napalmbomben zum Einsatz.

18. März: UdSSR-Kosmonaut Alexej Leonow verlässt das Raumschiff »Woschod II« und schwebt als erster Mensch zehn Minuten lang frei im Weltall.

12. Mai: Deutschland und Israel nehmen diplomatische Beziehungen auf.

11. November: Rhodesien, das spätere Simbabwe, proklamiert als erste britische Kolonie seit 1776 eigenmächtig seine Unabhängigkeit vom Mutterland.

1966

9. April: Die Kurie in Rom gibt die Abschaffung des seit 1557 bestehenden Index' bekannt, einer Liste von Büchern, die Katholiken nicht lesen dürfen. Zuletzt war er 1948 mit 492 Seiten neu aufgelegt worden.

21. August: In Peking findet die erste große Massendemonstration der »Rote Garde« genannten jugendlichen Chinesen statt. Sie propagieren einen neuen Lebensstil und rufen in proletarischen Kampfparolen zur Abkehr vom Westen auf.

1. Dezember: Nach dem Rücktritt Erhards wird der Unionspolitiker Kurt Georg Kiesinger neuer Bundeskanzler. Er schließt mit dem SPD-Vorsitzenden Willy Brandt als Außenminister eine Große Koalition.

1967

30. Januar: Der Staatspräsident der UdSSR, Nikolai Podgorny, wird als erstes Oberhaupt eines sozialistischen Landes von Papst Paul VI. im Vatikan empfangen.

19. April: In seinem Haus in Rhöndorf stirbt Alt-Bundeskanzler Konrad Adenauer im Alter von 91 Jahren.

2. Juni: Der Student Benno Ohnesorg wird auf einer Anti-Schah-Demonstration in Berlin von der Polizei erschossen. Es folgen Protestaktionen in allen deutschen Universitäten.

5. Juni: Nachdem alle Bemühungen zur Entschärfung des israelisch-arabischen Konflikts scheitern, beginnt der »Sechs-Tage-Krieg« zwischen Israel und den arabischen Staaten. Der Feldzug bringt den Israelis erhebliche Territorialgewinne wie etwa die Sinai-Halbinsel.

9. Oktober: Bei einem Feuergefecht zwischen Guerilleros und Regierungstruppen wird der Revolutionär und frühere kubanische Minister Ernesto »Che« Guevara» im bolivianischen Urwald erschossen.

17. Oktober: Pu Yi, der letzte Kaiser von China, stirbt 61-jährig in Peking.

3. Dezember: Professor Christian Barnard pflanzt in Kapstadt/Südafrika dem ersten Menschen in der Geschichte der Medizin ein fremdes Herz ein. Der Patient stirbt 18 Tage nach der Operation.

1968

4. April: Im US-Bundestaat Tennessee wird der Führer der amerikanischen Bürgerrechtsbewegung, Martin Luther King, während einer Ansprache in Memphis tödlich verletzt. Die Nachricht von seinem Tod löst in den USA schwere Rassenunruhen mit 46 Toten aus.

11. April: Der Vorsitzende des Sozialistischen Deutschen Studentenbundes (SDS), Rudi Dutschke, wird bei einem Mordanschlag in Berlin schwer verletzt.

3. Mai: Streiks- und Studentenunruhen in Frankreich: In Paris kommt es zu Straßenschlachten mit der Polizei. Die Unruhen steigern sich, bis Staatspräsident Charles de Gaulle am 24. Mai seine Bereitschaft zu weitgehenden Reformen erklärt.

30. Mai: Der Deutsche Bundestag verabschiedet als Antwort auf die Studentenunruhen eine Notstandsverfassung, in der viele Gegner eine Bedrohung demokratischer Grundrechte sehen.

21. August: Die Nationale Volksarmee der DDR marschiert gemeinsam mit den Truppen des Warschauer Paktes in der Tschechoslowakei ein, um dort die Liberalisierungsbewegung des »Prager Frühlings« zu zerschlagen.

12. November: Der sowjetische Staats- und Parteichef verkündet die so genannte »Breschnew-Doktrin« über die beschränkte Souveränität der sozialistischen Länder im Falle einer Bedrohung von innen und außen.

1969

20. Januar: Erstmals in der Geschichte der BRD wird eine Frau zur Botschafterin ernannt. Ellinor von Puttkamer übernimmt die Leitung der deutschen Vertretung beim Europarat in Straßburg.

5. März: Gustav Heinemann wird nach drei Wahlgängen zum ersten SPD-Bundespräsidenten gewählt. Trotz Drohungen der DDR-Behörden findet die Wahl in Berlin statt.

21. Juli: Der amerikanische Astronaut Neil A. Armstrong betritt nach dem erfolgreichen Flug von »Apollo XI« um 3.56 Uhr MEZ als erster Mensch den Mond.

3. September: Ho Tschi Minh, seit der Teilung des Landes 1954 Staatspräsident von Nordvietnam, stirbt im Alter von 79 Jahren in Hanoi.

21. Oktober: Der SPD-Politiker Willy Brandt wird vom Bundestag zum neuen Kanzler der Bundesrepublik gewählt.

28. November: Deutschland unterzeichnet durch die Botschafter in Washington, London und Moskau den Atomwaffensperrvertrag.