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Die Morgenlage: Neue Proteste von "Fridays for Future" in mehr als 500 deutschen Städten erwartet

Trump besucht US-Truppen an Thanksgiving in Afghanistan +++ Bundestag entscheidet über Haushalt 2020 +++ Neue Proteste von "Fridays for Future" +++ Die Nachrichtenlage am Freitag.

Auf einer Kreuzung in Düsseldorf liegen lauter Demonstranten. Einer hält ein Stoppschild mit mit "Stop CO2" hoch

Beim letzten großen Aktionstag von "Fridays for future"-Demo in Düsseldorf konnten die Teilnehmer noch im T-Shirt demonstrieren

DPA

Guten Morgen, liebe Leserin, lieber Leser,

mit neuen Protesten in mehr als 500 deutschen Städten will die Klimaschutzbewegung "Fridays for Future" ihre Forderungen nach einer Überarbeitung des Klimapakets und einem schnelleren Kohleausstieg auf die Straße tragen. Die Demonstrationen stehen unter dem Motto "#NeustartKlima". Weltweit wollen nach Veranstalterangaben junge Menschen in mehr als 150 Ländern für eine "konsequente Klimapolitik" und die Einhaltung des Pariser Klimaabkommens demonstrieren.

Bei den Protesten in Deutschland sollen in vielen Städten "vielfältige kreative Aktionen" stattfinden, wie "Fridays for Future" ankündigte. Die überwiegend von Schülern und Studenten getragene Bewegung fordert von Regierungen weltweit mehr Klimaschutz und organisierte in diesem Jahr bereits mehrere globale Aktionstage, zuletzt im September. 

Bundeskanzlerin Angela Merkel sitzt im blauen Blazer und mit geschlossenen Augen auf einem Podium unter dem Wort "Klimaschutz"

Die Schlagzeilen zum Start in den Tag

Wir haben für Sie zusammengefasst, was in der Nacht passiert ist und heute noch wichtig wird:

Trump besucht US-Truppen an Thanksgiving in Afghanistan

US-Präsident Donald Trump hat zu Thanksgiving überraschend amerikanische Truppen in Afghanistan besucht. Es gebe keinen anderen Ort, wo er den Feiertag lieber verbringen wollen würde, sagte Trump auf der Bagram Air Base nördlich von Kabul bei einer Ansprache, die der Sender Fox News zeigte. Offiziell war angekündigt worden, dass Trump Thanksgiving in Florida verbringt, wo er in einer Telefonkonferenz mit Angehörigen des Militärs sprechen wollte.

Bei einem überraschenden US-Truppenbesuch in Afghanistan an Thanksgiving hat Präsident Donald Trump Hoffnungen auf eine Verständigung mit den militant-islamistischen Taliban genährt. "Die Taliban wollen einen Deal machen. Und wir treffen sie", sagte Trump in Bagram im Beisein seines afghanischen Kollegen Aschraf Ghani. "Wir sprechen mit den Taliban", sagte Trump. Bedingung für eine Verständigung sei eine Waffenruhe. Er glaube, dass die Taliban mittlerweile auch eine Waffenruhe wollten, sagte Trump. Im September hatte er kurz vor einer in Aussicht gestellten Einigung mit den Taliban mehr als ein Jahr laufende Gespräche mit den Islamisten für "tot" erklärt.

Anbieter löscht Melde-Portal von AfD-Mitgliedern zu Journalismus

Der Hamburger Webseiten-Anbieter Jimdo hat ein von mehreren AfD-Bundestagsabgeordneten initiiertes Meldeportal mit einem "Aussteiger-Programm für Mainstream-Journalisten" gelöscht. Die Webseite sei am Donnerstagvormittag vom Netz genommen worden, teilte das Unternehmen der Deutschen Presse-Agentur mit. 

Jimdo bietet einen Webseiten- und Onlineshop-Baukasten vor allem für Kleinunternehmer an. Nach Ansicht des Unternehmens verstößt die Veröffentlichung der AfD "gegen unsere Richtlinien und gegen unsere Werte". Auf der Seite, die seit Mittwoch existiert habe, sei zu "antidemokratischem Handeln" aufgerufen worden. Der Bundestagsabgeordnete Petr Bystron teilte mit, das von ihm und drei weiteren AfD-Abgeordneten initiierte Meldeportal sei für Journalisten, die "Fakenews, Manipulation und einseitige Berichterstattung satt haben". In der Pressemitteilung war dazu ermuntert worden, "Zustände zu entlarven" und zu melden. Die Rede war von einem "Aussteiger-Programm". Das Angebot richte sich an Journalisten der Öffentlich-Rechtlichen, die Programme ihrer Sender zu verbessern. 

Türkei wirft Frankreich Finanzierung von "Terrororganisation" in Syrien vor

Die türkische Regierung hat mit drastischen Worten auf die Kritik des französischen Präsidenten Emmanuel Macron an der Offensive Ankaras in Nordsyrien reagiert. Der türkische Außenminister Mevlüt Cavusoglu warf Macron nach einem Bericht der staatlichen türkischen Nachrichtenagentur Anadolu vor, eine "Terrororganisation" zu finanzieren und diese regelmäßig im Elysée-Palast zu empfangen. Macron dürfe nicht vergessen, dass die Türkei Nato-Mitglied ist und dass Frankreich seinen Verbündeten zur Seite stehen müsse. Macron hatte sich zuvor nach Gesprächen mit Nato-Generalsekretär Jens Stoltenberg in Paris erneut über die einseitige Entscheidung der türkischen Regierung zur Offensive gegen die kurdische YPG-Miliz in Nordsyrien beschwert. Zwar respektiere er die Sicherheitsinteressen der Türkei, sagte Macron. Aber das Land könne nicht Solidarität einfordern und zugleich seine Verbündeten bei der Offensive vor "vollendete Tatsachen" stellen. Zudem gefährde der Einmarsch in Nordsyrien den Kampf gegen die Dschihadistenmiliz Islamischer Staat (IS).

Was heute wichtig wird

Das sind die wichtigsten Themen und Termine des Tages:

Bundestag entscheidet über Haushalt 2020

Der Bundestag entscheidet in seiner Plenarsitzung (ab 09.00 Uhr) über den Haushalt für 2020. Vorgesehen sind Ausgaben in Höhe von 362 Milliarden Euro. Das sind 5,6 Milliarden Euro mehr als im laufenden Jahr. Eine Neuverschuldung ist wie auch in den vergangenen Jahren nicht geplant. Zuvor berät der Bundestag im Rahmen der Haushaltsdebatte über den Etat für Arbeit und Soziales. Die viertägige Schlussberatung des Haushaltsplans für das kommende Jahr hatte am Dienstag begonnen. Zuvor waren im parlamentarischen Verfahren noch Änderungen an der Vorlage von Finanzminister Olaf Scholz (SPD) vorgenommen worden.

Gesellschaft für deutsche Sprache verkündet Wörter des Jahres

Die Gesellschaft für deutsche Sprache (GfdS) verkündet (10.00 Uhr) in Wiesbaden die Wörter des Jahres 2019. Aus mehreren tausend Vorschlägen wählte eine Jury zehn Begriffe aus, die das politische, wirtschaftliche und gesellschaftliche Leben eines Jahres sprachlich besonders prägten. 2018 wurde "Heißzeit" zum Wort des Jahres gekürt. Auf den Plätzen zwei und drei landeten "Funklochrepublik" sowie "Ankerzentren". Die GfdS kürt bereits seit 1977 Wörter und Wendungen. Nicht die Häufigkeit eines Ausdrucks ist nach ihren Angaben für die Auswahl entscheidend, sondern seine Signifikanz und Popularität. Die ausgewählten Wörter sind demnach mit keiner Wertung oder Empfehlung verbunden.

Wechsel an der EU-Spitze: Abschied von Juncker und Tusk

Der scheidende EU-Ratspräsident Donald Tusk übergibt am Freitag seine Amtsgeschäfte an seinen Nachfolger Charles Michel (11.00 Uhr). Offizieller Amtsantritt ist nach den EU-Verträgen der 1. Dezember. Beide treten während einer Übergabezeremonie im Brüsseler EU-Ratsgebäude vor die Presse. Der Pole Tusk hatte den Posten seit 2014 für zwei Amtszeiten inne. Der Präsident des Europäischen Rates ist insbesondere für die Vorbereitung und Organisation der Gipfel der EU-Staats- und Regierungschefs zuständig. Zudem gibt EU-Kommissionschef Jean-Claude Juncker zum Abschied eine Pressekonferenz.

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Ihre stern-Redaktion

fs/tkr / DPA / AFP