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WM-Kader 2018: Diese 23 Spieler sollte Jogi Löw mit nach Russland nehmen - und diese drei nicht!

Nach der Bundesliga ist vor der WM: Heute gibt Jogi Löw den vorläufigen Kader bekannt. Die stern-Redaktion hat sich Gedanken gemacht und empfiehlt diese 23 Stars für das Turnier in Russland.

Jogi Löw nachdenklich - wen nominiert er für den WM-Kader, wen muss er enttäuschen?

Jogi Löw nachdenklich: Wen hat der Nationalcoach in den vorläufigen Kader für die WM in Russland berufen - und wen musste er enttäuschen?

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So langsam muss Nationalcoach Löw die Mission Titelverteidigung angehen - ein Kunststück, dass bisher nur Italien (1934/1938) und Brasilien (1958/1962) geglückt ist. Erster Schritt ist an diesem Dienstag die Nominierung des vorläufigen WM-Kaders für das Turnier in Russland (14. Juni bis 15. Juli). Glücklicherweise kann Löw aus dem Vollen schöpfen, wenngleich mit Lars Stindl und Serge Gnabry zwei potenzielle WM-Fahrer schon mal ausfallen. Letztlich muss der Trainerstab bis spätestens 4. Juni jene 23 Männer der Fifa melden, die den Titel von 2014 verteidigen sollen. Die stern-Redaktion hat sich schon Gedanken gemacht und empfiehlt im Vorfeld der Nominierung folgende 20 Feldspieler und drei Torhüter für das Turnier in Russland. Die Stars, die wir im Bild zeigen, favorisieren wir für die erste Elf.

Tor:

WM-Kader - Marc-André ter Stegen

Unsere Nummer 1 für die WM in Russland: Marc-André ter Stegen (FC Barcelona)

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(FC Barcelona) ist unsere Nummer 1, da legen wir uns fest. Dass der Barca-Stammkeeper nicht automatisch auch im Nationalteam im Tor steht, ist ohnehin nur der hohen Dichte von Top-Torhütern in Deutschland geschuldet. Anders als Manuel Neuer ist er fit, hat die ganze Saison auf allerhöchstem Niveau gespielt und auch im Nationaldress voll überzeugt. Der "Pannen-MAtS" scheint zudem der Vergangenheit anzugehören.

Als Nummer 2 nominieren wir Sven Ulreich wegen seiner starken Saison beim und seiner Eingespieltheit mit Kimmich, Hummels und Boateng. Manuel Neuer wäre die perfekte Nummer 3, wenn er sich darauf einlässt (was er zuletzt hat durchblicken lassen). Ansonsten ist unsere Nummer 3 Kevin Trapp von Paris St. Germain.

Abwehr:

WM Kader Joshua Kimmich Mats Hummels Jerome Boateng Joans Hector

Unsere Stammabwehr für Russland: Joshua Kimmich, Jerome Boateng, Jonas Hector und Mats Hummels (im Uhrzeigersinn).

Getty Images / DPA


Die drei Bayern-Spieler , Mats Hummels und Jerome Boateng sind - so sie fit sind - in der Abwehr unangefochten. Gleiches gilt für Jonas Hector trotz des Abstiegs mit dem 1.FC Köln. Hector fehlte lange mit einer schweren Verletzung und sorgte nach seiner Rückkehr mit für den zwischenzeitlichen Aufschwung des "Geißbock"-Clubs. Vor allem Kimmich nährt Hoffnungen. Er hat die Klasse, Philipp Lahm gleichwertig zu ersetzen, ist zudem aber torgefährlicher als der Kapitän des WM-Teams und noch hungrig auf den bedeutendsten Titel, den er noch nicht hat.

Als erster Backup für seine Team-Kollegen ist Niklas Süle vom FC Bayern mit an Bord. Außerdem sollte Jogi Löw auf Antonio Rüdiger vom FC Chelsea und Matthias Ginter setzen, der bei Borussia Mönchengladbach zu neuer Stärke gefunden hat. Während im Zentrum ein Überangebot herrscht, gibt es auf den Außenpositionen praktisch keine Alternativen. Marvin Plattenhardt von Hertha BSC, von Löw zuletzt immer wieder berücksichtigt, wird so wohl zu einer Berufung kommen, ist von seiner Klasse her aber eher der Schwachpunkt im Kader.

Defensives Mittelfeld:

WM Kader - Doppelsechs mit Toni Kroos und Ilkay Gündogan

Die Doppelsechs für Russland: Toni Kroos (li.) und Ilkay Gündogan.

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Um dieses Doppel in der Schaltzentrale beneidet das DFB-Team fast jedes andere Team. Weltmeister ist bei Real Madrid zum Strategen und Weltstar gereift. Ilkay Gündogan von Manchester City ist ein Versprechen. Bisher bei großen Turnieren stets im Verletzungspech dürfte dies die große Chance des Deutsch-Türken sein. Auch die Backups können sich sehen lassen: Wir plädieren für Weltmeister Sami Khedira (Juventus Turin) und Emre Can (FC Liverpool). Sollte der seine Rückenprobleme nicht überwinden können, dürfte Jogi-Löw-Liebling Sebastian Rudy (Bayern München) wohl das Rennen machen.

Offensives Mittelfeld:

WM-Kader - Offensives Mittelfeld mit Thomas Müller, Mesut Özil und Marco Reus

Die "Druckmaschine" des WM-Teams (v.l.): Thomas Müller, Mesut Özil, Marco Reus

DPA / Getty Images


Volle Kraft voraus heißt es dann vor dieser Doppelsechs: Weltmeister Mesut Özil vom FC Arsenal kann so die Fäden ziehen; flankiert von Offensivpower und Torgefahr: Weltmeister Thomas Müller vom FC Bayern ist dank Jupp Heynckes wieder der Alte und Dauer-Pechvogel Marco Reus von Borussia Dortmund dürfte ähnlich wie Ilkay Gündogan darauf brennen, endlich ein großes Turnier zu spielen und vielleicht einen großen Titel zu holen. Als Backups in der Offensive sehen wir Julian Brandt (Bayer Leverkusen), Julian Draxler (Paris St. Germain) und Shootingstar Leroy Sané, der beim Premier-League-Meister Manchester City eine sensationelle Saison gespielt hat.

Sturm:

Timo Werner im Sturm für den WM-Kader

Timo Werner geht dynamisch in die Spitze: Der Torjäger von RB Leipzig wird in Russland auch fürs DFB-Team treffen.

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Timo Werner hat sich in den vergangenen Monaten bei RB Leipzig und im Nationalteam - auch nach überwundener Verletzung - den Platz ganz vorne im Löw-Team erspielt. Zusammen mit Müller und Reus bildet er ein Tempo-Trio mit enormer Torgefahr. Als Ersatz für Werner und als Mann für Notfälle, wenn mal ein Brechstangen-Tor nötig sein sollte, sehen wir Mario Gomez - wegen seiner Erfahrung und weil er beim VfB Stuttgart regelrecht aufgeblüht ist.

Auf diese drei sollte Löw bitte verzichten:

Erdogan, Özil, Gündogan

Manch einer könnte hier Mesut Özil und Ilkay Gündogan wegen ihrer PR-Aktion mit dem türkischen Präsidenten Recep Tayyip Erdogan erwarten. Da DFB-Chef Reinhard Grindel am Abend aber bereits verlauten ließ, dass man den Spielern glaube, dass es nicht ihre Absicht gewesen sei, "ein politisches Statement abzugeben, geschweige denn Wahlkampf zu machen", sehen wir folgende Spieler außen vor:

Mario Götze

Trotz überstandener Stoffwechselerkrankung und trotz Dankbarkeit für das Siegtor im Finale 2014: Götze kann sein Talent und sein Können einfach nicht stabil auf den Platz bringen. Auch in dieser Saison beim BVB gab es einfach zuviele Aufs und Abs. Angesichts der starken Konkurrenz im Kader ist der Offensivmann damit leider raus - es sei denn, es fällt im letzten Moment noch einer aus.

Leon Goretzka

Hoch veranlagt, stets hoch gelobt und doch häufig nicht das, was man sich vom ihm erwartet. Der siegreiche Confed Cup im vergangenen Jahr schien sein endgültiger Durchbruch im Nationaltrikot zu sein, doch weder beim FC Schalke noch im Nationalteam konnte der künftige Bayern-Star so überzeugen, dass er zwingend einem der anderen in Frage kommenden Stars vorgezogen werden sollte. Deshalb: Seine Zeit kommt erst noch - sofern er sich beim FC Bayern entsprechend entwickelt.

Bernd Leno

Reflexhaft stets genannt als dritter Torhüter, hat er sich schon beim Confed Cup selbst aus dem Kasten der DFB-Elf gepatzt. Trotz erstklassiger Leistungen, die er in Leverkusen immer wieder zeigt, kann man sich nicht darauf verlassen, dass Leno in den besonderen Spielen seine volle Stärke zeigt. Außerdem, so heißt es, soll seine langjährige Rivalität mit Marc-André ter Stegen längst nicht immer sportlicher Natur sein. Einen potenziellen Unruheherd kann Jogi Löw beim Unternehmen Titelverteidigung aber wahrlich nicht gebrauchen.

Bereit für die Titelverteidigung

Ob Jogi Löw die Sache ähnlich sieht? Im vorläufigen Aufgebot kann er die Härtefälle noch umschiffen. 26 oder 27 Spieler, so ist zu erwarten, wird er wohl zunächst nominieren. Ob er dabei eine seiner berühmten Überraschungen aus dem Hut zaubert - beispielsweise für die Außenbahnen in der Abwehr -, das wird sich ab 12.30 Uhr zeigen. In jedem Fall wird der 23er-Kader aber das Zeug haben, den fünften WM-Titel zu holen - auch wenn die Konkurrenz, vor allem aus Frankreich, Brasilien und Spanien, groß ist.


tkr

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