Gelingt ihr der Sprung ins Kanzleramt? stern-Gespräch mit CDU-Chefin Angela Merkel über Frauen und Macht, ihren Masterplan für Deutschland, den Zwist mit der Schwesterpartei CSU - und den Irak-Krieg.

Eine Frau will höher hinaus: CDU-Chefin Angela Merkel auf dem Dach des Abgeordnetenhauses in Berlin, wo sie auch von ihrem Schreibtisch aus auf die Reichstagskuppel sieht© Anne Schönharting
Was die aktive Beteiligung anbelangt, wäre die Lage genau so, wie sie heute ist. Kein Mensch hat erwartet, dass Deutschland Soldaten in den Irak schickt - auch die Amerikaner nicht.
Das war die Einschätzung der Weltgemeinschaft. Bedrohungen muss man begegnen, deshalb gab es 17 UN-Resolutionen.
Nein, denn dass von Saddam Hussein eine Bedrohung ausging, hat keiner bezweifelt. Alle Nato-Mitglieder haben die UN-Resolution 1441 akzeptiert. Nun hat man bis heute keine Massenvernichtungswaffen gefunden, aber man wusste nicht, ob es welche gibt. Entsprechend der Resolution 1441 musste der Irak mit den UN kooperieren. Auch Chefinspekteur Hans Blix hat immer wieder betont, dass der Verbleib der Massenvernichtungswaffen, die Saddam Hussein unbestritten auch gegen die Kurden eingesetzt hat, nicht geklärt ist. Und Saddam Hussein war nicht gewillt, mit den UN zu kooperieren.
Noch einmal: Ich habe mich auf die Seite derer gestellt - und das war die gesamte Weltgemeinschaft -, die der Meinung waren, dass die 17 UN-Resolutionen gegen die Bedrohung durch Saddam Hussein ernst zu nehmen sind. Es war nötig, Druck auf ihn auszuüben. Dabei sind in Europa schwere Fehler geschehen - auch durch das Verhalten des Bundeskanzlers, der sich einseitig festgelegt und damit den Druck vermindert hat. Unsere Frage war, ob Sie von der US-Regierung enttäuscht sind. Ich habe immer gesagt: Auch eine Supermacht kann nicht alles allein lösen. Deshalb haben wir uns immer dafür ausgesprochen, in den UN eine gemeinsame Haltung zu finden. Ansonsten sehe ich, dass manche der Einschätzungen, was in der Nachkriegszeit passieren würde, zu optimistisch waren.
Krieg ist immer auch das Versagen von Diplomatie. Viele Seiten haben dazu beigetragen. Durch die Uneinigkeit der Europäer, an der die Bundesregierung einen großen Anteil hatte, ist nicht alles getan worden, um im Sinne der UN-Resolution den Druck auf Saddam aufrechtzuerhalten.
Als Politikerin muss ich meiner Überzeugung folgen. Und auch bei kritischer Prüfung bleibe ich dabei: Europa darf nie beiseite stehen, sondern muss sich in Einigkeit aktiv an der Weltpolitik beteiligen.
Wenn die Nato auf Basis einer UN-Resolution den Einsatz von Truppen beschließen würde, sollte Deutschland das nicht blockieren. Eine Beteiligung deutscher Truppen im Irak sehe ich allerdings schon aus Kapazitätsgründen nicht. Aber vordringlich ist, dass es möglichst schnell zu einer UN-Resolution kommt, wie es im Irak weitergehen soll.
Es gilt, dass die Entscheidung über die Frage, wer Kanzlerkandidat der Union wird, sehr schnell gefällt werden kann.
Das ist das, was gilt.
Es gilt das, was gilt.
Ich glaube, dass es richtig ist, diese Entscheidung dann zu fällen, wenn sie ansteht. Allerdings ist es auch richtig, CDU und CSU die Gewissheit zu geben, dass diese Entscheidung dann schnell getroffen werden kann. Diesen Zustand haben wir erreicht.
Wir reden über alle Themen, die anstehen. Daraus erwächst das Vertrauen, alle anstehenden Fragen vernünftig zu lösen.