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19. März 2010, 11:17 Uhr

Rüttgers soll sich von Bundes-CDU abgrenzen

Während die Koalition in Berlin am Sonntag im Kanzleramt die Weichen für den NRW-Wahlkampf stellen will, ist die CDU in Düsseldorf schon weiter. Laut einem geheimen Strategiepapier soll Ministerpräsident Jürgen Rüttgers offenbar deutlich auf Distanz zur Mutterpartei gehen, um "positiver und sozialer" wahrgenommen zu werden.

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"Anders, positiver, sozialer": Die NRW-CDU will Ministerpräsident Rüttgers im Wahlkampf offenbar als überparteilichen Krisenmanager etablieren© Henning Kaiser/DDP

Unter dem Druck des NRW-Landtagswahlkampfs ist das Treffen der Parteichefs der Regierungskoalition am Sonntagabend im Kanzleramt zu einem Koalitionsgipfel ausgeweitet worden. An der Runde mit Angela Merkel (CDU), Guido Westerwelle (FDP) und Horst Seehofer (CSU) werden auch die Fraktionschefs der Koalition, Volker Kauder (CDU) und Birgit Homburger (FDP), teilnehmen. Finanzminister Wolfgang Schäuble (CDU) wird ebenfalls dabei sein.

Offiziell geht es um die Regelung der Finanzmärkte. "Es wird aber sicher auch darum gehen, die Weichen für den NRW-Wahlkampf zu stellen", hieß es am Donnerstag in Koalitionskreisen. In Nordrhein-Westfalen wird am 9. Mai ein neuer Landtag gewählt. Vom Ausgang hängt ab, ob Schwarz-Gelb eine Mehrheit im Bundesrat behält.

Rüttgers als überparteilicher Krisenmanager

In Düsseldorf ist man mit der Strategie schon weiter: So will die NRW-CDU in der heißen Phase des Wahlkampfes offenbar spürbar auf Distanz zur eigenen Bundespartei gehen. Ministerpräsident Jürgen Rüttgers soll als eine Art überparteilicher Krisenmanager etabliert werden, wie die "Westdeutsche Allgemeine Zeitung" (WAZ) unter Berufung auf ein vertrauliches Strategiepapier berichtet. Das Konzept soll heute im CDU-Landesvorstand thematisiert werden.

Auf Basis von Umfragen in der Bevölkerung und in sogenannten Fokusgruppen in Essen, Bochum und Köln kommen die Experten demnach zu dem Fazit, dass die nordrhein-westfälische CDU "anders, positiver, sozialer" wahrgenommen werde als die Mutterpartei im Bund. Kanzlerin Merkel wird in dem Papier aber weiterhin als populäre Zugnummer bewertet und soll bis zur Landtagswahl 15 Mal an Rhein und Ruhr auftreten. Die FDP als Koalitionspartner werde hingegen ähnlich negativ gesehen wie deren Bundespartei.

Warnung vor Rot-Rot

Knapp zwei Monate vor dem Urnengang will die CDU Rot-Rot als drohende Alternative zur "zentralen Entscheidungsfrage" stilisieren. Die Warnung vor einem Bündnis aus SPD und Linke mobilisiere bürgerliche Wähler und demobilisiere im älteren SPD-Klientel ab 50 Jahre aufwärts, heißt es demnach in dem Strategiepapier.

Ministerpräsident Rüttgers soll während der Wahlkampagne als "Garant für stabile Verhältnisse" ins Zentrum gerückt werden. Da die Bürger sich zunehmend um die Folgen der Wirtschaftskrise sorgten, müsse der Wert der guten Führung betont werden. Über SPD-Spitzenkandidatin Hannelore Kraft wird aus den Fokusgruppen der "WAZ" zufolge wenig Schmeichelhaftes zitiert: "Ganz nett, aber die kann das nicht."

Wahl noch völlig offen

Der Ausgang der Wahl ist laut ZDF-"Politbarometer" völlig offen. Derzeit stehen nach der am Freitag veröffentlichten Umfrage sowohl die regierende CDU als auch die oppositionelle SPD deutlich schlechter da als bei der Wahl vor fünf Jahren: Die CDU kommt auf 37 Prozent, die SPD auf 33 Prozent. Die FDP verbessert sich auf 8, die Grünen auf 12 Prozent. Die Linken stehen bei 6 Prozent.

APN/DPA
 
 
KOMMENTARE (10 von 18)
 
h.morun (20.03.2010, 10:06 Uhr)
Der Untergang jeder Partei
Sobald eine Partei dem Wähler auch nur andeutet, das sie mit den Grünen zusammen regieren wollen- ist diese Partei beim Wähler unten durch. Warum hat bis heute keiner gelernt und gesehen, das jede Partei nur nach dem Willen der Banken und der Ackermänner tanzt? Es wird Zeit, den etablierten Parteien zu zeigen wo die Grenze ist, Politiker isnd für das Volk da. Politiker darf nicht sein, wer nur nach seinem Gewinn strebt und das Amt dazu mißbraucht. Entweder ganz links oder waraum auch nicht- republikanisch. Was ist schlimm daran, wenn endlich ein Politker sich um das eigene Volk sorgt. Es wird sogar endlich zeit.
Papayu (20.03.2010, 03:52 Uhr)
Ruettgers
SgH. Ruettgers

Aendern sie doch einfach ihren erfolgreichen Slogan ab in:
Rinder (Ochsen und dumme Kuehe) statt Kinder. Fuer was halten sie die Waehler??
STEUERZAHLER (20.03.2010, 02:19 Uhr)
Schmierentheater
Wieviel Vorstellungen dieses Ignoranten-Stadels muß sich der Bürger eigentlich noch ansehen?
Die Ensembles, sowohl in Berlin als auch in NRW, sind so schlecht, dass man sich die Muppet-Show wieder herbeisehnt. Da konnte man wenigstens noch lachen.
Gebt euch keine Mühe mehr. Eure bisherigen "Darbietungen" haben gereicht. Der Wähler hat sich bereits entschieden. Er wartet nur noch auf den Wahltag.
Prologo (19.03.2010, 23:32 Uhr)
@Johann, Der CDU Laden zerfällt, Merkels Führungsschwäche und Politik .....

......stößt jetzt schon den CDU Ministerpräsidenten sauer auf. Den NRW Wählern soll eine andere CDU verkauft werden, als die CDU Berlin!! Ja haben wir sie denn noch alle. Wenn sie mit der Berliner Merkel CDU ihre Felle davon schwimmen sehen, dann sollen sie doch endlich die Merkel verabschieden. Aber dazu haben sie keinen Ar.s.c.h in der Hose, diese Waschweiber Politiker.

Rüttgers, ich bin ja CDU Ministerpräsident, aber zu dieser Wahl gerade mal nicht. Die sind doch nicht mehr zurechnungsfähig. Was sagt die Kraft, SPD, dazu?? Nichts. Wenn Rüttgers schon der Sozialist ist, dann soll sie ihm doch das Parteieintrittsformular zuschicken.

MfG,
T.
Margrit1 (19.03.2010, 23:23 Uhr)
was soll denn das?
er willund soll auf Distanz gehen zur Bundes-CDU (die ja gar keine CDU mehr ist) und dann lädt er die Merkel ein an 15 Wahlkampauftritten teilzunehmen? Was soll das denn?
Auf die Trulla hätte er dann aber verzichten sollen.
im übrigen ist bei den ganzen Koalitionsmöglichkeiten, die schon diskutiert werden, noch gar ncihts sicher. Was ist denn, wenn z. B. die Pro-Partei mächtig rein kommt?
Die Bürger sind das ganze verlogene und vaterlandsfeindliche Gesindel von Politikern satt bis oben hin, das sit der Punkt.
Vielleicht steht Deutschland am Scheideweg?
Johann58 (19.03.2010, 23:10 Uhr)
Reuttgers soll sich von der Bundes CDU abgrenzen
wo grenzt er sich denn dann hin? Aus? Die CDU im Dauerstreit mit der FDP (ach so, sie fasst ja gerade Tritt mit der FDP) Vor lauter Schiss dann jetzt die Abgrenzung, die CDU in NRW hat also nichts mehr mit der CDU in Berlin zu tun? Wird Ruettgers nach der Wahl dann wieder eingegrenzt? Entweder ist Ruettgers CDU, dann steht er hinter Merkel oder er verlaesst mit seinen Leuten die CDU und geht eigene Wege.

Das Schlimme daran ist, dass die Waehler auf diesem Weg doppelt und dreifach betrogen werden sollen und die sind dann auch noch so bloed und merken es nicht mal.
guenni22 (19.03.2010, 22:02 Uhr)
überparteilicher Krisenmanager
na da wirds ja was zu lachen geben, der Robin Hood von pulheim jetzt noch als überparteilicher Krisenmanager.
Armes Deutschland!!
Armes NRW!!
Ja wenigstens will er keine Sprachschule aufmachen.
AttaTroll (19.03.2010, 19:15 Uhr)
Die Frage...
... ist jetzt natürlich , ob es vor der Wahl auch eine TV-Runde mit Rüttgers gibt. Kann der WDR sich denn ein Gespräch mit Jürgen Rüttgers überhaupt leisten?
Prologo (19.03.2010, 18:08 Uhr)
So so, Rüttgers soll sich von der Bundes CDU abgrenzen, ....

.....nee Leute, "die Ratten verlassen das sinkende Schiff", das würde wohl eher passen.

MfG,
T.
rockyciano (19.03.2010, 16:57 Uhr)
Jetzt gehen unsere
Politiker auch noch in die Schauspielstunde.....selbstverständlich als Qualifizierungsmaßnahme .......!!! Jetzt stellt sich nur die Frage,welche Bühne ist vorgesehen und "Wer" soll applaudieren?!
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