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16. April 2010, 22:19 Uhr

Ausgeflogen!

Der Flugverkehr über halb Europa ruht. Auch alle deutschen Flughäfen sind wegen der Asche aus Island geschlossen. Die Lage für Reisende wird immer schwieriger. Und die Bahnen sind überfüllt

Island, Vulkan-Ausbruch, Asche-Wolke, Gletscher, Flughafen, gesperrt, London-Heathrow, gestrichen, Flüge Aschewolke

Warten, bis sich die Aschewolke verzogen hat: schlafende Passagiere auf dem Flughafen Düsseldorf© Oliver Berg/DPA

Die Aschewolke über Europa wird auch am Wochenende Reisende vor teilweise aussichtslose Probleme stellen. In Deutschland bleibt der Luftraum bis mindestens Samstag 14 Uhr gesperrt, teilte die Deutsche Flugsicherung mit. Am Samstagvormittag müsse die Frist möglicherweise verlängert werden. Am Freitagabend war mit München auch der letzte der 16 internationalen Flughäfen in Deutschland geschlossen worden.

Auch Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) musste improvisieren: Ihr Flugzeug legte am Freitagnachmittag wegen des Aschestaubs auf dem Rückflug aus San Francisco einen Zwischenstopp in Lissabon ein. Merkel kann nach Angaben eines Regierungssprechers "frühestens am Samstagmittag" nach Deutschland weiterfliegen.

Sperrung sogar bis Sonntag?

"Eine Entspannung ist nicht in Sicht", sagte der Chef der Luftraumüberwachung bei Eurocontrol, Brian Flynn. Nach Einschätzung des Deutschen Wetterdienstes (DWD) wird der gesamte deutsche Luftraum mindestens bis Samstagabend gesperrt bleiben. Im ungünstigsten Fall werde es auch am Sonntag keine Flüge geben, sagte Berthold Lescher von der Luftfahrtsberatungszentrale des DWD in Frankfurt.

Die Wolke werde zunächst weiter nach Süden ziehen und schon am Samstagmorgen eine gedachte Linie von Südfrankreich, Norditalien und dem nördlichen Balkan erreichen, hieß es bei Eurocontrol. Europaweit wurden nach Angaben der Behörde rund 17.000 der 28.000 geplanten Flüge gestrichen. Wegen der umfassenden Flugverbote droht ein täglicher Einkommensverlust der Fluglinien von mehr als 200 Millionen Dollar (149 Millionen Euro), schätzte der Internationale Flugverband IATA. Dazu kämen indirekte Kosten.

Auch Osteuropa betroffen

Nach den westlichen Ländern gaben auch Polen, Tschechien, Bulgarien und Österreich Sperrungen bekannt. In Polen wurde auch der Flugplatz Krakau geschlossen, über den am Sonntag ausländische Spitzenpolitiker wie US-Präsident Barack Obama zum Staatsbegräbnis für den polnischen Präsidenten Lech Kaczynski anreisen sollten.

In Großbritannien, Frankreich, Belgien und den Niederlanden saßen Hunderttausende Reisende an den Flughäfen fest - nachdem sie teils bereits eine Nacht auf Feldbetten in den Wartehallen zugebracht hatten.

Bahn: "Alles was rollen kann, rollt"

Frustrierte Reisende versuchten am Freitag verzweifelt, Alternativen für ihre Reisepläne zu finden. Es brach ein Ansturm auf Züge los. Menschen drängten sich dicht an dicht in den Abteilen. Die Deutsche Bahn beorderte zusätzliches Personal in die Bahnhöfe und mobilisierte fast ihren gesamten Wagenpark. "Alles was rollen kann, rollt", sagte ein Bahnsprecher. Mietwagen fanden reißenden Absatz. Selbst für längere Fahrten ins Ausland wurden sie genutzt. Europcar und Avis registrierten eine sprunghaft gestiegene Nachfrage. Auch Deutschlands größter Autovermieter Sixt dirigierte mehr Fahrzeuge an Flughäfen und Bahnhöfe.

Reisende müssen sich bis nächste Woche auf Störungen einstellen: "Da die Flugpläne der Airlines durcheinandergeraten sind, ist auch nach Auflösung der Aschewolke mit weiteren Behinderungen im Flugverkehr zu rechnen", erklärte die Flugsicherung.

Ganz im Norden Besserung in Sicht

Während der dänische Luftraum bis Samstag 14 Uhr gesperrt bleibt, gaben die Behörden in Schweden und Norwegen den Flugverkehr in den jeweils nördlichen Landesteilen wieder begrenzt frei. Die Konzentration von Lavaasche in der Luft habe deutlich abgenommen, hieß es. In der Region hatten zeitweise auch keine Rettungshubschrauber oder -flugzeuge mehr abheben dürfen - fatal vor allem für Kranke und Verletzte in dünn besiedelten Gebieten.

Der Vulkan stößt derzeit allerdings weniger gefährliche Stoffe aus und hat an Kraft verloren. Das ergab ein Überwachungsflug der isländischen Küstenwacht. Die Aschewolke habe jetzt eine "reinere" Zusammensetzung, sie bestehe fast nur noch aus Wasser sowie Steinpartikeln. Dies bedeutete aber nicht, dass sich ein Ende des Ausbruchs abzeichne. Vulkanexperten in Reykjavik verwiesen darauf, dass der letzte Ausbruch des Vulkans im Jahr 1821 erst nach zwei Jahren endete - wobei Phasen mit starker und schwacher oder gar keiner Aktivität sich einander ablösten.

Fluglotsen-Streik abgewendet

Für eine positive Nachricht in all den Hiobsbotschaften sorgten die deutschen Fluglotsen: Es wird den angekündigten Streik nicht geben. Die DFS Deutsche Flugsicherung GmbH und die Gewerkschaft der Flugsicherung (GdF) einigten sich am Freitagabend im Tarifstreit, wie die DFS mitteilte.

P.S. Sitzen auch Sie wegen der Vulkanaschen-Wolke fest? stern.de hat auf Facebook eine Info-Börse gestartet. Hier können sich Reisende, die Alternativen wie Fahrgemeinschaften, Kombi-Bahnfahrten und ähnliches suchen, austauschen. Oder einfach auch ihre Erlebnisse schildern: www.facebook.com/stern

Infos für Flugreisende Zurzeit sind in Deutschland die Flughäfen in Hamburg, Hannover, Bremen, Düsseldorf, Münster/Osnabrück, Leipzig, Köln/Bonn, Frankfurt, Hahn, Erfurt, Dresden, Saarbrücken, Nürnberg, Stuttgart sowie die Berliner Flughäfen geschlossen.

Die Sperrung der meisten deutschen Flughäfen und Lufträume betrifft alle Fluglinien. Daher sollte sich jeder Passagier informieren, ob seine Maschine pünktlich startet, gegebenenfalls verspätet abhebt oder der Flug ganz gestrichen wird.

Die Lufthansa empfiehlt ihren Kunden, sich über die Webseite zu informieren, ebenso die Fluggesellschaft Air Berlin. Auch British Airways verweist für sämtliche aktuelle Informationen auf die Homepage.

fw/APN/DPA/AFP/Reuters
 
 
KOMMENTARE (10 von 37)
 
Lazarus09 (17.04.2010, 13:37 Uhr)
Nachdenken !!!
Dieser Vulkanausbruch in Island scheint dem Trubel nach der Weltweit erste seit in Betriebnahme des Flugverkers sein ?

Was war mit den Ausbrüchen die letzten Jahre ... Italien USA und.und.und ?

Was ist mit den Wüstenstürmen die den Sand rund um den Erdball treiben..erinnert sich nach jemand an die roten Autos in Deutschland ..Wüstensand ?
Nun währe es Zeit zu hinterfragen wer,welche Ziele mit welchen Mitteln hier verfolgt .
Als BA oder Lufthansa Personal streikte oder wollte ,für bessere Bedingungen und Bezahlung waren die Bedenken groß ob dem Wirtschaftlichen Schaden die Presse stellte das Flugpersonal als Raffgiere Schädlinge dar O-Ton BILD " Cockpit streikt "UNSERE" Lufthansa kaputt "

Und nun bleibt alles am Boden wegen eines Vulkanausbruchs und man hat keine Probleme.... ?!

Welche Rolle spielt die Presse ? Welche Ziele verfolgt EUROCONTROL

Wir werden sehen ........ hier geht es um mehr als angebliche Sicherheitsbedenken..
budbundy69 (17.04.2010, 09:19 Uhr)
@susiwolf
wahrscheinlich nimmt faltenangi in spanien die limousine, welche zur rettung der gesundheitsmimisterin geschickt worden war.
--
"liebes tajebuch, höeute hat där wästen sain häääslisches jesicht gezeigt. isch musste noutlanden. aber ich werde mich rächen und alles bei gottschalk dramatisch darstellen. irgendjemand muss mich doch liebhaben.
budbundy69 (17.04.2010, 09:12 Uhr)
Aufwachen Leute ! Neue Lügen werden ab 10.00 vor- und verbreitet !
Europa´s Herrscher (Eurocontrol und die EU-Kommission) werden sich gegen 10 Uhr per Videokonferenz abstimmen um dem Volk dann neue Lügen auftischen zu können.
--
Durchgesickert ist ( ab 11 Uhr scheibchenweise allgemein verifizierbar) dass es nunmehr einen Unterschied zwischen der Sicherheitssitation von Ferienflügen und Geschäftsflügen geben soll (wahrscheinlich galt somit die Terrorwarnung dem Geschäftsflugbetrieb), denn Ferienflieger könnten ab 12/14 Uhr wieder starten. Wieso ein Ferienflug von TUI von Dortmund nach Rom weniger gefährdet ist als ein regulärer Flug von Düsseldorf nach Rom ????
--
Heute nachmittag soll damit angefangen werden scheibchenweise und wohl dosiert auf die Möglichkeit eines 2. Vulkanausbruchs hinzuweisen um so die Lähmung weiter künstlich erhalten zu können. In den Nachrichtensendungen der grossen europäischen Networks werden bezahlte Professoren und Wetterkunler auftreten und mit manipulierten Sat.Bildern diese "Gefahr" herbeireden !
susiwolf (17.04.2010, 09:11 Uhr)
Das Wort zum Samstag ...
Mit Spannung erwarte ich die letzten Reiseerlebnisse von Angela Dorothea ex Lissabon:
Vielleicht ein kleiner Abstecher
-mit ihren 5 'bodyguards'- an die Küste ?
"Vamos a la playa"
Ein bißchen Ruhe und Zeit zum Nachdenken täte ihr gut.
Und - aus geografisch entfernter Sicht kann die Entwicklung Deutschlands weitaus kritischer beurteilt werden.
Die gepanzerte Limousine ist schon unterwegs ...
ganzbaf (17.04.2010, 08:58 Uhr)
Lustreisen der Lüfte...

was für schöne Düfte
die wir verzichten müssen...

Zahlt endlich Kerosinsteuern, ihr Schmarotzer... ;-Ä
hellwachabsolut (17.04.2010, 08:56 Uhr)
Ein bisschen aufatmen.
Die Menschen , die um Flughafen Frankfurt und andere Flugplätze ihre Häuser Haben, konnten bestimmt gestern nacht endlich einen tiefen Schlaf erleben und sich heute etwas weniger müde fühlen.
Die Natur zeigt uns einmal wieder, dass wir Menschen nicht anders sind als kleine Würstchen und wir sollen uns nicht so wichtig nehmen bzw. der Natur genugend Zeit geben, bis die sich von unseren Taten erholen kann.
in dem sinne wünsche ich mir für die Zukunft, dass weniger geflogen wird.
budbundy69 (17.04.2010, 00:54 Uhr)
Saarbrücken und Luxemburg ???
liegen 60 Kilometer auseinander ! Morgen um 8 Uhr wird Lux. laut off. Meldung (luxairport.lu) geöffnet. SB bleibt bis mind. 18 Uhr geschlossen ! LOGIK ! ??
Prologo (17.04.2010, 00:52 Uhr)
@Johann, Der Stern versucht sich, ein reines Gewissen aufrecht zu halten,...
....bertreffend Meinungsfreiheit und Pressefreiheit.

Aber er disqualifiziert sich dabei wie ein Depp. Mit Löschung und Sperrung von Kommentaren.

Und wir zeigen das dem Stern immer wieder auf.

Der Admin tut mir leid. Er muss immer wieder seine eigene Meinung löschen, die wir schreiben.

Gute Nacht Admin.

MfG,
T.
Johann58 (17.04.2010, 00:38 Uhr)
@Prologo
ich habe es aufgegeben mich ueber die Kommentarfunkrtion zu aergern, es ist irgendwie bezeichnend, dass bei bestimmten Themen man nicht kommentieren kann weil die Administratoren sonst mit dem Lesen und Loeschen nicht mehr nachkommen.
Johann58 (17.04.2010, 00:36 Uhr)
@Stern Admins
ist OK, ab und zu muss mal was raus, ein paar haben es vielleicht noch gelesen und gut so!

Wenn ich daran denke wie viele Tage und Naechte ich in meinem Leben schon auf Flughaefen zugebracht habe weil das Wetter mir einen Strich durch die Rechnung gemacht hat. Wie gelassen wird man dann ersten weil man so wie so nichts daran aendern kann und zum anderen sage ich den Leuten dann denkt daran vor einer Genration waren die Leute Richtung Nord Amerika und zuruech 2 Wochen im Schiff unterwegs und jetzt macht ihr euch wegen ein paar Stunden oder Tage in die Hosen. Ausserdem lernt man auf Flughaefen jedem Menge interessante Leute kennen und dann kann man Klasse Parties feiern waehrend man auf den Flieger wartet.
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