Die Deutsche Werkstätten Hellerau GmbH hat sich nach der Restrukturierung der vergangenen Jahre wirtschaftlich wieder stabilisiert. "2025 war das umsatzstärkste Jahr in der Geschichte der Unternehmensgruppe", sagte Geschäftsführer Dieter Trautzsch der Deutschen Presse-Agentur. Demnach lag der Umsatz bei 80 Millionen Euro. Aktuell arbeiten 300 Beschäftigte für das Traditionsunternehmen. Die Deutschen Werkstätten Hellerau sind auf Innenausbau im Luxussegment spezialisiert.
Auftragsbuch ist gut gefüllt
Ein Großteil des Umsatzes wird mit dem Innenausbau von Yachten erzielt. Die Auftragsbücher seien derzeit gut gefüllt, hieß es. "Das Umsatzziel für das laufende Jahr ist bereits jetzt fast vollständig durch bestehende Projekte gedeckt, und auch für das kommende Jahr ist etwa die Hälfte der geplanten Auslastung schon durch Aufträge abgesichert."
Oligarchen sind als Kunde Vergangenheit
"Den Markt für Megayachten nehmen wir aktuell als sehr gesund wahr. Im absoluten Spitzensegment beobachten wir sogar ein leichtes Wachstum. Die Lücke, die durch das Ausscheiden russischer Kunden infolge der Sanktionen entstanden ist, konnte durch neue Käufergruppen geschlossen werden, insbesondere aus den USA", erklärte Trautzsch.
Dem Unternehmen zufolge hat sich mit dem Einstieg der französischen Groupe Ateliers De France 2025 die finanzielle Basis weiter stabilisiert. "Gleichzeitig profitieren wir von einem erweiterten internationalen Netzwerk im Projektgeschäft. Die Marke Deutsche Werkstätten bleibt dabei eigenständig, Planung und Fertigung erfolgen weiterhin in Sachsen", hieß es.
Kerngeschäft soll schlüsselfertiger Innenausbau bleiben
"Strategisch konzentrieren wir uns auf unser Kerngeschäft, den schlüsselfertigen Innenausbau von Megayachten und hochwertigen Immobilien. Parallel dazu arbeiten wir daran, unsere Prozesse weiter zu digitalisieren und effizienter zu gestalten", betonte der Geschäftsführer.
Im Vorjahr hatte Geschäftsmann Fritz Straub, der die Deutschen Werkstätten 1992 von der Treuhand übernahm, 75 Prozent seiner Anteile an die Groupe Ateliers De France verkauft. Straub zufolge sind Ausbildungsplätze bei den Deutschen Werkstätten sehr begehrt. Jedes Jahr stelle man bis zu zehn Tischlerlehrlinge ein. Dafür gebe es im Schnitt rund 100 Bewerbungen. Ein Job in Hellerau sei eine Mischung aus alter Handwerkstradition gepaart mit Hightech-Engineering und anspruchsvollen Management.
Die Deutschen Werkstätten wurden 1898 gegründet. Von 1966 bis 1989 wurde hier das beliebte Montagemöbelprogramm MDW produziert - für das heute Liebhaberpreise gezahlt werden. Dabei sah es nach der Wende für die Firma zunächst nicht rosig aus. Mit Möbelherstellung war kein Geld mehr zu verdienen. Unter Straub konzentrierte man sich auf Innenausbau.
Handwerk und Hochtechnologie
"Unverändert wichtig bleibt für uns die Verbundenheit mit Dresden und Hellerau sowie zu Kunst und Kultur, etwa durch die Werkstättengalerie. Gleichzeitig verstehen wir uns als moderne Manufaktur, in der Handwerk, Hochtechnologie und Ausbildung die Grundlage für unsere langfristige Entwicklung bilden", sagte Geschäftsführer Trautzsch abschließend.