VG-Wort Pixel

Abkommen zwischen Russland und Ukraine Niedriger Gaspreis für bessere Beziehungen

Mit einem drastischen Rabatt für Gaslieferungen und einem Militärabkommen haben Russland und die Ukraine einen Neustart in den lange gestörten Beziehungen vereinbart. Die Ukraine erhalte durch Nachbesserungen an den Gasverträgen einen Nachlass von 40 Milliarden US-Dollar.

Nach Jahren diplomatischer Eiszeit haben Russland und die Ukraine mit einem Erdgas- und Militärabkommen eine neue Phase in ihren Beziehungen eingeleitet. Die durch die Wirtschaftskrise stark angeschlagene Ukraine muss für russisches Gas künftig weniger Geld zahlen. Im Gegenzug verlängerte die Regierung in Kiew den Pachtvertrag für den Stützpunkt der russischen Schwarzmeerflotte auf der Halbinsel Krim um 25 Jahre. Darauf verständigten sich die Präsidenten beider Länder, Viktor Janukowitsch und Dmitri Medwedew, bei einem Treffen in der Ost-Ukraine am Mittwoch.

Die Vereinbarung ist auch für den Rest Europas von Interesse, da durch das Transitland Ukraine ein Fünftel des in der Europäischen Union verbrauchten Gases fließt. In der Vergangenheit hatten Streitigkeiten zwischen den Regierungen in Moskau und Kiew über Preis, Einfuhr und Transit von Gas die Versorgung Europas mehrfach beeinträchtigt.

Bislang bezahlte die Ukraine für russisches Gas einen Durchschnittspreis pro Tausend Kubikmeter von 334 Dollar. Nach den Worten Medwedews gibt Russland dem Nachbarland nun einen Preisnachlass von 100 Dollar wenn der Durchschnittspreis über 330 Dollar liegt und von 30 Prozent, wenn der Durchschnittspreis unter 330 Dollar fällt.

Die niedrigere Gasrechnung kann der Ukraine helfen, den Staatshaushalt aufzubessern und so Zugang zu einem Kredit des Internationalen Währungsfonds im Umfang von zwölf Milliarden Dollar zu erhalten.

Die Beziehungen der beiden Nachbarstaaten hatten in den vergangenen Jahren gelitten, weil sich die vorherige ukrainische Führung mehr nach Westen orientiert und Russland darauf mit einer Anhebung des Erdgaspreises reagiert hatte. Die Regierung in Moskau war außerdem verärgert darüber, dass die Ukraine in die Nato wollte und ihr den Marinestützpunkt Sewastopol auf der Krim zum Jahr 2017 kündigte. Unklar blieb zunächst, ab wann die nun vereinbarte Vertragsverlängerung für den Stützpunkt gilt.

Gasvergleich: Hier geht es zur Übersicht.

Reuters/DPA DPA Reuters

Mehr zum Thema

Newsticker