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Ukraine-Krise: Abkommen zwischen EU und Ukraine steht

Ein Schritt in Richtung Westen: Nach jahrelangen Verhandlungen gibt es nun ein Abkommen zwischen der EU und der Ukraine, unterstützt von weiteren Ex-Sowjetstaaten. Russland reagierte erwartbar empört.

Die georgische Landesfahne neben der Fahne der EU

Die georgische Landesfahne neben der Fahne der EU

Die Ukraine und die Europäische Union haben ein jahrelang umstrittenes Partnerschaftsabkommen über enge wirtschaftliche und politische Zusammenarbeit unterschrieben. Ungeachtet russischer Warnungen vor der Unterzeichnung setzten auch die Regierungschefs Georgiens und der Republik Moldau in Brüssel ihre Unterschriften unter Assoziierungsabkommen mit der Europäischen Union. "Dies ist ein großer Tag für Europa", sagte EU-Ratspräsident Herman Van Rompuy. Kommissionspräsident José Manuel Barroso sprach von einem "historischen Tag". Moskau drohte mit "ernsten Folgen".

Der ukrainische Präsident Petro Poroschenko erbat von der EU die Zusage einer späteren Mitgliedschaft, sofern sein Land alle Voraussetzungen dafür erfülle. Er gab eine "einseitige Erklärung" ab: "Durch die Unterschrift unter das Abkommen mit der EU unterstreicht die Ukraine als europäischer Staat, der die gemeinsamen Werte von Demokratie und Rechtsstaatlichkeit teilt, seine souveräne Entscheidung für eine künftige Mitgliedschaft in der EU." Die EU sei "mehr als ein exklusiver Club reicher Staaten".

"Die Folgen der Unterschriften der Ukraine und der Republik Moldau werden zweifellos ernst sein", sagte der russische Vize-Außenminister Grigori Karassin einem Bericht der Nachrichtenagentur Interfax zufolge. Man müsse sehen, wie man "Missverständnisse und Misstrauen" vermeiden könne.

"Nichts, was Russland schaden könnte"

Dagegen versicherte Ratspräsident Van Rompuy: "Es gibt in diesen Abkommen und in der Haltung der EU dazu nichts, was Russland in irgendeiner Weise schaden könnte." Die EU sei bereit, mögliche Missverständnisse mit Russland aufzuklären.

"Das ist das Ergebnis von sieben Jahren Arbeit", sagte Poroschenko mit Blick auf das Ukraine-Abkommen, das einen fast 100-prozentigen Verzicht beider Seiten auf Zölle für Handelswaren vorsieht. Der politische Teil des Pakts mit Kiew war bereits am 21. März unterzeichnet worden. Das Ukraine-Abkommen sollte ursprünglich schon bei einem Gipfel im November 2013 im litauischen Vilnius unterschrieben werden. Der damalige Präsident Viktor Janukowitsch verweigerte aber auf Moskauer Druck hin die Unterzeichnung. Dieser Kurswechsel führte zu monatelangen Protesten auf dem Maidan in Kiew.

"Das ist nicht das Ende des Weges"

Georgiens Regierungschef Irakli Garibaschwili bezeichnete das Abkommen seines Landes mit der EU als "Blaupause für die europäische Integration Georgiens". Georgien wolle "ein volles Mitglied der europäischen Familie werden". Sein moldauischer Kollege Iurie Leanca sagte: "Wir wollen zur europäischen Familie gehören. Wir wissen, wie anspruchsvoll dieser Weg sein wird. Aber zweifeln Sie nicht an unserer Entschlossenheit."

Die EU hat den drei Staaten bisher keine spätere Mitgliedschaft versprochen. "Diese Abkommen bedeuten nicht den Endpunkt der Zusammenarbeit der EU mit ihren Partnern. Das ist nicht das Ende des Weges, sondern der Beginn einer Reise, auf die sich die EU und die drei Partner gemeinsam begeben", formulierte EU-Kommissionspräsident Barroso. EU-Erweiterungskommissar Stefan Füle begrüßte den klaren Beitrittswunsch der Ukraine. "Das ist legitim", sagte der Tscheche. "Es ist wichtig, dass Präsident Poroschenko diese einseitige Erklärung abgegeben hat."

she/DPA/DPA

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