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CSU-Vize legt Ämter nieder: AfD bietet Gauweiler neue politische Heimat an

Er mag nicht mehr so, wie seine CSU es will: Peter Gauweiler, Vize-Parteivorsitzender und Euro-Kritiker, tritt von seinem Amt zurück. Auch sein Bundestagsmandat legt er nieder - aus Gewissensgründen.

Kein Mann der leisen Töne: Peter Gauweiler, CSU

Kein Mann der leisen Töne: Peter Gauweiler, CSU

Der stellvertretende CSU-Vorsitzende Peter Gauweiler tritt von seinem Amt zurück. Zudem legt er auch sein Mandat als Bundestagsabgeordneter wegen innerparteilicher Differenzen in der Euro-Rettungspolitik nieder, wie der bayerische Politiker mitteilte.

In einer persönlichen Erklärung heißt es: "Von mir ist öffentlich verlangt worden, dass sich - weil CSU-Vize - im Bundestag so abstimme, dass ich mich für das Gegenteil dessen entscheide, was ich seit Jahren vor dem Bundesverfassungsgericht und vor meinen Wählern vertrete." Dies sei mit seinem Verständnis der Aufgaben eines Abgeordneten unvereinbar.

Kritik an der Euro-Rettungspolitik

"Wer Peter Gauweiler zum stellvertretenden CSU-Vorsitzenden wählte, wusste genau, welche Positionen in Sachen Euro und Rettungspolitik damit gewählt wurden", heißt es in der Erklärung weiter. Seit 2013 ist Gauweiler Partei-Vize der CDU-Schwesterpartei.

Der 65-Jährige kritisiert seit Jahren der Euro-Rettungspolitik der Regierung. Zuletzt war Gauweiler vom CSU-Vorsitzenden Horst Seehofer scharf kritisiert worden, weil er Anfang März im Bundestag gegen die Verlängerung der Finanzhilfen für Griechenland gestimmt hatte.

Als Alternative zur Alternative?

Kaum ist der Rücktritt Gauweilers bekannt geworden, macht die Alternative für Deutschland (AfD) dem Euro-Kritiker ein Angebot. "Wir laden Herrn Gauweiler herzlich ein, der AfD beizutreten, und begrüßen es, dass er konsequent genug ist, das Versagen der Union in Sachen Eurorettungspolitik durch einen Verzicht auf alle seine Ämter in der Öffentlichkeit deutlich zu machen", sagte der AfD-Bundesvorsitzende Bernd Lucke.

lib/DPA/Reuters / DPA / Reuters