VG-Wort Pixel

Die Morgenlage Immer mehr Bundesländer setzen auf Maskenpflicht

Schutzmaske
Ein Kunde trägt in einem Supermarkt in Dresden eine Maske. Immer mehr Länder ziehen eine Pflicht für den Gesichtsschutz zumindest beim Einkaufen und im Nahverkehr in Betracht 
© Robert Michael/ / Picture Alliance
Amnesty International: Zahl der Hinrichtungen weltweit gesunken +++ Bundesliga: Geisterspiele ab dem 9. Mai? +++ Queen Elizabeth II. wird 94 Jahre alt +++ Die Nachrichtenlage am Dienstagmorgen

Guten Morgen liebe Leserinnen und Leser,

zur Eindämmung des Coronavirus setzen immer mehr Bundesländer auf eine Maskenpflicht beim Einkaufen und im öffentlichen Nahverkehr. Mehrere Landesregierungen wollen dies heute besiegeln oder darüber beraten. Eine bundesweit einheitliche Linie gibt es bislang nicht. Die Grünen fordern nun "eine klare, gemeinsame Linie" von Bund und Ländern, wie Parteichefin Annalena Baerbock der Deutschen Presse-Agentur sagte.

Eine solche Maskenpflicht wird häufig auch als eine Art Gegenpart zu den ersten Lockerungen von Anti-Corona-Maßnahmen gesehen, die am Montag in Kraft getreten waren. In Sachsen gilt schon seit Montag eine Maskenpflicht für Geschäfte und den Nahverkehr. Thüringen will ab Freitag nachziehen, Bayern kommende Woche. In Mecklenburg-Vorpommern sind Masken ab kommendem Montag Pflicht, aber nur im Nahverkehr. In Baden-Württemberg und Sachsen-Anhalt deutet sich ebenfalls eine Maskenpflicht für Einzelhandel und ÖPNV an, in beiden Ländern berät an diesem Dienstag die Landesregierung darüber. 

Die Schlagzeilen zum Start in den Tag:

Amnesty International: Zahl der Hinrichtungen weltweit gesunken

Die Zahl der dokumentierten Hinrichtungen weltweit ist im vergangenen Jahr auf den niedrigsten Stand seit zehn Jahren gesunken. Nach der Jahresstatistik der Menschenrechtsorganisation Amnesty International wurde die Todesstrafe in 20 Ländern insgesamt mindestens 657 Mal vollstreckt. Das ist ein Rückgang von fünf Prozent im Vergleich zu 2018. Es gab aber auch Länder, in denen die Zahl der Hinrichtungen zunahm: Saudi-Arabien, Irak, Südsudan und Jemen.

Die Länder mit den meisten Exekutionen waren nach Erkenntnissen von Amnesty China und Iran. China wird in der Statistik aber nicht berücksichtigt, da dort die Hinrichtungen geheim gehalten werden und eine genaue Dokumentation nicht möglich ist. Amnesty schätzt die Zahl auf mehrere Tausend. Im Iran seien 251 Menschen hingerichtet worden, darunter vier Minderjährige.

Bundesliga: Geisterspiele ab dem 9. Mai?

Es ist das Zeichen, auf das Fußball-Fans und Clubs gleichermaßen gewartet haben. Am 9. Mai könnte die Bundesliga nach fast zwei Monaten Corona-Auszeit ihre Saison fortsetzen. Dieses Datum brachten die Ministerpräsidenten Markus Söder aus Bayern und Armin Laschet aus Nordrhein-Westfalen am Montag in der Live-Sendung der "Bild" ins Gespräch, auch Bundesgesundheitsminister Jens Spahn verschließt sich offenbar dem Wiederbeginn nicht und spricht von einem "Stück Normalität, wenn auch im leeren Stadion".

Die Clubs der 1. und 2. Bundesliga dürften aufatmen. Schließlich drohen bei einem Saisonabbruch der Verlust von TV- und Sponsorengeldern. Laut "Kicker" würde das 13 Clubs derart in eine finanzielle Schieflage bringen, dass gar die Insolvenz droht. Kein Wunder, dass die Liga einen Saisonabbruch wie in anderen Sportarten unbedingt abwenden will.

Corona-Krise lässt Steuereinnahmen wegbrechen

Die Corona-Krise sorgt für Milliardenverluste bei Städten und Gemeinden in Deutschland. So brachen die Einnahmen aus der Gewerbesteuer im März drastisch ein, wie aus Zahlen des Finanzministeriums hervorgeht, die der Deutschen Presse-Agentur vorliegen. Demnach nahmen die Stadtstaaten Berlin, Hamburg und Bremen 70 Prozent weniger Gewerbesteuern ein als noch vor einem Jahr. Die Einnahmen der Länder aus der Gewerbesteuerumlage sanken um fast 60 Prozent.

Die Gewerbesteuer, die dort ansässige Unternehmen auf ihren Gewinn zahlen, zählt zu den wichtigsten Steuereinnahmen der Kommunen. Einen Teil davon müssen die Gemeinden an Bund und Länder abführen.

Preis für US-Ölsorte wieder leicht im Plus

Nach seinem historischen Absturz zu Wochenbeginn ist der Ölpreis im frühen Handel am Dienstag wieder nach oben geklettert. Auf den asiatischen Marktplätzen verließ der Preis für das Barrel der US-Referenzsorte WTI den Negativbereich und stieg auf 1,10 Dollar pro Barrel (159 Liter). Angesichts der geringen Nachfrage wegen der Coronavirus-Pandemie hatte der Preis für WTI am Montag einen beispiellosen Tiefflug erlebt - erstmals in seiner Geschichte rutschte der Preis ins Minus. An der New Yorker Börse lag der Schlusspreis bei minus 37,63 Dollar pro Barrel. Das bedeutete, dass Händler bereit waren, Käufern Geld für die Abnahme des Rohöls zu bieten. 

Das wird heute wichtig:

Pressekonferenz zu Oktoberfest

Kann das Münchner Oktoberfest in Corona-Zeiten stattfinden? Bayerns Ministerpräsident Markus Söder (CSU) und Münchens Oberbürgermeister Dieter Reiter (SPD) wollen über ihre Beratungen zu einer möglichen Absage informieren. Die Staatskanzlei kündigte eine Pressekonferenz für 9 Uhr an.

Happy Birthday Ihre Majestät

Die britische Königin Elizabeth II. feiert heute ihren 94. Geburtstag - wegen der Coronavirus-Pandemie allerdings im ganz kleinen Kreis und auch ohne die sonst üblichen Salutschüsse. "Unter den gegebenen Umständen" halte die Queen die Salutschüsse dieses Jahr nicht für "angemessen", teilte der Buckingham-Palast vorab mit.    

Die offizielle Geburtstagsfeier der Queen findet traditionell ohnehin erst im Juni statt. Ob in zwei Monaten größere Veranstaltungen im Vereinigten wieder möglich sind, ist angesichts von rund 125.000 bestätigten Infektionsfällen allerdings fraglich. Anfang April hatte die Queen die Briten in einer Fernsehansprache auf einen gemeinsamen Kampf gegen die Pandemie eingeschworen.

Den Haager Gericht urteilt zu Sterbehilfe bei Demenzkranken

Das höchste Gericht der Niederlande entscheidet, ob aktive Sterbehilfe bei schwer dementierenden Patienten erlaubt ist, wenn eine Patientenverfügung vorliegt. Es wird als wegweisendes Urteil bewertet für die weitere Legalisierung der Sterbehilfe.

Fortsetzung: EU und Großbritannien verhandeln über Beziehungen nach dem Brexit

Es ist die erste von drei einwöchigen Verhandlungsrunden per Videokonferenz im April, Mai und Juni. Die Gespräche dürften weitgehend unter Ausschluss der Öffentlichkeit laufen. Es geht um das Handels- und Partnerschaftsabkommen für die Zeit nach der Brexit-Übergangsphase Ende 2020. Großbritannien hatte die EU Ende Januar verlassen, ist aber vorerst noch im EU-Binnenmarkt und der Zollunion.

Holocaust-Gedenktag in Israel

In Israel heulen für zwei Minuten landesweit die Sirenen im Gedenken an die sechs Millionen Holocaust-Toten. Am heutigen Gedenktag wird in vielen Ländern der Welt den vielen durch die Nazis getöteten Juden gedacht. In Israel ist der Tag ein Nationalfeiertag.

Prozessbeginn gegen Drohmail-Versender

Der Angeklagte soll 2018 unter dem Absender "NationalSozialistischeOffensive" E-Mails unter anderem an Mitglieder des Bundestages, Polizeidienststellen, Gerichte, Medien und Einkaufszentren verschickt und darin Sprengstoffanschläge und weitere Tötungsdelikte angedroht haben. Er ist wegen 107 Taten angeklagt.

Weitere Nachrichten lesen Sie hier bei stern.de. 

Wir wünschen Ihnen einen guten Start in den Tag, bleiben Sie gesund.

Ihre stern-Redaktion

rös DPA AFP

Mehr zum Thema


Wissenscommunity


Newsticker