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Die Morgenlage Kampf gegen Corona: USA bereiten sich auf potenziellen Impfstart schon Ende Oktober vor

Robert Redfield, Direktor der US-Gesundheitsbehörde CDC
Robert Redfield, Direktor der US-Gesundheitsbehörde CDC. Die Behörde bereitet für Ende Oktober die Verteilung einer potenzieller Corona-Impfung vor.
© Alex Brandon / DPA
Bundesregierung berät über Vorgehen gegenüber Russland +++ Frankreich greift mehr als hundert Flüchtlinge auf +++ Missbrauchsprozess gegen Bekannten des Lügde-Haupttäters beginnt +++ Die Nachrichtenlage am Donnerstagmorgen.
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Guten Morgen, liebe Leserin, lieber Leser,

vor dem US-Wahlkampf noch eben das Land von Corona befreien? Das klingt sicher verlockend für den amtierenden Präsidenten, der sich am Ende doch noch als Heilsbringer präsentieren möchte. Schon im August hatte Donald Trump die Gesundheitsbehörde FDA zu einer schnelleren Umsetzung angeheizt – nun könnte es kurz vor dem Wahlkampf tatsächlich die ersten Impfungen geben. Die würden dann aber nur für etwa zwei Millionen Amerikaner ausreichen. Ein Tropfen auf dem heißen Stein oder reicht das für einen erfolgreichen Wahlkampf?

Die Schlagzeilen zum Start in den Tag:

USA bereiten Verteilung potenzieller Corona-Impfung vor

Die US-Gesundheitsbehörde CDC trifft Vorbereitungen für die Verteilung einer potenziellen Corona-Impfung bereits ab Ende Oktober. Zugleich räumte sie ein, dass es sich dabei zunächst um ein theoretisches Szenario handelt, wie aus Unterlagen hervorgeht, die von der "New York Times" am Mittwoch veröffentlich wurden. Die Planungsdokumente wurden an US-Bundesstaaten und Städte verschickt, wie die CDC unter anderem dem Sender CNN bestätigte. Das bedeutet, dass eine Infrastruktur für den Start von Impfungen unmittelbar vor der US-Präsidentenwahl am 3. November geschaffen würde. Den Unterlagen zufolge rechnet die CDC zugleich damit, dass Ende Oktober lediglich zwei Millionen Dosen von einem Impfstoff und eine Millionen Dosen von einem weiteren Impfstoff verfügbar sein könnten.

Bundesregierung will mit Verbündeten über Vorgehen gegenüber Russland beraten

Im Fall des aus Sicht der Bundesregierung vergifteten russischen Regierungskritikers Alexej Nawalny will Berlin mit den Verbündeten über Konsequenzen gegenüber Russland beraten. Der Vorsitzende des Auswärtigen Ausschusses des Bundestages, Norbert Röttgen, forderte eine klare, harte und einheitliche europäische Linie. "Jetzt sind wir erneut brutal mit der menschenverachtenden Realität des Regimes Putin konfrontiert worden", sagte CDU-Politiker am gestrigen Abend in den ARD-"Tagesthemen". Die Bundesregierung sieht es als "zweifelsfrei" erwiesen an, dass Nawalny mit dem chemischen Nervenkampfstoff Nowitschok vergiftet wurde. Ein Spezial-Labor der Bundeswehr hatte dies festgestellt.

Kanzlerin Angela Merkel sprach am Mittwoch von einem "versuchten Giftmord" an einem der führenden Oppositionellen Russlands: "Er sollte zum Schweigen gebracht werden." Es stellten sich jetzt "sehr schwerwiegende Fragen", die nur die russische Regierung beantworten könne und müsse, sagte Merkel. 

Frankreich greift mehr als hundert Flüchtlinge im Norden auf

Die französischen Behörden haben mehr als hundert Flüchtlinge aufgegriffen, die vergeblich versucht hatten, den Ärmelkanal in Richtung Großbritannien zu überqueren. Darunter waren 53 Menschen, die mitten aus dem Meer gerettet wurden, wie die für maritime Schifffahrt zuständigen Behörden in Nordwestfrankreich mitteilten. Sie hätten versucht, in unsicheren Booten nach Großbritannien zu gelangen. Die 53 Flüchtlinge seien an Land gebracht und der Grenzpolizei übergeben worden. Weitere 63 Flüchtlinge wurden an einem Strand in Wimereux im Département Pas-de-Calais gefunden. Sie waren dort nach einem vergeblichen Fluchtversuch über den Ärmelkanal gelandet. Unter ihnen waren nach Angaben der Polizei 22 Kinder.

Peking erlaubt wieder internationale Flüge – allerdings nicht aus Deutschland

Nach einer halbjährigen Unterbrechung wegen der Corona-Pandemie sind heute erstmals wieder internationale Flüge aus wenigen ausgewählten Ländern zum Pekinger Flughafen aufgenommen worden. Anfangs wurden acht Länder ausgesucht, in denen die Ansteckungszahlen vergleichsweise gering sind. Deutschland zählt nicht dazu, aus Europa aber Österreich, Dänemark, Schweden und Griechenland. Als weitere Länder wurden Thailand, Kambodscha, Pakistan sowie Kanada ausgewählt. Die Passagiere müssten auch aus diesen Ländern stammen, betonte der Sprecher der Pekinger Stadtregierung laut Tageszeitung "China Daily". Vor dem Abflug müssen sie einen negativen Covid-19-Test vorlegen. In Peking müssen die Reisenden nach der Ankunft in Quarantäne in eine zentrale Einrichtung und dann in siebentägige Isolation daheim. Zunächst werden täglich nur fünf Flüge und maximal 500 Passagiere zugelassen. In einer zweiten Phase sollen es 1000 werden.

US Open: Angelique Kerber spielt sich in die dritte Runde 

Angelique Kerber hat bei den US Open in New York die dritte Runde erreicht. Im deutschen Duell mit Anna-Lena Friedsam setzte sich die 32-Jährige am Mittwoch mit 6:3, 7:6 (8:6) durch und steht damit in Flushing Meadows zum achten Mal in ihrer Tennis-Karriere in der dritten Runde. Unter dem Dach des Louis Armstrong Stadiums, das wegen des anfänglichen Regens geschlossen blieb, nutzte Kerber nach 1:40 Stunden ihren zweiten Matchball. Im Kampf um den Einzug ins Achtelfinale trifft die deutsche Nummer eins am Freitag auf die Amerikanerin Ann Li, die ihre an Nummer 13 gesetzte Landsfrau Alison Riske klar mit 6:0, 6:3 besiegte.

Was heute wichtig wird:

Missbrauchsprozess gegen Bekannten des Lügde-Haupttäters beginnt

In Göttingen beginnt der Prozess gegen einen Mann wegen sexuellen Missbrauchs von Kindern. Bei den Ermittlungen zum Missbrauch auf einem Campingplatz in Lügde stießen die Fahnder auf einen weiteren mutmaßlichen Täter, einen Bekannten des Lügde-Haupttäters. Der Mann aus dem Kreis Northeim soll sieben Kinder und Jugendliche missbraucht und sich mit weiteren Tätern ausgetauscht haben.

Urteil im Prozess gegen Hongkonger Medienunternehmer Jimmy Lai erwartet

In Hongkong wird heute das Urteil im Prozess gegen den Medienunternehmer Jimmy Lai erwartet. Der führende Vertreter der Demokratiebewegung in der chinesischen Sonderverwaltungszone wurde am 10. August von der Polizei festgenommen, einen Tag später kam er jedoch auf Kaution wieder frei. Die Behörden werfen dem 71-Jährigen geheime Absprachen mit "ausländischen Mächten" vor. Lai ist auch Herausgeber der Zeitung "Apple Daily", die in Hongkong sehr beliebt ist und eine pro-demokratische sowie Peking-kritische Linie vertritt. Mit Lai zusammen wurden insgesamt zehn Menschen festgenommen, darunter Lais zwei Söhne sowie die prominente Demokratie-Aktivistin Agnes Chow. Grundlage für die Festnahmen war das umstrittene neue chinesische Sicherheitsgesetzes zu Hongkong, mit dem die Freiheitsrechte in der ehemaligen britischen Kronkolonie massiv eingeschränkt werden sollen.

Plädoyers im Fall eines 21-Jährigen, der seine Urgroßmutter getötet haben soll

In Oldenburg soll ein damals 20-Jähriger seine wehrlose Urgroßmutter durch starke Stöße gegen deren Kopf getötet haben, um an ihre Bankkarte zu gelangen. Im Prozess gegen den jungen Mann werden vor dem Landgericht Oldenburg (Niedersachsen) werden heute die Plädoyers gesprochen - und vielleicht auch schon das Urteil verkündet.

Urteil im Journalistenmord-Prozess erwartet

Beim Gerichtsprozess um den Mord an dem Investigativ-Journalisten Jan Kuciak und seiner Verlobten Martina Kusnirova am 21. Februar 2018 werden Verurteilungen zu langen Haftstrafen erwartet. Angeklagt sind der Unternehmer Marian Kocner als mutmaßlicher Auftraggeber des Mordes sowie eine mutmaßliche Organisatorin und ein als Mittäter beschuldigter Ex-Polizist. Der Staatsanwalt hat jeweils 25 Jahre Gefängnis für alle drei Angeklagten verlangt. Die Korruptionsenthüllungen im Zuge der Mord-Ermittlungen führten zum Sturz der damaligen Regierung, zur Verhaftung mehrerer Richter und Staatsanwälte sowie zu einem weitreichenden Umkrempeln der Parteienlandschaft und Machtverhältnisse.

DFL berät über Rückkehr der Fans in die Stadien

Gut zwei Wochen vor dem Bundesligastart schalten sich die Vertreter der 36 Proficlubs um 11.00 Uhr noch einmal zu einer virtuellen Mitgliederversammlung zusammen. Dabei soll über das optimierte medizinisch-hygienische Arbeitsschutz-Konzept der "Task Force Sportmedizin/Sonderspielbetrieb" als Leitplanke für die Spielzeit 2020/21 abgestimmt und die Corona-Regel von fünf statt drei Auswechslungen verlängert werden. Zudem dürfte es einen regen Austausch über die aufgrund der regionalen Verfügungslage unterschiedliche Fan-Rückkehr in die Stadien geben.

Fußball-Länderspiel: Deutschland gegen Spanien

Nach 289 Tagen Pause bestreitet die deutsche Fußball-Nationalmannschaft wieder ein Länderspiel. Gegner in der ersten Partie der Nations League ist um 20.45 Uhr (ZDF) in Stuttgart Spanien. Die Partie der beiden Ex-Weltmeister findet wegen der Corona-Pandemie unter strengen Hygienevorschriften statt. Zuschauer sind in der Mercedes-Benz-Arena nicht zugelassen.

Bundestrainer Joachim Löw setzt in der Startelf auf die beiden Münchner Leroy Sané und Niklas Süle, die somit zu Comebacks nach ihren Kreuzbandrissen kommen. Sein DFB-Debüt auf der defensiven linken Außenbahn wird Robin Gosens von Atalanta Bergamo geben, kündigte Löw an. Im Tor steht in Abwesenheit von Kapitän Manuel Neuer der Frankfurter Kevin Trapp.

Wir wünschen Ihnen einen schönen Tag, Ihre stern-Redaktion!

tkr / sve DPA AFP

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