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Neue Aschewolke aus Island: Luftraum über München gesperrt

Die Vulkanasche aus Island ist zurück: Drei Wochen nach dem Flugchaos in Europa wurden wieder deutsche Flughäfen geschlossen. Betroffen sind derzeit München, Stuttgart und Wien.

Vulkanasche aus Island hat den Flugverkehr in Europa am Wochenende wieder empfindlich beeinträchtigt. Betroffen waren besonders Spanien, Portugal, Südfrankreich, Norditalien, die Schweiz und Westirland. Aber auch Deutschland erwischte es: Am Sonntag schloss die Deutsche Flugsicherung (DFS) den Luftraum um München komplett. Seit 15 Uhr seien wegen einer hochkonzentrierten Aschewolke für mehrere Stunden weder Sicht- noch Instrumentenflüge erlaubt, sagte Flugsicherungssprecher Axel Raab in Langen bei Frankfurt. Kleinere Flughäfen um München herum wie Memmingen und Augsburg seien ebenfalls betroffen.

Auch der Stuttgarter Flughafen wurde gesperrt, zunächst aber nur für eine Stunde. Die Lufthansa ging am Nachmittag aber davon aus, dass Stuttgart voraussichtlich bis 19 Uhr geschlossen bleibe. Dicht ist auch der Flughafen Friedrichshafen am Bodensee. Die österreichischen Airports in Innsbruck, Salzburg, Linz und Wien wurden nach Angaben eines Sprechers der Flugaufsichtsbehörde Austro Control ebenfalls geschlossen, die Sperrungen sollen bis in die Nacht hinein andauern.

Grund für die Maßnahme in Deutschland sei eine Flugwetterwarnung, die der Deutsche Wetterdienst (DWD) für einen Teil des süddeutschen Luftraums herausgegeben habe. Der DWD stütze sich dabei auf Prognosen des Volcanic Ash Advisory Centre (VAAC) in London. Daraus gehe hervor, dass die vom isländischen Vulkan Eyjafjallajökull ausgestoßene Vulkanasche über Spanien und Frankreich bis in den deutschen Luftraum gelangt sei und ein Teil des süddeutschen Luftraums dabei hoch mit Vulkanasche belastet sei. Für Montag sagte der DWD weitere Beeinträchtigungen voraus.

700 Flüge in Europa gestrichen

Europaweit wurden am Wochenende etwa 700 Flüge gestrichen. Transatlantik-Flüge waren davon kaum betroffen, allerdings mussten viele Maschinen umgeleitet werden. Vielerorts kam es zu Verspätungen. Tausende Menschen hingen auf Flughäfen in Norditalien, Portugal und Spanien fest. In Deutschland fielen knapp 50 Flüge von Lufthansa und Air Berlin aus.

Nach Angaben der europäischen Flugsicherung Eurocontrol sollten am Sonntag in Europa rund 24.500 Flüge stattfinden und damit rund 500 weniger als geplant. Am Samstag waren es 200 Flüge weniger gewesen. "Es wird damit gerechnet, dass das von der Aschewolke betroffene Gebiet im Tagesverlauf schrumpft und die meisten derzeit geschlossenen Flughäfen wieder öffnen", teilte die Brüsseler Behörde mit.

Italien hat am Sonntag zumindest bis zum Nachmittag große Teile seines Luftraumes im Norden gesperrt. Nicht betroffen seien die Flughäfen in Venedig, Triest und Rimini, teilte die Zivilluftfahrtbehörde Enac mit. In Portugal konnten in Porto keine Maschinen landen und abfliegen. In Spanien öffneten die meisten Flughäfen hingegen am Sonntag wieder. Am Samstag waren dort wegen der Aschewolke 19 Flughäfen geschlossen worden, darunter auch der von Barcelona.

Kein Ende in Sicht

Unterdessen zeichnet sich kein Ende der Behinderungen durch die Aschewolke aus dem isländischen Vulkan ab. Die spanische Regierung warnte davor, dass die Asche den Flugraum über dem Mittelmeerland in der kommenden Woche wieder behindern könnte. Irland rechnete damit, noch im Laufe des Sonntags im Westen der Insel Flughäfen schließen zu müssen. Der Wind habe gedreht und damit komme die Aschewolke nach Irland zurück, kündigte die irische Luftfahrtbehörde an.

Deutschlands zweitgrößte Fluggesellschaft Air Berlin kritisierte die Sperrungen indes scharf. "Wir haben keinerlei hinreichende Beweise vom Deutschen Wetterdienst, was da in der Luft ist“, sagte ein Pressesprecher. Erneut seien die Verbote nur aufgrund von Computersimulationen ausgesprochen worden. Auch die Deutsche Lufthansa hält die Flugverbote für falsch. "Es gibt keinen konkreten Hinweis auf eine Gefährdung", sagte Lufthansa-Sprecher.

Im April hatte die Vulkan-Asche bereits für fast sechs Tage zu einer Sperrung des Luftraums über weiten Teilen Europas geführt. Die Reisepläne von Millionen Fluggästen wurden durchkreuzt, den Airlines verhagelte dies die Bilanzen. Mitte der vergangenen Woche war es erneut zu Beeinträchtigungen im britischen und irischen Flugbetrieb gekommen.

DPA/APN/Reuters / DPA / Reuters

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