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Olympia-Update, Tag 12: Ecker und Holzdeppe springen um Medaillen

Danny Ecker und Raphael Holzdeppe haben das Stabhochsprung-Finale erreicht. Dagegen enttäuscht Hammerwurf-Weltmeisterin Betty Heidler mit Platz neun. Usain Bolt lief erneut einen Fabelweltrekord, und ein neuer Doping-Fall erschüttert die Leichtathletik. Der zwölfte Wettkampftag im Überblick.

Die deutschen Stabhochspringer Danny Ecker und Raphael Holzdeppe stehen im Finale von Peking. Sie übersprangen beide 5,65 Meter und kämpfen am Freitag um Medaillen. Dagegen hat Hammerwurf-Weltmeisterin Betty Heidler das Finale der acht besten Hammerwerferinnen verpasst. Ihr Wurfgerät landete bei 70,06 Meter, das reichte lediglich für Platz neun.

Einen erneuten Fabelweltrekord lief Pekings neuer Sprintkönig Usain Bolt über 200 Meter. Er siegte mit 19,30 Sekunden und unterbot die Bestleistung von Michael Johnson aus dem Jahr 1996 um zwei Hundertstel.

Unterdessen hat der Leichtathletik-Weltverband IAAF bestätigt, dass die ukrainische Olympia-Zweite im Siebenkampf, Ludmilla Blonska, bei einer Doping-Kontrolle bei den Peking-Spielen positiv getestet wurde. "Das Ergebnis der B-Probe liegt aber noch nicht vor", erklärte der Präsident des Leichtathletik-Weltverbands IAAF-Präsident. Blonska hatte am Samstag mit 6766 Punkten Silber geholt. Die 29-Jährige war bereits 2003 wegen eines Doping-Vergehens für zwei Jahre gesperrt worden.

Andreas Dittmer hat sich doch noch für das 1000-Meter-Finale am Freitag qualifiziert. Der 36-Jährige belegte in seinem Halbfinallauf dank eines starken Endspurts den zweiten Rang, bereits Platz drei hätte zum Weiterkommen genügt. Im Vorlauf am Montag hatte er das Duell gegen Athen-Olympiasieger David Cal (Spanien) verloren. Auch Einerkajak-Spezialist Max Hoff (Raunheim) kam als Gewinner seines Halbfinallaufes weiter.

Christian Süß hat in der Tischtennis-Einzelkonkurrenz die dritte Runde erreicht. Der Düsseldorfer gewann gegen den Ungarn Janos Jakab mit 4:1. Am Donnerstag muss er nun gegen den dreimaligen Europameister Wladimir Samsonow aus Weißrussland antreten.

Angela Maurer war mit Außenseiterchancen angetreten und stand kurz davor, diese zu nutzen. Am Ende reichte es dann doch nicht für eine Medaille. Im Langstreckenrennen der Frauen über 10 Kilometer schlug die Deutsche als Vierte an.

Alle bisherigen Ergebnisse des zwölften Wettkampftages im Überblick.

Softball

Softball, Halbfinale Das vielleicht letzte Softball-Finale in der Olympia-Geschichte bestreiten am Japan und die USA. Japans Softballerinnen setzten sich mit 4:3 gegen Australien durch und erreichten das Endspiel. Das US-Team stand als Bestes der Vorrunde als Finalteilnehmer fest. Die Amerikanerinnen hatten in der Qualifikation Japan bereits mit 4:1 besiegt. Die Australierinnen müssen sich nach der Niederlage gegen Japan mit der Bronze-Medaille trösten. Softball wird in London 2012 nicht mehr zum Olympia-Programm gehören. Frühestens 2016 könnte die Sportart wieder auf die Olympia-Bühne zurückkehren.

Handball

Handball, Männer, Viertelfinale Die Spiele um die Medaillen beim olympischen Handball-Turnier der Männer in Peking sind eine europäische Angelegenheit. Im letzten Viertelfinale bezwang Spanien Asienmeister Südkorea mit 29:23 (14:13) und schaltete damit vor den Halbfinals den letzten nicht-europäischen Vertreter aus. Der Weltmeister von 2005 spielt nun gegen Island um den Einzug ins Endspiel. Im zweiten Halbfinale stehen sich Athen-Olympiasieger Kroatien und der EM-Dritte Frankreich gegenüber.

Wasserspringen

Wasserspringen, Frauen, 10 Meter Turm Die beiden deutschen Turmspringerinnen haben in Peking nach enttäuschenden Leistungen das olympische Halbfinale der besten 18 verpasst. Die 31-jährige Annett Gamm aus Dresden wurde unter den 29 Starterinnen mit 234,30 Punkten Letzte. Die Weltmeisterschafts-Dritte Christin Steuer aus Riesa scheiterte mit 290,80 Zählern als 19. knapp. Am besten präsentierten sich Chinas Synchron-Olympiasiegerinnen Ruolin Chen und Xin Wang. Chen (428,80) setzte sich vor rund 8000 Zuschauern knapp vor ihrer Duett-Partnerin Wang (420,30) durch.

Hockey

Hockey, Damen, Halbfinale Die deutschen Hockey-Damen haben den erneuten Einzug in das Endspiel der Olympischen Spiele verpasst. Mit dem 2:3 (1:1) gegen China verspielte das Team im Halbfinale die Chance, den Triumph von 2004 in Athen zu wiederholen. Vor 8 000 Zuschauern in Peking musste die DHB-Auswahl trotz zweimaliger Führung durch Natascha Keller (4. Minute) und Janine Beermann (36.) eine Niederlage hinnehmen. Gao (31.), Ma (39./Strafecke) und Zhao (58.) sorgten für den verdienten Sieg des Gastgebers.

Die niederländischen Hockey-Frauen sind China in das Endspiel der Olympischen Spiele gefolgt. Vor den Augen des ehemaligen Fußball-Stars Diego Armando Maradona gewann der Olympia-Zweite von Athen gegen die Südamerikanerinnen 5:2 (3:0). Damit kommt es im Spiel um Platz drei an diesem Freitag (12.00 Uhr) zur Neuauflage der Vorrundenpartie zwischen Deutschland und Argentinien (0:4). Das Endspiel wird am Freitag um 14.30 Uhr MESZ ausgetragen.

Leichtathletik

Stabhochsprung, Männer Der Weltmeisterschafts-Dritte Danny Ecker (Leverkusen) und Olympia-Debütant Raphael Holzdeppe (Zweibrücken) haben das Stabhochsprung-Finale in Peking erreicht. Beide überquerten am Mittwoch 5,65 Meter. Dagegen verfehlte der EM-Zweite Tim Lobinger den Einzug in den Medaillenkampf am Freitag. Der 35-jährige Münchner scheiterte dreimal an 5,65 Metern. Ausgeschieden ist auch der Weltjahresbeste Brad Walker (USA), der mit einer Vorleistung von 6,04 Meter zu den Olympischen Spielen gekommen war.

400 Meter Hürden, Frauen

Melaine Walker aus Jamaika hat die Gold-Medaille über 400-m-Hürden gewonnen und damit die Nachfolge von Athen-Siegerin und Doping-Sünderin Fani Halkia angetreten. Die 25 Jahre alte Weltranglistenerste Walker lief 52,64 Sekunden und holte damit bereits das vierte Leichtathletik-Gold für den Karibik-Staat in Peking. Silber gewann Sheena Tosta (USA/53,70), Bronze ging an Tasha Danvers (Großbritannien/53,84).

200 Meter Männer

Usain Bolt hat mit einem Fabelweltrekord auch den 200-Meter-Lauf gewonnen und damit in Peking das neunte Sprint-Double bei Olympischen Spielen geschafft. Der Olympiasieger aus Jamaika siegte in 19,30 Sekunden wie über 100 Meter in Weltrekordzeit und verbesserte die alte Bestmarke des Amerikaners Michael Johnson aus dem Jahr 1996 um 2/100 Sekunden. In 19,96 Sekunden lief Shawn Crawford aus den USA zu Silber, dessen Landsmann Walter Dix (19,98) wurde Dritter. Wallace Spearmon (USA) und Churandy Martina (Niederländische Antillen) wurden wegen Verlassens ihrer Bahn disqualifiziert. Ein deutscher Läufer war nicht am Start.

Hammerwerfen, Frauen

Oksana Miankowa aus Weißrussland ist Olympiasiegerin im Hammerwurf. Die Weltjahresbeste kam auf 76,34 Meter. Rang zwei belegte die Kubanerin Yipsi Moreno mit 75,20 Metern. Bronze ging an Zhang Wenxiu (China/74,32).

Weltmeisterin Betty Heidler sorgte für eine weitere bittere Enttäuschung des deutschen Leichtathletik-Teams. Die Frankfurterin verpasste das Finale der acht Besten. Nachdem sie zweimal das vier Kilo schwere Gerät in den Käfig geschleudert hatte und im dritten Durchgang mit nur 70,06 Meter auf Rang neun kam, musste sie noch vor dem Medaillenkampf ihre Tasche packen.

"Das ist nicht das Ergebnis, das ich mir erwünscht habe", sagte die 24-Jährige. "Wenn man so schlecht reinkommt und weiß, es ist Olympia, spielen auch die Nerven eine Rolle." Die einzige Weltmeisterin im 59-köpfigen deutschen Team gehörte in diesem Wettbewerb zumindest zum erweiterten Favoritenkreis.

Neuer Doping-Fall in der Leichtathletik:

Der Leichtathletik-Weltverband IAAF hat bestätigt, dass die ukrainische Olympia-Zweite im Siebenkampf, Ludmilla Blonska, bei einer Doping-Kontrolle bei den Peking-Spielen positiv getestet wurde. "Das Ergebnis der B-Probe liegt aber noch nicht vor", erklärte IAAF-Präsident Lamine Diack am Mittwoch auf einer Pressekonferenz. Zuvor hatte die französische Sportzeitung L´Equipe berichtet, Blonska sei positiv auf Steroide getestet worden. Die 29-Jährige hatte hinter Natalija Dobrinska (Ukraine) mit 6766 Punkten am vergangenen Samstag Silber geholt. Dritte war die US- Meisterin Hyleas Fountain (6619 Punkte) geworden. Blonska war 2003 wegen eines Doping-Vergehens für zwei Jahre gesperrt worden. Sollte sie erneut überführt werden, droht ihr eine lebenslange Wettkampfsperre.

Kanu

Kanu, Männer: Der dreimalige Canadier-Olympiasieger Andreas Dittmer hat sich doch noch für das 1000-Meter-Finale am Freitag qualifiziert. Der 36-Jährige belegte im Shunyi Park in seinem Halbfinallauf dank eines starken Endspurts den zweiten Rang, bereits Platz drei hätte zum Weiterkommen genügt. Im Vorlauf am Montag hatte er das Duell gegen Athen-Olympiasieger David Cal (Spanien) verloren. Auch Einerkajak-Spezialist Max Hoff (Raunheim) kam als Gewinner seines Halbfinallaufes weiter. Damit sind die deutschen Kanuten am Freitag in allen sechs Medaillenrennen vertreten. Am Donnerstag müssen über 500 Meter erneut Dittmer (Neubrandenburg) und Jonas Ems (Essen) im Einerkajak für den Einzug in die Endläufe am Samstag "nachsitzen".

Tischtennis

Tischtennis, Männer: Der Team-Olympiazweite Christian Süß hat in der Einzel-Konkurrenz des olympischen Tischtennisturniers die dritte Runde erreicht. Der für die zweite Runde gesetzte Düsseldorfer gewann gegen den Ungarn Janos Jakab mit 4:1. Am Donnerstag muss Süß in der Runde der letzten 32 gegen den dreimaligen Europameister Wladimir Samsonow aus Weißrussland antreten. Dann greifen auch Timo Boll und Dimitrij Ovtcharov ins Geschehen ein. Deutschlands Nummer eins trifft auf Kim Hyok Bong aus Nordkorea oder Chiang Peng Lung aus Taiwan. Der 19-jährige Ovtcharov spielt zuvor gegen den Rumänen Adrian Crisan. Am Donnerstagabend finden dann bereits die Achtelfinals statt.

Basketball

Basketball, Viertelfinale, Männer: Deutschland-Bezwinger China ist beim olympischen Basketball-Turnier in Peking von Litauen gestoppt worden. Der EM- Dritte gewann am Mittwoch das Viertelfinale gegen den Gastgeber mit 94:68 und trifft im Halbfinale am Freitag auf Spanien. Der Basketball-Weltmeister schaltete Kroatien mit 72:59 aus. Der große Gold-Anwärter USA drehte erst nach der Pause auf und gewann mit 116:85 gegen Australien. Im Kampf um den Einzug ins Endspiel wartet Argentinien. In einer dramatischen Begegnung setzte sich der Olympiasieger auch dank der 24 Punkte von Manu Ginobili mit 80:78 gegen Vize-Weltmeister Griechenland durch. Drei Sekunden vor Schluss vergab der Grieche Vaileios Spanoulis einen Dreier knapp.

Schwimmen

Langstreckenschwimmen, Frauen: Larissa Iltschenko hat bei der olympischen Premiere des Langstreckenschwimmens die Goldmedaille über 10 Kilometer der Frauen gewonnen. Die achtmalige Weltmeisterin aus Russland setzte sich nach 1:59:27,7 Stunden vor den beiden Britinnen Keri-Anne Payne und Cassandra Patten durch. Angela Maurer aus Wiesbaden belegte den vierten Platz.

Ringen

Ringen, Männer, Freistil, bis 74 kg: Freistilringer Buwaisa Saitijew aus Russland hat wie schon in Athen 2004 Gold gewonnen. Im 74-kg-Limit bezwang der sechsmalige Weltmeister den Usbeken Soslan Tigijew in zwei Runden mit 4:2 Punkten und fügte seiner beeindruckenden Erfolgsgeschichte einen weiteren Sieg hinzu. Im Kampf um Bronze setzten sich der EM-Zweite Murad Gaidarow aus Weißrussland und der Bulgare Kiril Tersijew durch. Deutsche Athleten waren in der Gewichtsklasse nicht vertreten.

Taekwondo

Taekwondo, Männer, bis 49 Kilo: Der Mexikaner Guillermo Perez hat sich den Olympiasieg im 58-kg-Limit im Taekwondo der Männer erkämpft. Im Finale bezwang der WM-Zweite Yulis Gabriel Mercedes aus der Dominikanischen Republik glücklich durch Kampfrichter-Entscheid. Nach drei Runden und einer Verlängerung hatte es Unentschieden gestanden. Bronzemedaillen gingen an Chu Mu-Yen aus Taiwan und an Rohullah Nikpai aus Afghanistan, an dem Levent Tuncat aus Duisburg überraschend in der ersten Runde gescheitert war. Für die erste Olympia-Medaille Afghanistans erhält Nikpai von einem Sponsor ein Preisgeld von umgerechnet 34.000 Euro.

Taekwondo, Frauen, bis 49 Kilo:

Die Chinesin Wu Jingyu hat beim olympischen Taekwondo-Turnier die erste Goldmedaille gewonnen. Im Finale der Klasse bis 49 Kilogramm bezwang die Weltmeisterin Buttree Puedpong aus Thailand mit 2:1 Punkten nach Verlängerung. Bronzemedaillen sicherten sich Dalia Contreras Rivero aus Venezuela und die Kubanerin Daynellis Montejo. Die Nürnbergerin Sümeyye Gülec war nach einer Niederlage im ersten Kampf ausgeschieden.

Synchronschwimmen

Synchronschwimmen, Duett, Finale: Die Russinnen Anastassia Dawydowa und Anastassia Ermakowa haben im Duett-Wettbewerb des Synchronschwimmens wie 2004 in Athen Olympia-Gold gewonnen. Nach der Freien Kür lagen die beiden Weltmeisterinnen in Peking mit insgesamt 99,833 Punkten vor den Europameisterinnen Andrea Fuentes/Gemma Mengual aus Spanien mit 48,834. Bronze sicherten sich mit 97,833 Punkten die Japanerinnen Saho Harada/Emiko Suzuki. Ein deutsches Paar hat sich nicht für den Wettbewerb qualifizieren können.

Segeln

Surfen, Frauen: Surferin Jian Yin hat den chinesischen Gastgebern das erste Segel-Gold in der olympischen Geschichte und das 44. Gold bei den Peking-Spielen beschert. Die 29-jährige Silbermedaillengewinnerin von Athen 2004 behielt im Medaillenfinale die Nerven und verwies Alessandra Sensini aus Italien auf Platz zwei. Bronze ging in der Fushan Bucht vor Qingdao an die Britin Bryony Shaw. Eine deutsche Teilnehmerin war bei der olympischen Pemiere des Surfbretts RS:X nicht am Start.

Surfen, Männer:

Tom Ashley hat der Segel-Nation Neuseeland die erste Goldmedaille der olympischen Regatta beschert. Nachdem die drei führenden Surfer vor Qingdao mit nur jeweils einem Punkt Abstand in den Medaillen-Krimi gestartet waren, setzte sich der 26 Jahre amtierende Weltmeister durch. Silber sicherte sich der Franzose Julien Bontemps, nachdem er sogar einmal gekentert war. Bronze ging nach packendem Duell mit dem leidtragenden Briten Nick Dempsey an Shahar Zubari aus Israel.

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