HOME

Stern Logo Olympia 2014

Olympia 2014 - Tag 7 in Sotschi: Aufregung um Neureuther, aber keine Medaillen

Was ist passiert in Sotschi? Wer hat Gold geholt, wer nur Blech? Die Ereignisse des aktuellen olympischen Wettkampftages im Rückblick.

Nach den vergangenen goldenen Tagen gab es diesmal für die deutschen Olympioniken in Sotschi nichts zu holen. So war die Siegerehrung für die Rodel-Team-Staffel der Höhepunkt des Tages aus deutscher Sicht. Enttäuschend verliefen vor allem die Wettbewerbe der Biathletinnen und der Skeleton-Pilotinnen. Für die größte Aufregung sorgte Felix Neureuther durch seinen Unfall in München. Unklar ist, ob die Folgen ihn bei Olympia beeinträchtigen werden. Einen großen Tag feierte das Team aus Weißrussland - mit zwei Gold- und einer Bronzemedaille.

+++ 20.24 Uhr: Finne Selänne ältester Eishockey-Torschütze +++

Nach Schweden (1:0 (0:0, 0:0, 1:0) gegen die Schweiz) haben auch Kanada und Finnland vorzeitig das Eishockey-Viertelfinale erreicht. Vancouver-Olympiasieger Kanada setzte sich problemlos mit 6:0 (2:0, 4:0, 0:0) gegen Österreich durch. Die Finnen schlugen Norwegen mit 6:1 (3:0, 2:0, 1:1). Dabei stellte Teemu Selänne einen Rekord auf: Mit dem Treffer zum 1:0 in der 6. Minute wurde er im Alter von 43 Jahren, sieben Monaten und elf Tagen der älteste Spieler, der bei Winterspielen ein Tor erzielte. Der Stürmer, der sich im ersten Match leicht verletzt hatte, ist mit sechs Olympia-Teilnahmen bereits Rekordhalter. Die Tschechen besiegten Lettland mit 4:2 (2:1, 2:1, 0:0).

+++ 20:09 Uhr: Erstmals Eiskunstlauf-Gold für Japan +++

Yuzuru Hanyu hat als erster japanischer Eiskunstläufer die Goldmedaille bei Olympischen Winterspielen gewonnen. Der 19-Jährige siegte vor dem Kanadier Patrick Chan. Bronze ging an den Kasachen Denis Ten. Peter Liebers aus Berlin sicherte bei seiner Olympia-Premiere mit Platz acht die beste Platzierung eines Deutschen seit dem neunten Platz von Heiko Fischer bei den Spielen 1988. Wegen einer Rückenverletzung hatte der russische Olympiasieger Jewgeni Pluschenko.

+++ 19.49 Uhr: Alle vier Skispringer qualifiziert +++

Alle vier Skispringer des Deutschen Skiverbandes (DSV) haben erwartungsgemäß den olympischen Wettkampf von der Großschanze am Samstag erreicht. Bei der Qualifikation war Marinus Kraus bester DSV-Springer. Der Oberaudorfer kam mit 130 Metern auf Platz vier. Richard Freitag schaffte bei ungünstigem Wind 118,5 Meter und wurde 21. Die Qualifikation gewann der Österreicher Michael Hayböck, der 131 Meter sprang. Severin Freund und Andreas Wellinger gehörten dank ihrer Top-Ten-Platzierungen im Weltcup zu den Vorqualifizierten.

+++ 19.30 Uhr: Sprung-Gold für Weißrussin Alla Zuper +++

Die weißrussische Ski-Freestylerin Alla Zuper hat in ihrem fünften Anlauf endlich die Goldmedaille im Sprung gewonnen. Die 34-Jährige profitierte im Finale der besten Vier auch von den Fehlern der Konkurrentinnen und triumphierte mit 98,01 Punkten. Die Chinesin Mengtao Xu holte Silber, Vancouver-Olympiasiegerin Lydia Lassila aus Australien sicherte sich trotz eines Sturzes Bronze. Der zweimaligen Silbermedaillengewinnerin Nina Li blieb nur der vierte Platz. Deutsche Teilnehmerinnen waren nicht am Start.

+++ 18:56 Uhr: Erster Sieg für Deutsche Curler +++

Deutschlands Curler können doch gewinnen: Nach fünf Niederlagen haben sie ihren ersten Sieg gefeiert. Gegen die Schweiz gewann die Mannschaft von Skip John Jahr am Freitagabend mit 8:7 und hat damit ihre Minimalchance auf den Halbfinal-Einzug gewahrt. Gegen die bislang in diesem Turnier enttäuschenden Eidgenossen, die 2010 in Vancouver noch Bronze gewonnen hatten, behielten die Hamburger erstmals im letzten End die Nerven und durften jubeln.

+++ 18.33 Uhr: Britin Yarnold siegt im Skeleton +++

Die deutschen Skeleton-Pilotinnen um Anja Huber haben die erhoffte Medaille bei den Olympischen Winterspielen von Sotschi deutlich verpasst. Die Vancouver-Bronzegewinnerin Huber erreichte nach vier Läufen nur den achten Platz und lag 2,35 Sekunden hinter der überlegenen Olympiasiegerin Elizabeth Yarnold aus Großbritannien. Silber sicherte sich die Amerikanerin Noelle Pikus-Pace vor Elena Nikitina aus Russland. Olympia-Debütantin Sophia Griebel erreichte Rang zehn, die Ex-Weltmeisterin Marion Thees wurde nur 13. Für das deutsche Frauen-Team war es das bislang schlechteste Olympia-Resultat.

+++ 16.19 Uhr: Domratschewa gewinnt zweites Gold +++

Darja Domratschewa hat ihr zweites Biathlon-Gold bei den Olympischen Winterspielen von Sotschi gewonnen. Die 27 Jahre alte Weißrussin setzte sich in Krasnaja Poljana nach 15 Kilometern gegen die Schweizerin Selina Gasparin durch. Bronze ging an Domratschewas Landsfrau Nadeschda Skardino. Schon am Dienstag hatte Domratschewa das Verfolgungsrennen für sich entschieden. Die deutschen Skijägerinnen verpassten durch zahlreiche Schießfehler erneut eine Top-Ten-Platzierung.

+++ 15.40 Uhr: Skeleton-Piloten ohne Medaillenchance +++

Skeleton-Pilot Frank Rommel hat zur Halbzeit des Olympia-Rennens bereits deutlichen Rückstand auf die Medaillenränge. Der Eisenacher blieb im zweiten von vier Durchgängen auf dem siebten Rang und liegt mehr als eine Sekunde hinter dem drittplatzierten Amerikaner John Daly. Mehr als zwei Sekunden vor Rommel geht der Russe Alexander Tretjakow als überlegen Führender in die beiden abschließenden Durchgänge am Samstag. Der Lette Martins Dukurs ist Zweiter. Alexander Kröckel aus Oberhof fiel im zweiten Lauf von Rang acht weiter zurück und hat keine Chance mehr auf Edelmetall.

+++ 13.22 Uhr: Schweizer Viletta gewinnt Super-Kombination +++

Der Schweizer Skirennfahrer Sandro Viletta ist überraschend Olympiasieger in der Super-Kombination. Viletta fuhr nach Rang 14 in der Abfahrt im Slalom nach ganz nach vorn. In 2:45,20 Minuten lag der 28-Jährige in Krasnaja Poljana 34 Hundertstelsekunden vor dem Kroaten Ivica Kostelic. Dessen Vater Ante hatte den schwierigen Slalom gesetzt. Kostelic galt wegen seiner starken Abfahrt am Morgen als Gold-Favorit. Rang drei ging an den Italiener Christof Innerhofer. Deutsche hatten sich für die Super-Kombination nicht qualifiziert.

+++ 13.07 Uhr: Olympia als Quotengarant +++

Die Olympischen Winterspiele erweisen sich als der erhoffte Quotengarant. 50,90 Millionen TV-Zuschauer haben in der ersten Woche die Wettkämpfe in Sotschi bei ARD und ZDF verfolgt. Das entspricht nach neuen Angaben der Fernsehsender etwa 70 Prozent der Deutschen. Das Zuschauerinteresse sei bereits bei Halbzeit höher als bei den Winterspielen 2010 in Vancouver. Damals waren insgesamt 50,18 Millionen Zuschauer bei den Live-Berichten dabei gewesen.

+++ 12.10 Uhr: Cologna holt sein zweites Gold +++

Der Schweizer Dario Cologna ist auch Langlauf-Olympiasieger über 15 Kilometer in der klassischen Technik. Der 27-jährige gewann in Krasnaja Poljana sein zweites Olympia-Gold bei den Winterspielen in Sotschi nach dem Skiathlon. Der dreimalige Gewinner der Tour de Ski siegte vor dem Schweden Johan Olsson. Bronze ging an Olssons Landsmann Daniel Richardsson. Als bester Langläufer des Deutschen Ski-Verbandes beendete Axel Teichmann aus Bad Lobenstein das Rennen bei Temperaturen weit über null Grad auf einem hervorragenden achten Platz.

+++ 12.08 Uhr: Kombinierer Kircheisen kämpft um Startplatz +++

Björn Kircheisen darf doch noch auf einen Einsatz bei den Olympischen Winterspielen hoffen. Der Ersatzmann der deutschen Nordischen Kombinierer kann sich in einer internen Ausscheidung am Samstag einen Startplatz für den Einzel-Wettbewerb mit dem Springen auf der Großschanze ergattern. "Björn ist ein gestandener und verdienstvoller Athlet. Er soll eine Chance erhalten", begründete Bundestrainer Hermann Weinbuch seine Entscheidung.

. Beim Einzel-Wettbewerb mit dem Springen von der Normalschanze am vergangenen Mittwoch, in dem Eric Frenzel triumphierte und auch die anderen drei DSV-Kombinierer in den Top Ten landeten, war er nur Zuschauer gewesen. "Ich habe die Hoffnung, dass ich einen Start bekomme. Ich kämpfe darum", sagte Kircheisen.

+++ 09.02 Uhr: Curler kassieren weitere Niederlage +++

Die deutschen Curler haben in Sotschi auch ihr fünftes Spiel verloren und bleiben als einziges punktloses Team Letzter der Tabelle. Die Mannschaft um Skip John Jahr unterlag am Freitag den USA mit 5:8 und kann den Einzug ins Halbfinale, das nur die ersten vier von zehn Mannschaften erreichen, abhaken. Das dritte und siebte End, in dem die Amerikaner jeweils vier Steine schrieben, waren im "Ice Cube" entscheidend.

+++ 08.18 Uhr: Lesser kritisiert IOC +++

Der Olympia-Zweite Erik Lesser hat das Internationale Olympische Komitee (IOC) für das Trauerverbot kritisiert. "Wenn man so eine emotionale Sache als Propaganda hinstellt, ist das extrem schade", sagte er im Deutschen Haus von Krasnaja Poljana. "Das ist keine Propaganda und keine Rebellion. "Ich kann die Argumentation des IOC nicht nachvollziehen", kritisierte der 25-Jährige. Das IOC ermahnten Norwegens Langläuferinnen für das Tragen eines Trauerflors im Skiathlon. Anlass war der Tod des Bruders der Langläuferin Astrid Jacobsen.

+++ 08.10 Uhr: Jansrud bei Kombi-Abfahrt vorn +++

Skirennfahrer Ivica Kostelic hat glänzende Aussichten auf den Sieg in der olympischen Super- Kombination. Der Kroate zeigte eine starke Abfahrt und geht auf Platz sieben in den Slalom (12.45 Uhr MEZ). Der Rückstand des WM-Zweiten auf den Führenden Norweger Kjetil Jansrud beträgt nur 0,93 Sekunden. Jansrud liegt vor dem überraschend starken Tschechen Ondrej Bank und Österreichs Abfahrts-Olympiasieger Matthias Mayer. Alle sind aber schlechtere Slalomfahrer als Kostelic. Deutsche hatten sich für die Super-Kombination nicht qualifiziert.

+++ 07.22 Uhr: Wank nicht von der Großschanze +++

Für Andreas Wank ist der Traum von einer weiteren Olympia-Medaille geplatzt. Der 25-Jährige wurde von Bundestrainer Werner Schuster nicht für die Einzel-Entscheidung auf der Großschanze an diesem Samstag nominiert und dürfte damit auch keine Chance auf einen Einsatz im Teamwettbewerb zwei Tage später haben. "Es fehlt ihm der Schlüssel, um auf große Weite zu kommen. Er hat etwas mehr Probleme, bei dem hohen Schanzenradius seine Athletik einzusetzen und ist nie richtig ins Fliegen gekommen", begründete Schuster nach dem Abschlusstraining seine Entscheidung.

Neben den gesetzten Severin Freund und Andreas Wellinger erhielten Marinus Kraus an seinem 23. Geburtstag und Richard Freitag den Vorzug vor Wank, der vor vier Jahren in Vancouver Silber mit der Mannschaft gewonnen hatte. "Marinus bekommt den Einsatz nicht geschenkt, er hat ihn sich hart erarbeitet", stellte Schuster klar. Auf der Normalschanze war Wank am vergangenen Sonntag als Zehnter noch zweitbester deutscher Springer gewesen. Im Training auf dem großen Bakken lag er aber deutlich hinten.

kng/DPA / DPA

Wissenscommunity