So sieht der neue Airbus A350 aus

7. Juni 2013, 15:10 Uhr

In Toulouse läuft der Countdown: In nur wenigen Tagen startet der Airbus A350 zu seinem Jungfernflug. Wir zeigen erste Aufnahmen des neuen Langstreckenjets. Von Jan Boris Wintzenburg

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Der erste Prototyp des A350 XWB - das Kürzel steht für "Xtra Wide Body" - mit der Nummer MSN 001 parkt auf einem abgesperrten Teil des Flughafens von Toulouse, an dem das französische Stamm-Werk von Airbus liegt. Wer zur Maschine will, muss eine Sicherheitskontrolle passieren.

Das Gewusel um das strahlend weiße Flugzeug auf dem Rollfeld des Flughafens von Toulouse ist groß. Überall am Rumpf, an den Triebwerken, den Flügeln und am Fahrwerk arbeiten Techniker. Der erste Airbus A350 XWB ist zwar schon fertig, doch für seinen Erstflug, der am 14. Juni stattfinden soll, müssen noch tausende Messsonden installiert und verkabelt werden. Der erste Prototyp der neuen Flugzeuggeneration von Airbus soll vom ersten Moment an Daten liefern, damit die Serienmodelle ab Mitte 2014 wie geplant ausgeliefert werden können. Insgesamt fünf Prototypen werden in die Erprobung gehen, bis die Zulassung der Luftfahrtbehörden erteilt wird.

Bei Airbus hofft man, dass die A350 der prestigeträchtigen Luftfahrtmesse in Le Bourget bei Paris per Überflug einen Besuch abstatten wird. "Dafür müssten wir aber vorher neben dem Erstflug noch drei oder vier weitere Testflüge absolvieren", sagt Chefpilot Frank Chapman. "Wir werden nicht hetzen. Sicherheit geht auf jeden Fall vor." Doch der Ehrgeiz, das Ziel Le Bourget zu erreichen, ist spürbar.

Schon mehr als 600 Maschinen sind bestellt
Die Luftfahrtmesse geht vom 17. bis zum 23. Juni. Sie gilt als der Branchentreffpunkt des Jahres. Neben den größten Konkurrenten werden auch fast alle der bisher 34 A350-Kunden dort sein. Sie haben zusammen rekordverdächtige 616 Maschinen bestellt. Das entspricht fast sechs Jahresproduktionen. Doch bei Airbus erwartet man auf der Messe ein weiteres Order-Feuerwerk für Hunderte neuer Maschinen, darunter viele A350 zu Listenpreisen zwischen 250 und 330 Millionen US-Dollar.

Deswegen zählt nun jede Minute. Teilweise ziehen zwei Dutzend Techniker und Ingenieure zeitgleich Kabel durch den von innen noch leeren Rumpf, in dem nur die Computer-Pulte der Flugtest-Ingenieure stehen. Drei von ihnen werden auf dem Erstflug dabei sein und die Systeme überwachen. "Wir tasten uns ganz langsam an die Flugeigenschaften der Maschine ran", sagt Chefpilot Chapman, der dann mit zwei weiteren Kollegen im Cockpit sitzen wird. "Erst wenn alle Systeme gecheckt sind und wir eine sichere Höhe erreicht haben, ziehen wir das Fahrwerk ein. Dann beschleunigen wir gemächlich bis zur Reisegeschwindigkeit." Die beträgt gut 800 Kilometer pro Stunde.

Wenn alles gut geht, dann wird der Erstflug zwischen drei und vier Stunden dauern. Nach der Landung wird kurz gefeiert, aber schon nach einem Tag Pause beginnt der Alltag: Ab da wird MSN 001 fast täglich fliegen und Daten sammeln.

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