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E-Bikes: Fahrradfahren mit Tempo 50 - so werden E-Bikes illegal getunt

Nicht nur Senioren, auch junge Fahrer kaufen heute ein E-Bike. Ihnen reicht die erlaubte Geschwindigkeit von 25 km/h nicht aus - sie tunen ihr E-Bike. Das geht kinderleicht, ist aber gefährlich.

Wenn 25 km/h nicht genug sind, wird illegal nachgeholfen.

Wenn 25 km/h nicht genug sind, wird illegal nachgeholfen.

Getty Images

E-Bikes liegen im Trend. 2017 wurden über 700.000 Stück im Jahr verkauft. So die Zahlen des Zweirad-Industrie-Verbands (ZIV). Der Boom begann mit den typischen Tiefeinsteiger-Rädern für Senioren. Mit einem Anteil von 38,5 Prozent sind die gemütlichen City- und Urbanräder nach wie vor das erfolgreichste Segment. Addiert man aber die sportlicheren Segmente Mountainbike (21,5 Prozent) und Trekkingräder (35,5 Prozent), wird schnell klar, dass die Seniorenräder inzwischen in der Minderheit sind.

Jüngere Käufer und schnellere Räder

Die Industrie feiert die Verjüngung der Käufer. Der Verband geht davon aus, dass der Anteil der verkauften Stromer weiter steigen wird. Heute stellen E-Bikes 19 Prozent der Verkäufe, langfristig rechnet man mit 35 Prozent. 

Doch den neuen sportlichen Kunden sind die Stromräder zu langsam. Die meisten E-Bikes dürfen nämlich nur 25 km/h fahren, danach wird der Motor radikal abgeregelt. Zumindest bei der Pedelec-Klasse. Für den Weg zum Markt mit einem gemütlichen Hollandrad sind 25 km/h dank der zusätzlichen Motorkraft schnell genug, für einen Pendler auf einem schnellen Trekkingbike nicht. Auf ebener Strecke und ohne Gegenwind fährt er auch ohne Motor nur mit Muskelkraft schneller als 25 km/h. Mit einem Stromer fühlt es sich für ihn an, als würde er bei 25 km/h gegen eine Gummiwand prallen, weil der Motor abgeschaltet wird.

Solange E-Bikes im Wesentlichen an Senioren in der Bauform "ultrakomfortabler Tiefeinsteiger" verkauft wurde, existierte das Problem nicht. Räder und Kunden waren meist gemütlich unterwegs und schöpften die erlaubte Höchstgeschwindigkeit gar nicht aus.

Aber inzwischen hat die Verstromung alle Rad-Typen erreicht – es gibt sogar inzwischen Speedbikes und Rennräder mit Stromantrieb. Dank neuer Motoren fährt man bei 25 km/h nicht mehr gegen eine Gummiwand, man wird elegant aus dem Unterstützungsbereich verabschiedet. Eine Hilfe ist der Motor oberhalb der Grenze natürlich nicht mehr. Die Fahrer schneller Typen sinnen auf Abhilfe – schließlich wollen sie nicht von Muskelbikern überholt werden. 

Tuning beim E-Bike kinderleicht 

Die Lösung für das Dilemma ist einfach, aber nicht legal: Die Stromräder werden heutzutage getunt, so wie man früher Mofas schneller gemacht hat. Nur beim Fahrrad geht das noch einfacher. "Der Punkt ist, dass das Tuning gewaltige Dunkelziffern hat und die Polizei das nicht erfasst", klagt Unfallforscher Siegfried Brockmann, der die Unfallforschung der Versicherer (UDV) in Berlin leitet. "Die Bausätze sind im Internet rege angefragt."

Im Prinzip gibt es zwei illegale Wege zur höheren Geschwindigkeit. Mit Bauteilen und Steckern kann man in die Steuerungselektronik eingreifen. Experten können den Motor komplett anders ansprechen und ihm mehr Leistung (Watt) und Drehmoment (Newtonmeter) entlocken. Die verbauten Motoren können ein Mehrfaches der erlaubten Leistung abgeben.

E-Trekkingbikes: Das sind die besten E-Bikes bei der Stiftung Warentest
Der Testsieger KTM Macina Fun 9 SI-P5I erreicht die Note Gut (1,7). Die Tester loben den kraftvollen Motor und den breiten Lenker mit ergonomischen Griffen. Kosten: 2800 Euro.

Der Testsieger KTM Macina Fun 9 SI-P5I erreicht die Note Gut (1,7). Die Tester loben den kraftvollen Motor und den breiten Lenker mit ergonomischen Griffen. Kosten: 2800 Euro.

Hersteller

Wer nur ein bisschen schneller fahren will, wählt dagegen eine ganz einfache Methode. Er kauft ein Bauteil, welches die Geschwindigkeitsmessung am Hinterrad manipuliert. Ab einer bestimmten Geschwindigkeit wird nur die Hälfte an den Controller weitergemeldet. Der Motor "denkt" dann, er fährt nur 18, obwohl das Rad mit 36 km/h unterwegs ist. Entsprechende Sets sind ab etwa 100 Euro frei erhältlich. Das funktioniert immer gleich.

Vorteil an der Methode: Der betrügerische Impulsgeber lässt sich mit einem Handgriff wieder entfernen. Nach zwei Minuten befindet sich das Rad wieder im Ausgangszustand.

Die Tuningteile sind frei erhältlich, solange auf privatem Grund gefahren wird, erst der Einsatz im Straßenverkehr ist nicht erlaubt. Dort macht der Tuner sich strafbar, wegen des Fahrens ohne Versicherungsschutz. Tatsächlich ist die Chance, erwischt zu werden, denkbar gering.

Erhöhte Unfallgefahr

Diese Systeme versprechen Top-Geschwindigkeiten von 50 oder 75 km/h. Das ist nicht ganz korrekt. Um 50 zu erreichen, muss man die 250 Watt des Motors schon massiv mit den Beinen unterstützen. Geschwindigkeiten von bis zu 40 km/h sind aber mühelos möglich. Doch für derart hohe Geschwindigkeiten und Belastungen sind Rahmen und Bremsen nicht ausgelegt.

Hinzu kommt eine erhöhte Unfallgefahr: "Ich halte das für absolut gefährlich, so etwas zu tun", sagte die Geschäftsführerin der Landesverkehrswacht Niedersachsen, Cornelia Zieseniß. "Andere rechnen nicht damit, dass jemand auf dem Radweg ankommt, der fast so schnell ist wie ein Auto." 

Unattraktive S-Pedelecs

Laien fragen sich, warum die E-Raser nicht zur legalen Alternative greifen, den sogenannten S-Pedelecs. Ein S-Pedelec ist in etwa mit einem Moped zu vergleichen. Die legale Spitzengeschwindigkeit liegt bei 45 km/h. Die Nennleistung des Motors darf 500 Watt betragen. Doch kaum jemand kauft so ein Rad – der Marktanteil liegt bei einem Prozent.

Für ein S-Pedelec benötigt man eine zusätzliche Versicherung. Angesichts der Preise von etwa 4000 Euro dürften die 60 Euro für die Versicherung jedoch kaum abschreckend wirken. Allerdings sind die Räder selbst deutlich teurer als die 25 km/h Modelle. Die vorgeschriebenen Anbauteile wie Kennzeichenhalter und Rückspiegel machen sie in den Augen von Rad-Ästheten hässlich.

Hauptnachteil ist aber, dass die schnellen S-Pedelecs legal in aller Regel nur auf der Fahrbahn der Straße bewegt werden dürfen. Parkanlagen und Radwege sowie Radspuren innerorts sind meistens tabu. Auf einer mehrspurigen Straße muss man daher mit seinem S-Rad, das in der Praxis auch nur 38 fährt, auf die rechte Spur – als rollendes Verkehrshindernis mitten unter die Schwerlast-Lkw. 

Keine Lösung in Sicht 

Der Gesetzgeber hat eine sehr schwierige Situation geschaffen. Auf einem S-Pedelec darf man nicht dort fahren, wo man will. Die 25-km/h-Klasse ist für schnelle Pendler zu langsam. Zwei Räder in der Preisklasse von über 2500 Euro wird sich kaum jemand leisten wollen. Das Tuning ist zwar einfach, aber eben auch illegal. Spätestens bei einem Unfall gibt es ein unsanftes Erwachen aus dem Geschwindigkeitsrausch – also Finger weg. Das gleiche gilt für die Benutzung des S-Pedelecs auf dem Radweg. Auch hier dürfte man kaum von der Polizei erwischt werden, kommt es aber zu einem Unfall, hat man ein ernstes Problem.

Denkbar wäre eine Anhebung der 25 km/h-Grenze auf 30 km/h, wie sie die Industrie anstrebt. Angesichts steigender Unfallzahlen ist es unwahrscheinlich, dass dieses Vorhaben Erfolg haben wird.

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Hallo, ich habe mir vor ein paar Wochen einen amerikanischen Oldtimer gekauft - ein Import aus den Staaten, bekam hier eine Vollabnahme und H-Gutachten. Aufgrund der Entfernung konnte ich den Wagen jedoch lediglich auf Fotomaterial besichtigen und auf den Fotos sah er aber sehr gut aus - hatte wenig Laufleistung und wurde auch beim Gespräch mit dem Verkäufer am Telefon mit einem guten Zustand beworben. Nach der Lieferung fielen mir dann sofort 2 Roststellen auf, wo ich mir noch sagte "Hey - das Auto ist 40 Jahre alt - darf es haben, also reparierst du es einfach". Bei der Reparatur stellen sich dann jedoch weitere Roststellen heraus, die sogar zur Demontage der Innenverkleidungen, Kotflügel und Windschutzscheibe führten. Aber Ok - altes Auto. Der Wagen ging daraufhin zum Lackierer und wurde dort weiter behandelt. Dabei kamen dann weitere Mängel zum Vorschein: Die Beifahrertüre wurde bereits im unteren Bereich dick mit Spachtel überzogen - die Unterkante wurde ausgetauscht und von innen nicht versiegelt - das Blech rostete durch. Jedoch war das gesamte untere Türdrittel komplett verbeult - dazu braucht es schon einen recht großen Hammer. Ca. 8mm dicke Spachtelbrocken musste ich abschlagen. An einer Stelle wurde das Blech der Seitenwand bereits ausgetauscht. Durch die schlechte Arbeit waren Blechteile vollständig durchrostet. Auf der anderen Seitenwand hatte der Wagen einen weiteren Treffer kassiert - das Blech war eingedrückt und wurde mit massig Spachtel übergetüncht. Von außen nur anhand sehr schlechtem Lackbildes zu sehen und von innen sind deutlich Schweißpunkte vom Blechzughammer erkennbar. Auch die Seitenscheiben waren stümperhaft montiert. Diese wurden nicht mit Scheibenkleber, sondern einer kaugummiartigen Substanz montiert und fielen bei der Demontage der Zierleisten dem Lackierer bereits entgegen. Laut Verkäufer wurden die Seitenwände zwar überlackiert (was man auch sehen konnte), ein Grund wurde jedoch nicht genannt - angeblich schlechter Lack oder Kratzer. Nun meine Frage: Im Kaufvertrag ist der Wagen wie folgt beschrieben: "Keine Unfallschäden laut Vorbesitzer" "Dem Verkäufer sind auf andere Weise keine Unfallschäden bekannt" Weitere Regelungen gibt es im Kaufvertrag nicht. Durch die Beseitigung der Durchrostungen an den unfachmännisch ausgeführten Blech- und Spachtelarbeiten ist der Preis für die Lackierung deutlich gestiegen. Kann man beim Verkäufer hierfür mitunter Schadensersatz geltend machen? Gekauft wurde das Fahrzeug Mitte Dezember 2018, geliefert in der 2ten KW im Januar. Danke im Voraus für eure Antworten.