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Xperia Z5: 4K in der Hosentasche: Sony zeigt das schärfste Handy der Welt

Im Rennen um das schärfste Smartphone liegt Sony derzeit in Führung: Auf der IFA in Berlin wurde das Xperia Z5 Premium vorgestellt, ein Handy mit 4K-Bildschirm. Doch braucht man das?

Von Christoph Fröhlich,Belin

Sony Xperia Z5

Das Sony Xperia Z5 in vier Farben

Der Bildstandard 4K ist das Schlagwort der IFA 2015. Es gibt kaum eine Messehalle, in der nicht irgendein neuer Beamer oder Fernseher mit dem Full-HD-Nachfolger herumsteht. Nun hat die ultrascharfe Bildauflösung auch die Hosentasche erreicht: Sony hat in Berlin das erste Smartphone mit 4K-Display vorgestellt. Außerdem gab es noch zwei andere Smartphones zu sehen. Wir stellen die Geräte vor.

Xperia Z5

Bei der Designsprache des Xperia Z5 bleibt sich Sony treu: Die Vorder- und Rückseite besteht wie bei den Vorgängern aus Glas, das Gehäuse ist wassergeschützt und etwas kantig. Die Rückseite ist beim Xperia Z5 aber rau und matt, wodurch sie nicht mehr spiegelt. Das Gerät ist sehr dünn und leicht, liegt gut in der Hand und wirkt so hochwertig verarbeitet, wie es sich für ein Premium-Smartphone gehört. Insgesamt wird Sony dem Oberklasse-Anspruch gerecht.

Das Display misst 5,2 Zoll - damit ist es ähnlich groß wie das Galaxy S6 und kleiner als das jüngst vorgestellte Huawei Mate S. Farben wirken auf dem Display des Xperia Z5 extrem kräftig, denn der Bildschirm unterstützt einen höheren Farbraum als viele Konkurrenzmodelle.

Eine große Neuerung ist der Fingerabdruckscanner, der im Ein/Aus-Schalter am Rand des Gehäuses steckt. Er funktioniert in ersten Tests sehr schnell und zuverlässig. Eine sehr komfortable Umsetzung, die deutlich intuitiver ist als Fingerscanner auf der Rückseite des Gehäuses.

Das Highlight ist laut Sony die Kamera: Sony setzt auf einen 23-Megapixel-Sensor. Die Kontraste sind gut, und die Bilder zeigen viele Details. Der Auslöser reagiert extrem schnell, unter Idealbedingungen soll das Bild nach 0,03 Sekunden im Foto-Ordner liegen. Wie auch bei den Vorgängern gibt es am Gehäuse des Z5 eine eigene Auslöser-Taste.

Als Betriebssystem ist Android 5.1 installiert, das mit einigen Sony-Features ergänzt wurde.

Xperia Z5 Compact

Sony verfolgt bei seinen Kompaktmodellen seit Jahren eine andere Strategie als andere Hersteller. Während LG, Samsung und Co. ihre Mini-Geräte meist mit abgespeckter Hardware auf den Markt bringen, sind Sonys kleinere Handys meist genauso gut ausgestattet wie die großen.

Das ist auch beim Z5 Compact der Fall: Es hat den gleichen Prozessor, die Kamera und den Fingerabdruckscanner des Xperia Z5. Der augenfälligste Unterschied ist das Display: Es misst 4,6 Zoll und hat eine Auflösung von 1280 x 720 Pixeln. Auf dem Papier wirkt das ziemlich mager, in der Realität erkennt man aber kaum einen Unterschied zum Full-HD-Screen des großen Bruders.

Auch beim Gehäuse wurde der Rotstift angesetzt: Der Aluminiumrahmen des Z5 wurde durch einen Plastikrahmen ersetzt. Das wirkt nicht so hochwertig wie beim Standardmodell. Mit neun Millimetern ist es zudem deutlich dicker.

Xperia Z5 Premium

Sonys Aushängeschild ist das Xperia Z5 Premium. Es ist das teuerste und größte Modell der Reihe: Das Display misst 5,5 Zoll - das ist so groß wie beim iPhone 6 Plus. Da es keine geschwungene Rückseite hat wie etwa das Moto X Play, liegt es wegen der schieren Größe auch nicht ganz so gut in der Hand. Der Rahmen besteht aus Edelstahl, es gibt ein Modell in Silber und Gold. Umstritten ist die verspiegelte Rückseite: Die sieht zwar einerseits schick aus, ist auf der anderen Seite aber extrem anfällig für Fingerabdrücke.

Das Highlight ist das 4K-Display. Mit mehr als 800 ppi (pixel per inch) hat das Xperia Z5 Premium das schärfste Display am Markt. Technisch ist das beeindruckend. Fragt sich bloß: Braucht man das überhaupt? Bereits bei 2K-Displays, wie sie im LG G4 oder im Galaxy S6 stecken, sind in der Techwelt umstritten. Denn die Unterschiede zum herkömmlichen Full-HD-Display muss man sprichwörtlich mit der Lupe suchen, dafür bezahlt man mit wertvoller Akkulaufzeit - denn die extrem scharfen Displays sind sehr stromhungrig. Außerdem wird das Gehäuse schneller heiß.

Für Normalnutzer dürfte das 4K-Display keinen nennenswerten Vorteil haben. Einzig bei Virtual-Reality-Projekten wie Googles Project Cardboard oder Samsungs Gear VR bietet das Xperia Z5 Premium einen Mehrwert. Virtual-Reality-Halterungen sind wiederum ein absolutes Nischenprojekt.

Fazit

Mit den Xperia-Geräten der fünften Generation hat Sony die Reihe konsequent weiterentwickelt. Der Fingerabdruckscanner funktioniert gut, zudem gibt es gleich drei verschiedene Display-Größen. Wie gut die Kamera und die Akkulaufzeit sind, muss ein Test zeigen.

Ob die neuen Geräte den kriselnden Konzern wieder in die Spur bringen, bleibt abzuwarten. Dafür könnten die Änderungen, vor allem beim Design, zu marginal sein.