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Rassismusvorwürfe Schwarzer Kunde bei Aldi beleidigt und angegriffen – Discounter feuert Mitarbeiter

Prince Ofori filmt Rassismusvorfall bei Aldi
Prince Ofori filmte den Vorfall in der Aldi-Filiale in Berlin-Neukölln
© Prince Ofori / Instagram
Als sich Prince Ofori in einer Aldi-Filiale in Berlin gegen rassistische Begriffe zur Wehr setzte, wurde er angegriffen und aus dem Geschäft verwiesen – das zeigt ein Video bei Instagram. Der Discounter hat schon Konsequenzen gezogen.

Ein User hat auf Instagram schwere Rassismusvorwürfe gegen den Discounter Aldi erhoben. Der Tanzpädagoge Prince Ofori veröffentlichte auf seinem Account ein Video, das ihn bei einer Diskussion mit anderen Aldi-Kunden zeigt. In dem Streit geht es um das Wort "N***rküsse". Im Vorfeld des Videos hatte nach Aussage von Ofori ein "älterer Kunde" mehrfach den Begriff verwendet. Ofori habe ihn dann darauf aufmerksam gemacht, dass es sich um eine rassistische Beleidigung handelt.

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Das wollte der Mann allerdings nicht einsehen, es kam zu einem lautstarken Disput mit mehreren Kund:innen in der Filiale im Berliner Stadtteil Neukölln. In dem Video ist zu sehen, wie Ofori sogar mit leeren Pappkartons beworfen wird. Schließlich griff auch der Geschäftsführer ein und forderte Ofori auf, den Laden zu verlassen. Der Vorfall soll sich am Donnerstagvormittag ereignet haben.

"Schmerzhaftes und unvergessliches Erlebnis"

"Es kann nicht sein, dass ich im Jahre 2021 als Schwarzer nicht normal meinen Einkauf machen kann, ohne mit rassistischen Äußerungen beleidigt, mit Gegenständen beworfen und dann noch als die Person dargestellt zu werden, die sich 'falsch' verhält, wenn sie ihren Unmut äußert", schrieb Ofori dazu auf Instagram und sprach in einem späteren Post von einem "schmerzhaften und unvergesslichen Erlebnis".

Auf der Plattform schlug der Vorfall hohe Wellen. Ofori selbst, der sich nach eigener Aussage seit vielen Jahren für die Schwarze Community engagiert, hat mehr als 28.000 Follower, außerdem wurde das Video vielfach geteilt. Bisher wurde es auf Instagram schon mehr als fünf Millionen Mal angesehen, zahlreiche User:innen äußern ihre Empörung und sprechen dem Deutsch-Ghanaer ihre Unterstützung zu. Für das Verhalten der Aldi-Mitarbeiter gibt es viel Kritik.

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Aldi entschuldigt sich und entlässt Mitarbeiter

Mittlerweile hat der Discounter darauf reagiert. In einem Statement auf Instagram bat Aldi "um Verzeihung". Man habe den Kunden persönlich kontaktiert, sich bei ihm entschuldigt und wolle mit ihm über den Vorfall sprechen, hieß es. Außerdem habe sich Aldi "als ersten Schritt" von dem Mitarbeiter, der Ofori in dem Video aus dem Laden geworfen hatte, getrennt. 

Am Freitag demonstrierten zudem einige Schwarze Personen vor der Aldi-Filiale gegen Rassismus. Als Konsequenz aus dem rassistischen Vorfall forderte Ofori neben der bereits erfolgten Entschuldigung und der Entlassung des Mitarbeiters eine "angemessene Entschädigung" sowie ein "bundesweites Anti-Rassimus- und Diskriminierungstraining" für alle Aldi-Mitarbeiter:innen in Deutschland.

Quellen: Prince Ofori auf Instagram / Aldi Nord auf Instagram / Abu_Internet auf Twitter

epp

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