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+++ Atomkatastrophe in Japan+++: Liveticker: Radioaktivität im Meerwasser hoch wie nie

Neue Schreckensmeldung aus Fukushima: Das Meerwasser vor Fukushima ist offenbar stärker radioaktiv belastet als je zuvor. Die Ereignisse im Überblick.

+++ 18.09 Uhr: Zustand verstrahlter Fukushima-Arbeiter stabil +++

Zwei verstrahlte Arbeiter aus dem havarierten Kernkraftwerk Fukushima haben anscheinend keine schweren Gesundheitsschäden davongetragen. Die Männer leiden nicht an Übelkeit oder Schmerzen, wie die Nachrichtenagentur Kyodo in der Nacht zum Freitag (Ortszeit) unter Berufung auf die Betreiberfirma Tepco berichtete. Dies wären Symptome, die auf eine Strahlenerkrankung hinweisen würden.

Am Donnerstag hatten die beiden Arbeiter zusammen mit einem dritten Mann im Tiefgeschoss eines Turbinengebäudes im Reaktorblock 3 Kabelarbeiten erledigt. Dabei soll ihnen radioaktiv belastetes Wasser in die Schuhe gelaufen sein. Sie kamen mit Verbrennungen in eine Spezialklinik. An diesem Freitag sollen sie vom Krankenhaus in Fukushima in die Stadt Chiba südlich von Tokio verlegt werden, und zwar in das nationale Institut für Strahlenforschung, wie Kyodo berichtet. Hier sollen sie voraussichtlich vier Tage beobachtet werden.

+++ 16.49 Uhr: Singapur entdeckt Spuren von Radioaktivität in Gemüse aus Japan +++

In Singapur sind in Proben von Gemüse aus Japan Spuren von Radioaktivität entdeckt worden. Wie die Nahrungsmittelbehörde des Stadtstaates am Donnerstag mitteilte, wurde Radioaktivität in vier Proben von Gemüse nachgewiesen, darunter in Petersilie und Rapspflanzen. Auch in japanischem Senf wurden Spuren gefunden. Die Nahrungsmittel wurden demnach aus den Präfekturen Tochigi und Ibaraki sowie aus Chiba und Ehime importiert, wobei diese beiden Präfekturen in einiger Entfernung von dem havarierten Atomkraftwerk Fukushima 1 liegen.

Die Behörde gab aber hinsichtlich möglicher Schäden für die Gesundheit der Menschen Entwarnung. Ein Erwachsener müsste demnach dreieinhalb Kilo des belasteten Gemüses essen, bevor es diesbezüglich Probleme gebe.

+++ 14.51 Uhr: Erhöhte Radioaktivität im Meerwasser bei Fukushima +++

Die Strahlenbelastung im Meer nahe dem japanischen Krisenmeiler Fukushima Eins steigt weiter. Wie der Stromkonzern Tepco am Donnerstag mitteilte, wurden im Meer in der Nähe der Abflussrohre der Reaktorblöcke 1 bis 4 etwa um das 150-fach erhöhte Werte von radioaktivem Jod-131 gemessen. Dies sei die höchste Belastung, die bis jetzt im Meer gemessen wurde, hieß es. Die Werte bedeuteten aber weiter keine Gefahr für die menschliche Gesundheit. Dennoch müssten sie weiter beobachtet werden, sagte ein Tepco-Sprecher nach einem Bericht der Nachrichtenagentur Kyodo. 

Die Radioaktivität im Meerwasser schwankt den Angaben zufolge. Montag sei eine knapp 130-fache Überschreitung gemessen worden, Dienstag lag die Belastung dann bei dem knapp 30-Fachen der zugelassenen Werte. Regen und belastetes Wasser aus den Abklingbecken des AKW hätten die Strahlenwerte der Probe vom Mittwoch vermutlich erhöht, erläuterte der Energiekonzern Tepco.

+++ 14.24 Uhr: BVB-Profi bittet um Hilfe für Japan +++

Fußball-Profi Shinji Kagawa hat einen Tag nach seiner Rückkehr aus Japan um Hilfe für die Opfer des verheerenden Erdbebens in seiner Heimat gebeten. "Japan ist in großer Not. Ich bitte meine deutschen Freunde, uns zu unterstützen", sagte der Mittelfeldspieler von Borussia Dortmund am Donnerstag. Aus Angst vor der drohenden Atomkatastrophe in Fukushima hatte Kagawa seine Reha in Osaka fortgesetzt und war am Mittwoch nach Dortmund zurückgekehrt.

+++ 14.12 Uhr: Fast 100 Tests bei Japan-Heimkehrern +++

Nach dem Atomunglück in Japan hat das Bundesamt für Strahlenschutz 94 Tests auf Radioaktivität registriert, die Heimkehrer in Deutschland machen ließen. Dabei wurden bei einem Drittel der Untersuchten geringfügige Mengen von Jod -131 und Tellur-/Jod-132 festgestellt. "Alle sind weit entfernt von gesundheitlichen Risiken", erklärte der Präsident des Bundesamtes, Wolfram König, am Donnerstag in der Außenstelle der Behörde in Berlin-Karlshost. Dort ließen sich bereits zwölf Rückkehrer kostenlos testen. Bundesweit gibt es 20 Messstellen verschiedener Träger. So bieten zum Beispiel auch die Universitäten Köln, Tübingen und Hamburg Untersuchungen an.

+++ 13.17 Uhr: Japans AKW-Betreiber verzögern Reaktor-Start +++

Wegen der Atomkatastrophe von Fukushima haben zwei japanische AKW-Betreiber Verzögerungen bei der Inbetriebnahme stillgelegter Reaktoren angekündigt. Kyushu Electric Power will zwei stillgelegte Meiler vorerst nicht wieder ans Netz nehmen. "Wir haben diese Entscheidung unabhängig gefällt, weil sich die Situation in Fukushima noch nicht stabilisiert hat", sagte ein Firmensprecher am Donnerstag. Zudem sei sich die Firma darüber im Klaren, dass die Regierung die Sicherheitsstandards womöglich anhebt. Kyushu hatte im Dezember und dann im Januar jeweils einen seiner Reaktoren wegen routinemäßiger Wartungsarbeiten vom Netz genommen. Eigentlich sollten die beiden Meiler bis Anfang April wieder hochgefahren werden. Einen neuen Zeitplan für den Wiederbetrieb nannte die Firma nicht. Der Energiekonzern hat noch zwei weitere Reaktoren, die normal laufen.

Auch beim drittgrößten Versorger Japans, Chubu Electric Power, kommt es zu Verzögerungen. Das Unternehmen will nach Angaben vom Mittwoch einen seiner Reaktoren ebenfalls später als geplant wieder hochfahren. Zunächst soll noch ein Notfall-Training stattfinden. Den Bau eines weiteren Reaktors verschob die Firma um ein Jahr.

+++ 12.37 Uhr: Wind weht Schadstoffe aufs offene Meer +++

Der Wind in Japan steht weiter günstig und treibt mögliche Schadstoffe aus dem havarierten Atomkraftwerk Fukushima nach Osten auf das offene Meer. Der Wind weht schwach aus Nordwest, sagte Stefan Külzer vom Deutschen Wetterdienst (DWD) in Offenbach am Donnerstag. Zwar dreht der Wind am Freitag vorübergehend auf Südost, er weht aber überwiegend schwach und dreht im Tagesverlauf zurück auf die günstige Nordwest-Richtung. Am Samstag frischt er auf und weht in stürmischen Böen - aber voraussichtlich weiterhin aus Nordwest.

+++ 11.55 Uhr: Suche nach Vermissten in Fukushima fast unmöglich +++

Helfer haben in der Gegend um das Atomkraftwerk in Fukushima bisher kaum nach Vermissten suchen können. Die nukleare Gefahr behindere die Suche nach Erdbeben- und Tsunamiopfern, sagte ein Retter am Donnerstag nach Angaben der Nachrichtenagentur Kyodo. Mitglieder der Armee berichteten, es sei schwierig, Orte innerhalb der Evakuierungszone um das AKW zu betreten. Die Armee habe bei der Evakuierung der Zone helfen müssen, statt nach Vermissten zu suchen.

Nach Angaben von Kyodo sind bei der Naturkatastrophe etwa acht Prozent aller Opfer in der Präfektur Fukushima ums Leben gekommen. Insgesamt wurden bisher mehr als 9700 Tote offiziell gezählt. Rund 16.500 Menschen gelten noch als vermisst.

+++ 11.53 Uhr: Lufthansa fliegt wieder nach Tokio +++

Die Lufthansa hat früher als geplant ihre Flüge nach Tokio wieder aufgenommen. Ab sofort fliege Lufthansa wieder täglich von Frankfurt und München in die japanische Hauptstadt, sagte ein Unternehmenssprecher. Es handle sich um einen "großen Schritt zurück zur Normalität". Wegen der Bedrohung durch radioaktive Strahlung in Tokio als Folge des Atomunfalls im Norden Japans hatte die Fluglinie am 15. März ihre Flüge in die Stadt gestoppt und stattdessen Verbindungen über Seoul nach Nagoya und Osaka südwestlich von Tokio angeboten. Dabei sollte es ursprünglich bis kommenden Montag bleiben. Statt der bisherigen Direktflüge von Frankfurt und München nach Tokio fliegt die Lufthansa nun aber vorerst weiter über Seoul.

+++ 11.31 Uhr: Japan erwägt Kandidatur für Olympia 2020 +++

Trotz der verheerenden Naturkatastrophen und der Atomkrise erwägt Japan weiter eine Kandidatur für die Olympischen Spiele 2020. Das Nationale Olympische Komitee Japans (JOC) habe seine Pläne nicht geändert, teilte ein JOC-Spitzenfunktionär am Donnerstag mit. Am kommenden Dienstag sei in Tokio ein Strategietreffen geplant. Mit einer endgültigen Entscheidung wird im Juli gerechnet. "Auch wenn wir durch unsere Kandidatur für die Spiele 2016 etwas Erfahrung haben, gibt es noch viel zu tun, bevor wir eine Entscheidung treffen können", erklärte Yasuhiro Nakamori, Direktor für internationale Beziehungen im JOC.

+++ 9.40 Uhr: Arbeiter an Reaktor 3 abgezogen +++

Im Problemreaktor 3 in Fukushima sind einige Arbeiter abgezogen worden. Zuvor hatten dort drei Männer eine sehr hohe Strahlendosis abbekommen. Die Betreiberfirma Tepco habe Arbeiter im Erdgeschoss und Untergeschoss des Reaktors angewiesen, sich in Sicherheit zu bringen. Das meldete die japanische Nachrichtenagentur Kyodo am Donnerstag.

+++ 9.36 Uhr: Russland stoppt Lebensmittelimporte aus Japan +++

Nach der Atom-Katastrophe in Japan hat Russland die Einfuhr von Lebensmitteln aus vier japanischen Regionen gestoppt. Wegen möglicher radioaktiver Belastung seien der Verkauf und die Verarbeitung von Nahrungsmitteln, die nach dem 11. März aus den Regionen Fukushima, Ibaraki, Tochigi und Gunma importiert worden seien, verboten worden, sagte der Leiter der Verbraucherschutzbehörde in Moskau, Gennadi Onischtschenko, am Donnerstag. An der Grenze werde die Einfuhr ohne Tests auf mögliche Strahlenbelastung gestoppt.

+++ 9.28 Uhr: Regierung will Bauern um AKW entschädigen +++

Die japanische Regierung erwägt, die Bauern in der Gegend um das havarierte Atomkraftwerk Fukushima zu entschädigen. "Natürlich denken wir jetzt über eine Entschädigung nach", sagte Regierungssprecher Yukio Edano am Donnerstag. Das betreffe Bauern und Erzeuger in den Präfekturen, für die der Lieferstopp für bestimmtes Gemüse gelte.

Das Gesundheitsministerium hatte eine Liste mit Gemüsearten veröffentlicht, bei denen eine teils drastisch erhöhte Radioaktivität festgestellt wurde. Darunter sind Spinat, Broccoli, Kohl und das Blattgemüse Komatsuna. Die Regierung überlege zum Beispiel, landwirtschaftliche Produkte aus der Gegend um das AKW aufzukaufen, sagte Edano.

+++ 07:11 Uhr: Fukushima-Mitarbeiter radioaktiv verstrahlt +++

Am AKW Fukushima sind der Atomsicherheitsbehörde zufolge drei Mitarbeiter durch radioaktive Strahlung verletzt worden. Zwei von ihnen mussten ins Krankenhaus eingeliefert werden. Sie seien einer Strahlung von 170 bis 180 Millisievert ausgesetzt gewesen. Eine Belastung von 100 Millisievert pro Jahr wird als niedrigstes Niveau angesehen, bei dem ein erhöhtes Krebsrisiko besteht. Japan hatte den Grenzwert für die Arbeiten in Fukushima von 100 Millisievert auf 250 Millisievert pro Jahr heraufgesetzt.

+++ 5.29 Uhr: Strahlenbelastung in Tokios Trinkwasser sinkt wieder +++

In der japanischen Hauptstadt Tokio ist die Belastung des Leitungswassers mit radioaktivem Jod wieder unter den für Säuglinge festgelegten Grenzwert gesunken. Dies meldete die Nachrichtenagentur Kyodo am Donnerstag. Am Vortag hatten die Behörden deutlich erhöhte Werte registriert und daraufhin empfohlen, Kinder unter zwölf Monaten kein Leitungswasser trinken zu lassen. In den Geschäften war kaum noch abgefülltes Wasser in Flaschen zu bekommen

+++ 3.15 Uhr: Atom-Behörde veröffentlich Aufklärungs-Comic +++

Die japanische Atom-Behörde NISA hat eine comicartige Aufklärungsbroschüre für den atomaren Notfall veröffentlicht. Anhand kleiner Zeichnungen erklärt die NISA darin, wie sich Menschen im Ernstfall verhalten sollen und wie eine Panik vermieden werden kann. "Höre ganz genau zu. Bleibe ruhig und folge den Anordnungen, die die Behörden verbreiten", heißt es darin.

Ausdrücklich warnt die NISA vor Desinformation im Fall atomarer Gefahr: "Pass auf, dass Du nicht auf Gerüchte hereinfällst", lautet eine Mahnung. Besonders vorsichtig solle man mit Informationen umgehen, die man in großen Menschengruppen aufgeschnappt habe. "Überprüfe deine Informationen, in dem du dich mit deinen Nachbarn austauschst."

Wenn angeordnet werde, Schutz vor Strahlung zu suchen, gelte es, schnellstens das nächstgelegene Haus aufzusuchen und Fenster und Türen zu schließen und Klimaanlagen abzuschalten: "Wasche deine Hände und dein Gesicht gründlich. Dusche und wasche deine Haare falls angeordnet." Getragene Kleidung müsse notfalls in einen luftdichten Plastiksack gepackt werden. Und: "Pack Essen in ein Gefäß und decke es zu."

Als Gegenstände, die für den Fall einer Evakuierung bereitzuhalten seien, nennt die Behörde: Radio, Taschenlampe, Bargeld, Pass, Kleidung zum Wechseln, eine Maske, eine Notfallration Essen, Trinkwasser. Im schlimmsten Fall - bei einer Flucht - solle niemand kopflos losfahren: "Gehe zu Fuß zu einem Schutzraum, lass dein Auto stehen."

+++ 03.14 Uhr: Trinkwasser in Nachbarregion Tokios verstrahlt +++

Auch in einer Nachbarregion zu Tokio ist das Trinkwasser verstrahlt. In einer Wasseraufbereitungsanlage in Kawaguchi seien erhöhte Werte festgestellt worden, meldet die Nachrichtenagentur Kyodo.

+++ 03.09 Uhr: Keine Einfuhr von Milch und Fleisch nach Singapur +++

Nach Australien setzt auch Singapur die Einfuhr von Milch und Fleisch aus dem Gebiet der japanischen Unkglücksreaktoren aus. Zudem dürfen Obst, Gemüse und Meeresfrüchte aus der Region nicht mehr importiert werden, wie die Lebensmittelaufsicht mitteilt.

+++ 01:38 Uhr: Am Unglücksreaktor Fukushima 3 geht es weiter +++

Nach einer fast eintägigen Pause werden die Arbeiten am Unglücksreaktor Fukushima 3 wieder aufgenommen. Die Ingenieure seien auf das Geländer zurückgekehrt, meldet die Nachrichtenagentur Kyodo. Die Arbeiten waren ausgesetzt worden, nachdem am Mittwochnachmmittag (Ortszeit) schwarzer Rauch aus dem Reaktor aufgestiegen war.

+++ 01:10 Uhr: Wieder ein Erdbeben +++

Ein Erdbeben der Stärke 4,9 erschüttert den Osten Japans. Es lägen zunächst keine Berichte über Schäden vor, berichtet der Fernsehsender NHK am Donnerstag. Auch warnen die Behörden demnach nicht vor einer nachfolgenden Flutwelle. Seit dem Beben der Stärke 9 und dem nachfolgenden Tsunami vor mehr als einer Woche wird das Gebiet immer wieder von Nachbeben erfasst.

+++ 01:07 Uhr: Australien macht dicht +++

Australien erlässt Einführbeschränkungen für Lebensmittel aus der Region Fukushima. Die Entscheidung sei eine Vorsichtsmaßnahme und stehe im Einklang dem internationalen Vorgehen, erklärt die australische Nahrungsmittelaufsicht.

+++ 22.41 Uhr: Wasserflaschen für Familien mit Babys +++

Die Stadtverwaltung von Tokio hat angekündigt, abgefülltes Wasser für Familien mit Babys bereitzustellen. Die lokalen Behörden seien aufgefordert, an diesem Donnerstag rund 80.000 Haushalte mit 3,5 Liter-Flaschen zu versorgen, berichtete der staatliche Fernsehsender NHK. Zudem rief die Stadtverwaltung Mineralwasser-Hersteller dazu auf, ihre Produktion hochzufahren. Die Behörden ziehen damit die Konsequenz aus Messergebnissen in einer Wasseraufbereitungsanlage, wo am Mittwoch erhöhte Werte an radioaktivem Jod 131 festgestellt worden waren. Der Höchstwert betrug 210 Becquerel pro Liter. Der Grenzwert des japanischen Gesundheitsministeriums für Babynahrung liegt bei 100 Becquerel pro Liter. Die Behörden ordneten deshalb an, dass Babys in 23 Stadtteilen Tokios sowie in fünf weiteren Städten kein Leitungswasser mehr trinken dürfen.

+++ 20.40 Uhr: Partikel aus Fukushima in Deutschland erwartet +++

Strahlenschutz-Experten rechnen fest mit dem Eintreffen radioaktiver Partikel in Deutschland im Laufe der nächsten Tage, geben aber gleichzeitig Entwarnung. Die Messwerte dürften weit unterhalb der gesundheitlich bedenklichen Konzentrationen bleiben, betonte das Bundesumweltministerium. "Insbesondere kann eine radioaktive Belastung von Lebensmitteln mit an Sicherheit grenzender Wahrscheinlichkeit ausgeschlossen werden."

Von "extrem niedrigen Werten nahe der Nachweisgrenze" sprach der Deutsche Wetterdienst (DWD) am Mittwoch. Er misst die Aktivitätskonzentrationen in der Luft an 50 Messstationen. Bei Lebensmitteln sollen alle Bundesländer ihre Vorsichtsmaßnahmen verstärken, die Messergebnisse sammelt der Bund. Vor allem bei Fisch und Fischerzeugnissen solle die Strahlenbelastung überprüft werden, kündigte Bundesverbraucherministerin Ilse Aigner (CSU) an. Sie sieht derzeit aber keine Gefahren für die Verbraucher. Lebensmittel und Trinkwasser werden laut Bundesregierung fortlaufend in mehr als 60 Labors getestet.

Die Ungefährlichkeit der Partikel aus dem japanischen Krisen-AKW Fukushima betont auch das Bundesamt für Strahlenschutz (BfS). Die Behörde geht davon aus, dass die Messfühler bis spätestens Ende März auch hierzulande erhöhte Strahlenwerte registrieren werden. "Sobald erste Partikel an Radioaktivität Deutschland erreichen, wird das BfS die Bevölkerung umfassend informieren", kündigte Sprecher Florian Emrich an.

+++ 18.19 Uhr: Reaktor 3 weiterhin ohne Strom +++

Die Lage in Fukushima bleibt für die Internationale Atomenergiebehörde (IAEO) trotz einiger Verbesserungen sehr ernst. "Die Gesamtsituation gibt uns weiter Anlass zu erheblicher Sorge", sagte der IAEO-Experte Graham Andrew bei einer Pressekonferenz in Wien.

Im stark zerstörten Reaktor 3 ist es nach IAEO-Informationen nicht möglich, die Instrumente mit Strom zu versorgen. Dort stieg am Mittwoch schwarzer Rauch auf, und Arbeiter mussten die Anlage verlassen. Dazu habe man noch keine aktuellen Informationen japanischer Behörden, sagte die IAEO-Expertin Elena Buglova. Im Reaktor 1 steigt nach Informationen der UN-Behörde der Druck, im Reaktor 3 war er bis zum Auftreten des Rauches stabil. Während die Radioaktivitätswerte an der Anlage laut mehreren Stunden alten Daten der IAEO sanken, stiegen die Werte von radioaktivem Jod und Cäsium in der weiteren Umgebung an. Der Trend gehe in zehn Präfekturen generell nach oben, sagte Andrew. Auch im zur Kühlung der Anlage genutzten Meerwasser wurden hohe Jod- und Cäsiumwerte gemessen. Eine positive Entwicklung sei aber, dass nun alle Reaktoren des AKW außer Reaktor 3 Stromversorgung hätten.

+++ 17.49 Uhr: Sondermaschine fliegt Hilfsgütern nach Japan +++

Mit 70 Tonnen Hilfsgütern an Bord startet eine weitere Frachtmaschine aus Frankfurt nach Japan. Der Lufthansa-Flug wurde von der Europäischen Kommission organisiert. "Transportiert werden vor allem Decken, die im Norden Japans, der vom kalten Winterwetter betroffen ist, dringend benötigt werden", teilte die Lufthansa Frachtairline vor dem Start mit. Das Material wurde von den Regierungen aus Dänemark, den Niederlanden und Litauen gespendet.

zen/kng/DPA/Reuters/AFP / DPA / Reuters