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Der Tag in Toulouse Polizei hält Attentäter in Schach


Fast den ganzen Tag über hat sich der mutmaßliche Serienmörder in einem Haus in Toulouse verschanzt. Er hatte weitere Opfer im Viseir. Die Polizei versucht, ihn zur Aufgabe zu bewegen.

+++ 17.12 Uhr: Verdächtiger will am Abend aufgeben +++

Mohammad Merah habe sich als Einzeltäter ausgegeben, sagte der Staatsanwalt von Paris, François Molins, in Toulouse. Der algerischstämmige Franzose, der sich seit mehr als zwölf Stunden in seiner Wohnung verschanzt hält, wolle "zum Ende des Abends" aufgeben. Die Polizei-Eliteeinheit Raid habe im Laufe des Tages mehrfach versucht, in die Wohnung einzudringen, ergänzte Molins.

+++ 16.52 Uhr: Verdächtiger wollte noch mehr Menschen töten +++

Der mutmaßliche Serienmörder von Toulouse hat zugegeben, dass er am Mittwoch einen Anschlag gegen einen weiteren Soldaten geplant habe. Zudem habe der Mann Polizisten erschießen wollen, sagte der zuständige leitende Staatsanwalt François Molins am Mittwoch in Toulouse. Er habe im Gespräch mit Polizisten bedauert, nicht noch mehr Opfer getötet zu haben. Ein Renault Clio werde noch gesucht, der wahrscheinlich Waffen und Sprengstoff enthalte. Ein Motorroller sei ebenso wie eine Kamera gefunden worden.

+++ 16.09 Uhr: Sarkozy verurteilt "terroristische Exekution" +++

Präsident Nicolas Sarkozy hat den Mord an drei französischen Soldaten als "terroristische Exekution" verurteilt. Bei einer Trauerfeier in einer Kaserne der Stadt Montauban bei Toulouse betonte er, die Militärs wurden getötet, weil sie der französischen Armee angehörten.

Der Täter habe die französische Armee im Visier gehabt, aber die Nation getroffen. Die Aufgabe von Soldaten sei der Schutz der Bevölkerung. Einem Soldaten sei der Sinn des Wortes Opfer, des Wortes Pflicht und auch des Wortes Tod bekannt.

+++ 16.00 Uhr: Sarkozy zur Trauerfeier eingetroffen +++

Frankreichs Staatspräsident Nicolas Sarkozy ist zur Trauerfeier für die drei getöteten Soldaten in Montauban eingetroffen.

+++ 15.59 Uhr: Attentäter wollte weiter töten +++

Der mutmaßliche Serien-Attentäter von Toulouse wollte am Mittwoch erneut zuschlagen. Aus Ermittlerkreisen verlautete, dass der Mann einen weiteren Soldaten im Visier hatte. Die Vorsitzende des Rates jüdischer Einrichtungen in der Region, Nicole Yardeni, sagte nach einem Gespräch mit Präsident Nicolas Sarkozy, der Staatschef habe von einer weiteren geplanten Gewalttat am Mittwochmorgen gesprochen. "Er hatte vor, an diesem Morgen zu töten", schilderte Yardeni ihre Informationen zu den Plänen des Attentäters, ohne weitere Einzelheiten zu nennen.

+++ 15.49 Uhr: Palästinenser sind empört +++

Der westlich orientierte palästinensische Ministerpräsident Salam Fajad hat sich gegen den Missbrauch der Anliegen seines Volkes durch Terroristen verwahrt. "Es ist höchste Zeit, dass solche Kriminellen aufhören zu behaupten, sie verübten ihre Terrorakte zur Unterstützung palästinensischer Kinder", stand in einer schriftlichen Erklärung Fajads, die in Ramallah im Westjordanland verbreitet wurde.

Der mutmaßliche Attentäter von Toulouse hatte seine Taten unter anderem damit begründet, er wolle den Tod palästinensischer Kinder rächen.

+++ 15.48 Uhr: Trauerfeier für Soldaten hat begonnen +++

Die Trauerfeier für die drei ermordeten Soldaten hat in Montauban bei Toulouse begonnen. An der Zeremonie am Mittwoch nahmen zahlreiche Spitzenpolitiker teil, darunter der sozialistische Präsidentschaftskandidat François Hollande. Auch Staatspräsident Nicolas Sarkozy wollte zur Trauerfeier kommen. Er hatte zuvor in Toulouse eine Kaserne besucht und kommentarlos wieder verlassen. Sie liegt in der Nähe eines Wohnhauses, in dem sich der mutmaßliche Mörder der Soldaten verschanzt hat.

+++ 14.54 Uhr: Innenminister dementiert Festnahme +++

Das französische Innenministerium hat dementiert, dass der mutmaßliche Attentäter von Toulouse festgenommen worden ist. Das teilte ein Ministeriumssprecher mit. Zuvor hatten der TV-Nachrichtensender BFM und das Magazin "Le Point" übereinstimmend berichtet, der Mann sei überwältigt worden.

+++ 14.50 Uhr: Sprengstoff bei Bruder entdeckt +++

Die französische Polizei hat Sprengstoff im Auto des Bruders des mutmaßlichen Serien-Attentäters von Toulouse gefunden. Das verlautete aus Polizeikreisen in der südwestfranzösischen Stadt, ohne dass zunächst Einzelheiten mitgeteilt wurden.

+++ 14.48 Uhr: Verdächtiger bewarb sich bei der Armee +++

Der mutmaßliche Serien-Attentäter von Toulouse hat sich in den vergangenen Jahren zweimal bei der französischen Armee beworben. Im Januar 2008 habe er sich in Lille um seine Aufnahme bei den Bodentruppen beworben, sagte Oberst Bruno Lafitte der Nachrichtenagentur AFP. Der heute 23-Jährige habe alle Tests absolviert, "aber die Überprüfung seiner Vorstrafen hatte eine Ablehnung seiner Bewerbung zur Folge". 2010 habe er es dann bei der Fremdenlegion im südfranzösischen Toulouse versucht. Dort habe er aber letztlich nicht an den Auswahltests teilgenommen.

+++ 14.21 Uhr: Tatverdächtiger ist überwältigt +++

Französische Elitepolizisten haben nach einem Bericht des TV-Nachrichtensenders BFM den mutmaßlichen Serienkiller von Toulouse überwältigt. Eine offizielle Bestätigung gab es zunächst nicht. Die genauen Umstände sind noch unklar - eine offizielle Bestätigung gab es zunächst nicht.

Die Staatsanwaltschaft kündigte eine wichtige Pressekonferenz für den Abend in Toulouse an. Präsident Nicolas Sarkozy, der am Nachmittag an einer Trauerfeier im nahe gelegenen Montauban teilnehmen will, traf nach Angaben der Nachrichtenagentur AFP in der Nähe des Einsatzortes ein.

+++ 13.59 Uhr: Polizei stellt Kontakt wieder her +++

Der französischen Polizei ist es am frühen Mittwochnachmittag gelungen, den Kontakt zum mutmaßlichen Serienmörder von Toulouse wieder herzustellen. Dies berichtete die Nachrichtenagentur AFP unter Berufung auf eine den Ermittlungen nahe stehende Quelle.

Am Vormittag hatte der Verdächtige, der sich in einem Mehrfamilienhaus in Toulouse verschanzt hat, die Gespräche mit den Ermittlern zunächst abgebrochen.

+++ 13.49 Uhr: Politiker fliegen nach Toulouse +++

Die Trauer um die Opfer von Toulouse lässt die Kandidaten im französischen Präsidentschaftswahlkampf zusammenrücken. Nach Angaben von AFP-Journalisten bestieg der Sozialist François Hollande am Mittwochmittag zusammen mit der rechtsextremen Kandidatin Marine Le Pen, der Grünen-Politikerin Eva Joly und dem Bewerber der Splitterpartei DLR, Nicolas Dupont-Aignan, ein Flugzeug, um von Paris aus in das südfranzösische Toulouse zu fliegen.

+++ 13.08 Uhr: Angespannte Stimmung im Côte Pavée +++

Die Stimmung im Côte Pavée, einem bürgerlichen Wohnviertel von Toulouse ist angespannt. Polizeisirenen heulen, neugierige Schüler ziehen mit ihren i-Phones durch die Straßen und rufen die neuesten Meldungen ab. Laut Mietern gibt es in dem Quartier kaum Ausländer.

Eine Anwohnerin zieht eine Straßenkarte aus der Tasche, und zeigt auf die Rue du Sergent Vigné, in die im Moment niemand betreten darf. "Hier, direkt hinter dem kleinen Fußballplatz", sagt sie, "wohnt der Algerier mit seiner Familie."

Am frühen Nachmittag, so hat es sagt Innenminister Gueant im Radio angekündigt, werde sich der mutmaßliche Mörder stellen. "Wir wollen ihn lebend haben, hoffentlich macht er nicht noch Selbstmord", sagt ein Schaulustiger.

+++ 12.17 Uhr: Verdächtiger war in afghanischem Gefängnis +++

Der Direktor des Gefängnisses in der afghanischen Stadt Kandahar hat den Namen des mutmaßlichen Toulouse-Attentäters mit Mohammad Merah angegeben. Merah sei wegen Bombenlegens in Kandahar zu drei Jahren Haft verurteilt worden, sagte Direktor Ghulam Faruk der Nachrichtenagentur Reuters. Er sei 2008 bei einem Massenausbruch der Taliban aus der Haftanstalt entkommen.

+++ 11.51 Uhr: Gebäude wird evakuiert +++

Die französische Polizei hat das Haus in der südfranzösischen Stadt Toulouse am Mittwoch evakuiert, in dem sich der mutmaßliche Serien-Attentäter verschanzt hat. Die Bewohner, die seit der Nacht in ihren Wohnungen festsaßen, werden nun psychologisch betreut, wie eine AFP-Reporterin berichtete.

+++ 11.32 Uhr: Täter stoppt die Kommunikation +++

Der mutmaßliche Serienmörder von Toulouse hat nach Angaben des französischen Innenministers Claude Guéant die Kommunikation mit der Polizei eingestellt. Guéant erklärte auf einer Pressekonferenz zudem, der Verdächtige, habe nach eigenen Angaben in einem der geparkten Wagen weitere Waffen aufbewahrt. "Diese Waffen wurden entdeckt", sagte Guéant. Es habe mehrere Festnahmen gegeben; darunter seien auch die beiden Schwestern und Brüder des Mannes sowie die Mutter.

+++ 11.26 Uhr: Verdächtiger wurde jahrelang beobachtet +++

Der französische Inlandsgeheimdienst DCRI hat den mutmaßlichen Attentäter von Toulouse jahrelang beobachtet. Dabei sei aber nie ein Anzeichen dafür entdeckt worden, dass der Mann ein Verbrechen planen könnte, sagte Innenminister Claude Guéant.

+++ 11.25 Uhr: Identität des Täters ist klar +++

Der mutmaßliche Serienmörder von Toulouse ist nach Angaben von Präsident Nicolas Sarkozy identifiziert. Nach einer Unterredung mit Vertretern der jüdischen und muslimischen Glaubensgemeinschaften betonte er, es werde alles getan, damit er sich vor der Justiz verantwortet. Sarkozy betonte: "Der Terrorismus wird unsere nationale Gemeinschaft nicht zerbrechen." Er warnte vor Rachegedanken und einer Verquickung von Religion und Terrorismus.

+++ 10.29 Uhr: Verdächtiger kontaktierte Journalistin +++

Offenbar rief der Tatverdächtige in der Nacht gegen 1 Uhr bei einer Journalistin des Fernsehsenders France 24 an. Dies werde von der Polizei sehr ernst genommen und überprüft, hieß es in Ermittlerkreisen. Elf Minuten lang soll der Täter der Chefredakteurin Details seiner Taten geschildert haben, darunter die Zahl der abgefeuerten Kugeln und den Waffentyp.

Außerdem habe er sich als Mitglied des Terrornetzwerkes al Kaida bezeichnet und weitere Taten angekündigt, sagte die Journalistin, die sich sofort an die Polizei wandte, der Nachrichtenagentur AFP. Der Anrufer gab auch an, dass er seine Angriffe gefilmt habe und demnächst veröffentlichen werde. Laut Innenminister Guéant ist der Mann dabei, mit einem Polizeibeamten zu sprechen, weil er sich am Nachmittag stellen will. Der mutmaßliche Serien-Attentäter habe auch "ein Kommunikationsmittel" verlangt. "Er hat dies gegen einen Colt 45 ausgetauscht, den er aus dem Fenster geworfen hat", fügte der Minister hinzu.

+++ 9.16 Uhr: Opfer werden in Jerusalem bestattet +++

Die Bestattungszeremonie für die vier Opfer des Mordanschlags auf eine jüdische Schule in Toulouse hat am Mittwochmorgen in Jerusalem begonnen. Hunderte von Trauergästen versammelten sich auf dem Friedhof, darunter auch der französische Außenminister Alain Juppé. Die Leichen waren in der Nacht per Flugzeug nach Israel gebracht worden. In Jerusalem werden der ermordete Lehrer und Rabbiner Jonathan Sandler mit seinen zwei kleinen Söhnen sowie das vierte Opfer, ein Mädchen namens Miriam Monsonego, beigesetzt.

+++ 9.13 Uhr: Täter will sich am Nachmittag ergeben +++

Der mutmaßliche Serienmörder von Toulouse will sich nach Angaben des französischen Innenministers Claude Guéant am Mittwochnachmittag der Polizei ergeben. Guéant erklärte dem TV-Nachrichtensender BFM, der Mann habe einem Polizisten seine Absichten erklärt, nachdem er eine Waffe aus dem Fenster geworfen habe. "Er hat aber weitere Waffen, darunter eine Kalaschnikow, eine Uzi und diverse Feuerwaffen", sagte Guéant. Es sei der Mann, der die Taten begangen habe, die Justiz wolle ihn lebend festnehmen und vernehmen. Guéant: "Dieser Mann hat bereits mehrere Straftaten auf französischem Boden begangen, einige mit Gewalt (...) Er spricht viel, er ist dabei, seinen gesamten kriminellen Weg zu erzählen."

+++ 8.58 Uhr: Verdächtiger hielt sich in Afghanistan auf +++

Vom Verdächtigen führt eine Spur nach Afghanistan. Der 23-Jährige sei bereits in der südafghanischen Stadt Kandahar vorübergehend festgenommen worden, verlautete aus Ermittlerkreisen. Zuvor hatte bereits Innenminister Claude Guéant mitgeteilt, dass der Mann sich mehrfach in Afghanistan und Pakistan aufgehalten habe und sich als "Mudschahedin" bezeichnet habe.

Der Verdächtige gab laut Guéant an, dem Terrornetzwerk al Kaida anzugehören und palästinensische Kinder rächen zu wollen. Die Polizei belagert seit mehreren Stunden das Haus in Toulouse, in dem sich der Verdächtige verschanzt hat. Der Mann ist wahrscheinlich für den Tod von insgesamt sieben Menschen, darunter drei jüdischen Kindern, in den vergangenen Tagen verantwortlich.

+++ 8.40 Uhr: Polizei kam Täter durchs Internet auf die Spur +++

Nach dem Serienmord von Toulouse sind die Ermittler dem Verdächtigen nach ersten Erkenntnissen durchs Internet auf die Spur gekommen. Das erste Opfer war mit seinem mutmaßlichen Mörder über eine Internet-Verkaufs-Plattform in Kontakt getreten, berichtete der TV-Nachrichtensender BFM unter Berufung auf Polizeikreise. Das Opfer hatte sein Motorrad verkaufen wollen und die geringe Kilometerleistung mit längeren beruflichen Auslandseinsätzen als Soldat erklärt. Der Täter hatte mit ihm per Mail einen Treffpunkt vereinbart. Die von Polizeiermittlern identifizierte IP-Adresse gehörte zu einem Computer, der dem Bruder des Tatverdächtigen gehört.

Zudem soll ein Yamaha-Händler berichtet haben, dass ein Kunde sich ein paar Tage zuvor informiert habe, wie man den Chip für die Satelliten-Verfolgung des Motorrollers deaktivieren könne. Der Täter war mit einem Motorroller dieser Marke unterwegs gewesen.

+++ 7.58 Uhr: Anwohner mit Verdächtigem im Haus +++

Beim Einsatz hat die Polizei nach Angaben von Augenzeugen bewusst auf eine Evakuierung des fünfstöckigen Mehrfamilienhauses im Stadtteil Côte Pavée verzichtet. Anwohner des ruhigen Wohnviertels im Osten der Stadt berichteten Journalisten telefonisch, sie seien im Haus blockiert. Kurz nach 3 Uhr seien sie durch Schreie und Schüsse geweckt worden. Der Verdächtige, der sich in seiner Wohnung verschanzt hat, sei im Gebäude nicht bekannt. "Hier sagt man sich "Bonjour", aber man kennt sich nicht", berichtete eine Anwohnerin dem TV-Sender BFM.

+++ 6.11 Uhr: Polizei umstellt Tatverdächtigen +++

Nach der blutigen Mordserie in Toulouse hat die französische Polizei einen dringenden Tatverdächtigen gestellt. Der 23-Jährige hat sich in einem Haus verschanzt und mindestens zwei Polizisten verletzt, berichtete Innenminister Claude Guéant am Tatort in einem ruhigen Wohnviertel der südfranzösischen Stadt. "Als sich die Polizisten seiner Tür näherten, hat er sofort durch die Tür geschossen. Ein Polizist wurde verletzt, aber er schwebt nicht in Lebensgefahr", ergänzte Guéant. "Der Bruder des Verdächtigen wurde festgenommen (...) Die Mutter wurde zum Ort gebracht und gebeten, Kontakt zu ihrem Sohn aufzunehmen, was sie nicht gewollt hat." Der Tatort ist weiträumig abgeriegelt, Sanitätsfahrzeuge sowie Polizisten mit Hunden sind vor Ort, Polizisten mit schusssicheren Westen und Helmen haben das Viertel abgeriegelt.

jar/mlr/DPA/AFP/Reuters DPA Reuters

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