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Attentate in Nizza: Chronologie des Terrors in Frankreich

Der Terror-Anschlag in Nizza ist der traurige Höhepunkt einer ganzen Reihe von Attentaten, die Frankreich in den letzten Monaten getroffen haben. Eine Chronologie.

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Ein Polizist am Tatort des Attentats von Nizza: Immer wieder nehmen Terroristen in den letzten Monaten Frankreich ins Visier

Mit einer mörderischen Amok-Fahrt in Nizza setzte ein Mann den Feierlichkeiten zum französischen Nationalfeiertag ein schreckliches Ende. Mehr als 80 Menschen wurden bei der zwei Kilometer langen Fahrt durch die feiernde Menge getötet, über Hundert sind verletzt, viele schwer. Augenzeugen berichten aus Nizza von schrecklichen Szenen. Für Frankreich ist es bei weitem nicht der erste Terror-Anschlag - seit Anfang 2015 wurde das Land immer wieder von Anschlägen gebeutelt.

7. Januar 2015: Beim Attentat auf das Satiremagazin "Charlie Hebdo" sterben in Paris zwölf Menschen. Zu dem Anschlag bekennt sich ein Ableger der Terrororganisation Al-Kaida. Ein dritter Täter erschießt eine Polizistin und nimmt in einem jüdischen Supermarkt Geiseln, von denen er vier erschießt, bevor er selbst von der Polizei getötet wird. Er hatte sich zuvor zur Terrormiliz IS bekannt.

19. April 2015: Nach der Ermordung einer Frau in Villejuif bei Paris wird ein Student festgenommen. Der 24-Jährige mit Kontakt nach Syrien soll mit einem Waffenarsenal aus Kalaschnikow-Sturmgewehren, Pistolen und Revolver Anschläge auf Kirchen geplant haben.

26. Juni 2015: Ein 35-jähriger Islamist wird überwältigt, als er in einem Industriegas-Werk in Saint-Quentin-Fallavier bei Lyon eine Explosion verursachen wollte. Er hatte zuvor seinen Arbeitgeber enthauptet und den Kopf mit zwei Islamistenflaggen auf den Fabrikzaun gesteckt.


21. August 2015: Ein 25-jähriger Islamist wird im Thalys-Schnellzug Brüssel-Paris bei einem Anschlagversuch mit einem Schnellfeuergewehr von Fahrgästen überwältigt. Zwei Zuginsassen werden verletzt.

13. November 2015: Bei einer koordinierten Anschlagsserie in Paris töten IS-Extremisten 130 Menschen. In der Konzerthalle "Bataclan" richten sie ein Massaker an, Bars und Restaurants werden beschossen, am Stade de France sprengen sich während des Fußball-Länderspiels Frankreich-Deutschland drei Selbstmordattentäter in die Luft.

18. November 2015: Bei einem Anti-Terror-Einsatz in Saint-Denis bei Paris nimmt die Polizei sieben mutmaßliche Komplizen der Attentäter fest.
Drei weitere Verdächtige kommen ums Leben, wie sich später herausstellt - einer ist der gesuchte Abaaoud.

7. Januar 2016: Am Jahrestag der Anschläge auf "Charlie Hebdo"
schießen Polizisten vor einem Pariser Kommissariat einen Mann nieder.
Er war mit einem Messer bewaffnet und trug die Attrappe einer Sprengstoffweste.

24. März 2016: Ermittler nehmen einen 34-jährigen Franzosen fest und finden in einer von ihm angemieteten Wohnung im Pariser Vorort Argenteuil ein großes Waffenarsenal, unter anderem mit fünf Kalaschnikow-Sturmgewehren, einer Maschinenpistole und Sprengstoff.
Nach Ansicht der Ermittler gehörte der Festgenommene zu einem Terrornetzwerk, das kurz vor einem schweren Anschlag stand.

14. Juni 2016: Ein Mann ersticht in Magnanville im westlichen Umland von Paris einen Polizisten und verschanzt sich in dessen Haus, wo später auch die Lebensgefährtin des Opfers tot aufgefunden wird. Die Polizei stürmt das Gebäude und erschießt den Täter, der sich zuvor zum IS bekannt hatte. Vor dem Hintergrund der laufenden Fußball-EM hatten zahlreiche Behörden immer wieder vor der hohen Terrorgefahr in Frankreich gewarnt.

14. Juli 2016: Bei einem Anschlag am französischen Nationalfeiertag sind in der Hafenstadt Nizza mindestens 80 Menschen getötet worden.
Zahlreiche weitere wurden verletzt, als ein Lastwagen durch eine feiernde Menschenmenge raste.

mma / DPA