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Berichte zu Treffen mit Kim Jong Un: UN dementiert Reise von Ban Ki Moon nach Nordkorea

Es wäre der erste Besuch eines UN-Generalsekretärs in Nordkorea seit mehr als 20 Jahren gewesen. Ein Sprecher von Ban Ki Moon wies jedoch Berichte über ein Treffen mit Kim Jong Un zurück.

Ban Ki Moon wird vorerst nicht nach Nordkorea reisen

Nach Medienberichten sollte Ban Ki Moon mit dem nordkoreanischen Führer Kim Jong Un zusammentreffen. Die Vereinten Nationen dementieren dies nun.

Die Vereinten Nationen haben Medienberichte über einen unmittelbar bevorstehenden Besuch von UN-Generalsekretär Ban Ki Moon in Nordkorea dementiert. Ban werde sich an den meisten Tagen der kommenden Woche am UN-Sitz in New York aufhalten und dann nach Malta reisen, teilte die UNO am Dienstag (Ortszeit) mit. Von Malta aus will Ban nach Paris reisen, um dort am Weltklimagipfel teilzunehmen.

Die südkoreanische Nachrichtenagentur Yonhap hatte am Montag berichtet, der aus Südkorea stammende UN-Generalsekretär werde das weitgehend abgeschottete Nordkorea in wenigen Tagen besuchen. Laut Yonhap war der Besuch noch für diese Woche geplant, die chinesische Nachrichtenagentur Xinhua kündigte ihn dann unter Berufung auf die nordkoreanische Nachrichtenagentur KCNA für den kommenden Montag an.

Kim Jong Un traf seit 2011 keinen ausländischen Spitzenpolitiker

Yonhap hatte darüber hinaus nahegelegt, dass Ban mit dem nordkoreanischen Führer Kim Jong Un zusammentreffen wolle. Kim traf seit der Machtübernahme 2011 mit keinem ausländischen Spitzenpolitiker zusammen.

Bans Besuch in Nordkorea wäre der erste eines UN-Generalsekretärs in dem kommunistischen Land seit 1993 gewesen. Ban hatte bereits im Mai eine Visite in Nordkorea geplant. Pjöngjang lud ihn damals in letzter Minute wieder aus, weil der UN-Generalsekretär Kritik an einem nordkoreanischen Atomwaffentest geübt hatte.

Die nordkoreanische Führung hat im Ausland kaum Rückhalt. Lediglich einige ranghohe Vertreter der chinesischen Regierung wurden in den vergangenen Jahren nach Pjöngjang entsandt. China, Japan und Südkorea hielten kürzlich einen Dreier-Gipfel ab, in dem sie gemeinsam die Entwicklung von Atomwaffen durch Nordkorea ablehnten.

Harte Strafmaßnahmen gegen Nordkorea

In den vergangenen Jahrzehnten hatten zwei Vorgänger Bans Nordkorea besucht. Der aus Österreich stammende UN-Generalsekretär Kurt Waldheim begab sich 1979 nach Pjöngjang. 14 Jahre später kam der aus Ägypten stammende UN-Generalsekretär Boutros Boutros-Ghali mit dem damaligen Machthaber Kim Il Sung zusammen, um über das nordkoreanische Atomprogramm zu sprechen.

Nordkorea ist einer der ärmsten und am stärksten isolierten Staaten der Welt. Wegen seines Atomprogramms wurden gegen das Land harte Strafmaßnahmen verhängt. Die Vereinten Nationen haben Nordkorea "beispiellose" Verbrechen gegen die Menschlichkeit zur Last gelegt. Der Menschenrechtsausschuss der UN-Vollversammlung stimmte vor einem Jahr für eine Resolution, die Pjöngjang vor den Internationalen Strafgerichtshof (IStGH) bringen könnte.

mka / AFP