VG-Wort Pixel

Abgas-Skandal Deutsche Autobauer unter Kartellverdacht - offenbar reichten sie eine "Art Selbstanzeige" ein

Abgas-Absprachen: Deutsche Autobauer unter Kartellverdacht
Die Autobauer Volkswagen, Audi, Porsche, BMW und Daimler sollen sich in geheimen Arbeitskreisen abgesprochen haben
© AFP
Deutsche Autobauer sehen sich mit einem Kartellvorwurf konfrontiert. Der stern hatte vergangene Woche berichtet, dass die EU Ermittlungen prüft. Sowohl VW als auch Daimler sollen eine "Art Selbstanzeige" eingereicht haben, berichtet nun der "Spiegel".

Die deutschen Autobauer Volkswagen, Audi, Porsche, BMW und Daimler sollen sich in geheimen Arbeitskreisen zu Technik, Kosten und Zulieferern abgesprochen haben, berichtet der "Spiegel". Der stern hatte bereits Anfang der Woche über den Verdacht der EU-Komission berichtet, dass sich die großen Autohersteller bei der Abgasreinigung ihrer Diesel abgesprochen haben.

Der "Spiegel" berief sich auf einen Schriftsatz, den VW bei den Wettbewerbsbehörden eingereicht haben soll. Auch Daimler habe eine "Art Selbstanzeige" bei den Wettbewerbsbehörden hinterlegt. Volkswagen, Daimler und BMW wollten sich nicht zu dem Bericht äußern. Daimler und BMW sprachen von "Spekulationen". Die Aktien der Autobauer sackten deutlich ab.

Geheime Arbeitsgruppen bei Daimler, VW und mehr

Der Vorwurf wiegt schwer: Mehr als 200 Mitarbeiter der Unternehmen sollen sich seit den 1990er Jahren in geheimen Arbeitskreisen abgestimmt und den Wettbewerb außer Kraft gesetzt haben. Es soll dabei um alle Details der Autoentwicklung gegangen sein. Dazu gehören demnach auch Absprachen zur Technik für die Diesel-Abgasreinigung.

In den Arbeitsgruppen sei es auch um die Auswahl von Lieferanten oder die Festlegung von Kosten für Fahrzeugbauteile gegangen, berichtete das Magazin. Es bestehe "der Verdacht" - so soll es in der Selbstanzeige von VW auch für Audi und Porsche laut "Spiegel" heißen -, dass es zu "kartellrechtswidrigem Verhalten" gekommen sei.

fs DPA

Mehr zum Thema


Wissenscommunity


Newsticker