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Machtkampf in der Parteispitze: Austritt oder Gegenangriff? Wirbel um AfD-Chef Bernd Lucke

Will Bernd Lucke der AfD den Rücken kehren? Das verbreitet zumindest Vorstandsmitglied Konrad Adam. Andere Quellen melden, der Parteichef plane einen neuen Angriff auf seine internen Gegner.

Schmeißt Bernd Lucke hin? Der AfD-Chef ließ über seinen Parteisprecher lediglich erklären, er kommentiere keine Gerüchte

Schmeißt Bernd Lucke hin? Der AfD-Chef ließ über seinen Parteisprecher lediglich erklären, er kommentiere keine Gerüchte

Gut zwei Jahre nach ihrer Gründung steuert die Alternative für Deutschland (AfD) möglicherweise auf eine Spaltung zu. Bundesvorstandsmitglied Konrad Adam sagte der Deutschen Presse-Agentur am Sonntagabend, er habe Indizien dafür, dass Parteichef Bernd Lucke seinen Austritt aus der AfD und die Gründung einer eigenen Partei vorbereite.

Dagegen berichtet "Spiegel Online" unter Berufung auf Luckes Unterstützerkreis, der Parteichef plane einen letzten Generalangriff auf seine Rivalen im Vorstand, vor allem auf seine Co-Sprecherin Frauke Petry und den Parteichef in Nordrhein-Westfalen, Marcus Pretzell. Bei einer Pressekonferenz gemeinsam mit Hans-Olaf Henkel wolle Lucke voraussichtlich am 18. Mai mit dem rechten Flügel in der AfD abrechnen.

Henkel, der jüngst erst seinen Posten im AfD-Bundesvorstand niedergelegt hatte, weil ihm die Partei zu sehr nach rechts gerückt war, bestätigte die Pläne dem Bericht zufolge indirekt. "Die AfD-Basis muss erfahren, was da an der Spitze gespielt wird, wie einige wenige Funktionsträger dieser Partei mit ihrem Rechtskurs empfindlich schaden", zitiert ihn der "Spiegel". Denn die "überwältigende Mehrheit" der Mitglieder sei gerade nicht den Rechten zuzurechnen. Sie unterschätzten nur die rechte Gefahr. Lucke selbst ließ über Parteisprecher Christian Lüth lediglich erklären, er kommentiere keine Gerüchte.

Laut Bundesvorstandsmitglied Adam soll Lucke bereits mit Vertrauten Pläne für die Gründung einer neuen Partei schmieden. Diese wolle er noch in diesem Monat öffentlich verkünden, falls sich abzeichnen sollte, dass beim Bundesparteitag in Kassel Mitte Juni auch einige seiner Widersacher in den Vorstand gewählt werden. Zuletzt hatte es heftige Auseinandersetzungen zwischen dem nationalkonservativen und dem bürgerlich-liberalen Flügel der Partei gegeben, zu dem Lucke gehört.

"Der ist völlig von der Rolle"

In der "Welt" (Online) forderte Adam Lucke auf, bei allen Verdiensten um den Aufbau der AfD zu sagen, ob er "auch derjenige sein möchte, der die Zerstörung der Partei anführt". Zugleich distanzierte sich Adam von Lucke: "Wenn die AfD sich zu einer Partei entwickelt, die aus Brüssel geführt und von Berlin aus privat finanziert wird, ist sie nicht mehr meine Partei."

Henkel forderte seinerseits Adam zum Rücktritt auf: "Erst fordert er meinen Rücktritt, jetzt sagt er Luckes Rücktritt voraus? Der ist völlig von der Rolle", sagte der AfD-Europaabgeordnete dem "Handelsblatt" (Online). "Er soll selbst gehen und zwei weitere aus dem Vorstand gleich mitnehmen", fügte Henkel mit Blick auf Co-Parteichefin Frauke Petry und Parteivize Alexander Gauland hinzu.

Beide gehören zum nationalkonservativen Flügel und zu Luckes Kritikern. Gauland hatte Lucke mehrfach vorgeworfen, er fokussiere sich stark auf den bürgerlichen Mittelstand, obwohl die AfD unter den "kleinen Leuten" ein größeres Wählerpotenzial habe.

Die AfD war Anfang 2013 von Gegnern der Eurorettungspolitik der Bundesregierung gegründet worden. Später war die Kritik an der aktuellen Asylgesetzgebung als weiteres wichtiges Thema hinzugekommen.

mad/DPA/AFP / DPA