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Flüchtlingskrise Kerry und Steinmeier wollen Syrien-Krise beenden


Nach Gesprächen mit Steinmeier entschließt sich die USA mehr Flüchtlinge aufzunehmen und eine Lösung für den Krieg zu finden. Die Ereignisse des Tages zum Nachlesen im Newsticker.

Der Flüchtlingszustrom hält Europa weiter in Atem. Während Marineschiffe nach wie vor unzählige Schutzsuchende aus dem Mittelmeer vor dem Ertrinken retten, streitet die Politik um eine sinnvolle Strategie im Umgang mit der Flüchtlingskrise. Derweil sorgen besonders zwei Themen in Deutschland für Aufsehen: Zum einen soll ein terrorverdächtiger IS-Kämpfer in einer Asylunterkunft auf deutschem Boden untergebracht worden sein. Daneben erhitzen Berichte über weitere Brandanschläge auf Flüchtlingsunterkünfte die Gemüter der Deutschen. Alle wichtigen Ereignisse des Tages im stern-Newsticker zum Nachlesen:

+++ 21:02 Uhr: Bölleranschlag in Freital +++

Auf eine Flüchtlingswohnung in Freital bei Dresden verüben unbekannte Täter mit einem Böller einen Anschlag. Nach Informationen des Senders MDR 1 Radio Sachsen zündeten sie in der Nacht zum Sonntag den Feuerwerkskörper auf einem Fensterbrett, woraufhin die Scheibe zersplitterte. Verletzt wurde niemand. In der Wohnung seien fünf Asylbewerber aus Eritrea untergebracht, von denen sich zum Zeitpunkt der Explosion keiner in der Nähe aufgehalten habe. Die Polizei bestätigt den Vorgang. In der Vergangenheit hatte die Kleinstadt mit ausländerfeindlichen Protesten bundesweit Aufsehen erregt.

+++ 20:22 Uhr: Nahles nimmt höhere Arbeitslosenquote an +++

Arbeitsministerin Andrea Nahles (SPD) rechnet aufgrund der vielen Flüchtlinge mit einer zunehmenden Arbeitslosigkeit in Deutschland. "Wir denken, dass im nächsten Jahr der Zustrom auf den deutschen Arbeitsmarkt deutlich ansteigt. Ich rechne auch damit, dass die Arbeitslosenzahlen steigen", sagt sie im Deutschlandfunk. Nach Einschätzung des Münchner Ifo Instituts sind die meisten Flüchtlinge so gering qualifiziert, dass sie ohne Absenkung des Mindestlohns keine Chance auf bezahlte Arbeit haben werden.

+++ 19:46 Uhr: Trotz Zaun um Ungarn knapp 20.000 neue Flüchtlinge in Österreich +++ 

Trotz Stacheldrahts und scharfer Grenzkontrollen in Ungarn, Kroatien und Slowenien sind am Wochenende erneut tausende Flüchtlinge nach Österreich gekommen. Allein am Samstag erreichten laut österreichischem Rotem Kreuz bis zu 13.000 Flüchtlinge die Alpenrepublik, mehr als 7000 folgten bis Sonntagnachmittag. Tausende weitere machten sich über das Mittelmeer auf den gefährlichen Weg in die EU, viele verloren dabei ihr Leben. Der Andrang von Flüchtlingen über die sogenannte Westbalkanroute hält am Wochenende unvermindert an.

+++ 19:37 Uhr: USA und Deutschland wollen Töten ein Ende setzen +++

Deutschland und die USA verstärken ihre Bemühungen für eine diplomatische Lösung der Syrien-Krise. Das kündigte  US-Außenminister John Kerry und Bundesaußenminister Frank-Walter Steinmeier nach einem Treffen in Berlin an. Steinmeier sagt, nach fünf Jahren Bürgerkrieg mit vielen Toten und Millionen Flüchtlingen sei klar: "Wir fühlen und empfinden die politische und moralische Pflicht, dem Töten in Syrien ein Ende zu setzen." Hoffnungen machten zuletzt Gespräche zwischen Moskau und Washington.  

+++ 19:31 Uhr: Netanjahu spricht mit Putin über russisches Engagement in Syrien ++

Israels Regierungschef Benjamin Netanjahu reist am Montag nach Russland, um mit Präsident Wladimir Putin über die wachsende russische Militärpräsenz in Syrien zu sprechen. Netanjahu wolle mit Putin darüber reden, dass in Syrien, einem direkten Nachbarland Israels, "zunehmend russisches Militär eingesetzt werde, um die Regierung von Präsident Baschar al-Assad zu unterstützen", teilt dazu das Büro des Ministerpräsidenten mit. Er wolle auf die Bedrohungen für Israel hinweisen, die enstünden, weil über Syrien auch moderne Waffensysteme aus Russland "an die libanesische Hisbollah und andere Terrorgruppen gelangen". 

+++ 19:11 Uhr: Entscheidungen der EU sagt viel über ihre Zukunftsfähigkeit aus +++

Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) sieht eine Verständigung der EU auf gemeinsame Schritte in der Flüchtlingspolitik als entscheidend für die künftige Rolle Europas an. Sie hoffe, dass die anstehenden Beratungen der Innen- und Justizminister und der Staats- und Regierungschefs Erfolge erzielen, sagt Merkel beim Verdi-Bundeskongress in Leipzig. "Das wird viel aussagen über die Zukunftfähigkeit dieses Europas." Die EU müsse den Menschen jetzt zeigen: "Europa nimmt sich der Verantwortung gemeinsam an."

+++ 18:44 Uhr: Kerry kündigt Aufnahme von 100.000 Flüchtlingen in 2017 an +++

Die USA wollen 2017 mindestens 100 000 Flüchtlinge aus der ganzen Welt bei sich aufnehmen. Das kündigt US-Außenminister John Kerry nach einem Treffen mit seinem deutschen Kollegen Frank-Walter Steinmeier (SPD) an. Zuletzt holten die Vereinigten Staaten 70 000 Menschen ins Land, im kommenden Haushaltsjahr, das jeweils im Oktober beginnt, sollen es 85 000 sein. Kerry betont, er würde gerne mehr ankündigen. Jedoch hätten die USA zu wenig Personal, um die nötigen Sicherheitsüberprüfungen durchzuführen. Mit Blick auf die Syrien-Krise betonte Kerry, sein Land wolle das Problem an der Wurzel packen. Es könne aber nur eine politische Lösung geben. 

+++ 16.23 Uhr: Ungarn bereitet Schließung der Grenze zu Kroatien vor +++

Ungarn bereitet offensichtlich die Schließung der Grenze bei Beremend vor. Bautrupps rammen drei Meter hohe Zaunpfähle in den Boden und errichten ein Tor am Übergang, berichtet ein Reuters-Kameramann. Über den Grenzübergang hat Kroatien in den vergangenen Tagen ohne Absprache Tausende Flüchtlinge nach Ungarn abgeschoben, was zu scharfen Protesten des EU-Nachbarlandes geführt hat. Aus dem kroatischen Grenzort Beli Monastir sind noch weitere Busse mit Migranten unterwegs nach Beremend.

+++ 16.23 Uhr: Außenminister aus Polen, Tschechien, Slowakei und Ungarn beraten über Quote+++

Die Außenminister der Visegrad-Gruppe aus Polen, Tschechien, Slowakei und Ungarn kommen am Montagvormittag mit ihrem luxemburgischen Kollegen in Prag zu Beratungen über die Flüchtlingskrise zusammen. Am Dienstag werde es zudem ein Treffen der Innenminister der Ländergruppe geben, sagt der polnische Außenminister Grzegorz Schetyna. Die Länder der Visegrad-Gruppe lehnen die Einführung verbindlicher Quoten für die Verteilung der Flüchtlinge in Europa ab. Polen, Tschechien und die Slowakei müssten deutlich mehr Flüchtlinge aufnehmen. Ungarn würde derzeit von der Regelung profitieren, lehnt sie aber dennoch ab. 

+++ 16.17 Uhr: Neue Drehscheibe für Flüchtlinge am Kölner Flughafen +++

Am Flughafen Köln/Bonn wird ein neues Drehkreuz für Flüchtlinge eingerichtet. Am Montagabend wird dort der erste Sonderzug mit 450 Flüchtlingen erwartet. "Wir stehen bereit, wir sind ready", sagt Flughafenchef Michael Garvens. Es solle "ein wirkliches Willkommen" am Flughafen geben. Die Flüchtlingszüge sollen am Bahnhof des Flughafens ankommen. In Zelten sollen die Menschen dann kurzzeitig betreut und anschließend mit Bussen zu den eigentlichen Unterkünften weitertransportiert werden. Köln ist gemeinsam mit Düsseldorf die Drehscheibe für Flüchtlinge, die in Zügen aus dem Süden nach Nordrhein-Westfalen anreisen. Köln löst Dortmund ab - die Ruhrgebietsstadt soll nach einer Ruhephase vielleicht später wieder als Drehscheibe dazukommen.

+++ 15.46 Uhr: Gabriel sieht kommende Tage als entscheidend für Flüchtlingskrise an +++

Die anstehenden Treffen auf europäischer und nationaler Ebene müssen nach den Worten von Vizekanzler Sigmar Gabriel (SPD) greifbare Fortschritte im Umgang mit der Flüchtlingskrise bringen. "Deutschland hilft. Aber jetzt muss auch Deutschland geholfen werden", sagte Gabriel am Sonntag in der ARD mit Blick auf das EU-Innenministertreffen am Dienstag und den EU-Sondergipfel am Mittwoch. Für die überlasteten Kommunen soll am Donnerstag im Kanzleramt eine Lösung gefunden werden.

+++ 15.34 Uhr: Kontrollen in Belgien ab kommender Woche +++

Die belgische Polizei wird kommende Woche stichprobenhafte Kontrollen in Grenznähe aufnehmen. Wie Innenminister Jan Jambon am Sonntag im Sender VRT ankündigte, wollen die Behörden so "gegen Menschenschmuggler vorgehen und sicherstellen, dass jeder Flüchtling registriert ist". Auch auf Flughäfen und in Zügen solle kontrolliert werden. Eine vorübergehende Wiedereinführung von Grenzkontrollen - wie in Deutschland, Österreich und Slowenien geschehen - sei allerdings nicht geplant, sagte Jambon. Nach Angaben der Nachrichtenagentur Belga wurden in der vergangenen Woche 1889 Asylanträge in Belgien gestellt.

+++ 15.32 Uhr: Bischof sieht wegen Flüchtlingszuzugs Anbruch einer "ganz neuen Zeit" +++

Der Zuzug der Flüchtlinge bedeutet nach Einschätzung von Ruhrbischof Franz-Josef Overbeck eine Zäsur für ganz Deutschland. "Deutschland und Europa müssen sich auf eine ganz neue Zeit einstellen", sagte der katholische Geistliche laut Caritasverband am Sonntag bei einer Flüchtlingsmesse in Bochum. "Unser Wohlstand und die Weise, in Frieden zu leben, werden sich ändern. So wie die Flüchtlinge ihre Lebensgewohnheiten ändern müssen, werden wir es auch tun müssen." Bei Gott sei kein Mensch unerwünscht, sondern jeder Mensch geliebt. "Alle, die kommen, sind unsere Schwestern und Brüder", sagte Overbeck.

+++ 15.28 Uhr: Geplante Flüchtlingsunterkunft bei Rostock angezündet +++

Ein zur Unterbringung von Flüchtlingen geplantes Mehrfamilienhaus im Landkreis Rostock ist am Sonntag angezündet worden. Ob das derzeit unbewohnte Haus an einer Bundesstraße bei Laage weiterhin als Flüchtlingsunterkunft genutzt werden kann, sei derzeit noch unklar, teilte die Polizei am Sonntag mit. Auf dem Dachboden des Hauses brannte eine etwa zwei mal zwei Meter große Fläche. Der Staatsschutz ermittelt wegen eines potenziell fremdenfeindlichen Hintergrundes. Ende August hatte der Landkreis Rostock laut Polizei in einer Bürgerversammlung über den geplanten Umbau zur Flüchtlingsunterkunft informiert.

+++ 15.25 Uhr: Rumänien baut Not-Aufnahmezentren an Grenze zu Serbien +++

Rumänien hat zwei Not-Aufnahmezentren für Flüchtlinge nahe der serbischen Grenze in den Orten Lunga und Stamora Moravita eingerichtet. Außerdem hätten die zuständigen Beamten eine Übung für den Umgang mit einem Massenandrang von Migranten abgehalten, teilt das rumänische Innenministerium mit. Rumänien spüre zwar keinen unmittelbaren Andrang von Flüchtlingen, sagt der stellvertretende Ministerpräsident Gabriel Oprea. Aber es sei nötig, die Fähigkeiten zu testen, um auf eine dynamische Entwicklung der Lage vorbereitet zu sein.

+++ 15.19 Uhr: Gabriel lehnt Vorschlag über Asyl-Kontingente ab +++

Vize-Kanzler Sigmar Gabriel hat Forderungen von Innenminister Thomas de Maiziere nach einer europäischen Deckelung des Asylrechts zurückgewiesen. "Das ist keine Lösung, Kontingente für Asylbewerber einzurichten", sagte der SPD-Vorsitzende und Wirtschaftsminister in einem ARD-Interview, das am Sonntagabend ausgestrahlt werden sollte. Der Vorschlag widerspreche der deutschen Verfassung und sei das Gegenteil dessen, was Kanzlerin Angela Merkel ausgesagt habe.

+++ 15.08 Uhr: Gabriel: Rücktrittsforderungen aus SPD an de Maizière sind "Quatsch" +++

SPD-Chef Sigmar Gabriel hat Rücktrittsforderungen aus den eigenen Reihen an Bundesinnenminister Thomas de Maizière (CDU) zurückgewiesen. "Ich halte das alles für Quatsch", sagte der Vizekanzler bei der Aufzeichnung der ARD-Sendung "Bericht aus Berlin", die am Sonntagabend ausgestrahlt wird.

Gabriel meinte dazu, niemand sei darauf vorbereitet gewesen, dass bis zu eine Million Menschen in diesem Jahr nach Deutschland kommen könnten. "Und niemand darf den Menschen versprechen: Ich habe jetzt sozusagen aus dem Bilderbuch sofort eine Lösung." Parteipolitische Spielchen seien fehl am Platz: "Das ist das letzte, was wir in Deutschland brauchen", sagte Gabriel.

+++ 14.58 Uhr: Autos von Flüchtlingsaktivisten in Flammen +++

Unbekannte haben im brandenburgischen Neuhardenberg zwei Autos von Angehörigen einer Flüchtlingsinitiative angezündet. Die Fahrzeuge brannten aus, ein danebenstehender Multivan wurde am Samstag ebenfalls beschädigt. Verletzt wurde niemand, wie das Brandenburger Innenministerium am Sonntag bestätigte. Es handele sich um Brandstiftung. Die Polizei ermittele in alle Richtungen, aber ein politischer Hintergrund liege nahe, sagte Ministeriumssprecher Ingo Decker am Sonntag. An Haustüren und Laternen in der Umgebung wurden Aufkleber und Wurfzettel mit der Aufschrift "Flüchtlinge nicht willkommen" entdeckt. Die Besitzer der Autos engagieren sich in dem Ort für Flüchtlinge.

+++ 14.43 Uhr: Tausende Flüchtlinge strömen von Ungarn nach Österreich +++

In Österreich kommen weiter Tausende Flüchtlinge an. 10.700 Menschen hätten seit Mitternacht die ungarisch-österreichische Grenze passiert, sagt ein Polizeisprecher im Burgenland. Das sind mehr als am gesamten Vortag, als 10.500 Flüchtlinge aus Ungarn ankamen. Aus Slowenien kamen nach Polizeiangaben an beiden Tagen zusammen rund 1000 Migranten.

+++ 14.21 Uhr: Thüringen will Schuldentilgung aussetzen +++

Thüringen will in den nächsten beiden Jahren die Tilgung von Landesschulden aussetzen, um trotz hoher Flüchtlingskosten einen ausgeglichenen Haushalt zu ermöglichen.  "Wir haben uns dazu angesichts der schwierigen Situation entschlossen", sagte Finanzministerin Heike Taubert (SPD) der Deutschen Presse-Agentur.

+++ 13.59 Uhr: Trotz Polizei: Flüchtlinge überqueren österreichische Grenze +++

Die Polizei an der südlichen Grenze Österreichs ist kaum in der Lage, Flüchtlinge am Grenzübertritt zu hindern. Eine Gruppe von etwa 100 Migranten überquerte Sonntag den österreichisch-slowenischen Grenzübergang Spielfeld. "Sie sind so massiv aufgetreten, dass wir sie nicht zurückhalten konnten", sagte ein Polizeisprecher. Die Polizei hatte die Flüchtlinge zuvor zurückgewiesen, da sie weder Reisedokumente hatten noch Asylersuchen vorbrachten.

+++ 13.54 Uhr: Mindestens 13 Tote bei Zusammenstoß von Flüchtlingsboot mit Fähre +++

Beim Zusammenstoß einer Fähre mit einem Schlauchboot mit 46 Flüchtlingen an Bord sind am Sonntag vor der türkischen Küste mindestens 13 Flüchtlinge ertrunken, 13 weitere wurden noch vermisst. Nach Angaben der türkischen Nachrichtenagentur Dogan war das Boot auf dem Weg von Canakkale zur griechischen Insel Lesbos. Unter den Toten waren demnach auch vier Kinder. 20 weitere Insassen konnten geborgen werden. Welcher Nationalität die Flüchtlinge waren, blieb zunächst unklar.

+++ 13.16 Uhr: Viele Flüchtlinge laut Ifo nicht für Arbeitsmarkt qualifiziert +++

Nach Einschätzung des Münchner Ifo Instituts sind die
meisten Flüchtlinge nicht gut genug für den deutschen Arbeitsmarkt
qualifiziert. Damit die Flüchtlingskrise den Steuerzahler jedoch
nicht dauerhaft überlaste, müssten die Zuwanderer so schnell wie
möglich bezahlte Jobs annehmen, erläuterten die Wirtschaftsexperten
in einer Mitteilung vom Sonntag: "Es steht zu befürchten, dass viele
von ihnen bei einem Mindestlohn von 8,50 Euro keine Beschäftigung
finden, weil ihre Produktivität schlicht zu gering ist." Das Institut
plädiert deshalb dafür, den Mindestlohn abzusenken.

+++ 12.44 Uhr: Stegner: De Maizière muss Asylverfahren beschleunigen oder abtreten +++

Der stellvertretende SPD-Vorsitzende Ralf Stegner hat Bundesinnenminister Thomas de Maizière (CDU) den Rücktritt nahegelegt, wenn er die Probleme bei der Bearbeitung der Asylanträge nicht in den Griff bekommt. De Maizière müsse "endlich die Asylverfahren beschleunigen, wie das Länder und Kommunen seit vielen Monaten fordern", sagte Stegner der "Bild am Sonntag". "Wenn er bei diesem Kernproblem weiter versagt, reicht es nicht, wenn nur der Bamf-Chef abtritt. Dann sollte de Maizière als verantwortlicher Minister zurücktreten."

+++ 12.24 Uhr: Ungarn öffnet Grenzübergang bei Röszke wieder +++

Ungarn hat einen Hauptgrenzübergang bei Röszke zusammen mit Serbien wieder geöffnet. Die Innenminister beider Länder wohnten am Sonntag der Öffnung des Grenzübergangs Horgos-Röszke 1 bei, der an der Autobahn zwischen Belgrad und Budapest und etwa zwei Kilometer von dem weiterhin geschlossenen Übergang Horgos-Röszke 2 entfernt liegt, an dem es zu schweren Zusammenstößen zwischen Polizei und Flüchtlingen gekommen war. Die Probleme seien in Zusammenarbeit mit Serbien gelöst worden und die Bedingungen für eine Wiedereröffnung erfüllt, sagte der ungarische Innenminister Sandor Pinter.

+++ 12.00 Uhr: Stoiber sieht Deutschland an der Belastungsgrenze +++

Der ehemalige bayerische Ministerpräsident Edmund Stoiber (CSU) warnt vor den Auswirkungen des aktuellen Flüchtlingsansturms und sieht die schiere Masse als größtes Problem für Deutschland. "Ich gehe in diesem Jahr von deutlich über einer Million aus. Ich glaube nicht, dass wir im kommenden Jahr noch einmal so viele Flüchtlinge aufnehmen können. Wir kommen sonst an die Integrationsgrenze“, sagte Stoiber der Bild-Zeitung. Aus diesem Grund sei es unerlässlich gewesen, "dass Horst Seehofer eingegriffen und die Sicherung der Grenzen gefordert hat“, so der ehemalige CSU-Vorsitzende. "Eine unkontrollierte Zuwanderung ohne Abstimmung mit den anderen EU-Ländern" könne nicht funktionieren, führte Stoiber weiter aus.

+++ 11.29 Uhr: Österreich hindert Flüchtlinge an Einreise aus Slowenien +++

Die österreichische Polizei hat Flüchtlingen die Einreise aus dem südlichen Nachbarland Slowenien verweigert. Wie ein Polizeisprecher im Bundesland Steiermark am Sonntag mitteilte, wurde etwa 100 Menschen in der Nacht auf Sonntag die Einreise am Grenzübergang Spielberg verweigert. Sie hatten demnach weder Asylersuchen vorgebracht noch Reisedokumente vorgewiesen. Die Polizei werde die Einwanderungsgesetze anwenden, solange der Andrang an Flüchtlingen bewältigbar sei, sagte der Sprecher.

+++ 10.56 Uhr: Erneut kleines Mädchen bei Flucht nach Griechenland ertrunken +++

Erneut ist ein kleines Flüchtlingskind auf der Flucht im Mittelmeer ertrunken. Die fünfjährige Syrerin wurde am Samstag von der griechischen Küstenwache geborgen, wie die Nachrichtenagentur ANA berichtete. Elf Flüchtlinge, darunter ein weiteres Kind, konnten demnach gerettet werden, nachdem ihr Boot während der Überfahrt von der Türkei nach Griechenland östlich der Insel Lesbos gesunken war. Mehrere Menschen wurden noch vermisst. An Bord des Schiffes waren nach Angaben eines Sprechers der Küstenwache mindestens 26 Menschen.

+++ 10.29 Uhr: Maas: Anschläge auf Flüchtlinge treffen die Gesellschaft +++

Bundesjustizminister Heiko Maas (SPD) hat mit Besorgnis auf die jüngsten Übergriffe auf Flüchtlingsheime reagiert. "Jeder Brandanschlag auf ein Flüchtlingsheim ist ein Anschlag auf uns alle, ein Anschlag auf unsere Gesellschaft", schrieb Maas am Sonntag im Kurznachrichtendienst Twitter.

+++ 10.24 Uhr: Kommunen wollen beim Bund-Länder-Gipfel mit am Tisch sitzen +++

Die Kommunen wollen beim Bund-Länder-Flüchtlingsgipfel an diesem Donnerstag im Kanzleramt mit dabei sein. Diese Forderung kommt jetzt aus den SPD-Reihen in Nordrhein-Westfalen. Gelsenkirchens Oberbürgermeister Frank Baranowski (SPD) sagte am Sonntag der Deutschen Presse-Agentur: "Ich halte es für dringend geboten, dass beim Flüchtlingsgipfel am 24. September auch die Kommunen mit am Tisch sitzen und ihre Erfahrungen und konkreten Anforderungen einbringen können."

+++ 09.57 Uhr: 26 Flüchtlinge nach Bootsunglück vor Lesbos vermisst +++

Vor der griechischen Insel Lesbos werden seit Sonntag 26 Flüchtlinge nach dem Untergang ihres Bootes vermisst. 20 weitere Menschen seien gerettet worden, teilte die griechische Küstenwache mit. Mit zwei Schiffen und einem Hubschrauber wurde im Mittelmeer nach weiteren Flüchtlingen gesucht. Nach Angaben der amtlichen Nachrichtenagentur ANA sind auch Kinder unter den Vermissten.

+++ 09.04 Uhr: 2000 Flüchtlinge auf Fußweg von Ungarn nach Österreich +++

2000 Flüchtlinge sind am Sonntagmorgen im ungarischen Grenzbahnhof Hegyeshalom aufgebrochen, um zu Fuß über die Grenze nach Österreich zu gehen. Ungarische Polizisten begleiteten sie bis zum Grenzübergang an der alten Landstraße nach Wien, wie das staatliche ungarische Fernsehen M1 berichtete. Züge hatten die Menschen zuvor von der kroatischen Grenze nach Hegyeshalom gebracht. Kroatien transportiert die Flüchtlinge zur ungarischen Grenze, seitdem Ungarn die Grenze zu Serbien für Flüchtlinge geschlossen hat und diese auf ihrem Weg in den Westen nach Kroatien ausweichen.

+++ 08.04 Uhr: Kardinal Woelki: "Deutschland leuchtet" +++

Der Kölner Kardinal Rainer Woelki hat Deutschland für die großzügige Aufnahme von Flüchtlingen gelobt. In einem Beitrag für das Kölner Domradio sagte er am Sonntag: "Deutschland leuchtet in diesen Wochen und macht Europa hell. Wir Deutschen haben weit über unsere Grenzen hinaus gezeigt, dass mitfühlende Menschlichkeit und freudige Hilfsbereitschaft in unserem Land zuhause sind." Es sei jetzt aber wichtig, bei diesem Engagement nicht nachzulassen. Die Integration der Flüchtlinge sei eine Aufgabe für Monate und Jahre. "Besonders wir Christen dürfen hier nicht müde werden", mahnte der Erzbischof des größten katholischen Bistums in Deutschland.

+++ 06.27 Uhr: Feuer in geplanter Flüchtlingsunterkunft in Baden-Württemberg +++

Auf eine geplante Flüchtlingsunterkunft im baden-württembergischen Wertheim ist ein Brandanschlag verübt worden. Wie ein Polizeisprecher in Wertheim sagte, brannte in der Nacht zum Sonntag eine Sporthalle in Wertheim, die bei Bedarf für die Unterbringung von Flüchtlingen genutzt werden sollte. Die Feuerwehr habe den Brand gelöscht, die Halle sei aber nun möglicherweise einsturzgefährdet.

+++ 06.18 Uhr: CDU-Politiker - Flüchtlinge schon vor Ankunft in EU registrieren +++

Der CDU-Europa-Politiker Elmar Brok fordert eine Registrierung von Flüchtlingen schon vor ihrer Ankunft in der EU. Die Europäische Union sollte die Registrierungszentren für Flüchtlinge nicht nur in Italien und Griechenland einrichten, sondern auch in Transitstaaten wie der Türkei, Jordanien, dem Libanon, Ägypten und Serbien, sagte der Vorsitzende des Auswärtigen Ausschusses im EU-Parlament der "Welt am Sonntag".  "Wer gute Chancen auf Asyl hat, kann in diesen Staaten das Verfahren bereits beantragen und er wird auf sicherem Weg nach Europa gebracht."

+++ 05.27 Uhr: Deutsche Marine rettet mehr als 700 Flüchtlinge aus dem Mittelmeer +++

Wie eine dpa-Reporterin an Bord der Bundeswehr-Fregatte "Schleswig-Holstein" beobachtete, wurden in einem fast zwölfstündigen Einsatz 767 Flüchtlinge von einem Holzboot und einem Schlauchboot an Bord geholt. Dies sei die größte Anzahl von Menschen, die die Fregatte bisher an einem Tag gerettet habe, sagte ein Sprecher an Bord. Die meisten der geretteten Menschen stammten aus dem Sudan sowie aus Eritrea, Somalia und Syrien.

+++ 04.18 Uhr: Deutschland unterstützt Syrien-Flüchtlinge vor Ort mit Soforthilfe +++

Die Bundesregierung will syrische Flüchtlinge in der Region mit einer Soforthilfe von 20 Millionen Euro unterstützen. Das Geld gehe an das Welternährungsprogramm der Vereinten Nationen, sagte Bundesentwicklungsminister Gerd Müller der "Welt am Sonntag". Damit könnten rund 500.000 Flüchtlinge in der Region drei Monate lang mit Nahrungsmitteln versorgt werden. Dass den UN-Organisationen jetzt das Geld ausgehe, um die Versorgung mit Lebensmitteln vor Ort sicherzustellen, sei nicht hinzunehmen. "Ich hoffe, dass andere Staaten unserem Beispiel folgen", sagte Müller. Deutschland habe bereits Syriens Nachbarländer Jordanien, Libanon und Türkei zur Versorgung der Bürgerkriegsflüchtlinge mit 1,5 Milliarden Euro unterstützt.

+++ 02.06 Uhr: BKA ermittelt gegen terrorverdächtigen Asylbewerber +++

Das Bundeskriminalamt (BKA) ermittelt einem Zeitungsbericht zufolge gegen einen terrorverdächtigen Asylbewerber aus Syrien. Der in einer Unterkunft in Brandenburg lebende Mann soll vor einigen Wochen Mitbewohnern über seine Zeit als Kämpfer für die Terrormiliz Islamischer Staat (IS) erzählt haben, wie die "Welt am Sonntag" unter Berufung auf Sicherheitskreise berichtete.

In dem von anderen Flüchtlingen heimlich per Mobiltelefon gefilmten Gespräch habe der Syrer auch gesagt, dass er für den IS getötet habe. Die Aufnahmen seien der Auslöser für ein Ermittlungsverfahren des BKA im Auftrag der Bundesanwaltschaft gewesen, berichtete das Blatt weiter.

+++ 01.19 Uhr: Festnahmen von Schleusern bis August stark zugenommen +++

Die Zahl der gefassten Schleuser in Deutschland ist laut einem Zeitungsbericht in den vergangenen Wochen stark gestiegen. Allein im August seien bundesweit 440 Schleuser festgenommen worden, teilte die Bundespolizei nach Angaben der "Welt am Sonntag" mit. Dies sei weit mehr als in den Monaten zuvor: 213 Schleuser waren es laut "Wams" im Januar, 301 im Februar, 157 im März, 200 im April, 230 im Mai, 319 im Juni und 365 im Juli.

lst/DPA/AFP/Reuters

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