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Bundesliga: Dortmunds Liga-Krise hält an - Spektakel in Frankfurt

Die Bundesliga ist dem BVB fremd geworden. Nach dem 4:0-Sieg in der Champions League verlor Dortmund das vierte Liga-Spiel in Folge. Im Topspiel gewinnt Leverkusen dank des Traumtores von Calhanoglu.

In dem verrückten Spiel in Frankfurt fielen sage und schreibe neun Tore

In dem verrückten Spiel in Frankfurt fielen sage und schreibe neun Tore

Trotz des Rückenwinds aus der Champions League findet Borussia Dortmund keinen Weg aus seiner Bundesliga-Krise. Die Elf von Trainer Jürgen Klopp kassierte am neunten Spieltag ein 0:1 (0:0) gegen Hannover 96 und blieb zum sechsten Mal in Serie ohne Sieg. Damit rutschte der BVB sogar auf den 15. Platz ab, da der VfB Stuttgart durch ein 5:4 (2:1) in einem spektakulären Spiel bei Eintracht Frankfurt vorbeizog und seinem Trainer Armin Veh eine erfolgreiche Rückkehr an die alte Wirkungsstätte bescherte. Das Abendspiel gegen FC Schalke 04 entschied Bayer 04 Leverkusen dank eines Traumtores von Hakan Calhanoglu mit 1:0 für sich.

1899 Hoffenheim rückte durch ein 1:0 (0:0) gegen den SC Paderborn zumindest bis Sonntag auf den zweiten Platz vor. Hertha BSC kam gegen den Hamburger SV zu einem klaren 3:0 (0:0). Damit sind die Norddeutschen mit sechs Zählern weiterhin Drittletzter. Dahinter folgen nur noch der SC Freiburg, der beim FC Augsburg 0:2 (0:1) verlor, und der SV Werder Bremen, der bereits am Freitag seine Negativserie mit dem 0:1 (0:0) gegen den 1. FC Köln fortsetzte - und noch vor dem Anpfiff der Samstagsspiele den glücklosen Coach Robin Dutt entließ.

Bayer 04 Leverkusen - FC Schalke 04 1:0

Bayer Leverkusen greift in der Fußball-Bundesliga die Spitzenplätze wieder an und hat beim 1:0 (0:0) für die erste Niederlage von Schalkes neuem Cheftrainer Roberto Di Matteo gesorgt. Dank Hakan Calhanoglus Freistoß-Traumtor in der 53. Minute beendete die Werkself im Duell der Königsklassenstarter vor 30 210 Zuschauern in der ausverkauften BayArena die Ergebnisflaute von drei Remis nacheinander. Bayer verbesserte sich auf Platz vier, Schalke verharrt nach der vierten Saison-Auswärtsniederlage im Mittelfeld. Fünf Minuten vor Schluss musste Leverkusens Tin Jedvaj nach grobem Foulspiel im Mittelfeld gegen Jan Kirchhof mit Rot vom Platz.

Bayer Leverkusen

: Leno - Donati, Toprak, Spahic, Wendell - Bender, Reinartz (25. Jedvaj) - Bellarabi (90.+1 Hilbert), Calhanoglu (82. Papadopoulos), Son - Kießling

FC Schalke 04

: Fährmann - Uchida, Ayhan, Höwedes, Aogo - Höger (89. Meyer), Neustädter (70. Kirchhoff) - Obasi (56. Sam), Choupo-Moting, Draxler - Huntelaar

Schiedsrichter: Gräfe (Berlin) - Zuschauer: 30 210 (ausverkauft) Tor: 1:0 Calhanoglu (53.) Gelbe Karten: Toprak (3) / Aogo (3), Huntelaar (3), Höger (4), Uchida (2) Rote Karten: Jedvaj (85./grobes Foulspiel) / - Beste Spieler: Calhanoglu, Bender / Fährmann, Höwedes

Eintracht Frankfurt - VfB Stuttgart 4:5

Trainer Armin Veh hat bei seiner Rückkehr nach Frankfurt das bislang spektakulärste Bundesliga-Spiel dieser Saison erlebt. Nach 3:1-Führung und einem 3:4-Rückstand gewann der frühere Meistertrainer mit dem VfB Stuttgart am Samstag noch mit 5:4 (2:1) bei seinem alten Verein Eintracht Frankfurt. Die unter dem Strich klar besseren Gäste, die bereits vor einer Woche gegen Bayer Leverkusen aus einem 0:3 ein 3:3 gemacht hatten, befreiten sich durch diesen Sieg zumindest ein wenig aus dem Tabellenkeller der Fußball-Bundesliga.

49.700 Zuschauern sahen ein hochdramatisches, aber auch von haarsträubenden Fehlern geprägtes Spiel. Alexander Madlung brachte die Eintracht in der 21. Minute völlig entgegen des Spielverlaufs in Führung, denn die Gastgeber wirkten über weite Strecken der Partie indisponiert. Stuttgart nutzte das zunächst zu einem Doppelschlag von Martin Harnik (34./36.) sowie dem ersten Treffer von Christian Gentner (51.), ehe der VfB den Sieg binnen acht Minuten aus der Hand zu geben schien. Denn auf einmal trafen Alexander Meier (57.), Stefan Aigner (61.) und erneut Madlung (65.) für die Frankfurter, die an diesem Tag aber zu konfus waren, um diese Führung über die Zeit zu bringen. Die Folge: Wieder ein Stuttgarter Doppelschlag, diesmal durch den eingewechselten Timo Werner (81.) und erneut Gentner (85.). Unmittelbar darauf sah Frankfurts Haris Seferovic wegen einer Geste in Richtung Schiedsrichterassist die Rote Karte. Am Ende siegte die bessere, strukturiertere und vor allem gefährlichere Mannschaft doch noch verdient.

Eintracht Frankfurt

: Wiedwald - Madlung, Anderson (79. Lanig), Russ - Ignjovski, Hasebe, Oczipka - Piazón (46. Stendera), Inui (46. Aigner) - Meier, Seferovic

VfB Stuttgart

: Kirschbaum - Klein (78. Hlousek), Schwaab, Niedermeier, Sakai (61. Rüdiger) - Romeu, Gentner - Sararer (71. Werner), Maxim, Kostic - Harnik

Schiedsrichter: Dingert (Lebecksmühle) - Zuschauer: 49 700 Tore: 1:0 Madlung (21.), 1:1 Harnik (34.), 1:2 Harnik (36.), 1:3 Gentner (51.), 2:3 Meier (58.), 3:3 Aigner (61.), 4:3 Madlung (65.), 4:4 Werner (81.), 4:5 Gentner (84.) Gelbe Karten: Aigner (2), Anderson (2), Oczipka (1), Russ (1), Stendera (1) / Niedermeier (2), Romeu (3), Rüdiger (1) Rote Karten: Seferovic (86./Unsportlichkeit) / - Beste Spieler: Madlung, Wiedwald / Harnik, Kostic

Borussia Dortmund - Hannover 96 0:1

Wieder keine Trendwende, erneut kein Sieg - die Krise von Borussia Dortmund in der Fußball-Bundesliga nimmt mehr und mehr bedenkliche Züge an. Beim 0:1 (0:0) gegen Hannover 96 musste der Revierclub die bereits vierte Niederlage in Serie hinnehmen. Vor 80.677 Zuschauern im ausverkauften Signal Iduna Park besiegelte Hiroshi Kiyotake (61. Minute) die nächste Pleite für den BVB, der damit der Abstiegszone immer näher rückt. Nach wiederholtem Foulspiel sah 96-Profi Ceyhun Gülselam die Gelb-Rote Karte (89.).

Borussia Dortmund

: Weidenfeller - Piszczek, Subotic, Hummels, Durm (77. Sokratis) - Gündogan (66. Kagawa), Bender, Mchitarjan, Reus - Aubameyang, Ramos (77. Immobile)

Hannover 96

: Zieler - Stankevicius (72. Hirsch), Marcelo, Felipe, Schulz - Schmiedebach, Gülselam - Briand (90.+4 Schlaudraff), Kiyotake (73. Sobiech), Bittencourt - Joselu

Schiedsrichter: Stieler (Hamburg) - Zuschauer: 80 667 (ausverkauft) Tor: 0:1 Kiyotake (61.) Gelbe Karten: Gündogan (1), Mchitarjan (2), Reus (1) / Joselu (1), Marcelo (2), Schmiedebach (1), Zieler (1) Gelb-Rote Karten: - / Gülselam (89./Foulspiel) Beste Spieler: Reus, Bender / Kiyotake, Zieler

Hertha BSC Berlin - Hamburger SV 3:0

Das kleine Zwischenhoch hat sich schon wieder verzogen, die Rückkehr von Pierre-Michel Lasogga an seine alte Wirkungsstätte wurde zu einem neuen Desaster für seinen Hamburger SV. Der Dino der Fußball-Bundesliga verlor am 9. Spieltag der Saison bei Hertha BSC verdient mit 0:3 (0:0) und steckt mit sechs Punkten wie schon in der Vorsaison als Drittletzter im Tabellenkeller fest. Änis Ben-Hatira (59. und 85. Minute) und John Heitinga (59.) besiegelten mit ihren ersten Saisontoren die fünfte HSV-Pleite in der laufenden Spielzeit. Hertha (11 Punkte) belohnte sich für den großen Aufwand und fand mit dem dritten Heimsieg nacheinander den Anschluss zum Mittelfeld.

Hertha BSC Berlin

: Kraft - Pekarik, Heitinga, Lustenberger, Schulz (46. Ndjeng) - Skjelbred, Hosogai - Beerens, Stocker (84. Brooks), Ben-Hatira - Kalou (75. Wagner)

Hamburger SV

: Drobny - Götz, Djourou, Westermann, Ostrzolek - Behrami, Arslan (46. Holtby) - Nicolai Müller, van der Vaart (65. Green), Jansen - Lasogga (74. Nafiu)

Schiedsrichter: Kinhöfer (Herne) - Zuschauer: 58 768 Tore: 1:0 Ben-Hatira (59.), 2:0 Heitinga (65.), 3:0 Ben-Hatira (85.) Gelbe Karten: - / Nicolai Müller (3), van der Vaart (2) Beste Spieler: Heitinga, Kalou, Ben-Hatira / Ostrzolek, Drobny

TSG 1899 Hoffenheim - SC Paderborn 1:0

Aufsteiger SC Paderborn hat in der ersten Fußball-Bundesliga eine bittere Lektion erhalten. Die Ostwestfalen wurden am Samstag bei 1899 Hoffenheim nicht für eine spielerisch starke Leistung belohnt und unterlagen mit 0:1 (0:0). Kevin Volland erlöste die Mannschaft von Trainer Markus Gisdol mit seinem ersten Saisontreffer in der 73. Minute. Damit blieb die TSG auch am neunten Spieltag ungeschlagen und sprang zumindest vorübergehend auf den zweiten Tabellenplatz. Nationalspieler Sebastian Rudy war vor 25.712 Zuschauern in der Sinsheimer Rhein-Neckar-Arena in der 5. Minute mit einem Foulelfmeter an SC-Schlussmann Lukas Kruse gescheitert.

TSG 1899 Hoffenheim

: Baumann - Rudy, Süle, Strobl, Beck – Schwegler (84. Vestergaard), Polanski - Volland, Roberto Firmino, Elyounoussi (58. Schipplock) - Szalai (58. Zuber)

SC Paderborn

: Kruse - Heinloth, Strohdiek, Hünemeier, Brückner - Ziegler - Koc (64. Ouali), Rupp (76. Kutschke), Vrancic (46. Ducksch), Stoppelkamp - Kachunga

Schiedsrichter: Hartmann (Wangen) - Zuschauer: 25 712 Tor: 1:0 Volland (73.) Besonderes Vorkommnis: Rudy (1899 Hoffenheim) scheitert mit Foulelfmeter an Kruse (5.) Gelbe Karten: Schipplock (3), Volland (3) / Heinloth (1), Kachunga (1), Ouali (1) Beste Spieler: Roberto Firmino, Süle / Stoppelkamp, Kachunga

FC Augsburg - SC Freiburg 2:0

Der FC Augsburg hat sich mit dem dritten Heimsieg in Serie von der Abstiegszone der Fußball-Bundesliga abgesetzt und zugleich die Nöte des weiterhin sieglosen SC Freiburg vergrößert. Kapitän Paul Verhaegh (10. Minute) mit seinem bereits dritten Elfmetertreffer der Saison und Hamit Altintop (66.) trafen am Samstag beim verdienten 2:0 (1:0)-Erfolg des FCA, der nach neun Partien zwölf Punkte aufweist. Der Tabellenvorletzte aus Freiburg (5 Punkte) ließ einmal mehr Zweifel an seiner Bundesliga-Tauglichkeit aufkommen - und das sowohl offensiv als auch defensiv.

Die guten Vorsätze des Teams von Trainer Christian Streich waren vor 28.324 Zuschauern schnell Makulatur. Beim Augsburger Eckball von Raul Bobadilla wurde Ragnar Klavan im Strafraum am Trikot gezogen, der FCA-Profi stürzte - und der Schiedsrichter pfiff. Marco Fritz hatte das Vergehen gesehen und zeigte auf den Punkt. Verhaegh verwandelte sicher; schon bei den Heimsiegen gegen Werder Bremen (4:2) und Hertha BSC (1:0) hatte der Augsburger Kapitän jeweils einen Foulelfmeter verwandelt.

FC Augsburg

: Hitz - Verhaegh, Callsen-Bracker, Klavan, Baba - Kohr, Baier - Bobadilla, Altintop (87. Hong), Esswein (77. Caiuby) - Matavz (59. Feulner)

SC Freiburg

: Bürki - Sorg (78. Riether), Krmas, Torrejón, Günter - Schuster - Schmid, Darida, Klaus (70. Freis) - Philipp (46. Kerk), Mehmedi

Schiedsrichter: Fritz (Korb) - Zuschauer: 28 324 Tore: 1:0 Verhaegh (11./Foulelfmeter), 2:0 Altintop (66.) Gelbe Karten: Baier (2), Callsen-Bracker (2), Verhaegh (3) / Krmas (2) Beste Spieler: Altintop, Bobadilla / Bürki

fin/DPA / DPA

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