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+++Liveticker zum Libyen-Krieg+++: Liveticker: Franzosen berichten von Überläufern

Während der Westen über Waffenlieferungen an die Rebellen debattiert, rückt Gaddafi vor. Frankreich hat offenbar Kontakt zu dem Despoten - und zu Überläufern. Der Libyen-Liveticker.

+++16:20 Uhr: Franzosen berichten von Überläufern+++

Gaddafi laufen nach Darstellung der Franzosen seine Mannen davon. "Es gibt erste Überläufer aus dem Kreis um Gaddafi in Tripolis, das ist ein gutes Zeichen", sagt der französische Außenminister Alain Juppé

+++15:18 Uhr: Waffenlieferungen für Deutschland kein Thema+++

Nun mischt sich auch Deutschland in die Diskussion ein: Waffenlieferungen an libysche Rebellen sind für die Bundesregierung derzeit kein Thema. Mit solch "hypothetischen Fragen" beschäftige sich die Regierung nicht, sagt der stellvertretende Regierungssprecher Christoph Steegmans.

+++15:01 Uhr: Franzosen sprechen mit Gaddafi+++

Frankreich, das sich bei der Militäraktion gegen Libyen als Vorreiter hervorgetan hatte, hat offenbar nicht alle Brücken zum Land des Oberst Muammar al-Gaddafi abgebrochen. In seinem Hotel auf der tunesischen Ferieninsel Djerba traf der libysche Außenminister Mussa Kussa französische Regierungsbeamte. Das erfuhr die Nachrichtenagentur DPA am Mittwoch aus tunesischen Regierungskreisen. Einzelheiten über die Gespräche wurden nicht bekannt.

+++14:55 Uhr: UN rufen zu Spenden auf+++

Seit Beginn der Ausschreitungen sind fast 400.000 Menschen vor der wachsenden Gewalt aus dem Land geflohen. Die Hilfsorganisation UNO-Flüchtlingshilfe ruft deshalb zu Spenden auf. Nach den jüngsten Zahlen des UN-Flüchtlingshilfswerks UNHCR in Genf sind fast 180 000 Menschen nach Tunesien und über 158 000 nach Ägypten geflohen.

+++14:50 Uhr: Uganda: Zufluchtsort für Gaddafi?+++

Uganda ist bereit, einen etwaigen Asylantrag von Gaddafi zu prüfen. Dies sagt der Staatssekretär im ugandischen Außenministerium Henry Okello Oryem der Nachrichtenagentur Reuters. Zuvor hatte der Fernsehsender Al-Arabija berichtet, das schwarzafrikanische Land sei bereit, Gaddafi aufzunehmen. Das seien Gerüchte, sagte der Staatssekretär, aber: "Sollte Gaddafi Asyl in Uganda beantragen, würden wir seinen Antrag so prüfen, wie wir es für jeden anderen tun, der in Uganda Zuflucht sucht."

+++13:56 Uhr: China kritisiert Militäraktion+++

Chinas Staats- und Parteichef Hu Jintao hat die Militärintervention in Libyen scharf kritisiert. Bei einem Treffen mit Frankreichs Präsidenten Nicolas Sarkozy am Mittwoch in Peking sagt Hu Jintao, die Geschichte habe wiederholt gezeigt, dass der Einsatz von Gewalt nicht die Antwort für Probleme sei, sondern diese noch komplizierter mache. "Dialog und andere friedliche Mittel sind die ultimative Lösung für Probleme."

+++12:43 Uhr: Russland fordert erstmals Gaddafis Sturz+++

Russland fordert erstmals einen Regierungswechsel in Libyen. "Es ist klar, dass es eine andere, eine demokratische Führung geben muss", sagt Außenminister Sergej Lawrow. "Aber die Libyer sollten das selbst ohne Einmischung von außen entscheiden." Mögliche Waffenlieferungen des Westens an die libyschen Rebellen für den Kampf gegen Diktator Muammar al Gaddafi lehnt Moskau dagegen wie die meisten Staaten ab - im Gegensatz zu den USA. Russland hatte jahrelang Waffengeschäfte in Milliardenhöhe mit Libyen gemacht.

+++12:07 Uhr: Al Kaida begrüßt Aufstände als großen Sprung+++

Ein prominenter Prediger der al Kaida hat die Revolutionen in den arabischen Staaten als einen "großen Sprung nach vorn" für Islamistengruppen gefeiert. Durch die Absetzung von feindlich gesinnten Herrschern könnten die Kämpfer und Gelehrten der Bewegung nun freier sprechen und sich besser organisieren, schreibt Anwar al Aulaki in einem im Internet veröffentlichten Artikel. "Nach drei Jahrzehnten des Erstickens erhalten unsere Mudschahedin-Brüder in Tunesien, Ägypten, Libyen und der übrigen muslimischen Welt eine Chance, wieder frei zu atmen", erklärt der US-Bürger jemenitische Abstammung im al-Kaida-nahen Online-Magazin "Inspire".

+++ 11.23 Uhr: Gaddafis Truppen in Ras Lanuf +++

Die Truppen von Gaddafi haben den Ölhafen Ras Lanuf wieder unter ihre Kontrolle gebracht. Die Rebellen gaben ihre Stellungen auf und flohen Richtung Osten, wie Journalisten der Nachrichtenagentur AFP berichteten. Sie versuchen demnach, sich in der von Aufständischen kontrollierten Stadt Brega zu sammeln.

+++ 11.15 Uhr: Auch Briten gegen Waffenlieferungen +++

Großbritannien plant nach Angaben seines Außenministers William Hague derzeit keine Waffenlieferungen nach Libyen und sieht im Rahmen der UN-Resolution auch nur "sehr begrenzte" Möglichkeiten dazu. "Andere Länder können das tun, aber wir haben nicht vor, die Rebellen in irgendeiner Form zu bewaffnen und haben dafür im Moment keine Pläne", sagt Hague in einem Interview mit dem Sender BBC. Die UN-Resolution für den Einsatz der internationalen Gemeinschaft in Libyen lasse nur begrenzt Raum für solche Lieferungen.

+++ 10.09 Uhr: Auch Italien gegen Waffenlieferungen +++

Auch Italien bekräftigt seine ablehnende Haltung zu Waffenlieferungen an die Aufständischen. "Die Rebellen zu bewaffnen wäre eine kontroverse, eine extreme Maßnahme und würde die internationale Gemeinschaft sicherlich spalten", sagt der Sprecher des Außenministeriums in Rom, Maurizio Massari, in einem Radio-Interview.

+++ 6.32 Uhr: In Tripolis wird das Benzin knapp +++

In Tripolis wird als Folge der UN-Sanktionen langsam das Benzin knapp. Einwohner der Hauptstadt berichten, die Warteschlangen vor den Tankstellen würden immer länger, weil diese nur noch sporadisch mit Benzin beliefert würden. "Wer tanken will, muss sich anstellen und etwa drei Stunden warten, bis er dran ist", sagt einer der Wartenden an einer Tankstelle.

+++ 2.38 Uhr: Nicaraguaner vertritt Libyen bei UN +++

Der frühere nicaraguanische Außenminister Miguel D'Escoto vertritt künftig die Interessen des libyschen Machthabers Muammar al Gaddafi bei den Vereinten Nationen vertreten. D'Escoto sei "autorisiert", im Namen Libyens bei den Verteinten Nationen (UN) zu sprechen, teilt die Regierung von Nicaragua mit. Der bisherige UN-Botschafter Libyens, Mohammed Schalgham, hatte sich angesichts der Gewalt gegen die Protestbewegung von Gaddafi losgesagt. Seinem eigentlichen Nachfolger, Ali Triki, erteilten die USA nach Angaben aus Nicaragua kein Visum.

+++ 00.47 Uhr: Belgier bombardieren Militäranlagen +++

Belgische Kampfflugzeuge haben in Libyen mehrere Militäranlagen des Regimes vom Muammar al Gaddafi bombardiert. Die vier Flugzeuge vom Typ F-16 setzten laser- und satellitengelenkte Präzisionsmunition ein, wie das belgische Verteidigungsministerium in der Nacht zum Mittwoch mitteilt. Der Einsatz sei ein Erfolg gewesen.

+++ 00:29 Uhr: Bewaffnung der Rebellen: Nato contra USA +++

Die Bewaffnung libyscher Rebellen ist nach Auffassung von Nato-Generalsekretär Anders Fogh Rasmussen nicht von der UN-Resolution 1973 gedeckt. "Unsere Aufgabe ist es, Menschen zu schützen, nicht, sie zu bewaffnen", sagt Rasmussen dem britischen Sender Sky News nach der Internationalen Libyen-Konferenz in London.

ben/AFP/DPA/Reuters / DPA / Reuters