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Eindringlicher Appell des UN-Generalsekretärs: Ban fordert: "Beendet das Massaker in Syrien!"

Dramatischer Appell an die Weltgemeinschaft: UN-Generalsekretär Ban Ki Moon hat in ungewohnt eindringlichen Worten aufgefordert, das Blutvergießen in Syrien zu beenden. "Handelt jetzt!", rief er aus.

UN-Generalsekretär Ban Ki Moon hat die Weltgemeinschaft eindringlich dazu aufgefordert, das Blutvergießen in Syrien zu beenden. Ban wählte als Ort für seinen Appell am Mittwoch die bosnische Hauptstadt Sarajevo aus - einst ebenfalls Schauplatz eines blutigen Bürgerkriegs.

"Hier, im Herzen von Bosnien-Herzegowina, richte ich einen Aufruf an die ganze Welt: Wartet nicht länger! Handelt! Handelt jetzt, um das Massaker in Syrien zu beenden!", sagte Ban vor dem bosnischen Parlament. Die gleiche Staatengemeinschaft, die während des Bosnienkieges (1992-95) dabei "versagte, den Völkermord zu verhindern", werde derzeit "in Syrien einem Test unterzogen", fügte der UN-Generalsekretär hinzu.

"Kinder werden massakriert"

In Syrien würden Dörfer angegriffen und "Kinder massakriert", sagte Ban. Die Weltgemeinschaft sei zum Handeln verpflichtet. Das Land treibe "immer schneller in Richtung Bürgerkrieg." Ban verbrachte eine Woche in den Ländern des ehemaligen Jugoslawiens. An diesem Donnerstag will er als erster UN-Generalsekretär die Gedenkstätte für das Massaker von Srebrenica besuchen, wo über 5600 muslimische Jungen und Männer beerdigt sind. Sie waren 1995 von bosnischen Serbenmilizen umgebracht worden.

Der Sprecher von US-Präsident Barack Obama, Jay Carney, verurteilte unterdessen erneut die "abscheuliche Gewalt" des Regimes von Baschar al Assad gegen unbewaffnete Zivilisten. Es gebe glaubhafte Berichte, dass auch Panzer und Kampfflugzeuge eingesetzt würden. Die USA und ihre Partner würden weiterhin Schritte unternehmen, um das Assad-Regime zu isolieren und um mit Sanktionen dessen finanzielle Basis auszutrocknen. Das müsse es für die Regierung in Damaskus immer schwieriger machen, das brutale Vorgehen gegen das eigene Volk zu finanzieren.

Dass sich nach der syrischen Geschäftsträgerin in Zypern auch deren Ehemann, der Botschafter in den Vereinigten Arabischen Emiraten, von Damaskus losgesagt habe, mache deutlich, dass "die Tage Assads gezählt sind", erklärte Carney vor Journalisten in der Präsidentenmaschine Air Force One weiter.

Assad-Angehörige wollen sich absetzen

Einige prominente Mitglieder der Assad-Familie glauben offensichtlich nicht mehr an ein Überleben des Regimes. Wie die Nachrichtenagentur DPA in Istanbul aus gut unterrichteten Kreisen erfuhr, sollen Assads Onkel Mohammed Machluf und dessen Söhne versucht haben, Kontakte im Ausland zu knüpfen. Sie suchten Schutz, falls Assad untergehen sollte.

dho/AFP/DPA / DPA