HOME

Kampf gegen IS: Dschihadisten starten neuen Vorstoß auf Kobane

Kurdische Peschmerga-Kämpfer können künftig über die Türkei vom Irak nach Syrien reisen. Die USA werfen Waffen für die kurdischen Kämpfer über Kobane ab. Die Ereignisse im Rückblick.

Eine Explosion nach einem US-geführten Luftangriff auf die IS-Stellungen: Die nordirakische Stadt Kobane bleibt weiter schwer umkämpft.

Eine Explosion nach einem US-geführten Luftangriff auf die IS-Stellungen: Die nordirakische Stadt Kobane bleibt weiter schwer umkämpft.

+++ 23.55 Uhr: Dschihadisten starten neuen Vorstoß auf Kobane +++

Die Dschihadistengruppe Islamischer Staat startet neue Attacken auf die umkämpfte syrische Stadt Kobane. Nach zwei Selbstmordanschlägen im Norden Kobanes hätten die Extremisten die Stadt "an allen Fronten" angegriffen, teilt die Syrische Beobachtungsstelle für Menschenrechte mit. Die kurdischen Volksverteidigungseinheiten lieferten sich demnach am Abend heftige Gefechte mit den IS-Kämpfern.

+++ 23.17 Uhr: Iraks Regierungschef zu Gesprächen in Teheran +++

Der irakische Ministerpräsident Haidar al-Abadi trifft in der iranischen Hauptstadt Teheran ein. Bei seinen Treffen mit dem Präsidenten des Nachbarlandes, Hassan Ruhani, am Dienstag soll es hauptsächlich um den gemeinsamen Kampf gegen die Terrormiliz Islamischer Staat gehen. Der IS beherrscht inzwischen im Irak wie in Syrien je ein Drittel der Landesfläche.

Neben regionalen Themen werde auch die Ausdehnung der wirtschaftlichen Beziehungen besprochen, sagt die iranische Außenamtssprecherin Marsieh Afcham. Daher gehörten auch die Öl-, Handels- und Wirtschaftsminister zur Delegation.

+++ 19.11 Uhr: IS-Extremisten greifen Jesiden im Nordirak an +++

Der Islamische Staat greift im Nordirak erneut Angehörige der religiösen Minderheit der Jesiden an. Eine große Gruppe IS-Milizionäre sei mit rund 20 Humvee-Fahrzeugen im Sindschar-Gebirge vorgerückt, zitiert die kurdische Nachrichtenseite Rudaw einen Kommandanten der Jesiden.

Bereits vor einer Woche hatten IS-Kämpfer Zugänge zu dem Hochplateau abgeschnitten, das an der Grenze zu Syrien liegt. Nach Angaben von Rudaw leben noch rund 7000 Zivilisten im Sindschar.

+++ 17.18 Uhr: Irakische Kurden wollen Kämpfer nach Kobane schicken +++

Die irakischen Kurden wollen Kämpfer ihrer Peschmerga-Miliz in die von IS belagerte Stadt Kobane schicken. "Wir sind bereit, über Land oder per Flugzeug Verstärkung zu schicken", sagt ein Sprecher der kurdischen Regionalregierung im Nordirak.

+++ 15.55 Uhr: Maas will Strafrecht im Kampf gegen IS verschärfen +++

Zur Bekämpfung des IS will Bundesjustizminister Heiko Maas das Strafrecht in zwei Punkten verschärfen. Künftig mache sich strafbar, wer Deutschland verlassen wolle, um sich an schweren Gewalttaten im Ausland zu beteiligen oder um sich für die Teilnahme an schweren Gewalttaten ausbilden zu lassen, sagt Maas in Berlin. Auch solle ein eigenständiger Straftatbestand der Terrorismusfinanzierung geschaffen werden: Wer "Terrororganisationen" wie den IS in ihrem Kern treffen wolle, müsse ihre Finanzquellen trockenlegen.

Erste konkrete Vorschläge für die Strafrechtsänderungen will Maas bis Ende des Jahres erarbeiten. "Für gewalttätige Terroristen wird es keine Toleranz geben, sie werden die ganze Härte des Rechtsstaates zu spüren bekommen", sagt Maas. Er betont aber auch, dass "die Antwort auf den Terror der ISIS" niemals zu nachhaltigen Beschneidungen der Grundrechte führen dürfe. "Reiner Aktionismus stoppt keine Terroristen."

+++ 15.21 Uhr: Elf Tote bei Bombenanschlag auf schiitische Moschee +++

Bei einem Bombenanschlag eines Selbstmordattentäters auf eine schiitische Moschee werden in Bagdad mindestens elf Menschen getötet. Mehr als 20 Menschen werden nach Polizeiangaben verletzt. Das Attentat galt demnach Gläubigen, die nach dem Mittagsgebet die Moschee Husseiniyat al-Chairat im Stadtteil Sinak verließen.

Erst am Sonntag hatte sich ein Selbstmordattentäter vor einer Schiitenmoschee in die Luft gesprengt und nach jüngsten Angaben mindestens 22 Menschen getötet. Zu den Attentaten bekannte sich zunächst niemand. Selbstmordanschläge werden im Irak in der Regel sunnitischen Islamisten zugeschrieben. Dazu gehören auch IS-Kämpfer.

+++ 14.36 Uhr: Papst fordert Schutz verfolgter Christen in Syrien und im Irak +++

Papst Franziskus ruft die internationale Gemeinschaft dazu auf, Christen im Irak und in Syrien vor Verfolgung und Vertreibung zu schützen. "Wir können uns nicht damit abfinden, an einen Nahen Osten ohne Christen zu denken. Seit 2000 Jahren bekennen sie sich dort zum Namen Jesu", sagt das katholische Kirchenoberhaupt nach Angaben des Vatikans bei einem Treffen mit Kardinälen und Kirchenvertretern aus der Region in Rom. Die jüngsten Ereignisse seien sehr besorgniserregend.

+++ 14.00 Uhr: Zwei mutmaßliche IS-Unterstützer in Haft +++

Zwei weitere mutmaßliche Unterstützern militanter Dschihadistengruppen in Syrien sitzen in U-Haft. Ein 40 Jahre alter Deutsch-Marokkaner und ein 31 Jahre alter Libanese sollen dem Haftbefehl der Bundesanwaltschaft zufolge Ausrüstung und Geld für die Milizen IS und Ahrar al-Scham in Syrien organisiert haben. Sie sind am Samstag in Bonn und Aachen bei Durchsuchungen festgenommen worden, wie die Behörde mitteilt. Der Deutsch-Marokkaner habe nach Syrien ausreisen wollen.

+++ 12.30 Uhr: Türkei erlaubt Peschmerga-Kämpfern Passage nach Kobane +++

Die Türkei lässt nach Angaben der Nachrichtenagentur Anadolu kurdische Peschmerga-Kämpfern aus dem Nordirak zur Verstärkung der syrischen Kurden in die bedrängte Stadt Kobane passieren. Die Türkei unterstütze die Peschmerga dabei, nach Kobae zu gelangen, sagt Außenminister Mevlüt Cavusoglu der Agentur zufolge. Zugleich schließt er weiterhin jede direkte türkische Unterstützung der syrisch-kurdischen Partei PYD aus, deren Volksschutzeinheiten in Kobane gegen die Terrormiliz IS kämpfen.

Nahe der Stadt Kobane beobachten Menschen wie Kampfflugzeuge über Kobane hinwegfliegen. In der Nacht haben die USA Waffen an die kurdischen Verteidiger geliefert.

Nahe der Stadt Kobane beobachten Menschen wie Kampfflugzeuge über Kobane hinwegfliegen. In der Nacht haben die USA Waffen an die kurdischen Verteidiger geliefert.

+++ 10.40 Uhr: Kurden hoffen auf weitere Waffenlieferungen +++

Die kurdischen Einheiten in Kobane bezeichnen die Waffenlieferungen der US-Luftwaffe als große Hilfe. Sie hätten positive Auswirkungen auf den Kampf gegen den IS, so ein Sprecher der kurdischen Volksverteidigungseinheiten. Er danke den USA für die Unterstützung und hoffe auf weitere Lieferungen.

+++ 10.30 Uhr: Australien schickt 200 Spezialkräfte in den Irak +++

Der Weg für den Einsatz von 200 australischen Spezialkräften im Kampf gegen den IS im Irak ist frei: Die Regierungen in Canberra und Bagdad einigen sich mit Verzögerung auf die Rechtsgrundlage, wie Australiens Außenministerin Julie Bishop bekanntgibt. "Ich habe ein Abkommen für den rechtlichen Rahmen zum Einsatz unserer Truppen abgeschlossen", so Bishop. Die Aufgabe der Spezialkräfte sei es, der irakischen Regierung bei der Stärkung ihres Militärs zu helfen.

+++ 9.40 Uhr: Kurdische Kämpfer bestätigen Waffenlieferung +++

Die syrischen Kurden bestätigen, dass sie über das US-Militär mit Waffen zur Verteidigung der Stadt Kobane versorgt werden. Eine große Menge Waffen und Munition habe Kobane erreicht, so ein Sprecher der Volksschutzeinheiten. "Ohne Zweifel wird die Ankunft der Waffen den Verlauf des Kampfes verändern", sagt Rami Abdel Rahman, der Leiter der syrischen Beobachtungsstelle für Menschenrechte. Geliefert worden seien leichte und mittelschwere Waffen, Maschinengewehre, panzerbrechende Waffen, Munition und medizinische Hilfsgüter.

+++ 5.00 Uhr: USA werfen Waffen über Kobane ab +++

US-Flugzeuge werfen am Morgen erstmals Waffen für die kurdischen Kämpfer gegen die Terrormiliz IS in Nordsyrien ab. Wie das US-Zentralkommando in Tampa mitteilt, versorgten C-130-Transportmaschinen in der Nacht zum Montag die Kurden nahe der vom IS bedrängten Grenzstadt Kobane mit mehreren Ladungen von Waffen, Munition und medizinischen Gütern. Die Lieferungen seien von kurdischen Stellen im Irak zur Verfügung gestellt worden, heißt es weiter. Die Aktion solle dazu beitragen, die Verteidigung der Stadt gegen den Ansturm des IS aufrechtzuerhalten.

Der türkische Präsident Recep Tayyip Erdogan hatte sich am Sonntag erneut gegen Waffenhilfen für die Kurden in Kobane ausgesprochen. Deren syrisch-kurdische Partei PYD sei ebenso eine "Terrororganisation" wie die verbotene Kurdische Arbeiterpartei PKK, wird Erdogan zitiert.

haw/mka/DPA/AFP/Reuters / DPA / Reuters