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Reaktionen auf US-Luftangriff: Merkel: "Assad trägt die alleinige Verantwortung für diese Entwicklung"

Die USA haben einen syrischen Luftwaffenstützpunkt bombardiert. Damit reagiert US-Präsident Donald Trump auf den Einsatz von Giftgas, den er und mehrere westliche Staaten Syriens Machthaber Baschar al-Assad zuschreiben. Die internationalen Reaktionen.

Bundeskanzlerin Angela Merkel und der französische Präsident Francois Hollande stehen hinter den USA

Bundeskanzlerin Angela Merkel und der französische Präsident Francois Hollande stehen hinter den USA

In der Nacht zum Freitag haben die USA einen Luftwaffenstützpunkt der syrischen Armee bombardiert. Dies sei eine Reaktion auf den Giftgasangriff in der syrischen Provinz Idlib. Die USA machen das syrische Regime für den Angriff verantwortlich. "Mit dem Einsatz eines tödlichen Nervengases erstickte Assad die Leben hilfloser Männer, Frauen und Kinder. Es war ein langsamer und brutaler Tod für so viele. Sogar wunderschöne Babys wurden bei dieser barbarischen Attacke grausam ermordet.", rechtfertigte US-Präsident Donald Trump den Militärschlag. So reagieren andere Länder auf den Angriff.

Deutschland und Frankreich

Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) hat sich hinter den US-Luftangriff gestellt. Syriens Präsident Baschar al-Assad "trägt die alleinige Verantwortung für diese Entwicklung", heißt es in einer gemeinsamen Erklärung mit dem französischen Präsidenten Francois Hollande. "Sein wiederholter Einsatz von chemischen Waffen und seine Verbrechen gegen die eigene Bevölkerung verlangten eine Sanktionierung, wie Frankreich und Deutschland sie bereits im Sommer 2013 nach dem Massaker von Ghuta gefordert hatten."

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Auch Bundesaußenminister Sigmar Gabriel (SPD) hält den US-Luftangriff in Syrien für nachvollziehbar. "Dass die Vereinigten Staaten jetzt mit einem Angriff gegen die militärischen Strukturen des Assad-Regimes reagiert haben, von denen dieses grausame Kriegsverbrechen ausging, ist nachvollziehbar", erklärte Gabriel am Freitag. Zugleich warb er für eine "politische Lösung" des Bürgerkriegs in Syrien.

"So nachvollziehbar nach dem Versagen des Weltsicherheitsrats der Militäreinsatz der USA gegen die militärische Infrastruktur auch war, so entscheidend ist es jetzt, zu gemeinsamen Friedensbemühungen unter dem Dach der UN zu kommen", erklärte Gabriel. "Wir müssen jetzt mit aller Kraft die Arbeit der Vereinten Nationen unterstützen, um eine politische Lösung des Bürgerkriegs zu erreichen." Dafür würden auch "die beteiligten Konfliktparteien aus der Region und auch die USA und Russland gebraucht".

Großbritannien

Auch die britische Regierung steht an der Seite ihres Partners USA. "Die britische Regierung unterstützt die US-Aktion vollkommen. Sie war unserer Meinung nach eine angemessene Antwort auf die barbarische Attacke des syrischen Regimes mit chemischen Waffen. Sie zielt darauf ab, vor weiteren Angriffen (mit Chemiewaffen) abzuschrecken", hieß es in einer Mitteilung.

Russland

Der russische Präsident Wladimir Putin hingegen hat das US-Bombardement als Angriff auf die Souveränität Syriens verurteilt. "Präsident Putin hält die amerikanischen Angriffe für eine Aggression gegen einen souveränen Staat, gegen das Völkerrecht, dazu noch mit einem erdachten Vorwand", sagte Kremlsprecher Dmitri Peskow. Die syrische Armee habe keine Chemiewaffen mehr, das habe nach der Entwaffnung auch die zuständige UN-Organisation bestätigt.

Israel

Israel unterstützt das Vorgehen der USA. "In Worten und Taten hat US-Präsident (Donald) Trump eine starke und klare Botschaft ausgesandt, dass der Gebrauch chemischer Waffen nicht toleriert werden wird", hieß es in einer Mitteilung des israelischen Ministerpräsidenten Benjamin Netanjahu. Israel unterstütze Trumps Entscheidung und hoffe, "dass diese Botschaft der Entschlossenheit im Angesicht der schrecklichen Taten des Assad-Regimes nicht nur in Damaskus, sondern auch in Teheran, Pjöngjang und anderen Orten Widerhall finden wird", hieß es.

Türkei

Der türkische Staatspräsident Recep Tayyip Erdogan steht dem US-Angriff positiv gegenüber. "Wir betrachten die Luftangriffe der Vereinigten Staaten gegen die Schairat-Luftwaffenbasis an diesem Morgen als eine positive Antwort auf die Kriegsverbrechen des Assad-Regimes", teilte Erdogans Sprecher mit. "Die Zerstörung der Schairat-Luftwaffenbasis ist ein wichtiger Schritt, um sicherzustellen, dass chemische und konventionelle Angriffe gegen die Zivilbevölkerung nicht ungestraft bleiben." Weiter hieß es: "Um zu verhindern, dass ähnliche Massaker wieder passieren, ist es notwendig, unverzüglich eine Flugverbotszone durchzusetzen und Sicherheitszonen in Syrien zu schaffen."

Iran

Der Iran, wie Russland ein Verbündeter Syriens, hat den US-Luftangriff scharf verurteilt. "Diese militärischen Alleingänge sind gefährlich und schädlich", sagte Außenamtssprecher Bahram Ghassemi. In der derzeitigen Lage würden diese Operationen nur die Terroristen stärken, die Krise in Syrien noch weiter eskalieren lassen und Hoffnungen auf eine politische Lösung noch mehr erschweren, so der Sprecher laut Nachrichtenagentur ISNA. Außerdem seien die Hintergründe des mutmaßlichen Giftgasangriffs vor wenigen Tagen in Syrien immer noch unklar, hieß es von Ghassemi.

fin / DPA