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Zwölfter Spieltag: Krisengipfel in München

Bayern erhofft sich einen Befreiungsschlag, Dortmunds Reste Rampe sieht sich als Außenseiter: Alle Fußballaugen richten sich am Sonntag auf das Duell Bayern gegen den BVB.

Ausgerechnet vor dem Gipfeltreffen mit dem Erzrivalen Borussia Dortmund steckt der deutsche Fußballmeister in der Krise. Nach der Pleite in der Champions League gegen Olympique Lyon droht dem FC Bayern München bei einer weiteren Niederlage gegen den BVB auch in der Bundesliga ein Rückschlag. "Wir müssen die Dinge wieder nach oben bewegen", forderte der Vorstandsvorsitzende Karl- Heinz Rummenigge. Trainer Ottmar Hitzfeld hat sein Team aus diesem Grunde in einem Trainingslager am Tegernsee "kaserniert". "Da werden die Fehler knallhart angesprochen", sagte der Bayern-Coach.

Bayern zittert, Dortmund mit letztem Aufgebot

Nach gut einem Drittel der Saison steht der Titelverteidiger gegen den Meister des Vorjahres am 12. Spieltag vor einer Schlüsselpartie. Im schlimmsten Fall könnte Tabellenführer VfB Stuttgart bereits auf neun Punkte davonziehen und das Millionen-Ensemble von der Isar seine Saisonziele aus den Augen verlieren. Auf der anderen Seite kann ein Erfolg gegen die personell geschwächte Borussen-Auswahl neues Selbstvertrauen geben. "Hoffentlich wird das die Partie, die alles ändert", meinte Torjäger Roy Makaay, der trotz seiner wie am Fließband produzierten Treffer in der Kritik steht.

Der 12. Spieltag

VfL Bochum

1. FC Köln

Eintracht Frankfurt

VfB Stuttgart

Hannover 96

Werder Bremen

SC Freiburg

VfL Wolfsburg

Hamburger SV

1860 München

Hertha BSC Berlin

M'Gladbach

Hansa Rostock

1. FC Kaiserslautern

FC Bayern München

Borussia Dortmund

Bayer Leverkusen

FC Schalke 04

Michael Meier:"Wir sind Außenseiter"

Wesentlich gelassener blicken die Dortmunder dem Auftritt am Sonntag im Münchner Olympiastadion entgegen. Nach zwei umgebogenen 0:2-Rückständen in der Meisterschaft und im UEFA-Cup hat die «B- Auswahl» der Borussen Selbstvertrauen für das Schlagerspiel gewonnen. "Auf so ein Spiel kann man sich freuen. Das ist wie ein Festmahl. Aber wir sind nur Außenseiter", meinte BVB-Manager Michael Meier, dessen Team seit 12 Jahren in München nicht gewinnen konnte. Der frühere Bayern-Profi Stefan Reuter befürchtet: «Die Bayern sind angeschlagen und wollen sich rehabilitieren. Deshalb sind sie besonders heiß."

VfB mit scheinbar leichter Aufgabe

Nur der Sieger der mit Spannung erwarteten Begegnung zwischen dem Tabellenvierten und dem -fünften kann vorerst Anschluss ans Spitzentrio der Liga halten. Tabellenführer Stuttgart hat beim Aufsteiger Eintracht Frankfurt die leichtere Aufgabe, auch wenn Felix Magath vor Übermut warnt. "Wir haben noch gar nichts erreicht. Wenn wir unter die ersten Fünf kommen wollen, müssen wir gegen Mannschaften wie Frankfurt gewinnen", forderte der VfB-Teammanager.

Leverkusen und Bremen in Personalnot

Die Verfolger Bayer Leverkusen (gegen den FC Schalke 04) und Werder Bremen (bei Hannover 96) müssen bei der Jagd auf den Spitzenreiter personelle Probleme bewältigen. Bayer-Coach Klaus Augenthaler, unter dem die Mannschaft in 15 Pflichtspielen nur ein Mal verlor, kann die Nationalspieler Carsten Ramelow und Diego Placente nicht einsetzen. Die Schalker kommen nicht nur mit der Empfehlung des UEFA-Cup-Erfolgs über Bröndby Kopenhagen, sondern haben auch die letzten drei Bundesligaspiele in Leverkusen gewonnen.

Werder-Trainer Thomas Schaaf bangt im Niedersachsen-Derby um den Einsatz seiner Stürmer Ailton (Augenentzündung) und Angelos Charisteas (Knieprobleme). Der Ex-Profi denkt mit gemischten Gefühlen an die letzte Partie in Hannover. «Das war ein tolles Spiel, leider mit einem bösen Ende für uns», erinnerte sich Schaaf an das 4:4.

...und ewig dreht sich das Trainerkarussell

Zwei Trainer stehen auch an diesem Wochenende wieder besonders im Blickpunkt. Der Holländer Huub Stevens von Hertha BSC benötigt gegen die seit über 13 Monaten auswärts sieglose Borussia aus Mönchengladbach dringend ein weiteres Erfolgserlebnis, dürfte aber auch eine Niederlage überstehen. In Bochum feiert der Schweizer Marcel Koller als neuer Übungsleiter des 1. FC Köln sein Bundesliga- Debüt. "Nervös bin ich nicht, aber eine gewisse Anspannung wird da sein", sagte der Nachfolger von Friedhelm Funkel.

dpa / DPA

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