(Fast) alle gegen den Bundespräsidenten

3. Januar 2012, 07:58 Uhr

Selten war die Kommentarlage der Zeitungen so einheitlich. Fast jedes Blatt von Flensburg bis zum Schwarzwald beurteilt Wulffs versuchten Eingriff in die Pressefreiheit. Fast jedes, bis auf eins.

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Das Gebahren Wulffs ist das Kommentarthema für fast alle Tageszeitungen im Land©

Die Kommentatoren der deutschen Tageszeitungen sind sich einig: Bundespräsident Christian Wulff hat sich mit dem Anruf beim "Bild"-Chefredakteur und der Androhung von strafrechtlichen Konsequenzen auf dessen Anrufbeantworter einen schwerwiegenden Fehler geleistet. "Wer mag dem Mann noch zuhören, wer will ihn noch ernst nehmen?", fragt der Weser-Kurier. "Braucht unser Land diesen Bundespräsidenten?", fragt die "Nordwest-Zeitung" aus Oldenburg. "Die Würde des Amtes? Ist kaum mehr zu retten - nicht durch diesen Amtsträger", urteilt die "Märkische Oderzeitung". In vielen Kommentaren steckt aber auch ein Seitenhieb auf die "Bild". Diese kommentiert die Affäre im Übrigen nicht, sondern die Rente mit 67.

Flensburger Tageblatt

Wenn es noch eines Beweises bedurft hätte, dass Wulff nicht in seinem Amt angekommen oder dessen Anforderungen nicht gewachsen ist, dann lieferte er ihn mit seiner Intervention im Springer-Verlag selbst. Dass der Bundespräsident seinen Drohanruf auch noch auf die Mailbox des "Bild"-Chefredakteurs sprach, zeugt entweder von Naivität. Oder davon, dass Wulff angesichts der angekündigten Enthüllungen die Fassung verloren hat. Beides ist eines Staatsoberhauptes unwürdig.

Weser-Kurier

Diese Schmierenkomödie mögen nun auch jene nicht mehr sehen, welche die "Bild"-Zeitung hassen und Wulff zugestehen, wenigstens zu Integration und Religion ein paar kluge Sätze gesagt zu haben. Zu anderen Großthemen kam ja nicht mehr viel, doch das ist jetzt auch egal: Wer mag dem Mann noch zuhören, wer will ihn noch ernst nehmen? Irgendwann wird auch die Kanzlerin kühl kalkulieren, dass sein Verbleiben im Amt ihr und dem Land mehr schadet als ein zweiter Präsidentenrücktritt.

Emder Zeitung

Er ist der höchste Repräsentant des deutschen Staates und unserer Republik. Vom Bundespräsidenten ist zu erwarten, dass er in Sachen Demokratie keine Nachhilfe benötigt. Doch im Fall von Christian Wulff scheint dies anders zu sein. Die Pressefreiheit ist ein Grundrecht, ohne sie gibt es keine Demokratie. Da mag mancher die Nase rümpfen, aber ohne eine freie Presse fehlt ein wichtiges Korrektiv in einer Gesellschaft. Wenn nun der Bundespräsident offen einem Chefredakteur droht, damit ein enthüllender Artikel über ihn nicht erscheint, dann zeigt dies ein fragwürdiges Verhältnis Wulffs gegenüber dem Amt und der Demokratie. Das eigene Fell zu retten, scheint ihm wichtiger zu sein, als die demokratischen Grundwerte, auf denen unser Staat aufgebaut ist. So etwas mag man vielen Politikern vielleicht noch verzeihen, eines Bundespräsidenten ist es jedoch unwürdig.

Hannoversche Allgemeine Zeitung

Die Presse- und Rundfunkfreiheit ist für den Bundespräsidenten ein hohes Gut" - diese jüngste Erklärung des Bundespräsidialamtesmarkiert einen weiteren Tiefpunkt. Hatte ein Bundespräsident es jemals nötig, erklären zu lassen, dass er die Pressefreiheit achte? Ein Fehler lag schon darin, den Chefredakteur von "Bild" überhaupt nur anzurufen; so etwas tut ein Bundespräsident nicht. Ein zweiter Fehler lag darin, sich mit drohendem Ton auf einer Mobilbox zu verewigen. Zwar gehört immer eine zweite Stillosigkeit dazu, solche Dinge öffentlich zu machen. Doch die zweite Stillosigkeit macht die erste nicht besser.

Landeszeitung (Lüneburg)

Der Bundespräsident ist oberster Repräsentant des Souveräns. Und sollte eigentlich auch souverän agieren. Doch Wulffs Verhalten in der Kredit-Affäre kann nur als ebenso dreist wie naiv bezeichnet werden. Das Ausmaß der Affäre lässt sich immer weniger mit den Ansprüchen, die an ein Staatsoberhaupt gestellt werden, in Einklang bringen. Ein Bundespräsident sollte die Pressefreiheit verteidigen und nicht versuchen, unliebsame Berichterstattung zu verhindern. Aber auch die "Bild" gibt ein schlechtes Bild ab. Dass sie sich reinwaschen will und betont, sie wollte den Inhalt der Mailbox-Nachricht unter Verschluss halten, wirkt wie ein Treppenwitz. Denn woher sollen die anderen Zeitungen Kenntnis vom Inhalt der Nachricht erhalten haben wenn nicht von der "Bild"?

Braunschweiger Zeitung

Der Bundespräsident hielt Bild-Chef Diekmann wohl für einen Verbündeten. Sein empörter Anruf war ein Fehler; Wulff hat sich zu Recht entschuldigt. Den Kontrollverlust büßt er nun öffentlich, weil, wundersamer Lauf der Dinge, die Botschaft den Weg in andere Redaktionen fand. So trifft schlechter Stil des Absenders auf schlechten Stil des Adressaten.

Nordwest-Zeitung (Oldenburg)

Die immer neuen Details um den vorteilhaften Hauskredit für das Ehepaar Wulff sowie die salamiartigen Reaktionen auf die Enthüllungen der Medien lassen nur einen Schluss zu: Dieser Bundespräsident hat ein falsches Verständnis vom Amt und von den Erwartungen, die das Volk an den Amtsinhaber stellt. Nicht die Kritiker beschädigen das Ansehen des Bundespräsidenten, sondern Wulff selbst. Denn längst geht es in der Affäre Wulff nicht mehr nur um vermeintliche Prozent-Petitessen, sondern um den unredlichen Versuch des wichtigsten Politikers unseres Landes, recherchierenden Journalisten mit dem Staatsanwalt zu drohen und die Verlagsführung zum Eingriff in die Unabhängigkeit einer Redaktion zu animieren. Wer auch immer behauptet, der Rücktritt Wulffs löse eine Staatskrise aus, irrt. Mittlerweile stellt sich vielmehr die Frage, braucht unser Land diesen Bundespräsidenten?

Leipziger Volkszeitung

Von einem Bundespräsidenten wird auch in scheinbaren Privatangelegenheiten ein gewisses Maß an Souveränität, Seriosität und ein Mindestgrad an Selbstdisziplin erwartet. Vielleicht hat Christian Wulff auch mit noch Schlimmerem bei Bild gerechnet - und es wurde dann zunächst doch nur eine lästige Kreditaffäre publik? Es hat sich gezeigt, dass die Popularität des Amtes, der Glanz seiner Gattin, die Sehnsucht vieler Bundesbürger nach einem erklärenden ruhenden Pol, ein Präsidenten-Paar nicht immunisiert. Dabei kann es ganz einfach sein: Manches macht man nicht. Wir brauchen einen Bundespräsidenten, der weiß, was wichtig ist und der relativ instinktsicher agiert. So wie jetzt geht es nicht weiter.

Märkische Oderzeitung:

In seiner vorweihnachtlichen Ehrenerklärung sang der Bundespräsident das hohe Lied der freien Presse. Und jetzt wird berichtet, dass er die erste ihn kompromittierende Veröffentlichung zu verhindern trachtete, indem er mit Strafanträgen drohte. Wenn sich Wulff noch an seine Worte in früheren Affären erinnerte, als er selbst noch der Attackierende war, müsste er im Boden versinken. Die Würde des Amtes? Ist kaum mehr zu retten - nicht durch diesen Amtsträger.

Neue Osnabrücker Zeitung

Egal, wie man zu Wulff steht: Seine Nehmerqualitäten sind beachtlich. Um jede Doppeldeutigkeit zu vermeiden, gemeint ist hier das Stehvermögen, das der Bundespräsident bislang an den Tag legt, obwohl er seit dem 13. Dezember 2011 einen medialen Nackenschlag nach dem anderen kassiert. Aber beim Staatsoberhaupt liegen die Nerven blank. Vom oft gehegten Sonnyboy zum Prügelknaben des meinungsmachenden Boulevard-Blatts, das ist menschlich schwer verkraftbar. Es rechtfertigt aber nichts. Wulff offenbart ein Macht-, Selbst- und Politikverständnis, das ihn und sein Amt weiter beschädigt. Es wird Zeit, dass Wulff vom Getriebenen wieder zum Handelnden wird. Der zehnte Bundespräsident hat alle Optionen.

Badische Neueste Nachrichten (Karlsruhe)

Es ist eine schmerzende Erkenntnis, dass der Präsident an das Märchen von "Kaisers neuen Kleidern" erinnert: das Gewand, das er sich an der Spitze des Staates hat verpassen lassen, verhüllt seine Schwächen nicht. Wulffs Rücktritt wäre schlimm. Wulffs Verbleiben im Amt nicht minder.

Der neue Tag (Weiden)

Spätestens jetzt ist der Punkt erreicht, an dem man dem Hausherren im Schloss Bellevue dazu raten muss, dem Land einen letzten Dienst zu erweisen - zurückzutreten. Denn nicht die Medien, er selbst hat den Rubikon überschritten.

Main-Post (Würzburg)

Eines ist unabdingbar: Integrität, Seriosität. Andauernde Zweifel an den Wertmaßstäben des Präsidenten beschädigen das Amt mehr als ein weiterer Rücktritt eines Amtsinhabers. Das müssen die bedenken, die Wulff auf den Schild gehoben haben, voran die Kanzlerin. Und die, die dann eine Staatskrise heraufziehen sehen. Denn wie so oft gilt auch hier: Ein Ende mit Schrecken ist allemal besser als ein Schrecken ohne Ende.

Donaukurier (Ingolstadt)

Ein Bundespräsident sollte Besseres zu tun haben, als ständig irgendwelche Vergünstigungen für sich herauszuholen. Er sollte gar nicht in die Verlegenheit kommen, mögliche Affären per Salami-Taktik kleinhalten zu müssen. Und erst recht sollte er so viel Würde besitzen, dass er gar nicht erst versucht, kraft seines Amtes Journalisten einzuschüchtern. Wo aber bleibt hier die Souveränität, die man von einem Staatsoberhaupt erwarten darf? Als Wulff den Chefredakteur der "Bild"-Zeitung anrief, sagte er, das Blatt überschreite den Rubikon. In Wirklichkeit ist es so, dass Wulff - symbolisch gesehen - gerade dabei ist, als Bundespräsident über den Jordan zu gehen.

Stuttgarter Nachrichten

Der Fall Wulff dümpelt zwischen Angeblichkeiten und Vermutlichem. Zwischen gezielten politischen Indiskretionen¬ und ungezielten journalistischen Schnellschüssen. Der aufgeblasen und unschicklich, agierende Wulff wird im Voraus dafür kritisiert, dass sich Spekulationen als Wahrheit entpuppen könnten. Die Botschaft lautet selten: Wulff hat. Sie heißt meistens: Wulff soll haben. Geliefert wird demnächst oder gar nicht. Die Demontage hat ein konstantes Vorspiel mit dem Titel: Sollte es zutreffen (...) Nicht einschränkend, sondern absichernd. Wie man es dreht und wendet: Das nennt man eine Kampagne.

Cellesche Zeitung

Christian Wulff macht es seinen Kritikern sehr leicht. Viele haben an seiner schrittweisen Demontage mitgewirkt. Den größten Anteil aber trägt der Bundespräsident selbst.

Ostsee-Zeitung (Rostock)

Jeder Mensch kann einmal aus der Haut fahren, jeder macht mal Fehler. Im Fall Wulff ist es die Kette der Fehler, seiner Kontakte und Geschäfte mit einem Geschmäckle, der Instinktlosigkeiten und nachgeschobenen Wahrheiten. Das alles wird immer peinlicher. Hörbares Unwohlsein breitet sich inzwischen auch in der schwarz-gelben Koalition aus. Für die bisherige Standard-Forderung, es müsse Schluss sein mit der Debatte, weil alles gesagt und das hohe Amt nicht beschädigt werden dürfe, mochte sich gestern keiner mehr hergeben.

Westfalen-Blatt (Bielefeld)

Christian Wulff ist auch nur ein Mensch. Er darf sich über Berichte in Presse, Funk und Fernsehen freuen und richtig ärgern. Er darf auch Dampf ablassen, wenn er sich falsch zitiert oder dargestellt fühlt. Über Art und Weise einer Medienschelte und dessen öffentliche Wirkung muss er sich aber stets im Klaren sein. So muss sich Wulff fragen lassen, ob es seinem Amtsverständnis entspricht, mit einer Strafanzeige zu drohen, um unliebsame Berichte zu verhindern. Gerade erst hatte das Staatsoberhaupt am Persischen Golf die Freiheit der Presse und der Meinung als "beste Grundlage für erfolgreiche gesellschaftliche Entwicklung" gelobt. Sollte das nicht für sein Heimatland gelten?

Stuttgarter Zeitung

Mit jedem neuen Detail, das über die Amigo-Affäre des Bundespräsidenten ans Tageslicht kommt, wird es schwerer, Christian Wulff zu verstehen und was diesen Mann eigentlich umtreibt. Wulffs Verteidigungsstrategie erweckte von Anfang an den Verdacht, er bedauere und räume nur gerade das ein, was ohnehin nicht mehr zu leugnen ist. Sein Krisenmanagement ist stümperhaft, ja geradezu katastrophal. Es offenbart zudem ein höchst problematisches Amtsverständnis.

Märkische Allgemeine

Der Umgang Christian Wulffs mit den Vorwürfen, vor allem aber seine Intervention bei der Bild-Zeitung, werfen grundsätzliche Fragen auf. Kann jemand, der eine kritische Berichterstattung mit Beschimpfungen und der Androhung von strafrechtlichen Konsequenzen unterbinden will, jemals glaubwürdig über Pressefreiheit sprechen? Wie souverän ist ein Staatsoberhaupt, das gegenüber einem Chefredakteur von 'Krieg führen' spricht und davon, dass der Rubikon überschritten sei? Wie naiv ist es, das alles auch noch auf einer Mailbox zu hinterlassen? Es sind nicht die Medien, die das Amt beschädigen, wie Bundestagspräsident Norbert Lammert es mit seiner Kritik angedeutet hat. Es ist die Art, wie Christian Wulff das Amt ausübt.

Augsburger Allgemeine

Es geht jetzt nicht mehr nur darum, wer mit wem kostenlos Urlaub gemacht oder wer wem wie einen billigen Kredit verschafft hat. Es geht darum, dass das Staatsoberhaupt sich nicht dazu durchringen kann, reinen Tisch zu machen. Dieser Mann mauert. Er schweigt. Oder er droht. Und man fragt sich: Was kommt da noch, Herr Präsident? Wulff verspielt das Vertrauen der Bürger. In ihn selbst, aber auch in die gesamte politische Klasse. Das ist der eigentliche Skandal. Scheitert der Bundespräsident - und viel trennt ihn nicht mehr davon - dann scheitert er nicht an seiner Vergangenheit, sondern an seinem fragwürdigen Verhalten im Hier und Jetzt.

Mittelbayerische Zeitung (Regensburg)

Es gibt Dinge, die man nicht tut. Dazu gehört der Versuch eines Politikers, Einfluss auf die Medien zu nehmen. Das gilt für den Dorfbürgermeister wie für den Abgeordneten. Für das Staatsoberhaupt gilt das umso mehr, zumal sich Christian Wulff zum Mahner der Ethik in der Politik aufgeschwungen und die Pressefreiheit noch im Zuge der Enthüllungen seiner Kreditaffäre als hohes Gut bezeichnet hat. Wulffs Versuch, Medien vorzuschreiben, was sie veröffentlichen dürfen und was nicht, zeugt von einem eigentümlichen Demokratieverständnis; das Aufzeichnen dieses Versuchs auf einer Mailbox zeugt von einer erschreckenden Weltfremdheit. Die Enthüllungen über das Verhältnis zum Ehepaar Geerkens und seinen Vorzugskredit hätte Wulff politisch vielleicht überleben können. Der wörtlich dokumentierte Versuch der Einflussnahme aber wird alle Bemühungen, den Bundespräsidenten zu halten, unmöglich machen. Ein Staatsoberhaupt, das glaubt, ein Grundrecht- und das ist die Pressefreiheit - nach Gusto einschränken zu können, hat alle Glaubwürdigkeit verspielt. Richtig: Die Würde des Amts darf nicht beschädigt werden. Derzeit beschädigt sie aber nur einer: Wulff selbst. Der Respekt vor dem Amt gebietet, ihm Bedenkzeit zu geben - und die richtigen Konsequenzen zu ziehen.

Mitteldeutsche Zeitung" (Halle)

Dass Politiker Journalisten oder Verleger anrufen, um sich zu beschweren oder Berichte zu verhindern, ist schlimm genug! Damit zu leben, sind wir gewöhnt. Ein Staatsoberhaupt jedoch ist kein Raufbold im politischen Tageskampf. Er ist der Repräsentant unseres Gemeinwesens und seiner Werte. Gerade erst hat er die Pressefreiheit gepriesen. Und nun? Herr Wulff, haben Sie ein Einsehen – mit Rücksicht auf sich, ihre Familie und auf das Land, dem zu dienen Sie geschworen haben! Der Kampf ist vorbei.

Südwest Presse

Politiker, die mehr oder weniger unverhohlen Einfluss darauf zu nehmen versuchen, was und wie die Medien über sie berichten, sind keine Seltenheit. Wenn sie klug sind, überlassen sie die Beschwerde aber ihren Pressesprechern. Vor persönlichen Interventionen oder gar Drohungen im Umgang mit den Medien sollten sich hochrangige Volksvertreter besser hüten - sie bewirken oft nur das nachhaltige Gegenteil der beabsichtigten Reaktionen. Diese Erfahrung muss nun augenscheinlich auch Christian Wulff machen, zu allem Überfluss. Wie lange muss sich Christian Wulff das noch antun? Einstweilen handelt es sich zwar weder um eine irreparable Beschädigung des Amtes noch gar um eine Staatskrise. Doch höchst unerquicklich ist die unendliche Angelegenheit allemal, für Wulff sowieso, aber zunehmend auch für Bundeskanzlerin Angela Merkel, deren erklärter Wunschkandidat der Niedersachse nach Horst Köhlers bis heute rätselhaftem Abgang war.

Neue Presse (Hannover)

Christian Wulff hat als niedersächsischer Ministerpräsident immer gerne Doppelpass mit dem Boulevard gespielt. Ob Scheidung oder neue Liebe, "Bild" durfte stets exklusiv am Schicksal des Ministerpräsidenten teilhaben und revanchierte sich mit imagefördernder Berichterstattung. Doch das scheinbar simple Geben und Nehmen kann auch ein schnelles Ende haben. Wenn die politische Stimmung kippt. Oder wenn es eine Geschichte gibt, die sich noch besser verkaufen lässt als die vom jungen Glück eines aufsteigenden Politikers.

Nordsee-Zeitung (Bremerhaven)

Nun auch noch das. Ein ganz persönlicher präsidialer Wutanruf auf den Anrufbeantworter des Bild-Chefredakteurs, Drohungen mit dem Rechtsanwalt und mit dem medialen Bruch, falls die Kredit-Story veröffentlicht werde - das ist auf Niveau Berlusconi. Das ist unterste Schublade, jedenfalls in Deutschland und für dieses Amt. Ein sehr guter Präsident wird bewundert. Ein guter genießt Autorität. Ein mittelmäßiger wenigstens noch Respekt, und sei es bloß vor dem Titel. Was aber bleibt von und für Bundespräsident Christian Wulff?

Märkische Allgemeine (Potsdam)

Der Umgang Christian Wulffs mit den Vorwürfen, vor allem aber seine Intervention bei der Bild-Zeitung, werfen grundsätzliche Fragen auf. Kann jemand, der eine kritische Berichterstattung mit Beschimpfungen und der Androhung von strafrechtlichen Konsequenzen unterbinden will, jemals glaubwürdig über Pressefreiheit sprechen? Wie souverän ist ein Staatsoberhaupt, das gegenüber einem Chefredakteur von "Krieg führen" spricht und davon, dass der Rubikon überschritten sei? Wie naiv ist es, das alles auch noch auf einer Mailbox zu hinterlassen? Es sind nicht die Medien, die das Amt beschädigen, wie Bundestagspräsident Norbert Lammert es mit seiner Kritik angedeutet hat. Es ist die Art, wie Christian Wulff das Amt ausübt. Ihm fehlt, was der erste Mann im Staate nun mal braucht: Format.

Mannheimer Morgen

Mit Lippenbekenntnissen lobt Wulff die Presse- und Informationsfreiheit als "hohes Gut". Es ist jedoch unerträglich zu wissen, dass er in eigener Sache versucht hat, Journalisten daran zu hindern, mögliche Missstände aufzudecken. Hier hat er die Nerven verloren. Diese Entwicklung ist ein weiterer Beleg dafür, dass viele Politiker weniger durch den Fehler, dessen sie überführt wurden, Schaden nehmen als vielmehr durch ihre Art der Krisenbewältigung. Wulff ist zum Rätsel geworden, auf seine nächste Erklärung darf man gespannt sein.

Hessische/Niedersächsische Allgemeine" (Kassel)

Kein Bürger lässt sich gern das Staatsoberhaupt abschießen. Schon gar nicht - nach Horst Köhler - zum zweiten Mal. Doch die Hinweise, dass Wulff vor dem niedersächsischen Landtag und unter dem Eindruck journalistischer Recherche getrickst hat, sind unabweisbar: Wie passt zusammen, dass er öffentlich seinen Willen zur Transparenz bekundet, aber gleichzeitig mit Drohungen versucht, Berichterstattung zu verhindern? Wie ist zu verstehen, dass er am 15. Dezember erklärt, er habe sein unglaublich günstiges Geldmarktdarlehen in ein übliches Bankdarlehen umgewandelt, dies aber erst sechs Tage später unterzeichnet? Lange hat Wulff von wohlwollenden Bild-Geschichten über sich, über seine Scheidung und sein Privatleben profitiert. Jetzt dreht sich der Wind. Und das Volk lernt, dass es auch bei seinem Bundespräsidenten zwischen Story und Wirklichkeit unterscheiden muss.

Leipziger Volkszeitung

Von einem Bundespräsidenten wird auch in scheinbaren Privatangelegenheiten ein gewisses Maß an Souveränität, Seriosität und ein Mindestgrad an Selbstdisziplin erwartet. Vielleicht hat Christian Wulff auch mit noch Schlimmerem bei Bild gerechnet - und es wurde dann zunächst doch nur eine lästige Kreditaffäre publik? Es hat sich gezeigt, dass die Popularität des Amtes, der Glanz seiner Gattin, die Sehnsucht vieler Bundesbürger nach einem erklärenden ruhenden Pol, ein Präsidenten-Paar nicht immunisiert. Dabei kann es ganz einfach sein: Manches macht man nicht. Wir brauchen einen Bundespräsidenten, der weiß, was wichtig ist und der relativ instinktsicher agiert. So wie jetzt geht es nicht weiter.

Westfälische Nachrichten (Münster)

Die Chance, in Demut Fehler einzuräumen, zu bereuen und damit letztendlich auch Schaden vom Amt des Staatsoberhauptes abzuwenden, hat Wulff verpasst. Er wird deshalb über seine Fehler stolpern – und nicht über deren Aufdeckung und mediale Verbreitung. Rhein-Neckar-Zeitung (Heidelberg) Man muss hier unterscheiden: Zwischen dem Bundespräsidenten Christian Wulff, dem bisher weder Amtsmissbrauch noch Korrumpierbarkeit nachgewiesen werden konnten. Und zwischen dem Bundespräsidenten Christian Wulff, dessen Krisenmanagement – schon seit Längerem - eine öffentliche Zumutung darstellt. Wulff hat sich über die Maßen blamiert.

Berliner Morgenpost

Wulffs eigentliches Problem: Gefangen zwischen einer unberechenbaren Vergangenheit und den aktuellen Eseleien, büßt er immer mehr an Handlungsfähigkeit ein. Ein Politiker, ein Bundespräsident zumal, der bei jedem Wort, jedem Lächeln, bei jeder Unterschrift den Eindruck zerstreuen muss, es handele sich um Gefälligkeit, der ist kein autonom handelndes Staatsoberhaupt, sondern ein Getriebener, der sich von jeder Recherche offenbar aus der Fassung bringen lässt. Deutschlands Mediendemokratie funktioniert in der Wulff-Krise überzeugend. Der Bundespräsident nicht.

Allgemeine Zeitung (Mainz)

Mehr als alle anderen Politiker hat der Bundespräsident Vorbild zu sein. Dazu gehört zuvörderst stets die Wahrheit zu sagen, beziehungsweise zu ihrer Findung beitragen. Christian Wulff hat weder die Wahrheit gesagt, und schlimmer noch, er hat versucht, mit der Macht seines Amtes die Veröffentlichung von Rechercheergebnissen zu verhindern. Damit hat er die Affäre um sein privates Verhalten in seiner Zeit als Ministerpräsident noch viel schlimmer gemacht, als sie ohnehin schon ist.

Frankfurter Neue Presse

All das bisher vorliegende zumindest führt nicht zwingend zum Rücktritt. Wenn Wulff nicht will, kann ihn ohnehin keiner zwingen. Er ist von der Bundesversammlung gewählt und kann nur aus eigenem Antrieb demissionieren. Es wäre zwar kaum vorstellbar, dass er trotz anhaltenden Medienfeuers und vielleicht irgendwann eintretenden Distanz seines politischen Lagers ein starker Präsident bliebe. Aber eine politische Unperson wie Adolf Sauerland, Duisburgs gemiedener OB, würde Wulff kaum werden. Und selbst Sauerland ist noch im Amt. Also letztlich hat Wulff es selbst in der Hand, wie viel er (er)tragen will.

Nürnberger Nachrichten

Christian Wulffs politisches Schicksal hängt ausschließlich von der Kanzlerin und CDU-Vorsitzenden ab. Geht Angela Merkel zu ihm auf Distanz, dann kann er sich nicht mehr länger als ein paar Tage halten. Er sollte sich auf ihre bisherigen Vertrauensbekundungen nicht allzu sehr verlassen. Die Kanzlerin verfügt über ein sehr feines Sensorium, wann ihr ein Parteifreund mehr schadet als nützt. Ist der Punkt erreicht, dann wird der Betreffende fallengelassen. Und sei es auch der Bundespräsident.

Volksstimme" (Magdeburg)

Bundespräsident Christian Wulff hat einen großen Pressestab im Bundespräsidialamt und externe Berater. Und trotzdem ist es ihm nicht gelungen, eine Kommunikationsstrategie zu entwickeln, die eines Präsidenten würdig gewesen wäre. In eigener Sache reiht er Fehler an Fehler: Zunächst lässt er vom Präsidialamt abwiegeln. Dann kommt seine Erklärung viel zu spät. Dann ist sie unvollständig. Und nun das: Der Bundespräsident soll wie ein unerfahrener Provinzpolitiker unbeherrschte Telefonate mit Chefredakteur und Verleger der "Bild"-Zeitung geführt haben. Wulff ist selbst dafür verantwortlich, dass sich seine "Kredit-Affäre", die beherrschbar gewesen wäre, zu einem unwürdigen Katz-und-Maus-Spiel zwischen Medien und Präsidenten entwickeln konnte. Am Ende disqualifiziert ihn dies vielleicht für das höchste Amt.

Kieler Nachrichten

Der Präsident soll Hüter der Verfassung sein, mithin auch für die Freiheit der Presse einstehen. Sollte der erste Mann im Staate tatsächlich auf diese dreiste Weise interveniert haben, wäre die Entgleisung unverzeihlich und ein Abtritt unausweichlich. Sein allgemeines Bekenntnis zur Bedeutung der vierten Gewalt hilft da nicht weiter. Wer mag Wulff das noch abnehmen? Ein Bundespräsident muss auch in schwieriger Lage Haltung bewahren. Dass er gegenüber dem Hause Springer derart die Contenance verlor, ist nur Beleg dafür, wie viel Sprengstoff Wulff selbst in der Affäre um seinen Hauskredit sieht.

Schwarzwälder Bote (Oberndorf)

Der, der in der Bundesrepublik das höchste moralische Zepter schwingen sollte, ist ganz unten angekommen. Christian Wulff, der erste Mann im Staat, der Grundwerte schützen soll, schwafelt angeblich von "Krieg". Das ist eines Bundespräsidenten unwürdig. Dass er nun zurückrudert, wird Wulff kaum helfen. Die Pressefreiheit sei ein hohes Gut, heißt es aus dem Bundespräsidialamt, doch über Vier-Augen-Gespräche herrsche Stillschweigen. Spätestens, wenn Wulff das entscheidende Vier-Augen-Gespräch mit Angela Merkel führen wird, ist die Öffentlichkeit wieder Zaungast: dann nämlich, wenn ein neuer Bundespräsident gesucht wird.

General-Anzeiger (Bonn)

Noch-Bundespräsident Christian Wulff wird wissen, was jetzt zu tun ist. Er mag noch zögern, er mag sich noch falschen familiären Ratschlägen beugen. Aber ein Staatsoberhaupt, das sagt, es gehe um "Vertrauen in mich und meine Amtsführung", muss erkennen, dass er dieses Vertrauen jetzt verspielt hat. Durch die Umgebung, in die er sich begeben hat, durch Bussi und Boni. Rien ne va plus.

Frankfurter Allgemeine Zeitung

Auch für Bundespräsident Wulff stellt die Pressefreiheit ein so "hohes Gut" dar, dass er in den vergangenen drei Wochen dreimal davon sprach. Das erste Mal tat er es in Qatar; zum zweiten Mal, als er kurz vor Weihnachten eine Erklärung in eigener Sache abgab; zuletzt gestern, nachdem Berichte über eine ausführliche Nachricht erschienen waren, die Wulff auf der Mailbox des "Bild"-Chefredakteurs Diekmann hinterlassen hat, kurz nachdem er am Golf über die Bedeutung der Pressefreiheit gesprochen hatte. Was über Wulffs Äußerungen in diesem Anruf kursiert, passt zu den öffentlichen Bekenntnissen freilich so wenig wie die Finanzierung eines Hauskaufs mittels eines rollierenden Geldmarktdarlehens zur schwäbischen Hausfrau. Es passte nur zu einem Staatsoberhaupt, das von allen guten Geistern verlassen worden ist.

Main-Echo (Aschaffenburg)

Das vom Präsidialamt nicht dementierte Telefonat passt leider zum Stil des Niedersachsen: So wie er bei Unternehmern urlaubt oder Geld leiht, meinte er wohl, durch ein Gespräch mit dem mächtigen "Bild"-Chefredakteur die peinliche Kredit-Geschichte tilgen zu können. Es ist bemerkenswert, dass das Springer-Boulevardblatt standhaft blieb, obwohl es früher dem CDU-Politiker nahe stand und dem konservativen Lager zuzuordnen ist. Auch die honorige "FAZ" dreht den Fall Wulff weiter, ähnlich wie sie es damals bei der Plagiatsaffäre Guttenberg getan hat. Ihre Botschaft an den Bundespräsidenten ist klar: So etwas tut man nicht im höchsten Staatsamt.

Ludwigsburger Kreiszeitung

Ein ganz persönlicher präsidialer Wutanruf auf den Anrufbeantworter des Bild-Chefredakteurs, Drohungen mit dem Rechtsanwalt und mit dem medialen Bruch, falls die Kreditstory veröffentlicht werde - das ist, sorry, auf Niveau Berlusconi. Das ist unterste Schublade, jedenfalls in Deutschland und für dieses Amt. Ein sehr guter Präsident wird bewundert. Ein guter genießt Autorität. Ein mittelmäßiger wenigstens noch Respekt, und sei es bloß vor dem Titel. Was aber bleibt von und für Bundespräsident Christian Wulff?

Westfälischer Anzeiger (Hamm)

Dass Wulff Veröffentlichungen mit einem unfreundlichen, persönlichen Anruf beim "Bild"-Chefredakteur verhindern wollte, muss man vor diesem Hintergrund nicht zum Angriff auf die Pressefreiheit überhöhen - schon gar nicht angesichts der offenbar dämlichen Mailbox-Hinterlassenschaft auf dem "Bild"-Telefonanschluss. Der Bundespräsident zeigt mit solchen Aktionen vielmehr: Er hat nackte Panik. Erst das macht die Debatte zur wirklichen Gefahr für Person und Amt.

Delmenhorster Kreisblatt

Christian Wulff selbst hat die Pressefreiheit als ein hohes Gut unserer freiheitlichen Grundordnung bezeichnet. Als deren oberster Repräsentant hat er sie auch zu respektieren und zu verteidigen. Wenn es stimmt, dass er versucht hat, dem "Bild"-Chefredakteur zu drohen, um eine Veröffentlichung seiner Kreditaffäre zu verhindern, dann hat er genau das Gegenteil getan. Für die Koalition, die ihn bisher stützt, wird damit das Eisen, das sie hält, immer heißer.

Süddeutsche Zeitung

Jeder Lokaljournalist weiß, dass Abgeordnete oder Bürgermeister gerne anrufen oder anrufen lassen, um unliebsame Berichterstattung zu verhindern. Doch die Mischung aus Naivität und Dreistigkeit, mit der Wulff agiert hat, bestürzt. Er ist nicht der Landrat von Osnabrück und auch nicht mehr Ministerpräsident von Niedersachsen, sondern das Oberhaupt des Staates. Dieses Amt aber ist für Wulff offenbar zu groß. Die Sicherungen, die bei einem Präsidenten im Falle einer - politischen wie privaten - Krise funktionieren sollten, funktionieren bei ihm nicht.

Straubinger Tagblatt/Landshuter Zeitung

Bemerkenswert ist auch, dass sich Wulff Geld bei einer Bank in Baden-Württemberg geliehen hat, deren Mutter nicht unerheblich von seiner Arbeit als Ministerpräsident und Aufsichtsrat im VW-/Porsche-Komplex profitiert haben soll. Viele Fragen warten noch auf eine Antwort. Das hat nichts mit einer von Parlamentspräsident Norbert Lammert suggerierten Medien-Kampagne zu tun. Wulff hat gesagt, die Presse- und Informationsfreiheit sei "ein hohes Gut in unserer freiheitlichen Gesellschaft". Nach den neuen Erkenntnissen klingt das wie Hohn. Wulff bleibt bei seiner Salami-Taktik ­ und hat Glück, dass weder Koalition noch Opposition an einem Rücktritt interessiert sind. Zumindest derzeit nicht. Das aber kann sich schnell ändern.

Frankfurter Rundschau

Es war dumm von ihm, seine Drohungen, mit denen er im letzten Augenblick die Veröffentlichung über seine ominösen Darlehensverträge verhindern wollte, auf die Mailbox des Bild-Chefredakteurs zu sprechen. Das wäre ihm zu verzeihen. Aber die Drohungen selbst, sein Versuch, die Arbeit einer Zeitung durch Druck auf die Führung des Hauses zu unterbinden, ist unentschuldbar. Rechtlichkeit meint Redlichkeit. Von der aber versteht Wulff nichts.

tz (München)

Am gefährlichsten für das Amt des Staatsoberhaupts ist vor allem Wulff selbst. Selbst wenn sich Wulff für seinen Droh-Anruf entschuldigt hat, wird diese Affäre an ihm kleben bleiben. Denn der Präsident hat offenkundig nicht verstanden, was er verteidigen soll: die Grundwerte unseres Staates. Für ihn ist es eine Majestätsbeleidigung, wenn Journalisten Fragen stellen und Ungereimtheiten veröffentlichen. Das entspricht eher der Psyche eines Bürgermeisters statt eines Bundespräsidenten. Vom ersten Mann im Staate dürfen wir mehr erwarten: mehr Souveränität und vor allem mehr Demokratieverständnis. Denn Hofberichterstatter meinten die Väter unseres Grundgesetzes kaum, als sie die Pressefreiheit festschrieben.

Hamburger Abendblatt

Es ist schlichtweg eine Ungeheuerlichkeit, wenn ein Staatsoberhaupt bei einem Chefredakteur eine missliebige Berichterstattung verhindern will. Dass er dabei noch Drohungen in den Raum stellt und gar strafrechtliche Konsequenzen für den verantwortlichen Redakteur in Aussicht stellt, ist ein Unding. Dies auch noch auf eine Mailbox zu sprechen ist eine bizarre Unbedarftheit. Man darf von einem Bundespräsidenten nicht nur etwas mehr diplomatisches Geschick und politisches Gespür verlangen, man muss es auch. Was bleibt, ist der fatale Eindruck, dass der Präsident, der gerade wegen seiner Glaubwürdigkeit in das Amt gewählt wurde, nicht mehr glaubwürdig ist. Längst ist die Grenze überschritten, wo Wulff nicht nur sich als Politiker schadet, sondern auch dem höchsten Amt der Bundesrepublik.

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