Deutschlands bevölkerungsreichstes Bundesland wählt einen neuen Landtag: Die aktuellen Entwicklungen bei der NRW-Wahl im stern.de-Live-Ticker.

Jürgen Rüttgers oder Hannelore Kraft: Wer wird Nordrhein-Westfalen regieren?© Franz-Peter Tschauner/DPA
Die Wahl in Nordrhein-Westfalen gilt auch als Stimmungstest für die schwarz-gelbe Koalition in Berlin. Kann sich der amtierende Ministerpräsident Jürgen Rüttgers (CDU) halten - oder wird Hannelore Kraft (SPD) die nächste NRW-Regierung bilden?
Bis zum vorläufigen Endergebnis bleibt es bei einer Zitterpartie in NRW. CDU und SPD rangieren nach der letzten Hochrechnung der ARD (22.54 Uhr) gleichauf bei 34,5 Prozent, die Grünen kommen auf 12,1 Prozent, die FDP auf 6,8 Prozent und die Linke auf 5,6 Prozent. Damit reicht es derzeit weder für Rot-Grün noch für Schwar-Grün. Nach der Sitzverteilung sind als einzig realistische Optionen nur eine Große Koalition oder eine rot-rot-grüne Koalition möglich.
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In den Tagesthemen schließt Hannelore Kraft eine Zusammenarbeit mit der Linken nicht definitiv aus. Sie wiederholt nur die Losung aus dem Wahlkampf: "Wir halten die die Linke nicht für koalitionsfähig und sprechen als erstes mit den Grünen." Nach dem derzeitigen Stand reicht es ohne die Linke nicht für eine rot-grüne Regierung.
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SPD-Spitzenkandidatin Hannelore Kraft hat das Direktmandat in ihrem Wahlkreis gewonnen. Mit 49,34 Prozent der Stimmen lag sie in Mülheim an der Ruhr deutlich vor der CDU-Kandidatin (31,33 Prozent).
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Der nordrhein-westfälische Ministerpräsident und CDU-Spitzenkandidat Jürgen Rüttgers hat seinen Wahlkreis verteidigt. Der 58-Jährige erzielte 45,9 Prozent der Erststimmen im Rhein-Erft-Kreis. Mit der Zweitstimme entschieden sich 37,3 Prozent des Wahlkreises für die CDU, für die SPD stimmten 32,1 Prozent der Wahlberechtigten. Vor fünf Jahren hatte die CDU in dem Wahlkreis ihres Landesvorsitzenden noch 47,6 Prozent der Stimmen bekommen.
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Nach der jüngsten ARD-Hochrechnung reicht es weder für Rot-Grün noch für Schwarz-Grün. Aktuell rangiert die CDU bei 34,6 Prozent der Stimmen (67 Sitze), die SPD kommt auf 34,5 Prozent (67 Sitze), die Grünen auf 12,1 Prozent (23 Sitze), die FDP auf 6,8 Prozent (13 Sitze), die Linke auf 5,5 Prozent (11 Sitze).
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Die Grünen stehen für Verhandlungen mit der CDU bereit, sollte Rot-Grün keine Mehrheit bekommen. "Wir sind natürlich auch mit der CDU gesprächsbereit. Wir haben das immer als Zweitoption benannt. Die müssten wir ausloten", sagte die Grünen-Spitzenkandidatin Sylvia Löhrmann in der ARD. Ebenso bleibe für die Grünen auch eine Koalition mit SPD und Linkspartei eine Option. Dazu müsse die Linke aber den Willen zum Regieren aufbringen. "Es ist eine völlig unklare Situation, ob die Linke wirklich Verantwortung trägt oder ob sie erst fünfmal ihre Basis fragen muss", sagte Löhrmann.
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Die ARD veröffentlicht interessante Zahlen zu den Wählerwanderungen: Demnach hat die CDU 140.000 Wähler an die SPD verloren und 90.000 an die Grünen. Am schlimmsten traf die Partei allerdings die Wahlverweigerung: 330.000 ehemalige CDU-Anhänger wurden zu Nichtwählern.
Auch die SPD verlor insgesamt Wähler: 170.000 an die Grünen, 70.000 an die Linke, 130.000 wurden zu Nichtwählern.
Die Grünen hingegen konnten 80.000 ehemalige Nichtwähler mobilisieren und 90.000 ehemalige CDU-Wähler und sogar 30.000 ehemalige FDP-Wähler für sich gewinnen.
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Die Zitterpartie für Rot-Grün hält an: Nach der ZDF-Hochrechnung um 21.45 Uhr erreichen SPD (68 Sitze) und Grüne (25) knapp eine Mehrheit vor CDU (68), FDP (13) und Linke (11). Nach den ARD-Zahlen jedoch reicht es derzeit nicht zu einer rot-grünen Mehrheit.
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Nach der aktuellsten Hochrechnung der ARD reicht es nicht mehr für Rot-Grün: Die SPD käme demnach auf 66 Sitze, die Grünen auf 24 Sitze - zusammen 90, ein Sitz zu wenig für die absolute Mehrheit. Allerdings könnten die Grünen nun zusammen mit der CDU (67 Sitze) eine Regierung bilden.
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Bei der Runde der Spitzenkandidaten im WDR fehlt Jürgen Rüttgers. Die Moderatorin fragt Armin Laschet (CDU), der den Ministerpräsidenten vertritt, warum er nicht gekommen sei. "Er hat wohl andere Termine", sagt Laschet. Könnte das schon eine Personalentscheidung sein, tritt Rüttgers zurück? "Die Ergebnisse sind noch zu offen", sagt Laschet. Rüttgers sollte noch nicht über einen Rücktritt nachdenken.
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Rekordergebnisse machen Durst: Bei der Grünen- Wahlparty in Berlin klirrten Flaschen und Gläser, als die Hochrechnungen das beste NRW-Ergebnis aller Zeiten verkündeten. Neben Prosecco stand ein Bio-Bier aus Potsdam hoch im Kurs. Doch schnell waren die Kisten leer. Grünen-Chefin Claudia Roth wollte nach zahllosen Interviews gegen 19.30 Uhr gerne eine Flasche zum Anstoßen mit Parteifreunden haben. Doch die Küche konnte nicht mehr liefern. "Dieter, fahr' zur Tanke", rief die bestens gelaunte Roth einem Mitarbeiter zu.
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Die Niederlage für CDU und FDP in Nordrhein-Westfalen lässt sich nach Ansicht von Bundestagspräsident Norbert Lammert (CDU) auch auf den Bund übertragen. "Ich halte es für eine realistische Lagebeurteilung davon auszugehen, dass, wenn heute nicht Landtagswahlen in Nordrhein-Westfalen stattgefunden hätten sondern Bundestagswahlen, es möglicherweise auch für die schwarz-gelbe Koalition in Berlin ebenso wenig eine Mehrheit gegeben hätte, wie sie heute Abend in Düsseldorf festzustellen war", sagte Lammert in einem WDR-Interview.
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