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Lufthansa: Piloten machen sich fit für die A380

Bis der Airbus A380 zum Alltag auf den Flughäfen der Welt gehören wird, vergehen noch Jahre. Die Piloten von Lufthansa & Co. müssen sich schon jetzt mit dem Riesenvogel vertraut machen.

Erst in zwei Jahren wird der doppelstöckige Riesenjet Airbus A380 im Flugplan der Deutschen Lufthansa selbstverständlich sein - doch die ersten Piloten der größten deutschen Fluggesellschaft haben schon fleißig im Cockpit geübt. Chefpilot Jürgen Raps: "Der Airbus A380 wird für uns langsam Alltag". Ulrich Hohl, einer der erfahrensten Flugkapitäne der Airline begleitet bereits seit drei Jahren in der europäischen Flugzeugbau-Kapitale Toulouse das Wachsen und Werden des Mammut-Flugzeuges. Er brachte dabei vor allem das Wissen und die Erfahrung der Lufthansa-Technik ein.

Der Großraumjet wurde bereits von deutschen, französischen, spanischen und englischen Testpiloten - unter ihnen befinden sich auch ehemalige Astronauten - ebenso wie von mehreren erfahrenen Piloten der großen asiatischen Kunden Singapore Airlines und Emirates geflogen. Zum Lufthansa-Team gehören neben Raps, in jungen Jahren in Bayreuth ein begeisterter Segelflieger, und Hohl auch Dieter Hensel, der für alle Trainingsaufgaben und -arbeiten die Verantwortung trägt, Ingo Tegtmeyer, für das "ganze große Drum und Dran" bei der Einführung der A380 in die Lufthansa-Flotte verantwortlich, und Raimond Möller, Chef aller Airbus-Großraumflugzeuge. Die direkte Verantwortung für die 15 von der Lufthansa georderten A380 soll Hohl übertragen werden.

"Agil trotz seiner Größe"

Die fünf Lufthansa-Piloten haben sich gründlichst mit dem "Europäischen Riesen" vor Ort vertraut gemacht. Begleitet und unterstützt wurden sie bei ihren Trainings- und Testflügen vom deutschen Airbus-Testpiloten Wolfgang Absmeier, der auch drei Jahre lang Testpilot in Hamburg-Finkenwerder war, und dem verantwortlichen spanischen Flugversuchsingenieur Fernando Alonso. "Im Grunde waren wir trotz aller Vorschusslorbeeren beeindruckt, wie agil das Flugzeug trotz seiner Größe ist, wie leicht der Riese zu fliegen ist", bestätigt Chefpilot Raps, ein Mann mit der Erfahrung von rund 17.000 Flugstunden.

Die Ruderabstimmung sei ebenso perfekt wie die Sidestick-Arbeit (Sidesticks haben die früheren "Steuerknüppel" abgelöst). "Dieses Flugzeug reagiert so ruhig auf alle Kommandos, wie ich es meinem langen Fliegerleben nur sehr selten erlebt habe", erklärt Raps. Bei ihren ersten Trainingsflügen mussten die Piloten das volle Programm abarbeiten. Die A380 hob mit einem Abfluggewicht von 400 Tonnen ab - das ist das maximal zulässige Fluggewicht einer Boeing 747 - und getankt waren 100 Tonnen Treibstoff. Im wesentlichen wurde rund um Toulouse geflogen. Es ging nicht um Langstreckenflüge, sondern vor allem um Starts und Landungen - "Touch and Go" nennen das die Piloten.

Elf Tage Umschulung

Nur wenige Tage sind für die Schulung der ersten Lufthansa-Piloten vorgesehen. Wenn im Spätsommer oder Frühherbst die populären Rout-Proofing-Flüge auf den Weltrouten mit ausgesuchten Passagieren erfolgen, werden vorher noch acht Lufthansa-Piloten nach Toulouse geschickt. Elf Arbeitstage Umschulung, so Raps, werden für Theorie und Praxis benötigt. Jürgen Raps: "Dann können A340-Piloten den Riesen ohne Schwierigkeiten fliegen." Alle A380 für europäische Kunden und für Airlines des Nahen und Mittleren Ostens werden in Hamburg-Funkenwerder ausgeliefert. Alle anderen A380 werden der Kundschaft in Toulouse übergeben.

Karl Morgenstern/DPA / DPA