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Chronik: Der Seuchenzug von H5N1

Ende 2003 brach in Asien die Vogelgrippe aus. Seitdem hat sich das Virus vom Typ H5N1 rasant ausgebreitet - eine Chronik zeichnet die Ereignisse nach.

15. Februar 2006: Schnelltests bei zwei auf der Insel Rügen gefundenen Schwänen schlagen auf H5N1 an. Das Robert-Koch-Institut geht fest davon aus, dass die beiden Schwäne mit dem lebensgefährlichen Erreger infiziert waren. In Berlin tritt der nationale Tierseuchen-Krisenstab zusammen.

14. Februar 2006:

Deutschland, Österreich und Iran berichten von H5N1 bei Vögeln. In Deutschland wurde die Krankheit erstmals bei Schwänen auf der Ostsee-Insel Rügen festgestellt, in Österreich bei Vögeln im südlichen Grenzgebiet zu Slowenien, im Iran bei Wildschwänen in Feuchtgebieten am Kaspischen Meer im Norden des Landes.

13. Februar 2006:

Die Weltgesundheitsorganisation (WHO) bestätigt in Indonesien zwei weitere Todesfälle bei Menschen, die von H5N1 ausgelöst wurden. Auch in China wird ein weiterer Fall bestätigt. Damit steigt die Zahl der an der Tierkrankheit verstorbenen Patienten auf 91. Bis auf die vier Fälle in der Türkei und einen im Irak wurden alle Fälle in Südostasien registriert.

11./12. Februar 2006:

Das Virus H5N1 hat die Europäische Union (EU) erreicht. Er wird bei toten Wildschwänen auf Sizilien sowie auf dem südlichen Festland Italiens entdeckt und bei Schwänen an der griechischen Ägäisküste bei Thessaloniki. Ein Virus der H5-Gruppe wird auch bei einem Schwan in Slowenien nahe der österreichischen Grenze festgestellt.

8. Februar 2006:

Erstmals werden H5N1-Fälle in Afrika entdeckt. Die Seuche breitet sich in Nigeria schnell unter Geflügel in mehreren nördlichen Bundesstaaten aus.

24. Januar 2006:

Das Virus H5N1 wird in Nordzypern festgestellt.

18. Januar 2006:

Bei einer Konferenz in Peking sagen internationale Geber 1,9 Milliarden Dollar für den Kampf gegen die Vogelgrippe zu.

17. Januar 2006:

Im Nordirak stirbt ein 15-jähriges Mädchen an der Vogelgrippe.

11. Januar 2006:

In China sterben erneut zwei Menschen an der Vogelgrippe. Agrarminister Horst Seehofer kündigt an, dass höchstwahrscheinlich erneut eine Stallpflicht für Geflügel erlassen wird.

Januar 2006:

Im Osten der Türkei stirbt erstmals ein Mensch außerhalb Südostasiens an Vogelgrippe. Nach dem 14-Jährigen erliegt am 5. Januar auch die 15-jährige Schwester aus der Ortschaft Dogubayazit nahe der iranischen Grenze.

15. Dezember 2005:

In Deutschland endet um Mitternacht die Stallpflicht.

3. Dezember 2005:

Die Ukraine meldet die ersten Fälle von Vogelgrippe bei Geflügel. Die Tiere wurden in den Krim-Gebieten Sowetskij und Mitschnegorskij entdeckt.

16. November 2005:

China bestätigt die ersten menschlichen Fälle von Vogelgrippe außerhalb von Hongkong und kündigt die Impfung aller 14 Milliarden Zuchtvögel im Land an.

11. November 2005:

Kuwait meldet den ersten Fall von H5N1 bei verendeten Vögeln in der arabischen Golf-Region. Der Virus wurde bei Flamingos festgestellt.

22. Oktober 2005:

Das Bundesverbraucherministerium ordnet eine deutschlandweite Stallpflicht an.

10. Oktober 2005:

Die Europäische Kommission verbietet den Import von Lebendgeflügel und Federn aus der Türkei. Das Land hat zwei Tage zuvor seinen ersten Vogelgrippen-Fall gemeldet. Die Virus-Art H5N1 wird bestätigt.

Oktober 2005:

Im asiatischen Teil der Türkei wird das Virus H5N1 nachgewiesen. Zudem gibt es einen Verdachtsfall in Europa: In Rumänien wird das Virus H5 festgestellt, Zugvögel sollen es eingeschleppt haben. Bis zum Samstag sollte geklärt werden, ob es sich um den auch für Menschen gefährlichen Subtyp H5N1 handelt. Der EU-Importstopp wird auf Rumänien und die Türkei ausgedehnt.

September 2005:

Die Freilandhaltung von Geflügel wird in Teilen von Niedersachsen, Nordrhein-Westfalen und Mecklenburg-Vorpommern verboten. Hühner, Puten, Enten und Gänse müssen in den Ställen bleiben, um eine Übertragung durch Zugvögel zu verhindern.

August 2005:

Die EU verhängt einen Importstopp für Geflügel aus Russland und Kasachstan. Er gilt bereits für neun asiatische Staaten.

Juli 2005:

Das Virus breitet sich von Fernost nach Russland und Kasachstan aus. In Vietnam sterben zwei Menschen an der Vogelgrippe. Seit 2003 sind dort über 40 Menschen an dem Virus gestorben.

Dezember 2004:

68 Erkrankungen in Vietnam, Kambodscha und Indonesien: 25 Menschen sterben. Die Weltgesundheitsorganisation warnt vor einer Pandemie mit Millionen Toten.

August 2004:

In Vietnam sterben drei Menschen an der Vogelgrippe. Zwei Monate später erkranken in Thailand neun Menschen an der Vogelgrippe, acht von ihnen sterben.

Juli 2004:

China räumt Fälle der Vogelseuche ein. Der Erreger wird bei Zugvögeln nachgewiesen.

Dezember 2003:

Die Vogelgrippe grassiert zunächst in Thailand, Vietnam, Südkorea und Japan. Bis Februar 2004 erkranken 35 Menschen, 24 sterben. Ursache ist das Virus vom Subtyp H5N1.

Ende 1997/Anfang 1998:

Nach einem neuerlichen Ausbruch der Krankheit sterben weitere fünf Menschen. Insgesamt infizieren sich 18 Personen mit dem Virus.

Frühjahr 1997:

In Hongkong treten die ersten Fälle von Vogelgrippe des Subtyps H5N1 auf. Im Mai stirbt ein dreijähriger Junge an der Erkrankung.

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