HOME

+++ Newsticker zur Ebola-Epidemie +++: Zweiter Ebola-Kranker reiste mit Flugzeug

Der zweite mit Ebola infizierte Patient in den USA flog kurz vor Ausbruch der Krankheit. In Liberia beenden die Pfleger ihren Streik. Alle Entwicklungen zur Ebola-Epidemie lesen Sie im Newsticker.

Zwei Pflegekräfte eines mittlerweile verstorbenen Ebola-Patienten haben sich in Texas mit der Krankheit infiziert

Zwei Pflegekräfte eines mittlerweile verstorbenen Ebola-Patienten haben sich in Texas mit der Krankheit infiziert

+++ 17.42 Uhr: Mit Ebola infizierte Pflegekraft flog +++

Die zweite in den USA mit Ebola infizierte Pflegekraft ist kurz vor Ausbruch der Krankheit noch mit einem Passagierflugzeug gereist. Die Person sei am Abend des 13. Oktober von Cleveland im Bundesstaat Ohio nach Dallas in Texas geflogen, teilte die US-Gesundheitsbehörde CDC mit. Am Morgen danach habe sie Fieber bemerkt, wurde positiv auf Ebola getestet und auf eine Isolierstation eingewiesen.

Die Behörde rief alle 132 Passagiere des Flugs 1143 der Linie Frontier Airlines auf, sich zu melden. Die Menschen, die besonders gefährdet für eine Ansteckung seien, würden dann beobachtet.

Normalerweise sind Ebola-Infizierte während der Inkubationszeit - also bis zum Ausbruch der Krankheit - nicht ansteckend. Wegen der kurzen Zeitspanne zwischen Flug und dem einsetzenden Fieber ordnete die Gesundheitsbehörde die Maßnahme aber an.

+++ 17.09 Uhr: Liberias Botschafterin bittet um mehr Hilfe +++

Angesichts der steigenden Zahl der Ebola-Toten bittet Liberias Botschafterin Ethel Davis in Berlin um mehr internationale Hilfe für ihr Land. "Wir brauchen weitere Behandlungszentren, mehr Schutzkleidung und mehr Medikamente", sagt sie. Auch Vorbereitungen für Nahrungsmittelhilfe müssten jetzt anlaufen. "Liberias Wirtschaft ist zusammengebrochen. Uns droht eine Hungersnot", sagte Davis.

Die internationale Hilfe funktioniere seit September bereits besser als noch im Juli und August, ergänzt die Botschafterin. Doch noch immer gebe es zu wenig Plätze in den Ebola-Behandlungszentren. Ein Teil des Pflegepersonals hatte zudem für eine Gefahrenzulage gestreikt. Die Regierung hat eine zweite Zulage für Pflegekräfte in den laufenden Verhandlungen bereits zugesagt.

Liberia ist mit mehr als 2000 Toten das am stärksten von Ebola betroffene Land in Westafrika. Vor der Epidemie galt es als Staat mit hoffnungsvollem Wirtschaftswachstum.

+++ 16.16 Uhr: EU will keine Einreisekontrollen +++

Die EU-Kommission spricht sich vorerst gegen die Kontrolle von Reisenden ausgesprochen, die aus den westafrikanischen Epidemie-Gebieten in Europa eintreffen. "Derzeit empfehlen wir das nicht", sagt ein Vertreter der Kommission. Die Wirksamkeit der Kontrollen bei der Erkennung von Infizierten werde als zu gering erachtet. Und Menschen, bei denen die Krankheit bereits ausgebrochen sei und die sie damit weiterverbreiten könnten, seien in der Regel zu schwach, um zu reisen.

+++ 14.24 Uhr: Hessens Gesundheitsminister gegen Fiebermessen am Flughafen +++

Der hessische Gesundheitsminister Stefan Grüttner (CDU) hält nichts von Körpertemperatur-Messungen bei Flugreisenden aus den Ebola-Gebieten in Westafrika. "Fieber kann ein Zeichen für verschiedene Krankheiten sein, von der einfachen Erkältung bis zu einer Infektionskrankheit", sagte er am Mittwoch dem Sender Phoenix. Insbesondere bei Ebola sei die Symptomatik entscheidend, nicht die Temperatur. An Flughäfen in New York und London ist es dagegen bereits Standard, dass bei Reisenden aus Westafrika die Temperatur gemessen wird. In vielen afrikanischen Ländern wird schon seit Wochen bei einreisenden Fieber gemessen. Am Donnerstag wollen Vertreter der EU-Staaten in Brüssel über gemeinsame Ankunftskontrollen an europäischen Flughäfen und Bahnhöfen beraten.

+++ 13.43 Uhr: Weltcup der Säbelfechter in Dakar abgesagt +++

Der Weltcup der Säbelfechter am 31. Oktober/1. November in der senegalesischen Hauptstadt Dakar ist wegen der Ebola-Epidemie in Westafrika vorsorglich vom Weltverband FIE abgesagt worden. "Das ist absolut vernünftig. Wir hätten aus Vorsichtsgründen ohnehin nicht teilgenommen", sagte Sven Ressel, Sportdirektor des Deutschen Fechter-Bundes (DFeB), am Mittwoch der Nachrichtenagentur DPA. Inzwischen soll die Krankheit im Senegal nahezu eingedämmt sein, hatte die Weltgesundheitsorganisation (WHO) in den vergangenen Tagen mitgeteilt.

+++ 12.21 Uhr: Unicef setzt auf Hilfe von Ebola-Überlebenden +++

Tausende Menschen in Westafrika, die Ebola überlebt und Immunität gegen das Virus erworben haben, sollen künftig im Kampf gegen die Seuche helfen. Entsprechende Pläne sollen bei der ersten Konferenz von Ebola-Überlebenden erörtert werden, die am Donnerstag und Freitag mit Unterstützung des Kinderhilfswerks der Vereinten Nationen (Unicef) in Sierra Leone stattfindet. Unicef geht davon aus, dass in den nächsten sechs Monaten bis zu 2500 Ebola-Überlebende für Aufgaben zur Bekämpfung der Seuche ausgebildet werden könnten, darunter als Pfleger für an Ebola erkrankte Kinder.

+++ 11.12 Uhr: Pflegekraft betreute ebenfalls verstorbenen Patienten aus Liberia +++

Wie eine bereits zuvor erkrankte Krankenschwester hatte die nun betroffene zweite Pflegekraft in der Klinik Texas Health Presbyterian in Dallas einen inzwischen verstorbenen Ebola-Patienten aus Liberia betreut, teilte das Gesundheitsministerum des US-Bundesstaat Texas mit.

+++ 11.03 Uhr: Weiterer Ebola-Fall in Texas +++

In den USA ist erneut ein Mensch positiv auf Ebola getestet worden. Eine Pflegekraft in Texas habe sich mit dem Virus infiziert, teilten die örtlichen Gesundheitsbehörden am Mittwoch mit.

+++ 8.27 Uhr: Leipziger Ebola-Patient wurde eingeäschert +++

Der Leichnam des in Leipzig gestorbenen Ebola-Patienten ist eingeäschert worden. Der Tote wurde in der Nacht zu Mittwoch in einem Krematorium verbrannt, wie ein Sprecher der Stadtverwaltung mitteilte. Wie mit der Urne verfahren werde, kläre die Stadt derzeit mit den Vereinten Nationen (UN) und dem Auswärtigen Amt. Zuvor war der Tote desinfiziert und in einem speziell präparierten Sarg aufbewahrt worden. Der 56 Jahre alte UN-Mitarbeiter war in der Nacht zu Dienstag nach fünftägiger Behandlung in der Sonderisolierstation des Klinikums Sankt Georg an Ebola gestorben. Er war aus Liberia nach Leipzig geflogen worden. Der Mann war Muslim. Der Islam sieht eine Feuerbestattung eigentlich nicht vor - im Ebola-Fall gehe aber die Sicherheit vor, wurde entschieden.

+++ 6.41 Uhr: Liberia Verkehrsministerin begibt sich in Quarantäne +++

Liberias Verkehrsministerin Angeline Cassell-Bush hat sich nach dem Tod ihres Fahrers durch Ebola in Quarantäne begeben. In einer am Dienstag veröffentlichten Erklärung ihres Büros hieß es, Cassell-Bush habe ihn zwar nicht berührt. Die Maßnahme sei jedoch ein Schritt im Kampf gegen die Krankheit. Im September hatte sich bereits die Vize-Gesundheitsministerin des Landes isolieren lassen, nachdem ein Mitarbeiter an Ebola gestorben war. Liberia ist von der Epidemie am stärksten betroffen.

+++ 5.16 Uhr: Ebola-Epidemie belastet Börsenwerte +++

Neben der anhaltenden Sorgen um die weltweite Konjunkturentwicklung hat auch die anhaltende Ausbreitung von Ebola am Mittwoch die Stimmung an der Tokioter Börse gedrückt. Der Leitindex Nikkei der 225 führenden Werte fiel im Vormittagshandel um 0,13 Prozent auf 14.917 Punkte. "Es ist beängstigend", sagte ein Fondsmanager in Tokio. "Dies könnte die erste Epidemie der neueren Zeit werde, gegen die es keine Arzneimittel gibt.

Desinfektion in Monrovia: Liberia war auf eine Ebola-Epidemie nicht vorbereitet

Desinfektion in Monrovia: Liberia war auf eine Ebola-Epidemie nicht vorbereitet

+++ 2.55 Uhr: UN fordert zusätzliche Ausrüstung +++

Der UN-Sondergesandte Anthony Banbury hat eine bessere medizinische Ausrüstung für den Kampf gegen Ebola in Westafrika gefordert. Bis Anfang Dezember würden unter anderem 2700 zusätzliche Klinikbetten benötigt, sagte der Leiter der Ebola-Mission der UNO für Westafrika (Unmeer) am Dienstag bei einer Sitzung des UN-Sicherheitsrats. "Wir brauchen mehr medizinisches Fachpersonal, eine bessere Logistik, Transportmittel, Mobiltelefone und Generatoren", fügte Banbury hinzu. Es bestehe Bedarf an weiteren Diagnose-Laboren, Schutzanzügen und etwa tausend Fahrzeugen. Hierfür müssten die entsprechenden finanziellen Mittel bereitgestellt werden.

+++ 0.42 Uhr: Welt tut laut Obama nicht genug +++

US-Präsident Barack Obama hat die internationale Staatengemeinschaft erneut dazu aufgerufen, im Kampf gegen Ebola mehr zu tun. "Die Welt als Ganzes tut nicht genug", sagte Obama. Dabei seien alle Bevölkerungen direkt bedroht, es gebe keinen Ort, "der mehr als ein paar Flugstunden entfernt ist".

+++ 0.06 Uhr: USA richten medizinische Eingreiftruppe ein +++

Die US-Gesundheitsbehörden stellen zum Kampf gegen Ebola eine medizinische Eingreiftruppe zusammen. "Sollte es einen weiteren Fall geben, werden wir innerhalb von Stunden vor Ort sein, mit anpacken und den Krankenhäusern helfen, mit der Situation fertig zu werden", sagte am Dienstag der Leiter der Zentren für Seuchenkontrolle (CDC), Thomas Frieden. "Ich wünschte, wir hätten bereits an dem Tag ein solches Team aufgestellt, als der erste Patient die Diagnose erhielt." Gegenwärtig seien weiter 76 Personen unter Beobachtung, die sich damals angesteckt haben könnten.

Die Weltgesundheitsorganisation (WHO) hat unterdessen eine neue Prognose veröffentlicht, die ein erschreckendes Bild zeichnet. Sie erwartet bis Dezember pro Woche zwischen 5000 und 10.000 neue Ebola-Fälle in Westafrika. In den USA wird derweil weiter darüber gerätselt, wie sich eine Krankenschwester im Bundesstaat Texas trotz strenger Sicherheitsvorkehrungen bei einem Ebola-Patienten anstecken konnte. Sie hatte sich in Dallas um einen Mann gekümmert, der die Krankheit aus LIberia in die USA gebracht hatte und vor einer Woche starb.

ono/Reuters/DPA/AFP / DPA / Reuters

Wissenscommunity