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+++ Brexit-Ticker +++: Erste Umfragen deuten auf Kopf-an-Kopf-Rennen hin

Für Europa ist es ein entscheidender Tag: Großbritannien stimmt über den Verbleib in der EU ab. Die Ereignisse zur Brexit-Abstimmung im stern-Newsticker.

Brexit Abstimmung in Gibraltar

Auch im Süden Spaniens, in Gibraltar stimmen die Briten über den Verbleib in der EU ab

+++ 23.47 Uhr: Cameron bedankt sich bei Pro-EU-Wählern +++

Nach dem historischen Referendum hat sich der britische Premierminister David Cameron bei allen Pro-EU-Wählern bedankt. "Dank an Alle, die dafür gestimmt haben, dass Großbritannien stärker, sicherer und besser in Europa bleibt", schrieb er am Donnerstagabend nach Schließung der Wahllokale auf Twitter. Erste Wählerbefragungen deuten auf einen leichten Vorsprung des Lagers der EU-Befürworter hin.


+++ 23.25 Uhr: Ukip-Chef Farage: Sieht nach Sieg für EU-Befürworter aus +++

Der Chef der EU-skeptischen Ukip-Partei Nigel Farage hat sich pessimistisch zum Ausgang des Referendums über einen EU-Austritt geäußert. "Es sieht so aus, als sei die Wahlbeteiligung außerordentlich hoch und es scheint, als würden die EU-Befürworter knapp gewinnen", sagte Farage dem britischen Fernsehsender Sky News zufolge.

+++ 23.10 Uhr: Laut Umfrage Mehrheit gegen Brexit +++

Beim Brexit-Referendum in Großbritannien zeichnet sich nach einer ersten Befragung des Institutes YouGov eine Mehrheit für einen Verbleib in der Europäischen Union ab. Demnach sprachen sich 52 Prozent der britischen Wähler dafür aus, in der EU zu bleiben, und 48 Prozent dagegen. Die YouGov-Befragung, die unmittelbar nach Schließung der Wahllokale am Donnerstag vom Sender Sky News veröffentlicht wurde, entspricht jedoch nicht den Kriterien einer klassischen Wahlprognose und hat auch keine entsprechend hohe Verlässlichkeit.

+++ 21.14 Uhr: Fico: EU muss sich unabhängig vom Brexit-Ergebnis ändern +++

Unabhängig vom Ausgang der Abstimmung in Großbritannien wird Europa nach dem Brexit-Referendum anders sein als bisher. Das prophezeite der slowakische Regierungschef Robert Fico am Freitagabend. Sein Land übernimmt ab 1. Juli bis zum Jahresende die EU-Ratspräsidentschaft von den Niederlanden. "Wir sind überzeugt davon, dass sich die britische Bevölkerung für den Verbleib in der Europäischen Union entscheiden wird. Andernfalls wird unser Ratsvorsitz vor einer umso schwereren Aufgabe stehen", erklärte Fico nach einer außerordentlichen Regierungssitzung in der Kleinstadt Lucenec. "Vorbereitet sind wir aber auf jede der beiden Ergebnisvarianten", versicherte er.

+++ 19.56 Uhr: BBC erklärt zur Sicherheit nochmal, wie man wählt +++

Für alle, die ob der Abläufe in einem Wahllokal möglicherweise verwirrt sein könnten:


+++ 16.01 Uhr: YouGov legt doch Wählernachbefragung vor +++

Überraschend hat das Meinungsforschungsinstitut YouGov angekündigt, dass es nach Schließung der Wahllokale (23 Uhr deutscher Zeit) beim eine Wählernachbefragung vorlegen wird. Die demoskopische Qualität des Zahlenmaterials entspricht allerdings nicht ganz einer echten Prognose. YouGov hatte eine ähnliche Befragung nach dem Schottland-Referendum 2014 vorgelegt und das Endergebnis damit relativ genau vorhergesagt. Klassische Prognosen soll es für die Öffentlichkeit nicht geben, das demoskopische Material dafür wird aber von Umfrageinstituten für Finanzinstitute erhoben. Ob diese Informationen öffentlich zugänglich gemacht werden, war am Donnerstagnachmittag noch unklar. Mit einem klaren Bild der tatsächlichen Auszählung wird erst am frühen Morgen gerechnet. Bis gegen 6.00 Uhr MESZ soll ein Großteil der wichtigen Stimmbezirke ausgezählt sein, berichtet die BBC. Dann könnte sich ein nicht mehr umkehrbares Ergebnis herauskristallisieren.

+++ 14.46 Uhr: Neue Umfragen sehen EU-Befürworter vorn +++

Am Tag des Brexit-Referendums sind in Großbritannien gleich die letzten Umfragen veröffentlicht worden - ihr zufolge liegen die EU-Befürworter vor den Gegnern der EU-Mitgliedschaft. In der von der Zeitung "Evening Standard" veröffentlichten Umfrage des Instituts Ipsos Mori sprachen sich 52 Prozent der Befragten für den Verbleib des Landes in der EU aus, 48 Prozent waren für den Brexit. Die Befragung wurde am Dienstag und am Mittwoch vorgenommen. Eine Online-Umfrage von Populus ergibt sogar ein zehn-Prozentpunkte-Vorsprung für das "Remain"-Lager, wie der "Independent" berichtet. Dies sei das bei weitem klarste Ergebnis der jüngsten Befragungen, so die Zeitung. 

+++ 14.05 Uhr: Merkel hofft auf Ja zur EU +++

Am Tag des Brexit-Referendums in Großbritannien hat Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) erneut ihre Hoffnung auf einen Verbleib des Landes in der EU geäußert. "Wir wünschen uns natürlich eine Entscheidung, bei der Großbritannien Teil der Europäischen Union bleibt", sagte sie während einer gemeinsamen Pressekonferenz mit Österreichs Bundeskanzler Christian Kern (SPÖ) in Berlin. Merkel stellte klar, dass sie unabhängig von dem Ausgang der Abstimmung in Großbritannien auch in Zukunft auf ein vereintes Europa und die Zusammenarbeit aller EU-Mitgliedstaaten setzt. "Ich halte nichts davon, jetzt in Untergruppen zu verfallen", sagte sie angesichts von Diskussionen über Konsequenzen für die weitere Zusammenarbeit in der EU auch bei einem Verbleib der Briten.  

Stimmt Großbritannien für den Brexit?

Werden die Briten für den Austritt aus der Union stimmen?

 

+++ 13.21 Uhr: Lange Schlangen trotz miesem Wetter +++ 

Trotz schlechten Wetters haben sich beim EU-Referendum in Großbritannien lange Schlangen vor Wahllokalen gebildet. Wähler hätten geduldig in langen Reihen gewartet, um in Schulen, Kirchen oder Einkaufszentren ihre Stimme abzugeben, berichtete die britische Nachrichtenagentur PA. In der Nacht hatte es in London und im Südosten des Landes teils heftige Regenfälle und Gewitter gegeben. In der Hauptstadt hätten einige Wahllokale wegen Überflutungen geschlossen und in Ausweichquartiere verlegt werden müssen.

+++ 12.43 Uhr: Wettquote signalisiert ganz klar EU-Verbleib Großbritanniens +++

In die Quoten der Buchmacher zum EU-Referendum ist am Donnerstagvormittag nochmals deutlich Bewegung gekommen. Am Mittag wurden auf der Wettbörse Betdaq für einen Verbleib der Briten in der EU für 1 Pfund nur noch 1,17 Pfund gezahlt. Die Quote signalisiert damit eine Wahrscheinlichkeit von etwa 85 Prozent für ein "Remain" - also den Verbleib in der EU - und im Umkehrschluss ein Brexit-Risiko von nur noch rund 15 Prozent. Am Morgen lag dieses noch gut 10 Prozentpunkte höher.

+++ 11.42 Uhr: Brexit oder Remain: Britische Zeitungen fahren noch einmal alles auf +++

+++ 11.30 Uhr: EU-Spitzen, Kommission und EZB bereiten sich auf den Gau vor +++

Was ist, wenn die Briten tatsächlich für den Brexit stimmen? Für diesen Fall bereiten sich derzeit die europäischen Krisenmanager vor:

  • Die Europäische Zentralbank (EZB) hat für Freitagfrüh, wenn das Ergebnis erwartet wird, Vorbereitungen getroffen, um bei Finanzmarktturbulenzen eingreifen zu können. EZB-Chef Mario Draghi sagte, wichtig sei, dass nötigenfalls die Märkte stabilisiert werden könnten. Auf politischer Ebene steht für Tag eins nach der Entscheidung der Fahrplan fest: Als erstes kommen am Freitag um 9.00 Uhr die Fraktionsvorsitzenden der Parteien im Europaparlament zusammen. Um 10.30 Uhr treffen sich dann mit Kommissionschef Jean-Claude Juncker, Ratspräsident Donald Tusk und Parlamentspräsident Martin Schulz (SPD) die Spitzen der EU-Institutionen. Teil nimmt auch der niederländische Regierungschef Mark Rutte, dessen Land die halbjährlich wechselnde EU-Ratspräsidentschaft innehat.
  • In Luxemburg tagt der Rat für allgemeine EU-Angelegenheiten in Luxemburg. Seine Sitzungen werden normalerweise von den Europa-Staatssekretären wahrgenommen - dieses Mal reisen auch mehrere Außenminister an, um über die Folgen des britischen Votums zu beraten. Vormittags gibt es ein Treffen der sozialdemokratischen Chefdiplomaten: Damit sind auch die EU-Schwergewichte Deutschland und Frankreich mit Frank-Walter Steinmeier und Jean-Marc Ayrault am Tisch.
  • Für Samstag ist in Berlin ein Treffen der Außenminister der sechs EU-Gründerstaaten in Planung. Das sind Deutschland, Frankreich, Luxemburg, Belgien, Niederlande und Italien. Die EU-Kommission tagt am Montag. Für ihre Rechtsexperten wurde bereits eine Urlaubssperre für Juli verhängt - denn der Austritt eines Mitgliedsstaates wäre juristisch vollkommenes Neuland.
  • Das EU-Parlament könnte am Montag oder Dienstag eine Sondersitzung abhalten, um die Lage im Plenum zu bewerten. Bis zum EU-Gipfel der Staats- und Regierungschefs am Dienstag und Mittwoch soll dann ein klares Konzept stehen, wie mit der Situation umgegangen wird. Zu Großbritannien steht im Entwurf der Gipfel-Schlussfolgerungen unter der Überschrift "Ergebnis des Referendums im Vereinigten Königreich" bisher nichts.

+++ 11.10 Uhr: David Cameron: "Guten Morgen" +++

Brexit David Cameron geht zur Abstimmung

Maulfaul am Donnerstag: David Cameron auf dem Weg zur Wahlurne

Vielleicht ist er einfach nur angepannt, vielleicht ist aber auch alles gesagt: Einsilbig ist der britische Premierminister David Cameron auf dem Weg zu Stimmabgabe an wartenden Journalisten vorbeigegangen: "Guten Morgen" war das Einzige, was er sagte, als er am Donnerstag gemeinsam mit seiner Ehefrau Samantha in der Nähe von Downing Steeet 10 zur Wahlurne ging. Nicht einmal zum schlechten Wetter wollte sich der Premier äußern, berichtete die britische Nachrichtenagentur PA.  

+++ 10.40 Uhr: Das Pfund ist schon in EU-Laune +++

Vor der Entscheidung der Briten über einen EU-Austritt ist die Landeswährung auf ein Jahreshoch gegenüber dem Dollar gestiegen. In Tokio entsprach ein Pfund wenige Stunden vor Öffnung der britischen Wahllokale kurzzeitig 1,4844 Dollar. So stark war die Währung das ganze Jahr über noch nicht. Auch gegenüber dem Euro legte das Pfund im Vergleich zum Mittwoch zu. Nach Ansicht von Analysten setzen die Händler mehrheitlich darauf, dass die Briten für einen Verbleib ihres Landes in der EU stimmen. Ein solches Ergebnis sei bereits "fast komplett eingepreist", erklärte Angus Nicholson vom Finanzunternehmen IG. Dennoch seien die Märkte "unglaublich nervös" und sprunghafte Kursentwicklungen seien in den nächsten 24 Stunden "wahrscheinlich".

+++ 10.24 Uhr: Briten geraten am Abstimmungstag ins Schwimmen +++

Brexit Regen in London

London, am Tag der historischen Abstimmung: 19 Grad, Regen. Meteorologen rechnen mit so viel Niederschlag am Donnerstag wie sonst in einem ganzen Monat

Britische Wähler in London und im Südosten des Landes müssen beim EU-Referendum mit schlechtem Wetter, Regen und Überflutungen kämpfen. Allein in der Hauptstadt dürfte am Donnerstag innerhalb weniger Stunden so viel Regen wie ansonsten in einem Monat fallen, warnten Meteorologen. Bereits in der Nacht gab es in der Hauptstadt und der Umgebung schwere Gewitter mit Starkregen. Es gebe Berichte über überflutete Straßen, der Zugang zu Wahllokalen könnte erschwert werden. Experten hatten zuvor spekuliert, eine geringe Wahlbeteiligung könnte ein Vorteil für das Austrittslager sein.

+++ 10:01 Uhr: 47 Millionen Briten wollen wählen +++

46.500.000 Briten haben sich für das Brexit-Referendum registrieren lassen. Sie wollen mit darüber entscheiden, ob ihr Land Mitglied der EU bleibt oder die Gemeinschaft verlässt. Um 7.00 Uhr Ortszeit 8.00 MESZ öffneten die Wahllokale, sie sollen bis 22.00 Uhr (23.00 MESZ) geöffnet bleiben. Anders als bei Parlamentswahlen wird es im Anschluss im Fernsehen keine Hochrechnungen geben. Denn wegen mangelnder Vergleichsdaten gibt es keine offiziellen Nachwahlbefragungen, da die Prognosen nicht aussagekräftig wären. Einige Hedgefonds und Banken haben angebliche private Nachwahlbefragungen in Auftrag gegeben, damit sie noch während der Öffnung der Wahllokale ihre Geschäfte nach diesen Prognosen ausrichten können.

Gibraltar eingeschlossen gibt es 382 Auszählungsbezirke, die im Laufe der Nacht zum Freitag ihre Ergebnisse verkünden werden. Aus Sunderland in Nordostengland und Wandsworth in London werden vermutlich gegen 1.30 Uhr (MESZ) die ersten Resultate eingehen. Eine erste große Welle an Ergebnissen wird vermutlich gegen 3.00 Uhr folgen. Schon vorher ist mit der Bekanntgabe der Wahlbeteiligung zu rechnen. Je höher sie ist, umso mehr Hoffnung können sich die EU-Befürworter machen. Das Endergebnis wird am Freitag erst nach Auszählung aller Bezirke erklärt. Die Verkündigung erfolgt im Rathaus von Manchester.

+++ 9.32 Uhr: "The Sun" ruft die Unabhängigkeit aus +++

+++ 9.01 Uhr: EU-Währungskommissar warnt Briten vor EU-Austritt +++

EU-Währungskommissar Pierre Moscovici warnt die Briten eindringlich davor, für einen Austritt aus der Europäischen Union zu stimmen. "Jede Abstimmung hat Konsequenzen: Drin heißt drin und raus heißt raus", sagte der französische Sozialist den Zeitungen der Funke Mediengruppe. Es sei besser, Großbritannien in der EU zu haben, und es sei besser für Großbritannien, in der EU zu bleiben. Dieser Donnerstag sei ein entscheidender Tag für Europa, sagte Moscovici. Unabhängig von dem britischen Referendum rief der EU-Kommissar die Europäer zu tiefgreifenden Reformen auf. "Was in Großbritannien auch immer passiert: Wir müssen Europa grundlegend verändern." Europa brauche einen "Neustart".

+++ 8.59 Uhr: Euro steigt +++

Vor dem Referendum ist der Euro gestiegen. Im frühen Handel lag die Gemeinschaftswährung bei 1,1340 US-Dollar und damit etwas über dem Wert vom Vortag. Die Europäische Zentralbank (EZB) hatte den Referenzkurs zuletzt am Mittwoch auf 1,1283 (Dienstag: 1,1314) Dollar festgesetzt. Die Stimmung am Devisenmarkt ist stark geprägt vom Brexit-Referendum.

+++ 8.30 Uhr: Wahllokale zum Brexit-Referendum öffnen +++

In Großbritannien öffnen die Wahllokale für das historische Brexit-Referendum. Seit seit 8 Uhr (MESZ) können 46,5 Millionen wahlberechtigte Briten darüber abstimmen, ob Großbritannien aus der EU austreten soll. Der Ausgang des Referendums, das Premierminister David Cameron im Februar angesetzt hatte, könnte Schockwellen weit über das Königreich hinaus auslösen. Jüngste Umfragen sehen ein Kopf-an-Kopf-Rennen zwischen Gegnern und Befürwortern. 

kis/nik / DPA